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®te JSbtrtxffifdx 3eihmg" et- scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 EM. aus. schließ!. Zustellungsgebühr, durch vtePosi2^5 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »de» elementare» Ereignisse ausfallende Kummern wirb kein Ersatz ge­leistet. Verlag v. Dr. §. HItzeroth. Druck der Unid.-Buchdruckerei b. Ioh. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. n. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Rr. 5015. Sprechzeit der Redaktion von 1014 und

*1,11 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessifche) Oberhessen

sr.n um Marburg a. Laim

Der Anzeigenpreis beträgt «e den 10 gespall. Zelleinnilltnretetz 0.08 GM, kleine Baranzetge» 0.06 GM, amtliche und vLrtiqe Anzeige« 0.10 GM. vet schwierigem Satz sowie bei Platz­dorschrist 50°l« Aufschlag. Sammelanzeiqe» 100(, Auf­schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM Jeder Raba« gilt al« Varrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. 6* füllungsort Marburg.

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Graf Zeppelin" zue Orientfahrt gestartet

Sas LMM bat beule früh Rwieille übetflogtn Wieder tin blinder Passagier

ft Friedrichshafen, 25. März. Vas LuftschiffGraf Zeppelin" ist um 0.46 Uhr zn seiner Orientfahrt in Rich- taag Basel gestartet

Insgesamt nehmen 28 Passagiere, dar­unter drei Ingenieure der Werst, die Ver­suche anstellen wollen, au dem Flug teil. Für Kapitän $. S. Lahs vom Reiswehr- rninisterium beteiligt sich Kapitän Z. S. Kehler. Die Fahrt wird etwa vier Tage dauern. An Post sind bisher fünf Säcke mit je 25 Kilogramm an Bord ge­nommen worden.

Es sind rund 8500 Briefe und etwa 700 Postkarten.

Der Abflug desEraf Zeppelin".

Nachdem man angesichts der nicht gerade günstigen Windverhältnisse der herr­schende Ostwind hatte sich während des Abends zu einem mehr östlichen Steif ver­wandelt schon mit der Möglichkeit rech­nete, daß der Aufstieg desGraf Zeppe­lin" zum Mittelmeerflug in letzter M^ nute abgesagt werden mutzte, entschloh sich Dr Eckener doch noch zur Abfahrt. Bei der strengen Absperrung waren nur die Angehörigen der Passagiere und der Be­satzung, die Vertreter der Presse und ge­ladene Gäste in der Halle, in derEraf Zeppelin" fahrtklar lag. Das Westtor, durch das der Mond hereinleuchtete, stand weit offen. Gegen 11% Uhr betraten die ersten Passagiere die Halle, unter ihnen die Gräfin Brandenstein-Zeppelin. Das Gepäck wurde verstaut. Um 11.52 Uhr ging die Besatzung an Bord. Kurz darauf wurden die Sandsäcke vom Schiff genom­men. Punkt 12 Uhr gingen die meisten Passagiere an Bord. Dann trafen auch Staatsmtnister Bolz mit Minister von Guerard ein. Eckener prüfte mit feinen Offizieren die Windstärke. Der letzte Ba- last wurde abgeworfen, das Schiff ausge­wogen. Um 0.45 Uhr fetzte sich das Luft­schiff in Bewegung. Die Positionslaternen der Maschinengondeln leuchteten auf und in wenigen Minuten war das Schiff im Freien. Der starke Wind trieb das Schiff leicht nach Süden ab, aber schon ertönte das Kommando:Luftschiff hoch!". Die Motore sprangen an.

Die Zurückgebliebenen riefen dem Schiff die letzten Grütze zu, die von den Maschi­nisten mit Lichtsignalen erwidert wurden. Bald war das Schiff mit direktem Kurs nach dem Rhein den Blicken entschwunden.

3» früh erwischt

In der Nacht zum Sonntag wurde ein junger Mann in der Nähe des Eingangs­tores der Luftschiffhalle entdeckt, der Wind und Wetter, strömenden Regen und eisi­gem Nebel getrotzt hatte, um sich in das Luftschiff einzuschleichen, das bereits start­klar in der Halle lag. Die Polizei brachte den Eindringling zur Wache, wo festge­stellt wurde, daß es sich um den 20jähri- gen Kellner Friedrich Herzog aus salz- burgischem Gebiet handelt, der vor acht Tagen seine Stellung in Hannover aufge­geben hatte, und nach Friedrichshafen übergesiedelt war, um die Orientfahrt desEraf Zeppelin" als blinder Passagier mitzumachen.Ich will Flugzeugführer werden", gab er bei der Vernehmung an. Ich suche schon seit langen Zeit nach der Möglichkeit, die Mittel für die Ausbil­dung zum Flieger aufzubringen, nur eine außerordentliche Tat konnte die Aufmerk­samkeit auf mich lenken, um seinen Lieb­lingswunsch ausführen zu können. Als blinder Pasiagier im Luftschiff gefunden zu werden, hätte mir die ersehnte Möglich­keit sofort verschafft. Nun ist es leider wieder nichts damit, schloß er traurig seinen

Bericht. Nach der Vernehmung auf der Polizei wurde Herzog wieder auf freiem Fuß gesetzt, da der Luftschiffbau Zeppelin bislang keinerlei Strafantrag gegen un­befugten Eindringens in fremdes Eigen­tum gestellt hat.

Die Fahrt des Graf Zeppelin.

ff. Freiburg, 25. März. Bald nach seiner Abfahrt aus Friedrichshafen wurde das LuftschiffGraf Zeppelin" in Kon - stanz gesichtet, um 1.45 Uhr überflog es die Stadt Waldshut am Rhein. Es konnte allerdings infolge der nebeligen Witterung nur auherordentlich schlecht ge­sichtet werden, aber die herbeigeeilte Be­völkerung konnte das Motorengeräusch sehr gut hören. Das Luftschiff flog dann dem Rhein entlang und verlieh gegen 2 Uhr das deutsche Gebiet bei Basel. Zn

Dor den neue« Aussagen des verhaftete« Grasen Stolberg.

L i e g n i tz, 23. März. In einer Unter­redung teilte der Letter der Kriminalstelle Lieguitz, Polizeirat G e v e r t, mit, daß der verhaftete Graf Christian der De- Hörde zugesagt habe,

eine Darstellung über die Borkomm- nisse im Zannowitzer Schloß und in der Mordnacht zu geben, sobald die Beerdigung seines Vaters erfolgt fei.

Da diese heute nachmittag stattfinöet, steht man möglicherweise unmittelbar vor einer Ueberraschung, die zur Klärung führen könnte. Man hat den Eindruck, daß die Behörde diese angekündigte Erklärung des Verhafteten mit einer gewissen Zuversicht erwartet. Der Polizeirat betonte weiter­hin, daß Berliner Mittagsblätter heute da­von berichteten, daß in der Mordnacht auf dem Bahnhof Iannowitz ein Motorrad­fahrer hielt der sich sehr verdächtig ge­macht habe. Die Behörde ist der Ange- legenheit nachgegangen und konnte fest­stellen, daß der Motorradfahrer mit der Mordsache nichts zu tun hat. Zu den in verschiedenen Zeitungen erhobenen Angrif­fen gegen die Liegnitzer Landeskriminal­polizei wird diese keine Stellung nehmen. Der Liegnitzer Regierungspräsident vertei­digt diesen Standpunkt der Landeskriminal­polizei.

Beisetzung des Grafe« Eberhard zu Stolberg-Wernigerode.

Iannowitz, 23. März. Der auf fs ttagische Weise aus dem Leben geschiedene Graf Eberhard zu Stolberg-Wernigerode auf Iannowitz ist heute nachmittag unter starker Beteiligung aller DevölkerungS- kreise hier auf dem Friedhof beerdigt wor­den. Der Sarg mit der Leiche war in der mit Trauerdekorationen auSgesc^nückten Kirche aufgebahrt Zwei gräfliche Förster hielten die ^renwache. Rach der Trauer­feier, der der OrtSgeisüiche, Superintendent Quast daS DibelwortSei getreu bis in den Tod" zugrundegelegt hatte, fetzte sich der lange Trauerzug nach dem Friedhof in Bewegung. Reben zahlreichen Anver­wandten und vielen Mitgliedern des fchle- sifchen Adels gaben sämtliche Ortsvereine mit ihren Fahnen uno die Feuerwehr dem Toten das letzte Geleit Als der Sarg versenkt wurde, brach di« Gattin des Da­hingeschiedenen ohnmächttg zusammen.

Roch keine Klärung i« Iannowitz.

DieM ontagSpost" meldet aus Hirschberg: Die erwartete Wendung. Her­

Basel selbst wurde das Luftschiff bis nach 2 Uhr nachts beobachtet

Graf Zeppelin" über Frankreich.

fk. Basel, 25. März. Am Montag morgen um 2 Uhr wurde die Bevölkerung Basels durch starke Motorengeräusche aus dem Schlafe geweckt. Es war derGraf Zeppelin", der auf feiner Fahrt nach dem mittelländischen Meere Basel in Rich­tung Marseille überflog. Um 2.12 Uhr passierte das Luftschiff die schweizerisch-französische Grenze.

Graf Zeppelin" über Marseille.

st. M a r s e i l l e, 25. März. DerGraf Zeppelin" hat um 7.45 Uhr französischer Zeit Marseille überflogen. Er schlug östliche Richtung ein.

beiqeführt durch eine Aussage des ver­hafteten Grafen Christian Friedrich, ist ausgeblieben. Graf Chrifttan Fried­rich teilte dem Untersuchungsrichter nur mit daß sein Vater es mit der ehelichen Treue nicht allzu genau genommen habe. Ob diese Bekundung geeignet ist, eine Klä­rung herbeizuführen, ist fraglich. Da eine Klarheit bisher nicht erreicht ist, hat sich der Oberstaatsanwalt entschlossen, bei dem Regierungspräs identen die Aussetzung einer namhaften Belohnung zu be- anttagen.

Tragik hu Hause Stolberg.

Wie dieSchlesische Gebirgszeitung" mitteilt, wurde das Haus Stolberg in den letzten Jahren wiederholt von schweren Schicksalsschlägen betroffen. So wurde bei der Vermählung der Schwester des Vaters des ermordeten Majoratsherrn die junge Schwester der Braut das Opfer einer Ver­brennung. Dem jungen Brautpaar wurde ein Fackelzug gebracht, wozu auch das Schloß illuminiert war. Am den Fackel­zug besser sehen zu können, war die Schwester der Braut an einem Fenster hochgelegen und kam dabei einer Kerze zu nahe. Das Kleid fing Feuer. Einer Feuersäule gleich lief die junge Gräfin in den Saal zur Hochzeitsgesellschaft. Ihr Vater versuchte, das Feuer zu ersticken und verbrannte sich dabei sewst schwer. Als man Decken und Teppiche um die Be­dauernswerte schlug, war es zu spät. Die Brandwunden waren so schwer, daß die junge Gräfin nach wenigen qualvollen Stunden starb. Der alte Graf Wilhelm konnte, nachdem man längere Zett um Sin Leben gebangt hatte, gerettet werden.

nfang der 70er Jahre verunglückte ein Bruder, der Graf Karl Stolberg, Ulanen* rittmeifter, bei einem Rennen tödlich. Das Rennen war bereits beendet. Graf Karl ritt noch einmal langsam die Bahn ab. Plötzlich stolperte das Pferd, der Reiter stürzte und es wurde ihm die Brust eingedrückt. Wieder ein anderer Bruder wurde geisteskrank und starb in einer An­stalt. Ein Vetter wurde auf der Entenjagd von einem unglücklichen Schützen erschossen. Ein anderer Vetter Graf Stvlberg- DierSfurch verunglückte vor nicht zu langer Zeit tödlich durch Sturz mit dem Pferde. Schloß Diersfurth bei Wesel wurde vor einigen Monaten ein Raub der Flammen.

RE keine Müruns in Zannswitz

Sie verbrochene Aufklärung des Srafeu Sbriilma wiSgeSIiebm

SersMer Landesverrat

Konstruktionspläne entweudet und ver­kauft.

Bei der Rheinifcheu Metallwaren- ««b Maschinenfabrik i« Düsseldorf ist laut Blättermeldungeu eiu Fall von schwere« Landesverrat zu verzeichnen. Ein in der Geschütz-Abteilung des Werkes beschäftig- ter Techniker soll ZnstruktioasplSae ent­wendet und sie an das Ausland, angeblich an russische Agenten, verkauft haben. Der Täter soll bereits ermittelt und nach Leips zig übergeführt worden fein. !

Zeichnungen für den Panzerkreuzer A - entwendet?

Nach einer Meldung desAcht-Uhrs Abendblattes" aus Düsseldorf fall es sich bei den Dokumenteadiebstählea in der Rheinifcheu Metallwaren- «nd Maschine«, fabrik nm Zeichnungen für den Geschütz- türm des Panzerkreuzer»A* handeln.

Die .Fleinifch - Westfalische Zeitung" erfährt zu den Gerüchten über die Entwendung wichtiger Konstruk­tionspläne bei der Rheinischen Metall­waren- und Maschinenfabrik von unter­richteter Seite, daß die Pläne, ehe damft Mißbrauch getrieben werden konnte, wie­der in die Hände der Firma gelangten. Es handelte sich, dem Blatt zufolge tat­sächlich um Konstruktionszeichnungen für die Geschütze des PanzerkreuzersA. Die Dokumente sind von einem Ingenieur und mehreren anderen Angestellten, die das Werk vor einiger Zelt entlasten hatte, auf bisher noch ungeklärte Weise nach ihrer Entlastung entwendet worden. Der Dieb­stahl kam durch einen Mitbeteiligten an» Tageslicht. Den Erkundigungen des Blattes zufolge betätigt es sich, daß der schuldige Ingenieur bereits verhaftet werden konnte.

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Ser Mord fn Agram

3b» Ermordung des Agram« Iournallsteu Schlegl.

Agram, 23. März, lieber die in d« ver­gangenen Nacht erfolgte Ermoerdung des Chefredakteurs Anton Schlegl werden noch folgende Einzelheiten bekannt: Schlegl begab sich, nachdem seine Tätigkeit in der Redak­tion seines Blattes beendet hatte, nach 8 llhr abends in einer Autodroschke nach Hause. Lor seinem Hause fertigte er den Chauffeur ab und begab sich zum Haustor. um es aufzn- schließen. In diesem Augenblick trat ein Mann auf ihn zu und schob auf ibn. Schlegl stürzte in das Haustor und konnte nur noch mit gebrochener Stimme ausrufen:Man tötet mich!" Der Chauffeur sah, wie sich der Täter rasch entfernte und ein zweiter Mann, der bisher hinter einem Baum gestanden hatte, ihm folgte. Sofort nach der ersten Be­stürzung nahm der Cbausieur die Verfolgung der beiden Männer auf. (Es schloß sich ihm ein anderer Chauffeur an, der gerade vor- überkam. Da aber der Attentäter die beiden mit dem Revolver bedrohte, lieben sie von der Verfolgung ab und der Täter und sein Ge- noste entkamen Schlegl. verschied ein« Stund« nach dem Anschlag, ohne bas Bewußtsein wie­der erlangt zu haben.

Die Nachforschungen bisba ergebnislos.

Belgrad, 23. März. Die Agramer Po­lizei hat die Untersuchung über di« Ermor­dung des Chefredakteurs Schlegl auch im Laufe der Nacht fortgesetzt, jedoch ohne Ettolg. Der Verdacht, daß radikal« jugendliche Ele­mente mittelbar oder unmitelbar an der Mordtat beteiligt sind, kann aufrechterhalten werden. Als Täter kommen nach allen bis­herigen Anzeichen nur solche Elemente in Be­ttacht, da der Ermordete eine überaus gern gesehene und sehr geachtete Persönlichkeit war. In Belgrad hat die Ermordung die tiestte Be­stürzung hervorgerufen. Sowohl die Hof­kanzlei wie die Regierung bekunden nach wie vor großes Interest« für den Verlauf der Litterjltchungen der Polizei. Die Regierung