ÄiMMchk
Verdi
Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis
nicht wollten.
Marburg«
ZagrSansrtser
durch dt« S-schLft«ffeIle und Zusendunq der AnqedoE*. Erfüllungsort Marburq.
t Doldmark — '/»»Dollar.
MSNWS, W8.MÜ1SA
Eine Falschmeldung des „Soir*.
Der Pariser „6 o i t“ hat eine Notiz gebracht drs Inhaltes, datz das deutsche Sparguthaben auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1928 105 Jt betragen babe, während es sich vor dem Kriege auf 21 oM. pro Kopf belaufen habe. Bon unterrichteter Seite erfahren wir dazu, datz die Zahl 105 pro Kopf für das Jahr 1928 wohl im Trotzen und Ganzen zutreffend ist. Es ist aber nicht richtig datz die Sparguthaben des Einzelnen vor dem Kriege nur 21 betragen haben. In Wirklichkeit war das durchschnittliche Sparguthaben vor dem Kriege 291 M, also nicht ganz dreimal soviel als im Jahre 1928.
Verhängung von Prügelstrafe gegen einen südafrikanischen Farmer.
London, 6. April. Nach Blättermeldungen aus Kapstadt wurde in Bethel in Transvaal ein Farmer namens Jack Nafte wegen der mit großer Grausamkeit verübten Tötung eines Eingeborenen zu sieben Jahren , Zuchthaus und zehn Peitschenhieben verurteilt. Der Farmer hatte einen Schwarzen durchgepeitscht, ihm zwei Rippen und das Brustbein gebrochen und ihn mit dem Kopf nach unten mehrere Stunden lang aufgehängt. In der Urteilsbegründung bemerkte der Richter, keine Bestrafung sei angemessen, die nicht dem Schuldigen einige der körperlichen schmerzen zufüge, die sein Opfer erlitten habe. Dieses Urteil hat, wie bte Blätter berichten, unter den Farmern m Südafrika riesiges Aufsehen hervorgerufen. Unverzüglich nach Verkündung des Urteils erfolgten Schritte bei dem Premierminister General Hertzog, und gestern abend trafen Anordnungen aus Pretoria ein, die Auspeitschung bis zu einer weiteren Untersuchung zu verschieben. Die Blätter heben hervor, datz dies das erste derartige Urteil ist und datz in der letzten Zeit Behauptungen im Umlauf waren, datz weihe Geschworenengerichte in Südafrika in Fällen, bei denen das Vorurteil gegen Farbige ins Gewicht fiel, ungerechte UrteilLiorüche gefällt hätten.
Nr. 81 64. Äg. RAbAg «.Lahn
Der Anzefgenpre« detrSy« den 10 qefpalt. ZeUenmillimeter 0.08 ©95, kleine Baranzetgeo 0.06 ©95, amtlich« und «««• vSrtiq« Anzeigen 0.10 ©95.
schwierige« Satz sowie bet Platzdorschrist 50’1» Aufschlag. — Sammelanzeiqen 100 ’l« ®«f* schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 ©95. Jeder Rabatt gilt aU
An »Wer Schritt vorwörv
Berlin. 7. April. Amtlich wird mit« geteilt: Das Reichskabinett trat am heutigen Sonntag unter dem Vorsitz des wie« dergenefenea Reichskanzlers z» feiner ersten Sitzung nach Ostern zusammen. Es beschäftigte sich mit den Vorschlägen, die von den Sachverständige« der Sozialdemokratie, des Zentrums, der Bolkspar- tei, der Demokraten und der Bayerische« Volkspartei gemeinsam vereinbart waren.
Das Reichskabinett beschloh nach ein» gehender Prüfung im Hinblick auf die ge« samtpolitifchen Notwendigkeiten, insbesondere die rasche Erledigung des Etats unter Zurückstellung feiner Bedenken auf de« Bode« dieser Vorschläge zu treten.
Sarradatt. Ziel 5 Tage. Beleg«
>e>«>erechne1,ebenso Auskunft
den mutzten. Die Hauptschwierigkeit liege n der immer wieder abgeleugneten, aber doch sehr grohen Uneinigkeit der einzelnen Delegationen über die Verteilung der notwendig werdenden Opfer unter den Eläu- bigerländern.
Die „Voss. Ztg.“ sagt, die Gesamtsumme, auf die man bei der Zusammenrechnung der Einzelforderungen gekommen sei, sei so hoch, datz sie selbst im Lager der Gläubiger eine Ueberraschung hervorgerufen zu haben scheine.
Der „L o k a l a n z e i g e r" schreibt unter der Ueberschrift „Die Konferenzkrlse ist da": Eine Einigkeit der Gläubiger herrsche also keineswegs. Jede Delegation wolle der anderen den Vortritt überlassen und
Zahlen sollen derart herabgesetzt werden, datz sie in ihrer Gesamtheit unter der Jahresrate von 2V» Milliarden liegen. Heber die Besprechungen der Alliierten soll eine gemeinsame Denkschrift ausgearbeitet werden. Pertinax hofft, daß die schmerzlichen Abstriche an den ein- zelnen Forderungen der Gläubiger durch eine wirkungsvollere Verhandlungsführung in der Zukunft belohnt würden. Owen Poung habe den schwierigen Sonnabend- besprechungen mit Zurückhaltung und fast unbeweglich beigewohnt.
pl« „Ober hessisch« Setttmg" «- terint sechsmal wtchentlich. Yk- »ußsprei« monatlich 2 ©95. aus- fließt. Zustcllungsxkbühr, durch bi«Psst2^5 ©95.etwa infolge Streik«, Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallend« gfammetn wird kein Ersatz geleistet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth. D«ck ber Univ.-Duchdruckerei b. I»h. Auq. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. n. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 5015. — Sprechzeit jet Redaktion pon 10—11 imd ‘1,1—1 Uhr.
AMammr und Gewerbittmrr
2n 6er Sitzung der Berliner Aerziekammer, die einberufen war, um gegen die vom Landtag beschlossene Ausdehnung der Gewerbesteuer auf die freien Berufe Stellung zu nehmen, erstattete Dr. S ch e y e r ein ausführliches Referat 'über die Frage und empfahl der Derfammlung zum Schluß die Annahme einer Entschließung, in der es heißt:
.Der Beschluß des Landtages, die freien Berufe und somit auch die Ärzte zur ^Gewerbesteuer heranzuziehen, drückt dem ärztlichen Stande den Stempel eines Gewerbes auf und müßte dazu führen, daß die Aerzte denen die Pflichten der Gewerbetreibenden auferlegt werden sollen, auch die Rechte derselben in Anspruch nehmen. Dadurch würde die Wesensart des ärztlichen Berufes grundlegend geändert weichen. Da sich die Aerzte ohnedies durch die Ausdehnung der Ber- sicherungspflicht und der Heilfürsorge in einer wirtschaftlich bedrohten Lage beflißen, sind sie nicht imstande, die Steuer aus Eigenem zu tragen und 'werden gezwungen fern, ihre Honorare entsprechend zu erhöhen. Damit erhält die vom Landtag beschlossene Steuer den Charakter einer Krankensteuer, deren Folgen sich auch die Krankenkas en auf die Sauer nicht toerben entziehen können.
Attreiaer für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
“• ' " Marburg.
Die Haltung bet französischen Sonntagspresse zu den Kriegsentschädigungsverhandlungen ist nicht einheitlich. Zm allgemeinen herrscht jedoch der zuversichtliche Ton vor und man rechnet damit, daß die Besprechungen auf jeden Fall zu einem Abschluß kommen werden.
Zm „Echo de Paris" rechnet Per- tinax mit der DerhandlungSleitung Owen Poungs ab, der für den etwas lächerlichen Zustand der Dinge verantwortlich sei. Er habe sich nicht nur enthalten, den Deutschen von Anfang an ins Gedächtnis zu rufen, daß sie die Bittenden seien, sondern er habe auch die Gläubiger nicht ermächtigt, sich über ein gemeinsames Programm zu einigen. Infolgedessen habe Dr. Schacht nur zu zaudern brauchen, um seine Stellung zu verstärken. Unmerkbar seien aus den vier Gläubigern vier Anttagsteller geworden und die Rollen hätten sich vollständig vertauscht. Heber die gemeinsame Sitzung der Alliierten am Sonnabend nachmittag weiß Perti n a x zu berichten, daß die Gläubigerländer ihre gemeinsamen Froderungen einheitlichverteidigen wollen. Die von den einzelnen Ländert aufgestellten
Am Sonnabend vormittag fand eine neue Besprechung Dr. Schachts mit den französischen Sachverständigen statt, an der wiederum die Amerikaner teilnahmen. Diese Besprechung hatte den Zweck, die Möglichkeit zu untersuchen, auf deren Grundlage etwa die von französischer Seite genannten Forderungen abgeändett werden könnten.
- Die Besprechung verlief jedoch ohne
1 Erfolg.
Am Sonnabend nachmittag, bei einer neuen Besprechung der Deutschen mit dem Vorsitzenden der. vier Hauptgläubigerabordnungen, nrchmen die deutschen Sachverständigen die Gelegenheit war, den ihnen von dem amerikanischen Vorsitzenden erteilten Aufttag auszuführen und den anwesenden Derttetern der Gläubigermächte mitzuteilen, welches das Ergebnis des Vortages gewesen war. Eine Aussprache hierüber fand nicht statt. Aus Anregung des Vorsitzenden blieben jedoch die Teilnehmer, mit Ausnahme der Deutschen, zusammen, um über die deutsche Mitteilung zu beraten.
*
Zur richtigen Wertung dieser Frage muh man sich vergegenwärtigen, datz den deutschen Sachverständigen bis zum Freitag abend die Forderungen der Gläubigerländer nicht bekannt waren und datz sie sich nur auf Vermutungen beschränken konnten, welche Summen von Deutschland gefordert werden würden. Wie erinnerlich waren von alliierter Seite bisher keinerlei Zahlen genannt worden, außer m der ersten Sitzung vom 11. Februar, wo die Alliierten die Forderung von 7 3 Mtllt - ar den aufgestellt hatten, ohne allerdings auf diese Zahl zurückzukommen. Von deutscher Seite ist, wie man annehmen darf, in den Verhandlungen der letzten Tage
kein deutsches Gegenangebot gemacht worden. Eine andere Taktik würde dem deutschen Verhalten völlig widersprochen haben, da man sich auf deutscher Seite stets auf den Standpunkt gestellt hat, nur in gemeinsamer Besprechung mit den alliierten Sachverständigen die von der deutschen Leistungsfähigkeit tragbaren Summen aufzuftellen. Heber das Ergebnis der deutschen Zusammenstellung der alliierten Forderungen verlautet vorläufig nichts, doch scheint, daß auch die neuen Forderungen „für Deutschland unannehmbar- sind. ।
Auch die Berichte der Berliner Blätter über den Stand der Pariser Verhandlungen betonen einmütig, datz die von den Gläubigerstaaten genannten Zahlen unannehmbar seien.
Die ,D A 3.“ schreibt, datz die Forderungen der Alliierten ganz autzerordentlich viel höbet als vor Ostern seien. Das Blatt ermähnt außerdem, datz nicht nur aus einem, sondern aus mehreren neutralen Ländern hochangesehene Bankiers, . und zwar solche, die auch mit dem Reparationsproblem vertraut feien, aus ihrem Standpunkt kein Hehl machten, datz eine Unterschrift unter untragbare Forderungen den deutschen Kredit restlos abschnüren würde.
Das „Berliner Tageblatt" schreibt, man wisse jetzt, datz die nach langen Verhandlungen zustanbegekommenen Forderungen der Gläubiger stets weit über das hinausgingen, was Deutschland zu leisten vermöge, und datz sie wider Erwarten keine Konzessionen gegenüber den fett Wochen angedeuteten Zahlen bedeuten und beshal*- als unannehmbar bezeichnet wer
Zu dem breite gemeldeten vorläufigen Ergebnis der Verhandlungen über die Beseittgung des Defizits tm Reichshaushalt wird uns noch aus parlamentarischen Kreisen mitgeteilt:
Die Einigung der Verhandlungsführet der fünf Reichstagsfraktionen —„Sozialdemokraten, Zentrum, Deutsche Volkpartei, Demokraten und Bayerische Volkspartei — eröffnet die Aussicht auf eine tn der Hauptsache jedenfalls reibungslose Verabschiedung des Etats; denn es ist kaum anzunehmen, datz die Fraktionnen auf diesem Gebiet noch grundsätzliche Schwierigkeiten machen dürften. Sie werden tm ganzen nur zu froh sein, von der wenig erhebenden Lage befreit zu fern, die durch die Verzögerung der Verabschiedung des Haushalts entstanden war und schon zu einer bedenklichen Stockung des politischen Lebens überhaupt geführt hatte, jedenfalls hat der Grundsatz einer Balanzie- rung des Etats unter möglichster Vermeid düng neuer Steuerlasten eine weitgehende Berücksichtigung gefunden. Ob die andere Aufgabe, die der Bildung einer festen Regierung, ebenso sicher gelöst wird, darüber gehen zwar die Ansichten tnt Hinblick auf die Erfahrungen der letzten brewiettel Jahre immer noch auseinander; es kann aber festgestellt werden, datz dre Unter- Händler der Fraktionen nach Abschluß ihrer Verhandlungen über die Etatsfragen auch in diesem Punkte hoffnungsfteudiger als zuvor gestimmt waren. Man nimmt auch an, datz zahlreiche Abgeordnete aus dem Reich während des Osterutlaubs einen deutlicheren Begriff von dem bösen Eindruck gewonnen haben, den die Vorgänge und die Zustände in Berlin draußen bei den unbefangenen Zuschauern Hervorrufen können.
Das Ergebnis dieser Finanzsachver- standigen-Beratungen der Parteien druckt sich also zahlenmäßig in Abstrichen von insgesamt 250 Millionen Mark gegenüber dem vom Reichsfinanzministerium vorge- legten Haushalt aus, die durch direrte Einsparungen bezw. durch höhere Bewertung gewisser Einnahmeansätze erzielt werden konnten. Das so erzielte Kompromig nut seinen Einzelheiten wird nunmehr das Reichsfinanzministerium beschäftigen, das einen entsprechenden Bericht dem Reichskabinett vorlegt. Die Entscheidung des Kabinetts wird dann die Grundlage bilden für eine Parteiführerbesprechung jener Parteien, die an diesem Kompromiß beteiligt-sind. Am Dienstag treten bann, wie bereits gemelbet, bte beteiligten Fraktionen zusammen, bie sich bis zum Sonn- abenb barüber schlüssig zu werben haben, ob sie dem Kompromitz zustimmen ober nicht. Diese Entscheidung ist notwenbig, damit für bie am Mittwoch beginnenben Etatsberatungen im Reichshaushaltungsausschutz Klarheit barüber besteht, welche Parteien vorbehaltlos auf ben Boden bes Kompromisses treten unb bamlt die Frage ber Großen Koalition zur' schnellstens Löiuna bringen wollen..
M IsrhkMiiM btt Aiiiirrlcn sind mmMmbm
feilen die RttMntionslinstMc ttmWgkn - Kritik bw Pari!« Swift an Swtn Aonng
.StMttMk Wittich»'
Ak nnnnWIdHIM Wn SbirMkdMk ÄrtmmflM
halte dabei unerschütterlich an ihren eigenen Forderungen fest in bet Hoffnung, datz bie onbeien vielleicht nachgiebiger seien unb baburch ein klebe reinkommen mit ben Deutschen in letzter Minute ermöglicht mürbe. Bei ber Aufstellung ihrer Forderungen hätten bie Gläubiger mcht einmal ben Versuch gemacht, ben Einwanden bet beutschen Delegation über deutsche Zahlungsfähigkeit Rechnung zu tragen. Gelinge es den Amerikanern nicht noch tn letzter Minute, den Widerstand bet alliierten Shylocks zu brechen, so sei bie Konferenz zu Ende. Schon jetzt tteffe bie Verantwortung bie hartnäckigen Gläubiger, bie eine vernünftige Lösung anscheinend
Oiuuy