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Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

Nk. 62 64. MU Marburg o. Lahn

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Donnerstag, -en 14. Marz 1929

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®et anjdgm»rd« betrat fSt Den 10 qespalt. SeilenmiHimetec 0.08 kleine Baranzdg« 0.08 ®9K amili-d« und au* toärttqe Anzeigen 0.10 ®M. ®«t schivierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift 50°/. Aufschlag. -* Sammelsnzeiqen 100 *1. Auf­schlag. Reklamen der Milltn». 0,40 ®M. Jeder Rabatt gilt aW Varrabatt. Ziel 5 Tage. Velege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebot». <Efr füllunqSott Marburg.

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1 Uhr.

Ein WMer MMWrunMan Mn-M

Ser Fund von der Drälieler Polizei beslätigl - Ralerlal der Gulbüllungea des Mechier Tageblatts ?

ft Berlin, 14. März. Nach Blätter- jndbttngett aus Brüssel wurden bei einer Haussuchung in der Wohnung des flämi» scheu Journalisten Heremaun verschie­dene Dokumente, darunter ein M o b i l i- sieruugsplan des Heeres, be­schlagnahmt. Die Dokumente solle« durch Diebstahl aus dem belgischen Kriegs- «iaisterinm in den Besitz einer Sekretärin von Heremans gelangt sein. ,

Wie desJournal" aus Brüssel $a den Gerüchten über die Aussindung eines belgischen Mobilmachungsplanes gemeldet wird, sollen tatsächlich bei einer Haus» suchung bei einer Sekretärin einer akti» vistischen Vereinigung mit Namen Peters in Heqst op den Berg Dokumente, die sich auf die

MobMsation des Eisenbahnmateri­als und der Eisenbahner im Kriegs­fälle

beziehen, entdeckt worden sein. Es handelt sich um offizielle Dokumente, die aus dem Kriegsministerium gestohlen worden sind, um Pläne mit Karten «nd Skizzen und Angaben über die Materialdepots. Fräulein Peters habe bei der Vernehmung erklärt, diese Doku­mente seien ihr von dem Journalisten Here mau anvertraut worden.

*

Die weitere Untersuchung der bei der Sekretärin aufgefundenen Geheimdoku­mente hat bestätigt, datz es sich um Ge­heimpapiere handelt, die aus dem belgi­schen Kriegsministerium stammen und die Mobilmachung der belgischen Armee im Falle eines Krieges behandeln. Die Dokumente sollen, wie nunmehr von der belgischen Polizei mitgeteilt wird, durch Diebstahl aus dem Kriegs- ministerium entfernt und in den Besitz Ward Heremans gekommen sein.

Dieser von belgischer Seite stammen­den Mitteilung kommt größte Bedeutung zu, da eine Bestätigung der hier von belgischer Seite erhobenen Anschuldigun­gen gegen den Flumenführer es sehr wahrscheinlich machen würde, datz die Ut­rechter Dokumente echt find. Es besteht allerdings vorläufig auch noch die Mög­lichkeit, datz die belgischen Anschuldigun­gen gegen den Flamenführer nur zu dem Zweck erhoben werden, um die Flamenbe­wegung zu schädigen.

SetomberW Wer Me polmfcho Armee

Unter dieser Ueberschrist teilt die »Rote Fahne" mit: Wir sind in der Sage, die Oeffentlichkeit über ein mili­tärisches Geheimdokument zu unterrich­ten. Es handelt sich um einen Bericht des französischen Generals Le Rand über die polnische Armee, der sich zum Teil auf feine eigenen Beobachtungen stützt, zum Teil auf Informationen jener französi­schen Offiziere, die den polnischen Manö- vern im Jahre 1928 beiwohnten. Gene­ral Le Rond übt an der Schlagfertigkeit der polnischen Armee scharfe Kritik und führt in dem AbschnittAllgemeines" -nter anderem aus: Die polnische Armee m ihrer gegenwärtigen Verfassung ist Nicht fähig, in einem Krieg gegen Trup­pen von der Kraft der russischen oder der deutschen Reichswehr ihren Mann zu stellen, obwohl letztere zahlenmäßig durchaus unterlegen ist. Jede offensive

Bewegung, die die polnische Armee auf russischem Gebiet unternehmen wird, könnte mit einer Katastrophe enden.

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Ar Storno in Spanien

Ueber die Stimmung in Spanien be­richtetQ u o t i d i e n" in einer Nach­richt von der Grenze, daß gestern eine Erklärung der spanischen U niver- sitütSProfessorew bekannt ge­worden sei, in der die Hochschulführer sich mit der oppositionellen Haltung der Stu­denten vollständig solidarisch erklären. Ebenso erfreuten sich die Stu-

Zu dem Bericht der parlamentarischen llntersuchungskommission über die Ge- sundheitsverhältnisse in der Rheinland­armee wird von interessierter französischer Seite noch mitgeteilt, die Feststellungen gingen dahin, datz die Zwischenfälle auf­bauscht worden seien. Seit Beginn der Grippeepidemie hätten sich

273 Todesfälle

bei einem angeblichen Eesamtbestand von 48 000 Mann ereignet. Die meisten Sol­daten seien nach 1012 tägiger Behand­lung im Krankenhaus gestorben. Zwei oder Todesfälle seien in der Kaserne bei Ausübung des Dien st es vorge­kommen. Die Todesfälle seien besonders unter den jungen Soldaten vorgekommen. Rekruten sollen überhaupt nicht in das Rheinland geschickt werden, wo das Klima rauher sei als in Frankreich.

Diese Feststellung der llntersuchungs­kommission sollte die französische Regier- rung veranlasien, schon aus Rllcksickt auf die Gesundheit ihrer Soldaten möglichst bald das rauhe Rheinland vollständig zu räumen.

Die französischen Sozialisten fordern den Rücktritt Painlevss.

Der Generalsekretär der sozialistischen Partei, Saut, fordert imPapu­la i r e" in scharfem Ton den Rück­tritt des Kriegsmini stets Painlev 6 wegen der zahlreichen

Mexiko

M e t i k o 13. März. Präsident E i I läßt eine Erklärung veröffentlichen, worin es heißt. schon jetzt sei klar, dah der A u f - st and gegen, die Regierung ge­scheitert sei. Er habe deshalb angeordnet, datz die weiteren Aushebungen für die Armee eingestellt werden.

Der Rebellenführer General Simon A g u i r r e, ein Bruder des Generals Josua A. in Dera Eruz, ist, wie offiziell mitgeteilt wird, in Santa Lucrecia von Regierungs­truppen standrechtlich erschossen worden. Die Aufständischen haben Saltillo, die Hauptstadt von Coalhuila geräumt. Dabei scheint es in­folge des Nachlassens der Disziplin zu Plünderungen von Banken und Geschäften gekommen zu sein. Nach Flugzeugmeldungen konzentrieren die Aufständischen ihre Haupt­macht unter General Escobar bei Torreon, wo sie anscheinend der Regierungsarmee, die unter Calles heranrückt, eine Schlacht zu liefern gedenken.

deuten der Sympathie und Billigung des überwiegenden Teiles der öffentlichen Meinung. Alle Lichtspielhäuser hätten sich gestern gezwungen gesehen, die Vorfüh­rung von Bildern, auf denen Primo de Rivera zu sehen war, e inzu ste l- len, da sein Erscheinen auf der Lein­wand sofort Protestkundgebungen aus­löste. Die Bewegung sei um so ernster, al« die Regierung mit Sicherheit höch­stens über Polizei und einen Teil der Gendarmerie verfügen kann, während das Heer bestenfalls eine ab- wartende Haltung einnehme.

Todesfälle unter den französischen Solda­ten im Rheinland. Er schreibt: Bis zur Stunde sind nach glaubwürdigen Nach­richten

mehr als 850 französische Soldaten im Rheinland der Kälte zum Opfer gefallen.

Eine Preffe-Kampagne und die Einbrin­gung einer Interpellation über diese Vorgänge waren nötig, damit der repu­blikanische Minister erklärte:Ich habe Auskünfte eingeholt, ich habe eine Unter­suchung eingeleitet." Die erste Sanktion ist, den unheilvollen Mann aus dem Kriegsministerium zu entfernen, der dort wütet.

Die Berufung von Dawes auf den Lon­doner Botschafterposten wird als wahr­scheinlich angesehen.

Washington, 13. März. In den Senator Borah nahestehenden Kreisen wird die Berufung von Dawes auf den Londoner Botschafterposten als durchaus wahrscheinlich bezeichnet. Es stehe jeden­falls fest, daß fein Name ernstlich er­wogen werde und daß sich der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, der sich zur Zeit in einer Privatange­legenheit nach San Domingo begebe, um die dortigen Finanzen zu reorganisieren, vom Bankgeschäft zurückzuziehen I wünsche.

Mit W5 Kilometer» in toi To»

Daytona Beach (Florida!, 13 März. Bei dem Versuch, den von Major Segrave dieser Tage aufgestellten Schnel­ligkeitsrekord zu überbieten, verlor der amerikanische Automobilfahrer Lee Bible, als er eine Stundengeschwindigkeit von 325 Stundenkilometern erreicht hatte, die Herrschaft über seinen Rennwagen und rannte in eine Sranddüne. Der Wagen überschlug sich und Bible wurde sofort ge­tötet. Dabei wurde auch ein Photograph der Path^-Filmgesellschaft von dem Auto­mobil Bibles angefahren und getötet.

Bible unternahm seinen Rekordversuch in einem 36 Zylinder-Rennwagen und ge­riet am Nordende der Srandrennbahn zu nahe an das Wasier. Bei dem Versuch, nach der Innenseite der Rennbahn zu steuern, verlor er die Gewalt über beir Wagen und fuhr mit gewaltiger Wuchi in eine Sanddüne.

Fünf 8nbre GM Miß für Mit»

Stettin, 13. März. Der desFeme, mordes" angeNagte Leutnant a. D. Hei­nes wird wegen Totschlags zu fünf Zäh­ren Gefängnis, der AngeNagte Ottow za zwei Zähren sechs Monaten Gefängnis, der Angeklagte Fräbel we»en Beihilfe zu einem Zahr sechs Monate« Gefängnis, der Angeklagte Baer zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte« Krüger, Bandemer und Voigt werde« freigesprochen. Die Untersuchungshaft wird in voller Höhe angerechnet. Der An­trag auf Aufhebung des Haftbefehls bei Heines wird abgelehnt.

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Set schweren Kämpfen im Reichstag

Heute tritt her Reichstag nach längerer Pause wieoer zusammen, um endlich an die Beratung des Reichshaushalts heranzu- gehen. Den Auftakt hierzu wird eine Rede des Reichüfinanzministers H i l f e r d i n g bilden, der in diesem Augenblick der un­geklärten Koalitions- und Mehrheitsver­hältnisse wahrlich nicht zu beneiden ist. In der hohen Politik werden aber auf der­artige Gefühlsmomente keine Rücksicht ge­nommen, und man wird in der Beurtei­lung der Hilferdingschen Finanzpolitik auch nicht danach fragen, ob sie aus sich selbst herausgewachsen oder lediglich die zwangs­läufige Folge einer schon borangegangenen Entwicklung ist. Der Minister wird daher außer der bereits feststehenden oppositio­nellen Haltung der Deutschnationa­len auch mit einer ablehnenden Stellung- lungnahme derDeutschenVolkspar- t e i rechnen müssen, der es ttotz ihrer im Kabinett bcrtretenen Minister völlig un­tragbar erscheint, den neuen Steuerpro­jekten der Regierung ihre Zustimmung zu geben. Daran Dürfte auch die geplante Zurückziehung der Diersteuer-Vorlage nichts ändern, was wohl in der Bayeri­schen Volkspartei eine gewisse Beruhi­gung Herborgerufen hat, für die Deutsche Volkspartei aber nicht ausschlaggebend sein kann. Die Deutsche Volkspartei der- tritt eben in Uebereinftimmung mit dem Hansabund den Standpunkt, daß eine ganz erhebliche Kürzung des Etats borgenom­men werden muß, wenn der Wirtschaft nicht Opfer zugemutet werden sollen. Die über die äußerste Grenze ihrer steuerlichen Leistungsfähigkeit hinausgehen. Selber ist sicher zur großen Aeberraschung weitester Kreise zu befürchten, daß die Weimarer Parteien mit Einschluß Der Bayern ein Kompromiß abschliehen werden, das wohl den Bestand des Kabinetts Müller- Franken für Die nächsten Wochen wenig­stens sichern mag, aber den Steuerzahlern eine Osterbotschaft bringt, Oie keine Fest­stimmung aufkommen lassen wird. De- ftrebungen dieser Art sind jedenfalls im Gange, und sie zeugen haben, daß Die Sozialdemokratie alle Kräfte aufbieten will, um sich an Der Macht zu behaupten. Freilich kann ihr noch ein Strich Durch Die Rechnung gemacht werden, wenn es zu kei­ner Einigung mit Dem Zentrum kommt. Soweit die Dinge zu übersehen sind, wird Die Zentrumsfrak tion sich nur ge­gen entsprechende Zuges.än misse in der Koalitionsfrage zu einem Kompromiß be­reit finden. Das würde also die Re- gierungsumbiloung sofort nach Ostern be­deuten, was unter den gegenwärtigen Um­ständen mit einem Abschwenken der Volkspartei ins Lager Der Opposition verbunden wäre.

27 Tote bei einer Explosion im Donez. decken.

fk. G o r I o w k a, 14. März. Im Donez- gebiet auf der GrubeWlaria stürzte ein vollbesetzter Förderkorb ab. 27 Bergarbeiter wurden getötet

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