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rjie ^Obrrhessisch« Zeitung" «• «*ein» sechsmal wichentllch. Cr ^spr«>S monallich2.10 GM.auS» tt^ießl. Zust-llungvgrbühr, durch »l«P»fl2.35 GM.Für elwa infolge Ltreik«, Wafchinendesekte oder «Irnirntarer Srrignlsi« au<faCcnte Mummen, wird kein Ersatz ge» leistet. Verlag d. 2>t. §. Hitzerolh. ®n»<f der Unid.-Buchdrücke«' b. Aud. Sug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. tu Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt
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Sie Sorberuusea »er Ällüerten erscheine» ten Amerilanrm zu hoch
eine deutsche Gesamtschuld durch den Sachverständige» - Ausschuß feftzufctzen, wie sie sowohl von Young wie von Morgan als zu hoch erachtet wird.
eine einstünlige Be'p.echung zwischen Stimson und dem llnterstaatssekretär im Schatzamt, Mils, zur Vorbereitung einer Denkschrift über die Haltung der amerikanischen Regie-
Wie „Newyork Herold" aus Washing- fand im Anschlutz an die
Wahnsinnige Förderungen
In den Berichten der Berliner Blätter <ms Paris und ihren Stellungnahmen wird einmütig festgestellt, daß von den Alliierten unmögliche Forderungen geftellt werden, die für Deutschland vollkommen untragbar sind.
Die „D. A. Z." sagt, die Alliierten hätten am Sonnabend versucht, der Konferenz den Todesstoß zu geben, und es hänge jetzt nur noch von der Geschicklichkeit der deutschen Delegation ab, diesen Stoß aufzufangen und die Konferenz auf ein Gebiet zu. führen, auf dem dann die Diskussion überhaupt wieder möglich werde. Das werde die Aufgabe der ersten Tage der nächsten Woche fein. Aber eS wäre in der Tat grenzenlos optimistisch, wenn man heute noch an einen Erfolg dieser Bemühungen glauben wollte.
Die „Germania- schreibt, die Höhe der Forderungen liege weit jenseits dessen. waS nach übereinstimmender Meinung . aller Deutschen, aller unvoreingenommenen Sachverständigen ttagbar sei. Als schwere
verständwen-Ausschuß eine zu hohe Ge- samt-Reparationssumme festgesetzt haben.
aus an, der
IV-stündige Besprechung _
zwischen Hoover, Stimson und Mellon
In der Besprechung Hoovers mit dem llnterstaatssekretär im Schatzamt soll auch eine Mitteilung Youngs und Morgans erörtert worden sein, wonach die von den Alliierten geforderte Ge» samthöhe der deutschen Tribute zu hoch sei. Grundsätzlich sei jedoch Amerika der Ansicht, die Repartionsfrage müsse von Europa allein gelöst werden, während sich die bereinigten Staaten auf Beobachtung und Beratung beschränken würden. Eine Herabsetzung der amerikanischen Forderungen an die Alliierten käme nicht in Frage, selbst wenn Hoover persönlich dafür eintrete, denn die öffentliche Meinung lehne jeden Schuldenerlaß ab. Die Schuldenfrage sei ein „abgeschloffenes Buch".
geworden, ob die Lage die Vertreter der Vereinigten Staaten gezwungen hat, endgültig Stellung zu den deutschen Iahres- zahlungen zu nehmen.
Aber man betrachtet es als bezeichnend, daß es in der Besprechung dazu kam.
Weiter berichtete Pettinar: Es habe tu der Presse geheißen, daß die am-rtkanische Delegation spontan die Forderung Amerikas auf 1400 Millionen Mark rückständiger Besatzungskosten für dar amerikanische Heer auf- gegeben habe. Tatsächlich hätten die amen- ramschen Delegierten erklärt, daß sie nicht befugt seien, irgendeine Ansicht über die Frage zu äußern, da sie nicht von bet Washingtoner Rergierung ernannt worden seien. Bisher hätten die vier Delegierten auf ihre eigene Verantwortung gehandelt, als sie beschlossen, daß alle rikqtänbigen Zahlungen im Zusammenhang mit den Rheinlandbesatzungslosten gestrichen werden
einmütige Ablehnung der RMmtiMorbernngkn
Sie verlangte» Mangen sind noch höher als Me in her stanzönschen Presse bisher genannten Affer» Auch in Washington nennt man Mc Forderungen übertrieben
Auch „Morning Post" meldet Washington roefier: Man nimmt daß sowohl Morgan als Owen Young Ansicht sind, daß ihre Kollegen im Sach-
Aus Washington wird gemeldet, daß Präsident Hoover am Sonnabend mit maßgebenden Vertretern seiner Regierung in vettraulichem Kreise den Gang der Pariser Sachverständigen - Verhandlungen erörterte. Es soll vor allem die Frage erörtert worden sein, welche Rückwirkungen die Ermäßigung der deutschen Dawes-Zahlungen auf die Zahlungen der interalliierten Schulden an Amerika haben könne. Außerdem soll auch die Frage besprochen worden sein, inwieweit die amerikanischen Sachverständigen eventuell einen Nachlaß in den an Amerika noch zu zahlenden rückständigen Besatzungskosten bewilligen könnten.
Vorbereitung einer amerikanischen Denkschrift für Young und Morgan.
Gefährdung der Konferenz müsse es betrachtet werden, daß sie Ihren wirtschaftlichen AuSgangSpuntt verloren habe und jetzt von einer politischen Diskussionsbasis ausgeh«, deren Klippen nur sehr schwer zu überwinden seien.
Aach der „Dörsenzeltung" können alle diese Zahlen, die genannt werden, nur ein deutsches Nein Hervorrufen. Für Einschüchterungsversuche sei Dr. Schacht nicht das geeignete Opjekt, ebenso wenig wie das deutsche Bolk.
Auch der „Lokal-Anzeiger- weist darauf hin, daß Zahlen, wie sie nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten in dem neuen Memorandum der Alliierten genannt würden, von keinem sachlich urteilenden Wirtschaftler oder Finan^fach- mann als für Deutschland diskutabel anerkannt werden könnten.
Di« „Vos fische Zeitung" stellt die Frag«, ob man im alliierten Lager wirllich glaube, daß sich In Deutschland ein Sachverständiger oder ein Politiker finden
diesen Kreisen diese Stellungnahme wie folgt erläutert: Nach unseren Berechnungen haben wir endgültig nur einen Nachlaß von 200 Millionen gegenüber den Dawesannuitäten erzielt; zwar unter Verzicht auf den Wohlstandsinder, aber auch unter De r l u st der sehr wertvollen Garantie des Transfer- s ch u tz e s. Wir denken gewiß nicht daran, lediglich wegen eines Nachlasses von jährlich 200 Millionen eine politische Schuld in eine Handelsschuld umzuwandeln, unbedingte Verpflichtungen zu übernehmen und auf jede Garantie zu verzichten. In Wirklichkeit, so fügt der Matin" hinzu, schicke sich die deutsche Delegation an, am Montag eine Frist zu verlangen, um Zeit für die sorgfältige Prüfung der Anregungen der Gläubiger zu gewinnen.
Schließlich würben die deutschen Delegierten auch ihrerseits Unterredungen mit dem Vorsitzenden Owen Young haben und vielleicht alsdann ihrer Regierung berichten. Jedenfalls würden fte gewiß nicht das Memorandum annehmen, ohne längere und energischste Bemühungen unternommen zu haben, ohne eine Abänderung nicht nur der Modalitäten, sondern auch der Ziffern durchzusetzen. Im übrigen berichtet „Matin", daß das Memorandum am Schluß folgende, einem Ultimatum gleichkommende Erklärung enthalte: Wenn das vorgefchlagene System von Deutschland nicht angenommen werde, bann bleibe den Gläubigern nichts weiter übrig, als auf den Dawespla n zurück- zugreifen und dieAnzahl der Anui- täten festzufetzen.
Die Vollsitzung der Neparatiouskonfe- ttii1 am Sonnabend dauerte von 11.30 his 12.40 llhr französischer Zeit. Seitens der vier Hauptglänbigerdelegationen wurde, wie angekündigt, das Memorandum dem SachverstSndigenausschutz^ als solchem und nicht etwa der deutschen Delegation übergeben. Das Dokument soll als Beitrag zur Erleichterung und Klärung der Diskussion über die Ziffern dienen. Das Memorandum, das als Voranschlag zu gelten hat, nicht aber als ein Beschluß der Hauptgläubiger, wurde in der Sitzung zur Verlesung gebracht. Die nächste Vollsitzung findet heute 11 llhr statt. Sie wird darüber zu entscheiden haben, ob eine Veröffentlichung des Textes des Memorandums erfolgen soll oder nicht. Eine Diskussion ver de« Inhalt des Dokuments fand «icht statt, jedoch eine Besprechung über die Zweckmäßigkeit der Veröffentlichung.
lleber die Ziffer« ist amtlich nichts mitgeteilt worden.
Wie verlautet, bestätigen sich die Ziffer«, die die französischen Morgenpresse hinsichttich der Iahreszahlungen (1800 Millionen bis 2 300 oder 2 400 Millionen Goldmark), auf die sich die vier Delegationen geeinigt haben sollen, genannt hat, nicht; im Gegenteil, es wird behauptet, daß sie «och höher liegen als die angeführte« Zahlen.
Die Tatsache, daß der Vorsitzende Owen Young das Memorandum der Delegation der vier hauptreparationsberechtigten Länder ent^gengenommen hat, ist nicht in dem Sinne auszulegen, daß er sich selbst mit diesem Memorandum identifiziert.
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„Mati n" will in der Lage sein,, über die Zahlen der in dem Memorandum enthaltenen Skala Angaben zu machen. Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, daß alle Delegationen sich zum strengsten Stillschweigen über den Inhalt der beiden Dokumente verpflichtet haben und daß also die Angaben des Blattes mit Vorbehalt aufgenommen werden müssen. — »Matin" schreibt:
Die vorgeschlageue« Annuitäten seien auf einen Zinssatz von 5% Prozent berechnet und stellten für die 35 ersten Zahre eine Durchschuittsannuität von 2198 Millionen oder nach andere« Berechnungen von 2300 Millionen dar. Sie stiegen im Lause von 37 Zähren von 1800 auf 2450 Millionen, erreichten also niemals die jetzige Normalannuität von 2500 Millionen. Nach den ersten 37 Zähren würden die eigentlichen ^Reparationen getilgt lein. Die Annuität für die Bezahlung der Kriegsschulden finke in den letzten 21 Zähren von 1700 Millionen auf 900 Millionen Mark.
Diese vom „Natrn" genannte Ermäßigung der Kriegsschuldenannuität ist bisher nirgends erwähnt worden.
Der „Matin" will in verantwortlichen deutschen Kreisen gestern erfahren Haden. daß man dort das Memorandum der alliierten Sachverständigen als unannehmbar bezeichnet habe. Man habe in
dem Dawesplan auf die Sicherheiten gfn verzichten, die der Dawesplan zum Schuh der deutschen Wirtschaft und der deutschen Währung geschaffen habe.
Der „Dörsencourier" schreibt, das als Verhandlungsbasis bezeichnete Memo» randum sei so wenig glücklich, daß man auch jetzt noch die größte Besorgnis hegen müsse, ob das schwere Werk in Paris schon diesmal gelingen werde. An gutem Willen werde es auf deutscher Seit« nicht fehlen: aber das Aebermaß der Forderung spotte der Korrektur.
Di« »Deutsche Tageszeitung"' sagt, di« Konferenz sei durch eigene Schuld auf das unwürdig« Niveau des Feilschens, wie es auf einem Dörsenmarkt üblich sei, herabgesunken. And es sei mehr als fraglich. ob sie sich noch einmal, wenn sie beieinander bleiben sollte, und besonders in Paris, je über dieses Niveau wieder er- fteben werde. Angesichts der entwürdigenden Komödie, die uns hier seit zwei Monaten vorgespiell werd«, könne man sich heute allen Ernstes fragen, ob wir uns trotz unserer Nachgiebigkeit nicht zu gut dazu seien.
Auch der „Vorwärts" bezeichnet die Forderungen als schlimmer, als alle vorhersahen und weist ebenfalls auf das Fehlen der amerikanischen Anterschrift hin.
Die Pariser Preffe gibt ausführlich das Echo wieder, das die neue Wendung in den Pariser Sachverständigenverhandlungen in Berlin ausgelost hat. Eine Berliner Meldung des „Petit Parisien" folgert aus den deutschen Preffestimmen, daß man sich am Montag auf eine Ablehnung der alliierten Vorschläge durch die deutsche Abordnung gefaßt machen rnüffe.
Der Berliner Berichterstatter des Journal" gibt angebliche Aeußerungen eines hochstehenden deutschen Beamten wieder, der ihm erklärte: Die Alliierten halten sich für befugt, aus unserer Haltung in der Vergangenheit den Schluß zu ziehen, daß wir dieses Mal unterzeichnen werden, nachdem wir Nein gesagt haben. Die Alliierten täuschen sich. Ihre Forderungen sind für uns unannehmbar, weil sie mit unserer wirtschaftlichen Fähigkeit unverträglich find. Ein ehrlicher Kaufmann unterzeichnet keinen Wechsel, von dem et weiß, daß er ihn nicht zahlen kann.
Pettinar über den Inhalt des Memoran- bums bet Alliierten.
Pettinar meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris folgende weiteren ®n- zelheiten über den Inhalt des Memoran- bums der vier Mächte und die Entwicklung der letzten Tage:
Soweit Sachliefetungen ht Bettacht kommen, habe man dem Wunsche der britischen Delegierten entsprechend die Regelung oorgenommen, daß
die Sachlieferungen im Anfang 600 Millionen Mark nicht überschreiten und innerhalb von 7 Jahren allmählich verschwinden.
Augenblicklich beliefen sich die Dawes-Plcm- Sachlleferungen wahrscheinlich auf 900 Millionen Mark.