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Dienstag, toi 16. «pell ISA

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Kt Redaktion von 10—11 und

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Anzeiger fiir (das frühere knrhessische) Oberhefsen

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ÄbechMsche

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Nr. 88 64.Mro. Marburg «.Lahn

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

SllWahtlsiim derRcparlltionsforberungen richtet sich selbst

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Die Werten betmchten Ihre VsrWüae teteit nicht mbr aß Berbandlungsgrundlage, sondern aß. einen .interessanten Beitrag" Ergebnisloser Sedan, der Konferenz? - Wsimistische Stimmung bei den Delegierten

3« der gestrige« Vollsitzung der Repa» rationskonfsrenz, die von 11 Uhr bis 1130 Uhr dauerte, wurde über den Cha­tatter und die Bedeutung des am Sonn­abend von den Delegationen der vier ^auptreparationsberechtrgten" der Kon­ferenz übergebenen Memorandum disku­tiert. Dabei hat die Konferenz festgestellt, bah es sich weder um ein Ultimatum noch im eine Diskussionsgrundlage handelt, soudern nur um einen interesiante« Bei­trag zum Konferenzthema. Es ist zu er- »arten, daß noch weiteres Material zur Lösung des Problems der Konferenz »ermittelt wird.

Zn der gestrize« Sitzung hat die deut­sche Delegation darüber keinen Zweifel -elasfen, daß die in dem Memorandum bet vier Hauptgläubigerdelegationen auf­geführter. Ziffern als solche für sie nicht auurhmbar sind.

Cs sind im Laufe der Sitzung eine sieihe von Fragen gestellt worden, auf die im Laufe des Nachmittags eine schriftliche Antwort ausgearbeitet wurde, die als Unterlage für die weitere Dislusiion in bet Dienstag vormittag stattfindende« nächsten Vollsitzung dienen soll. Bo« dem Wan einer Veröffentlichung des Memo- tanbums ist vorläufig Abstand genommen morde».

Kompromihgefahren!

Zur Neparationsfrage bemerkt „Daily Telegraph" in einem Leitartikel, es ki zu erwarten, daß nach langwierigen und mühevollen Verhandlungen schließlich ein Kompromiß zustande kommen »erbe. Die erfreuliche Seite des alliier­ten Vorschlages sei, daß die Sach lief e- rungen herabgesetzt werden und baß sie nach 7 Jahren ganz aufhören iellen.

Da? „Echo de Varis" schreibt ferner: Eben Augenblick zeigen sich die meisten netenten Persönlichkeiten ziemlich Pessimistisch, Soaar Owen Voung Iveifelt an dem Ausgang berDebatte. Auf ber Gläubigerleite erkenne man fetzt eit, daß diese Konferenz leider ein Jahr Pi früh gekommen sei. Unter den gegen­wärtigen Umständen beriefen sich die deutschen auf die Tatsache, daß das Ex­periment des Dawesvlanes nicht g-- Wenb lange durchgesüdrt worden sei. giefe Beweisführung hätten sie so qe- ™i<ft ungebahnt, daß sie in der Aui- Munq vieler Leute, namentlich in llmerika, die Wirksamkeit des Snstems •»n 1924 in Mißkredit- gebracht hätten, pe ber Dawesvlan sehr viele Zwacke Punkte habe, die nur die nnanUelle Hilfe Amerikas beteiligen Snnte, wüßten die Gläubiger Deutfch- lends nicht, auf welchen Zahlungsplan sie Itiannen würden, wenn die Sackverstän- bioenkonferenz eine schlimme Wendung ••hmen sollte.

Die B«r*i«i-ten Staate« ««> die

Repatstionssrage.

3m Staatsdenartement wurde gestern ?R»rt, eine Aenderung ber bekannten ?*sitik ber Vereinigten Staaten in der ^kparationsfrsqe sei nickt beabsich- !!8t, insbesondere werde nach wie vor •rran festgebalten, daß Reparationen und ^Negrschulden zwei g e t r e n nt e Fragen

j. Die weiter hierzu verlautet, wird eine

"••absetzunL der amerikanjjchen Forde­

rungen für die Besatzungskosten als undurchführbar bezeichnet.

*

Die unmöblichen Forderungen der Alli­ierten, die die in dem die Unterschrift des Vorsitzenden Owen Poung nicht tragenden Memorandum den Deutschen überreichten, haben eine Krise der Pariser Konferenz heraufgeschworen. Bekanntlich liegen die phantastischen Ziffern des Memorandums noch erheblich über dem am Ende der ver­gangenen Woche von der Pariser Presse bekanntgegebenen Zahlen. Die alliierten Sachverständigen haben durch ihre politi­sche Abhängigkeit von ihren Regierungen der Konferenz den Todesstoß versetzt. Ein Weg zur Einigung dürfte sich kaum noch finden lasten und es entsteht lediglich die Frage, in welcher Weise die Konserenz beendet werden wird.

Der Zahlungsplan bietet Deutschland neben dem Fortfall des Wohlstands-In­dex einen ungefähren Nachlaß von ganzen

200 Millionen im Jahre, für welchen Deutschland den außerordentlich schwer­wiegenden Verlust des Transferschutzes eintauschen soll. Die Durchschnittsannui­tät soll nach französischen Presseangaben in den ersten 37 Jahren die Höhe von 2,2 bis 2,3 Milliarden erreichen, während die Jahreszahlungen mit einer Summe be­ginnen sollen, die hart an der Grenze der zweiten Milliarde liegt. Einen derarti­gen Zahlungsplan kann Deutschland nie erfüllen.

Wie sich Amerika zu diesem „Sachver­ständigenplan" stellen wird, ist noch nicht bekannt. Bekanntlich haben die ameri­kanischen und japanischen Sachverständi­gen sich die Vorschläge nicht zu eigen ge­macht. Wie es heißt, soll Owen Poung einen eigenen Kompromißvorschlag aus­gearbeitet haben. Ob er allerdings mtt diesem noch hervortreten wird, ist ziemlich unwahrscheinlich, da er zweifellos eben­

falls den Eindruck gewonnen haben dürfte, daß infolge der gegensätzlichen Auffastun­gen und der Nichtberücksichtigung der deutschen Leistungsfähigkeit eine Verstän­digung im gegenwärtigen Zeitpunkt kaum zu erzielen sein wird. Owen Young soll sogar den Versuch gemacht haben, bei seiner Regierung die Zustimmung zu einer Herabsetzung der alliierten Schulden zu erreichen. Gerade dieser Versuch muß aber bei der Regierung Hoover auf Schwierig­keiten stoßen, da Hoover ja, wie erinner­lich, mit der Forderung „Kein Schulden­nachlaß" in den Wahlkampf eingetreten ist und zum mindesten so kurze Zeit nach dem Regierungsantritt Hoovers diese Frage mit Aussicht auf Erfolg in Amerika kaum diskutiert werden kann. a

Das Memorandum ist inzwischen auch nach Berlin mitgeteilt worden. Es ist in englischer Sprache abgefaßt und muß zu­nächst übersetzt werden.

Li» totes» tagt Sie Mritituagskeatereaz

D» VkSWrat fa eigener Versen warnt Sie Sessentltchkeit der Mstenen

Dieser Dag« ist die Kommission zur Vor­bereitung der Abrüstungskonferenz wieder in Genf zusammengetreten, und an den Be­ratungen beteiligt sich auch eine deutsche Delegation. Mit allzugroßen Hoffnungen und Erwartungen sind unsere Vertreter ganz bestimmt nicht nach Genf gefahren. Es ist vielleicht aber in diesem Augenblick ganz interessant, sich über die Rüstungen der einzelnen Staaten ein Bild zu machen. Man wird dann erst begreifen, welche Ko­mödie immer noch in Genf getrieben wird.

Das deutsche Heer, hat einen Frie­dens- und Kriegsbestand von 100000 Mann. Ihm sind zugestanden 1134 leichte und 792 schwere Maschinengewehre. ES besitzt fer­ner 72 leichte Batterien, 228 leichte und 22 schwere Geschütze. KriegSfähige Flug- zyige besitzt Deutschland überhaupt nicht.

Rehmen wir dazu noch Oesterreich, so sehen wir eine FrieocnSstärke von 20 500 und eine Kriegstsärke von 30 000 Mann. Oesterreich verfügt über 250 leichte und 170 schwere Maschinengewehre, über 32 Bat­terien und 90 Gechsütze und hat ebenfalls keine kriegsmäßigen Flugzeuge.

Wie steht es nun bei den anderen Staaten?

Belgien verfügt über eine Kriegs­stärke von 600 000 Mann, 2 900 leichte, 1 173 schwere Maschinengewehre, etwa 120 Batterien und 900 Geschütze, sowie 240 Flugzeuge.

Frankreich hat 41/t Millionen Kriegs­stärke, 22 000 leichte und 15 000 schwere Maschinengewehre, 660 Batterien, 2 600 Geschütze und 2 300 Flugzeuge.

Italien verfügt über eine Kriegsstärke von 3i/s Millionen Mann, über 4 300 Ma­schinengewehre, 530 Batterien, 2000 Ge- schütze und 1 450 Flugzeuge.

England, und zwar nur das Mutter­land, hat eine Kriegsstärke von 2 Milli­onen Mann, 13 000 Maschinengewehre, 170 Batterien, 211 Geschütze und 1400 Flug- zeuge.

Polen hat eine Kriegsstärke von 2 Millionen Mann. SS besitzt 9 800 Ma- schinengewehre, 430 Batterien, 1 750 Ge­schütze und 1000 Flugzeug«.

Die Tschechoslowakei hat «inen kriegsmäßigen Bestand von 1,3 Millionen Mann und besitzt 8 500 Maschinengewehre, 320 Batterien. 1250 Geschütze und 750 Flugzeuge.

Die Vereinigten Staaten haben 3 Millionen Mann an Kriegsstärke, 25 200 Maschinengewehre, 300 Batterien, 3000 Geschütze und 3 200 Flugzeug« für Heer und Marine.

Sowjet-Rußland, das allein schon ein stehendes Heer von 1,2 Millionen Mann hat, kann eine Kriegsstärke von mehr als 6 Millionen Mann aufweisen und besitzt 22 500 Maschinengewehre, 1060 Batterien, 3 050 Geschütze und etwa 1 400 Flugzeuge.

Zu diesen Landstreitkräften kommen aber nun auch di« Seestreitkräfte, und da sehen wir, daß den 120 000 deutschen Tonnen allein England das zehnfache, nämlich 1,2 Millionen Tonnage gegenüberzustellen hat. Frankreich kommt auf etwa 560 000 Ton­nen, Italien auf 300 000 Tonnen, Rußland auf 200 000 Tonnen.

Mit diesen Ziffern vergleiche man also di« eingangs erwähnten auf Deutschland bezüglichen Zahlen, und man erhält ein Bild, was es einerseits mit dem Ab­rüstungsgerede auf sich hat und welche schwierige Positton Deutschland bei den Genfer Beratungen auch jetzt wieder zu verteidigen hat.

♦

Senf, 15. April. Der Vorbereitungs- Montagvormittag unter dem Vorsitz des ausschuß für di« Abrüstungskonferenz ist Präsidenten Loudon- Hrlland zu seiner 6. Tagung zusammengetreten. 28 Staaten mit etwa 150 Delegierten und Sachverstän­digen nehmen an der neuen Tagung teil, darunter drei Richtmitgliedstaaten des Völkerbundes, nämlich die Vereinig- ten Staaten, Sowjetrußland und die Türke i. Persien und Venezuela, di« seit der letzten VöllerbundSversammlung dem Völkerbund angehören, sind in dieser neuen Eigenschaft zum ersten Mal im VorbereitungSauSschuh vertreten, während Spanien nach seiner Rückkehr in den Völ­kerbund und Wiederwahl in den Völker- bundSrat seinen Platz im Vordere itungS- ausschuß wieder einnimmt. Der spanische Hauptdelegierte C o b i a n, der bereits bei den ersten Tagungen des Vorbereitungs­ausschusses das Amt eines Vizepräsidenten belleidet, wurde auf Vorschlag Londons an Stelle des nach Washington versetzten tschechoslowakischen Gesandten Viverka wieder in das Präsidium gewählt

In seiner

I Eröffnungsrede '

führte der Präsident aus, wenn er den VorbereitungSauSschuh zu einer neuen Ta­gung einberufen habe, so sei das gewiß nicht in der Annahme geschehen, dah nun», mehr endlich der Zeitpunkt für die Ab­haltung der zweiten Lesung und für die Aufstellung eines endgültigen Textes deS Abrüstungsentwurfes gekommen sei. Das könne z. Zt. noch nicht verwirllicht werden, und er sage das ohne jede Umschweife, um

die öffentliche Meinung vor Illu­sionen zu bewahren.

Bei den bisherigen diplomatischen Ver­handlungen zwischen den interessierten Re­gierungen sei man noch nicht zu einem Punkt gelangt, wo gemeinsame Lösungen schon heute den Enderfolg der Arbeiten deS Dorbereitungsausschusses voraussehen lassen. ‘

Seine Auffassung bleibe unverändert, wonach die Bcrftöndigung im Vorbe- reitungsausfchuß über die Gesamtheit des Abrüstungsentwurfes erst möglich fei, wenn sich die interesiierte« Mächte in bestimmten Punkten von ausschlag­gebender Bedeutung, über die noch im-! mer Meinungsverschiedenheiten bestehe« verständigt haben werden. Vielleicht werde der Ausschuß Mittel zur Be­schleunigung der so dringenden Lösung dieser Probleme finden können.

Der VorbereitungSauSschuh könne aber ttotzdem einige bei der ersten Lesung in !der Schwebe gebliebenen Fragen einer, neuen Prüfung unterziehen, deren Lösung für dr« zweite Lefung notwendig fei. Er fasse schon heute die Einberufung einer nächsten Tagung ins Auge, sobald die Verständigung zwischen den interessierten Mächten erreicht worden fei. Loudon erinnert« dann an die nach Tau­senden zählenden Kundgebungen, die in der letzten Zeit von der Arbeiterschaft, der verschiedensten Länder und von Ver­bänden, deren Mitglieder nach Millionen zählen, bei ihm eingetroffen sind, und m denen der beschleunigte Abschluß der Vor­arbeiten und die Einberufung der Ab­rüstungskonferenz schon in diesem Jahr« derlanat werden, damit durch die Auf»