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DU ^Ob«-esfls<-« Bettung* er- j^eiirf sechsmal vtchentUch. Be «;«pret-»vwnatri<br.l0 SM.«,«. fßlkfeL Zust-vungrg-bühr, durch dl-Posi2.Lö GM.Für etwa infolge Streik«. Mafchmendesekte »bet elementarer Lrelgntfie ausfallende (guntment wird fehl Ersatz ge* Irisier. Verlag v. Dr. §. Hidervltz. Druck der Untd.-Vuchdru<ckerei d. Joh. Bug. Koch, Markt 21/23, Kenrsprecher: Rr. 54. u. Kr. 65» Posischerckkvnto: Amt Frankfurt cu M. Rr. 5015. — Sprechzeit der Revaktlon von 10—11 mtb
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Die Hermrs-Meldung
Der Unterausschuh Nevelstoke, der am Donnerstag nachmittag erneut zusammen- trat, hat eine Fortsetzung der Arbeiten für aussichtslos erachtet. Ueber diese Sitzung wird
von franzSfischer Seite folgende Darstellung
gegeben: Der Unterausschuh Nevelstoke versuchte, einen Ausgleich zwischen dem von Deutschland ««gebotene» Iahreszah- lungea «ad de« in dem Alliierten-Memo- randum geforderten Zahlungen herzustel- lev. Dr. Schacht weigerte sich, Zugeständ- Nisse zu machen. Angesichts dieser Weigerung und der Tatsache, dah Dr. Schacht tu dem deutsche« Memorandum politische Fragen aufgeworfen hat, wurde der Abbruch beschlossen. Am Freitag vormittag wird der Sachverständigeyausschuh zu einer Vollsitzung zusammentreten, die den Abbruch voraussichtlich einstimmig gegen die Stimmen der deutschen Delegation an- «ehms« wird. Von deutscher Seite wurde die Tatsache des Scheiterns der Berhand- Ängen zugegeben.
Das deutsche Dementi
Die von der Agentur Havas als angeblich vffrziell ausgegebene Meldung über den Verlauf und die Ergebnisse der gestrige« Sitzung des Unterausschusses Nevelstoke Ft völlig irreführend.
Die dentsche« Delegierten haben er» ^ärt, dah sie «icht in der Lage seien, eine höhere als die von ihnen angeregte Annuität von sich aus zu befürworte«, es sei de«n, Äah irgend welche Anregungen gegeben werden könnten, die eine Erhöhung der derzeitigen deutsche« Leistungs- und Zahlungsfähigkeit herbeizuführen geeignet seien.
Unter diesen Umständen stellte der Unter- ausschuh fest, dah er nicht zu einer Ueber- etnstimmuug gelangt sei, und wird in diesem Sinne der Vollsitzung berichten,
an der selbstverständlich die deutschen Delegierten teilnehmen werden.
Darüber, wie weiter verfahren wird, und insbesondere darüber, ob und wie ein Bericht ansgearbeitet werden soll, wird die heutige Vollsitzung beschliehe«.
Pariser W«tausbr8che
Was vorauszusshen war, ist eingetrof- M: Die Schuld an dem Scheitern der Variser Sachverftändigen-Konferenz wirv den der französischen Presse der deutschen Abordnung in die Schuhe gehoben. Man braucht nur die riesigen «eoerschriften der Morgenpresse zu sehen
Schacht bricht die Brücken ab", »Ae intransigente Haltung der Deutschen »»rursacht da» Scheitern der Konferenz" anderes mehr, um schwarz auf weih re Beweise des Propagandafeuers zu ha- das von Paris aus geleitet wird. Die Angriffe der Morgenpresse richten sich «cht allein gegen Deutschland, sondern in Linie gegen di e Person Dr. ? a ch t s, dem vorgeworfen wird, er 9^-e es aus parteipolitischen oder ehr- f^ligen Gründen abgelehnt, über die vor- Wchiaffsnen deutschen Jahreszahlungen g* 1850 Millionen Mark hinauszugehen. > W spricht „Petit Jß_a ij si en". Dr. >
Schacht hab« den Bruch gesucht und sich dabei wahrscheinlich weit mehr von persönlichen als von nationalen Gründen leiten lasten. Auch der „E x c e l s i o r" macht sich diese Vorwürfe gegen Schacht zu eigen.
„Petit P a r i s i e n" stellt die voll- kommen unwahre Behauptung auf, Dr. Schacht habe in keinem Teil der von ihm angebotenen Jahreszahlungen auf die Transferklausel verzichtet. Tatsächlich enthalten beide Vorschläge im deutschen Memorandum ungeschützte Teile.
„Echo de Paris" erklärt, Dr. Schacht habe die Revision der Klausel des Versai Iller Vertrages »erlangt. Die Politik von Locarno habe
einen schweren Stotz erhalten. Die deutschen seien nur für „physische Kräfte" (I) empfänglich, aber die Rheinlandbesatzung halte sie „im Schach" (!). Wenn sie die Freiheit wieder erhielten, würden sie sich bei der ersten Gelegenheit gegen die Verträge auflehnen. Eine besondere Gehässigkeit gegen Dr. Schacht, dessen loyale Haltung während der Sachverständk- genberatungen in den letzten Tagen von der führenden französischen Preste anerkannt wurde, spricht aus den Zeilen des „Petit Parisien". Das Blatt schreibt u. a.: Man kann Deutschland nur bedauern, datz es bei so wichtigen Verhandlungen so schlecht vertreten gewesen ist.
Der „M a t i n" schreibt, es sei nicht zweifelhaft, datz die Sachverständigen
Das öeuWe
Das Memorandum, das die deutsche Delegation der Repnrationskonferenz überreicht bat, setzt zunächst die Grundsätze auseinander, denen eine Reparalionsregelung gerecht werden mühte. In einem weiteren Teil werden die Entwicklung des Dawesplans und die mit ihm gemachten Erfahrungen eiwfcenb besprochen. Es werden weiterhin kurz und präzis die
»iktschafttiche« Vorbedingungen
stizziert, aus deren Erfüllung allein sich die Möglichkeit deutscher Reparationszahlungen ergibt. Darunter finden sich selbstverständlich auch entsprechende Ausfübrungen über die Ro t w e n d i g k e i t einer Ausweitung des deutschen Warenabsatzes im Auslände. Es wird besonders betont, datz Deutschland seit Inkrafttreten des Friedensvertrages in Ausführung der Revarationsver- pfltchtung
insgesamt bereit» 46,5 Milliarden Goldmark in bar und an Sachliefernngen geleistet bat, dah diese Leistung aber nur erfolgen konnte durch Veräuherung der Substanz und durch Aufnahme von Ausländsanleihen. Eine neue Reparationszahlung mühte selbstverständlich eine vollständige Aufhebung des gegenwärtig durch den Dawesplan vorgeschriebenen Kontiollsvstems mit sich bringen. Das Memorandum schlägt dann
zwei Methoden
vor, nämlich einen
Plan „A", der 37 Jahreszahlungen von ie 1650 Millionen R.tt enthält, die in drei Gruppen zerfallen, nämlich 600 Millionen transfergeschützter Teil, 608 Millionen transfer- und aufbringungsgeschützter Teil und 450 Millionen transfergeschützter Teil, und einen
Plan „S“, der die gleichen Annuitäten vorsieht, die jedoch nur geschützte 3ah.
l u n 8 e n darstellen, nämlich 825 Millionen transfergeschützter und 825 Millionen aufbrin- gunasoeschützt« Teil. Alle vorgenannten Zis. fern benetzen sich ans den sogen. Beharrmtgs- ptstand, der nach dem 11. Fahre eintreten »itrde, wenn die Tachkiofernnsen, die bei beide« Pläne« rat ersten Jahre noch mit 750 Mil-
MemrMM
I Hotten eingesetzt sind und nach und nach in 10 Änbren bis auf 200 Millionen fallen, erloschen sind. Nach Auffassung des deutschen Memo- randums würde der Plan B in Frage kommen, wenn die Summe der sog. Chancen für die Leistungsfähigkeit weiter so gering bleibt» wie sie jetzt ist.
Es mutz nochmals betont werden, dah die deutsche Delegation sich zu weiteren Verhandlungen entschlosien hatte weil angesichts der Wichtigkeit de? Problems jeder mögliche Weg beschritten werden sollte der eine tragbare Lösung verspricht.
Neben den Möglichkeiten über die bis jetzt innerhalb der Reparationskoufcrenz ge- speochen wurde, sollten auch noch andere Möglichkeiten herangezoge« werden.
So wurde angedeutet, datz vielleicht sogar, falls keine Einigung für die lange Zeitveriode von 37 Jahren zustande käme,
eine Berständisung auf einen kürzeren Zeitraum gesucht werden sollte, der fich etwa auf 10 big 15 Jahre erstreckte, Zumal die ersten Jahreszahlungen in dem Vorschlag der Alliierten und in dem der deutschen Sachverständigen nicht soweit auseinauder- liegen, wie die anderen.
Tabellarisch dargestellt sehen die beiden deutschen Anregungen folgendermatzen aus:
Plan A.
L
450
225
225
750
1650
2.
450
250
250
700
1650
3.
450
275
275
650
1650
4.
450
300
300
600
1650
5—7.
450
350
350
500
1650
8. u. 9.
450
450
450
300
1650
10.
450
500
500
200
1650
11—37.
450
600
600
—
1650
Plan
».
L
450
450
750
1650
2.
475
475
700
1650
3.
500
500
650
1650
4.
525
525
600
1650
5—7.
575
575
500
1650
8. u. 9.
675
675
300
1650
10.
725
725
200
1650
11.—37.
825
825
—
1650
mit oder ohne Deutschland einen Bericht für ihre Regierungen ausarbeiten werden. Ob sich die amen* kannchcn Delegierten diesem Bericht an- schliehen oder nicht, sicher ist jedenfalls, datz durch die fetzt von Owen Poung vorgebrachten Vorschläge die amerikanische Delegation einem solchen Bericht t a t - s 5 ch l i ch ihre Zustimmung gibt. Dre Alliierten hätten sich nämlich auf 3 7 erfte Jahreszahlungen mit einer Annuität von je 2 2 23 Millionen
verständigt. Owen Boung schlägt eine Annuität von 2150 Millionen vor. Die Ziffer war also im wesentlichen gl ei ch. Man wird folglich morgen sagen können, datz die Gläubiger einschlietzlich der Amerikaner dahin gekommen waren, eine Einheitsfront zu bilden. (?) Man wird in diesem Bericht natürlich auch die Rückkehr zu dem Dawesplan empfehlen, ^sich aber auch darüber klar werden müsien, ob die Sachverständigen die Anzahl der Annuitäten Vor
schlägen wollen. Sie können, wie e*> scheint, nicht anders handeln, da sie diese Absicht in dem letzten Teil ihres Memorandums formell angekündigt hatten.
Eine persönliche Erklärung Schachts.
Dr. Schacht erklärte dem Pariser Vertreter der „R e w y o r k Herald", datz er unter keinen Umständen nach einem politischen Amte strebe, wie etwa der Kanzlerschaft. Er be» zeichnete den weit verbreiteten Elanbea «nter de« Sachverständige«, seine Hal» tnng bei de« Verhandlungen sei darch politischen Ehrgeiz bestimmt gewesen, als grotzea Zrrtnuu
Immer noch Hoffnnng
Dem „New York Herald" zufokge dürfte der Sachverständigen-Aus schütz einen Redaktions-Ausschuß für die Abfassung eines Berichtes einsetzen. Sollte dieser Ausschutz nicht zu einem einheitlichen Bericht kommen, so würde ein Mehrheit»- und ein Mindecheitsbericht, letzterer von der deutschen Gruppe, ausgearbeitet werden.
Dem Blatte zufolge wurde von Sachoerständigenkreisen am Donnerstag abend erklärt,
es bestehe noch die Möglichkeit, datz bi« Beratungen tm Redaktionsausschutz zu neuen Erwägungen und zu einem neuen Versuche führen könnten, eine Einigung zu erzielen, wenn diese Hoffnung auch als gering bezeichnet würde.
Weiterhin bestehe die Möglichkeit, daß eine Einigung über die Gründung der vorgeschlagenen Bank für internationale Zahlungen erzielt werde und auch noch andere Punkte den verschiedenen Regierungen zur Durchführung empfohlen würden.
Auch in einem kleinen Teil der Pariser Preffe kommt noch die Hoffnung zum Ausdruck, daß die auf Freitag vormittag einberufene Vollsitzung noch nicht den endgültigen Abschluß bedeutet. Logik und das Interesse Deutschlands an den Verhandlungen würden die Deutschen groingen, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. — „Petit Journal" schreibt, die Deutschen hätten noch nicht :hr letztes Wort gesprochen und würden die Verhandlungen in einer nahen Zukunft wieder aufnehmen. — Die „Volon 16" kommt in einer längeren Betrachtung, In der das deutsche Angebot als unannehmbar bezeichnet wird, doch zu der Feststellung, daß auf Seiten dir Alliierten und namentlich oon Frankreich schwere Fehler begangen würden. Der Irrtum der Alliierten fei gewesen, daß sie dem Reiche eine zu hohe Rechnung vorgelegt hätten. Es wäre klüger gewesen, die Forderungen auf eine Summe nicht über 35 Milliarden und auf 37 Jahresraten zu verringern.
Der Berichterstatter der „Morning P o st" sagt, in Paris werd« die Hoffnung gehegt, dah die heutige Bollkonferenz einen Ausweg aus der Sackgasse, in die man geraten sei, dringen werde.
„Times" sprechen in einem Bericht ihres Pariser Korrespondenten über die „erneute Krise". Der Korrespondent schreibt: Wenn die Unterhändler nicht in der 1l. Stunde ein Kompromiß finden, muh der Zusammenbruch der Konferenz als sicher angesehen werden. Eine gut unterrichtete Persönlichkeit erklärte, es würde nach der Abreise der amerikanischen Delegierten unmöglich fein, eine neue Gelegenheit zu finden, um zu einer endgültigen Regelung des Problems der deutschen Reparationen zu gelangen. Schacht habe zwar von der Gefahr des raschen Zusammenbruches der deutschen Finanzen gesprochen, der die Fortführung des Transfers der Reparationszahlungen in ausländischer Währung unmöglich machen werde. Von alliierter Seite werde jedoch bemerkt, dah Deutschland in diesem Falle der Haupt-