öberhMsche
ton 18. Steril 1929
Zeitung
MürkMNk
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
«»zeige« der amtliche« Bekanntmachunge« sSr Stadt ««d Kreis Marburg
M. 99 64. Mu
Marburg n.Kabn
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Flotte Ende 1931 mindestens 1000 technisch X$än$eni> ausgerüstete Wasserflugzeuge und
Zahlen einem Unterans- Unterausschutz Revelstoke z« überweisen. Diese« lln- dem Deutschland voraus-
trrial flbte die schuh e. $. dem p» Bearbeitung terausschuh, in
3« der gestrigen Vollsitzung der Repa» «tionskonferenz. die über zwei Stunden dauerte, wurde das von der deutschen Delegation ausgearbeitete Memorandum el» weiteres Material zur Diskussion «tterbreitet. Das deutsche Memorandum das sieben Schreibmaschinenseite« umsaht, beginnt mit einer Klarlegung der gesam- ten Wirtschaftslage Deutschlands und ent- HSlt auch Annuitätenzahlen über Repara- tioneu. Ueber den Inhalt dieses Schriftstückes fand eine Diskussion statt, nach deren Beendigung die Konferenz beschloh, das gesamte zur Verfügung stehende Ma
der Dr. Re- der Der
Alles Mögt rmsn ab..
9t. Carito über Rrv-mlwnrn und WirWaft
etwa 320 Millionen Mark aufwendet. Laut Angaben des jüngst in Rewyork veröffent- lichten eWorld Almanae and Book of Facts for 1929“ wird die amerikanische
gamen Welt auf lang« Zeit eatscheidsü)«« Problems. .
leistungen sei schon $a ersehen, wie Kapt- talarmut. Kreditbediirfnisse und Zinshöhe eine Folg« dieser Lasten seien.
In der Kavitalarmut und Zinsüberlastuns liege mehr oder weniger der Schlüssel zur Erklärung aller Erscheinungen unserer Wirtschaft, soweit sie innenwirtschaitlich z« erklären seien.
d i e „R e p a r a t i o n e n", die im Memorandum der Gläubiger mit etwa 13 Milliarden verzeichnet seien. Man verstehe, dah ein so lächerliches Angebot besonders nach 9 Wochen schwieriger Verhandlungen in den alliierten Konferenzkreisen Bedauern hervoraerufen habe. Die hervorragenden Finanzleute der Welt ständen nunmehr vor der Frage, ob Dr. Schacht derartige Vorschläge wirklich ernst meine.
Das „Journal" erklärt, die Deutschen hätten sich nicht nur über die Gläubiger lustig gemacht, sondern auch die von den Amerikanern als einzige Diskussionsbasis angegebenen Ziffern verkannt. — Das „Echo de Paris" schreibt u. a., französischerseits betrachte man die Konferenz als tatsächlich abgeschlossen, wenn man auch von einer Pause
Das Gegenangebot Dr. Schachts
« MtWiwn ton 1650 Millionen - 26 '|, Milliarden Ergrmvattsmrl - Die Pariser Presse ist entreftrl — Die Sesaßr eines Aomvromiß-BvlschlageS
sichtlich durch Reichsbaukpräfidente« Dr. Schacht vertreten sein wird, wird seine erste Bollsitznng heute vormittag 11 Uhr Malten. Die nächste Vollsitzung der Konferenz wird erst nach Abschluh der Arbetten des Unterausschusses Revelstoke stattfinde«.
Der Beschlstz bedeutet eine Werter- führung der Verhandlungen. Es ist beschlossen worden, vorläufig über den In- Hall des deutschen Memorandums keine näheren Angaben zu mache«.
Die Denkschrift sieht von einer Staffe- tung der deutschen Jahreszahlungen ab tnb nennt nur eine sich stets gleichblei- bmrde Zahl, die sich auf 1,4 bis 1,6 Milliarden beziffern dürfte.
Die Zahlungen erstrecke« sich der dent- schen Auffassung gemäh über einen ZeU- ranm vo« 37 Jahre«, während die Alliierten bekanntlich 58 Jahre lang deutsche Zahlungen forderten.
Das deutsche Angebot, das sich im Laufe der Pariser Verhandlungen nicht verändert hat, dürfte die Gegenseite kaum überrascht haben, obgleich man starkes Erstaunen zur Schau zu tragen suchte.
Die gesamte Pariser Morgenpresie stellt fist, dah der Unterschied zwischen den Korderunge« der Delegierten der vier rrparationsberechttgtea Länder «nd dem gestrige« Angebot der deutschen Dele- gafio« 13 Milliarden betrage. Deutschland schlage 26V2 Milliarden vor, Ke Gläubiger 39 Milliarde«, bestehend 6X8 24 Milliarden für die Deckung der interalliiertem Schulde«, 13 Milliarden die Neparationsentschädigungen und 2~-3 Milliarden für verschiedene andere
। Bedenkliche Kompromisipläne
Times zur Denkschrift Dr. Schachts.
Der Pariser Korrespondent „Time s" schreibt zur Denkschrift Schachts: Bedeutungsvoll ist, dah der velsioke-Ausschusi mit der Prüfung deutschen Vorschläge betraut wird. ___
Ausschuh muh im Stande sein, als Vermittler zwischen Deutschland und den Gläubiger zu spielen und K o m p r o - mißvorschläge zu macken, ohne
spreche. Aber die Amerikaner und Engländer wollten einen letzten Rettungsversuch machen. Der Unter« ausschuh Revelstoke habe versucht, Dr. Schacht zu bewegen, sein System auszudehnen und 250 Millionen hinzu- z u f ü g e n.
Owem Young sei ein schlechter Prophet «nd ein schlechter Präsident «nd habe nicht einmal von Washington de« geringsten Rach- lah auf die amerikanische« Besatzungskosten erreichen können.
Frankreichs Haltung fei durchaus klar: „Wir widersetzen uns der Sabotage des Dawes-Planes, dessen Fehler sich nun enthüllen werden.
Wir werde« die Rhei«la«dbe-
s e tz u « g aufrecht erhalte».
Aber Briand hat unsere Stellung kom- promtttiert und einen diplomatischen «tand der Dinge geschaffen, der gegen uns Iäm»Jt”
verständige« in Paris ihrer Aufgabe unter «nvolitifchcr Sachlichkeit entledigten.
Es dürfe nicht nach Art eines Handelsgeschäfts über Schulden und Zahlungen verbandelt werden, sondern es gälte, nach rein sachlichen Grundsätzen eine für Schuldner und Gläubiger tragbare Lösung der Revarationsfrase zu finden. I« diesem Sinne entbiete er den deut, scheu Unterhändlern in Paris Grübe.
In einem einleitenden Vortrag gab hierauf Präsident Franz von Mendelssohn zunächst eine kurze Darstellung d« Entwicklung unserer Volkswirtschaft. Die in Deutschland herrschende Kavitalarmut verlangsame die Rationalisierung und beenge besonders die für di« Ausfuhr notwendigen ÄreöH« Möglichkeiten und führe w einer auberordent- lichen Zinshöhe.
auf Owen Young zurückzugreifen, der seine Hände so frei wie möglich z« halten wünscht.
Es sollte «icht überrasch««, wen« bet Revelstoke-Ausschuh die Zahl vo« 2 Milliarde« Mark «äs Ber- handlungsgru»dlage annehme ««d eine Einiguvg auf dieser Grundlage z«sta«de zu bringe« »ersuche.
Diese Annahme wird durch die Tatsache bekräftigt, dah gestern vormittag, während liefe Seite SLX
Politiker und Militärs nach der jungen, kraftvoll sich entfaltenden amerikanischen Heeresmacht. Der hitzige Rüstungswett- streit zwischen der britischen und amerikanischen Flotte ist inzwischen auf die beiderseitigen Luststreitkräfte ausgedehnt worden. Amerika führt in der Lust. Das ist eine Tatsache, nrit der sich das stolze Albion vorläufig abzufinden hat.
Wie hoch sich die Gesamtausgaben für die ameriknische Luftflotte beziffern, läßt sich nicht mit völliger Genauigkeit be- stimmen, da kein besonderer Etat darüber veröffentlicht wird und gewöhnlich die einzelnen Posten in den Budgets der Army und Navy mit verrechnet werden. Beachtung verdienen einige Angaben, die kürzlich im Verlauf einer Interpellation zur Kenntnis des englischen Unterhauses gelangten. Daraus geht hervor, daß die Gesamtkosten der amerikanischen Luftstreitkräfte für das Rechnungsjahr 1928 29 mit rund 110 Millionen Dollar veranschlagt wurden, für 1929/30 aber schätzungsweise mit 122,5 Millionen Dollar. Rund eine halbe Milliarde Mark verausgaben demnach in diesem Jahr die Vereinigten Staaten für ihre Luftwaffe, während das englische Wellreich für den gleichen Zweck nur
Berlin, 17. April. Am Mittwoch fand in Berlin die 49. Vollversammlung des deutsche« Industrie- und Handels- t a g e s statt, die von Vertretern sämtlicher deutschen Industrie- und Handelskammern und zahlreichen Gästen aus Kreisen der Regierungen, Parlamente, Wirtschaft. Wirtschastsver- bände usw. besucht war. Anwesend waren u. a. der Reichsfinanzminister Dr. Silferdtng, Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s, Reichsarbeitsminister Dr. Wissel, Reichs- webrminister Dr. Eroener, Reichsbankvize- präsident D r e y s e und eine grobe Anzahl bekannter Wirtschaftler. Rach Eröfinung der Tagung durch den Präsidenten Franz v. Mendelssohn sprach
Reichswirtschaftsminifter Dr. (Eettias.
Er. erklärte, dab er sich Ausführungen über die Wirtschaftslage oder Ankündigungen neuer Regierungsmabnahmen versagen müsie, da gegenwärtig im Reichstage die Beratungen über den Haushalt noch im Gange seien. Dabei werde auch die Wirtschaftspolitik eine bedeutende Rolle spielen. Auberdem sei Zurückhaltung vor allem mit Rücksicht auf die Reva- rationsfrage geboten. Wirtschaftspolitik zu machen ohne Kenntnis der Revarations- frage würde Theorie sein. Bei den gegenwärtigen Verhandlungen der Revarationssachver- ständizcn in Daris handele es sich um die deutsche Wirtschaft und das deutsche Volk und darüber hinaus für di« Wirtschaftslage der
stellung begnügt, das Memorandum Dr. Schachts habe alle Gläubiger ent- täuscht. Es bedeute sicherlich noch nicht den Abbruch der Verhandlungen, aber man müsie alles von vorne wieder anfan- gen.
Der „Petit Pari sie«" rechnet mit der übrigen französischen Presie der deutschen Abordnung vor, dah ihr Vorschlag nur einen E e g e n w a r t w e r t von 26 Milliarden darstellt; da das von den Alliierten verlangte Minimum sich auf 39 Milliarden beziffere, so bliebe das deutsche Angebot mit 13 Milliarden dahinter zurück. Die Zahlung der interalliierten Schulden, die Amortisation des Dawesplanes und der amerikanische Anspruch auf Rückerstattung der Besatzungskosten seien dadurch zwar gedeckt, aber Dr. Schacht lasie keinen Pfennig für
waffenstarrenden Völker. Immerhin ist der Pakt als Ganzes betrachtet ein Korrektiv für die Düftungsausgaben der einzelnen Mächte geworden, indem er wenigstens das SpannungsverhältniS der vom Rüstungsfieber ergriffenen Länder zueinander ausbalanzjette. Besonders de» englisch- amerikanischen Gegensatz.
Einer der führenden politischen Mitarbeiter des „Observer", I. L. Garvi n, hat zu Beginn der kürzlich heftig aufge- flacketten Wahlschlachl in England einen Artikel veröffentlicht, der bei seinem ®r- scheinen allgemeines Aufsehen erregte. Garvin wartet darin u. o. mit nackten Zahlen auf, die für sich sprechen. Das englische Heeresbudget für das Etatsjahr 1929 beläuft sich auf 114 Pfund Sterling, und so stelll denn Garvin die Frag«, was England, wenn es im bisherigen Maße weiter rüstet, um angeblich gegen Angriffe anderer Staaten gewappnet zu sein, überhaupt von einem künftigen Krieg ernsllich zu befürchten hat. Sofort taucht die unheimliche Erkenntnis auf: gegen Luftangriffe ist dos Mutterland des stolzen, Meere beherrschenden Drittschen Reiches nach wie vor mangelhaft geschützt. All« bisherigen Rüstungsansttengungen Englands haben diese Lücke int Verte idigungs» shstem nicht auszufüllen vermocht. Die Luftflotten Frankreichs und Italiens find der britischen an Kampfwett heute ganz erheblich überlegen. Im Etat sind 98 Mllli- onen Pfund Sterling für Heer und Marin« und nur 16 Millionen für die so notwendig auszubauende Luftflotte vorgesehen. Ein Mißverhältnis, das nach Ansicht GarvinS sehr zu denken gibt, well der Vorsprung anderer Mächte auf diesem Gebiet immer schwerer einzuholen sein wird, je länger man wattet. „Was nützt der Bau zahlreicher neuer Dreadnoughts, Kreuzer und Unterseeboote, was die mechanische Vervollkommnung des Vand- heeres, wenn der künftige Krieg in den Lüften ausgefochten wird?"
nenne« bas Angebot lächerlich
Die Bekanntgabe des deutschen Eegen- ^flchlages hat in der Pariser Presie einen ®‘urm der Entrüstung hervorge- ^uien. Diese Entrüstung wendet sich nicht uuetn gegen Dr. Schacht, sondern auch die Adresse des Vorsitzenden des Sach- °rrständigen-Ausschusies, Owen Young, J/81 man schwache Verhandlungssührung ^ttvirft. Gemäßigt urteilt eigentlich noch der sich mit der Fest
Ar LliftslMn-WtMMN Englands und Amerikas
Don Dr. Klaus Spitta.
Wir wissen, dah vorläufig der tatsächliche Wett des Kellogg-schen Kriegs« ächtungspaktes nicht höher eingeschätzt werden kann als alle bisher zu Papier gebrachten internationalen Beschlüsse der Großmächte über die Erhaltuna des svaen.