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Nr. 72 64. andre.

Marburg a. Lahn

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füllung«ott Marburg.

t Goldmark '/»»Dollar.

Anzeiger für (bas frühere knrhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Bor -rr Entschei-nns m Paris

Sie Miellen BerdMblmgm über die Alfern bestimm Aevell SnsenbergS an Amerika

Sie für gestern nachmittag 3.30 Uhr an- beraumte Vollsitzung der Reparations- tonferenz dauerte nur eine halbe Stunde. Lord Revelstoke legte den letzten Teil seines Berichts bett, die Kapitalbeschaf­fung der geplanten Zentralbank vor. Ueber ihn ist im wesentlichen eine Eini­gung erzielt worden; namens des Sachlie- ferungsausschusies erstattete Perkins einen Nebenbericht. Verschiedene das Sach­lieferungsprogramm betreffende fragen find auf Antrag von deutscher Seite zu­rückgestellt worden. Der Zeitpunkt für eine neue Vollsitzung ist noch nicht festge­setzt worden. Es bleibt dem Vorsitzenden der Konferenz überlasten, ihn zu bestim­men. Voraussichtlich wird heute keine Vollsitzung stattfinden.

Nach dem Havasbericht soll Owen D. Young in der Sitzung erklärt haben, daß nach seiner Ansicht der Augenblick gekom­men sei, die F r a g e herZiffernan- zuschneiden. Er habe vorgeschlagen, daß die Delegierten in privaten Un­terredungen von Delegation zu Delegation darüber sprechen, um die vertiefte Prü­fung in der Vollsitzung vorzubereiten. Dieser Vorschlag sei von dem Reparations- sachverständigen-Ausschuß angenommen worden.

Der Pariser Korrespondent derTimes" schreibt: Dr. Schacht habe Owen Young gegenüber eine Summe genannt, die of­fenbar unvereinbar mit gewisten alliier­ten Forderungen sei. Dr. Schacht sei da­her ersucht worden, d i e s e Summe nicht bekannt zu geben, sondern den alliierten Sachverständigen Zeit zu einer weiteren Beratung über ihre Hal­tung zu geben. Der Korrespondent fügt hinzu: Es steht außer Zweifel, daß die französische Delegation auf einer Summe von ungefähr 8 Milliarden Mark beharren will, die allein für Wiederauf- banarbeiten bestimmt sein soll. Es scheint einige Gefahr zu bestehen, daß die deutsche Negierung aber wieder zum Dawes- plan zürückkehren wird, in der Er­wartung, daß er doch in einigen Jahren nicht mehr funktionieren kann.

Einige Blätter veröffentlichen heute ein Schreiben, das Dr. Hugenbera nach Amerika gerichtet hat. Dieses Schreiben hat folgenden authentischen Wortlaut:

Die Verhandlungen über eine endgültige Regelung der deutschen Kriegstribute geben hervorragenden Mitgliedern des amerikani­schen Volkes Gelegenheit, ihre gewichtige Stimme im Sinne einer endgültigen Befrie­dung Europas und damit der Welt in die Wagschale zu werfen. Diese Befriedung wird nur erreicht, wenn die endgültige Rege­lung den Grundsätzen der Vernunft und Gerechtigkeit entspricht und der Leistungsfähigkeit Deut sch lands angepaßt wird. Sie wird nur erreicht, wenn

Deutschland nicht die Möglichkeit genom­men wird, Hüter der Kultur zu bleiben, wie es im gleichen Sinne auch die Vereinig­ten Staaten von Amerika nicht nur selbst wieder sein sollen, sondern auch uns gönnen werden, es zu sein. Die äußeren und inne­ren Feinde des deutschen Volkes behaupten noch immer, Deutschland und insbesondere seine rechtseingestellten Kreise, die mit dem unklaren SchlagwortReaktionär" belegt werden, hätten den Krieg verschuldet. Die Aufklärungsarbeit namhafter Gelehrter es sei vor allem der tiefgründigen Arbeit der Amerikaner Barnes und Burgeß gedacht r~ und das umfangreiche Material der ge- Erfneten Archive hat aber die Gültigkeit des Wortes bestätigt, das Hindenburg auf dem Schlachtfeld von Tannenberg prägte:Mit keinem Herzen sind wir in den Krieg gezogen, und mit reinen Händen haben mir das Schwert jjefübrt." Auch heute denkt die Deutschnationale Volkspartei an {inen Angriffskrieg .der angesichts

unserer Entwaffnung ja auch eine Sinnlosig­keit wäre. Aber deshalb brauchen wir uns doch nicht widerspruchslos die Beschimpfung gefallen zu lasten, die mit der Kriegsschuld- lüae auf den deutschen Namen gelegt wurde. Die Deutschnationalen wissen die Bestrebun­gen des Staatssekretärs Kellogg, durch einen Pakt alle Völker zur Aechtung des Krieges zu veranlassen, wohl zu würdigen. Wir sympathisieren mit diesen Bestrebungen. Wenn wir uns trotzdem entschlossen haben, der Ratifizierung de» Kelloggpaktes im Reichstag unsere Zustimmung zu versagen, dann geschah das, weil wir

den unerträglichen ftatus guo, wie ihn der Versailler Vertrag geschaffen hol, nicht freiwillig anerkennen

können. Der Versailler Vertrag hat das Deutsche Reich seiner Hoheitsrcchte beraubt und will es zu einer Kolonie der Alliierten degradieren. Wir halten einen gerechten

Frieden für angebracht, der Deutschland die tatsächliche Gleichberechtigung unter den Völ­kern gewährt. Wir wollen, daß das von Präsident Wilson verkündete Selbstbe- stimmung stecht der Völker auch für das deutsche Volk Gültigkeit erhält. Jeder neue Vertrag aber, der den ftatus guo von heute zur Grundlage hat, schafft eine moralische Stütze für den Ver­sailler Vertrag.

Wir wollen feinen Krieg, wir wollen aber unser Recht und unsere Freiheit.

Deutschland ist nicht in der Lage, die bis­herigen Lasten aus eigener Kraft zu tragen. Rur die Anleihen, die ihm in der Hauptsache von Amerika gegeben wurden, ermöglichen die Zahlungen der Tribute an die Alliierten.

Aus eigener Kraft hat Deutschland seit dem Dawespakt nicht zu zahlen vet-

El» englW-anittlkanWer Konflikt ein MMWMgMßW dm» tonnten versenk!

Der ie Britisch-Hondaras stationierte SchonerSmalone traf auf der Höbe der Küste von Louisiana mit zwei amerikanischen Küstenrsachschifken zusammen, die auf ihm Kontrebande vermuteten und ihn deshalb zum Salten aufforderten. Da da» englische Schill das Signal nicht beachtete, kam es zu einem Gefecht, da» mit der Dersenkuns des Schoners endete. Die ganze Besatzung mit Ausnahme eines schwarzen Matrosen wurde gerettet.

Der amtliche Bericht der amerikanischen Küstenwache behauptet, die Versenkung sei auf Crund des internationalen Seerechts ru Recht erfolgt, jedoch ist die Behauptung nicht ganz klar, da möglicherweise die Verfolgung außer- balb der Zwölfmeilenzone vor sich gegangen ist. Nach einer Meldung aus Washington sprach

der britische Botschafter Sir M. Howard beim Staatsdepartement

vor und ersuchte um sofortigen Bericht über den Fall.Herald and Tribüne" zufolge er­klärte der Botschafter, er habe weiter keine Kenntnis von der Angelegenheit, als was er aus den Zeitungen erfahren habe. Der Vor­fall könne jedoch eine ernste Bedeutung haben. Auch Frankreich scheint in die Affäre hinein- gezogen zu werden, da der getötete Matrose

die französische Staatsangehörigkeit besaß. Der englische und der französische Konsul in Newyork haben bereits mit einander über die Angelegenheit verbandelt.

Im Mittelpunkt des Jnterestes der heu­tigen Londoner Morgenpreste stebt die Ver­senkung des britischen SchonersJmalone", doch zeigen die Blätter in Erwartung ge­nauerer Nachrichten, besonders über die Ent­fernung, in der sich das Schiff während der Beschießung von der Küste befand, Zurück­haltung in ihren Aeußerungen. Sie geben eine Anzahl Presseäußerungen wieder, in denen das Vorgehen der amerikanischen Küstenwachtschiffe verurteilt wird.

Wie Reuter meldet, wird weder die bri­tische noch die kanadische Regierung Einspruch einlegen, bevor ihnen ausführlichere Berichte über den Zwischenfall vom britischen Kon­sulat zugegangen sind. In diplomatischen Kreisen wird der Zwischenfall als sehr ernst angesehen..

AuchTimes" erklärt, die Versenkung des Schoners werde ernste Fragen internationalen Charakters aufwerfen, denn das Recht der Vereinigten Staaten, ein Schiff außerhalb der territorialen Gemästet unter den vorliegenden Umständen zu verfolgen und zu be­schießen, werde allgemein bestritten.

macht. Zur Zeit also zahlen die Ameri­kaner die Tributlaiten Deutschlands. Sie sind es, die sicherlich ohne vösen Willen, aber tatsächlich den Militarismus Frankreichs finanzieren, den Eng- ländern ihren Flottenbau ermöglichen. Ste sind es, die auch dem Marxismus in Deutschland d i e Mittel in d i e Hand geben, staatssozialistische und wirt­schaftssozialistische (Experimente zu machen.

Unter der Last der mit Hilfe von An­leihen bezahlten Tribute verarmt Deutschland immer mehr. Es ist eine Lüge, daß Deutsch­lands Wohlstand wächst, so wie es eine Lüge ist, daß Deutschland zahlungsfähig sei. Die wachsende Last der Schulden gefährdet schließ­lich die Anleihen selbst sowie die deutsche Währung. Amerika hat also auch mit Rück­sicht auf das in Deutschland angelegte Kapi­tal kein Interesse daran, die Jahreszahlun- aen über die Leistungsfähigkeit zu legen. Die Deutschnationale Volkspartei will eine ver­nünftige und gerechte Lösung der Tribut­frage und der damit verknüpften Fragen. Die Revision als Endlösung darf den Grund­sätzen nicht widersprechen, die der Präsident Wilson in seinen 14 Punkten aussprach und auf Grund deren das deutsche Volt die Waffen niederlegte.

Sie muß auf der wirtschaftlichen Leistungs­fähigkeit aufgebaut sein und alle seine bis­herigen Leistungen berücksichtigen. Nur eine gerechte Endlösung gibt dem deutschen Volk die Möglichkeit, die Aufgabe neu zu erfüllen, die ihm seine geographische Lage zuweist:

dea Schutz bet zivilisierten Welt vot dem Bolschewismus

eine Aufgabe, in der eigentlich die gebil­deten, einsichtigen und fortschrittlichen Ele­mente der Welt zusammenstehen sollten. Treibt man es durch eine unvernünftige Politik und durch untragbare Lasten zur Ver­zweiflung. so treibt man es dem Bolschewis­mus in die Arme. Dann erst ist Deutsch­land eine Gefahr. Die Deutschnationalen bejahen den Begriff des Privat­eigentums, die Grundlage eines jeden staatlichen Lebens. Wir lehnen daher einen Pakt mit den Sozialisten ab. Wir lehnen daher als einzige große Partei Deutschlands eine Regierungsge­meinschaft mit den Sozialdemokraten ab. Nur die Unterstützung der anderen, nicht sozia­listischen Parteien gestattet der Sozialdemo­kratie ihre manistische Regierungserperi- mente.

ISorifefcuna f'.eZe Gelte 2.)

6ln ozkimrtesk in Flammen

ft Hamburg, 26. März. Auf der» in der Werft vou Blohm nnb Boß liegen­den neuerbauten RiesendampferEuro, pa« (46 000 Tonnen), der im August vorigen Zahres vom Stapel lief, ist heute früh gegen 2.30 Uhr Sroßfeuer ausgebrochen.

Das Vorderschiff- steht in Flamme». Der Brand wird von der Wasser- und Landseite her bekämpft Sämtliche dienst« freien Mannschaften der Hamburger Feuerwehren sind alarmiert worden.

Wer Stern, Neapel nach Kreta

Das LuftschiffGraf Zeppelin« teilte gestern dem Lustschiffba« funkentelegra­phisch mit, daß es sich um 1 Uhr über Cor- fita befand. Um 3 Uhr traf das Luftschiff über Rom

ein. Es krenzte über der Stadt, wobei es von zahlreichen Flugzeugen »mkreist und von der Bevölkerung, die auf den Ter- rasien und Dächer« der Häuser dicht ge­drängt stand, lebhaft begrüßt wurde. Um 3.20 Uhr flog derGraf Zeppelin« süd­wärts die Küste entlang weiter. Um 5 Uhr nachmittags befand es sich bereits

über Neapet

Boa dort «ahm das Luftschiff «eiter süd­lichen Kurs, überflog Capri und Cala- brien bei plötzlich auftretenden südöstlichen Gegenwind «nd erreichte nm 21.30 Uhr das Zvnische Meer. Von dort wnrde

Kurs auf Kreta

genommen, das man am Dienstag vor­mittag gegen 9 Uhr zu erreiche« hofft

Von Bord desGraf Zeppelin" 26. März, 3.15 Uhr nachts.Graf Zeppe­lin" hat seit seinem Aufstieg in der Nacht zum Montag bis Dienstag nacht

rnnd 2500 Kilometer zurückgelegt

Nachts um 1 llhr wurden

die Ionische» Insel«

an der Westküste Griechenlands erreicht. Griechenland selbst wurde in Richtung Kreta umfahren, das heute zwischen 5 und 6 Uhr passiert werden dürfte. Der griechischen Hauptstadt Athen soll aus dem Rückflug von Konstantinopel aus ein Besuch abgestattet werden. Am Dienstag gegen mittag wird das Luftschiff voraus­sichtlich Alexandria erreicht haben. Von hier aus geht die Fahrt weiter bis Jaffa.

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Weltberühmt und arbeMss

Oberst Fitzmaurice, der irische Flieger, der gemeinsam mit Hauptmann Köhl und Baron v. öünefeld zum ersten Mal den Atlantik von Europa nach Amerika überquerte, schiffte sich gestern auf dem deutschen Dar..vierDresden' nach den Vereinigten Staaten ein. Pressever­tretern gegenüber erklärte er, nach einer Mel­dung desB. T." aus London, mit bitterer Stimme, daß er seit mehr als 4 Mo­naten arbeitslos sei und keine neue Arbeit finden könne und daß er deshalb nach Amerika auswandere. Die irische Regie­rung habe alle seine Vorschläge zum Ausbau der irischen fiuftflotte abgelebnt, worauf ihm nichts anderes übrig geblieben sei, als von seinem Posten zurückzutrete«.

Das Gelinge« des spanische« Transozea«, Nnges.

fk. Buenos Aires, 26. MÄJ. Nach einer.weiteren Meldung derNaicion" be­stätigt sich das Eintreffen des Flugzeuges Jesus bei (Stan Podets" über Brasilien. Nach dieser Meldung wurde das Flugzeug um 2 36 llbr brasilianischer Zeit über dem Flug­platz in Natal gesichtet. Es setzte seinen Silufl in südlicher Richtung fort