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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Enslmd gegen deutsche Lieferungen
Ar Furcht vor drr Mitten; - 8n Mts Einigkeit übet die RMrnbWtt der MralbM
, Set Pariser Korrespondent der „T i- 0,eeN meldet: Zn massgebenden britischen Kreisen glaubt man, dass die Frage der Sachlieserungen »och nicht aktuell geworden ist. und daß deshalb alle Erregung zur Zeit «unötig ist. Der b r i t l s ch e Standpunkt kaun ungesähr solgen- dermahen umschrieben werden:
Großbritannien ist Sachlieferungen »«günstig gesinnt, sogar in dem Umfange, wie er zur Zeit besteht, da es aus diese Sachlieferungen die Verminderung seine. Aus. fuhrhandels zurückführt. Besonders di« Kohlenindustrie von Süd-Wales klagt darüber, daß ihr ausländischer Markt durch Lieferungen deutscher Kohle «ach Italien zerstört worden ist. Freilich ist die Kohlenindustrie nur eia einzelner Zweig der Industrie und Groß- britannieus hat deshalb nicht die Absicht, «ur um eine Abänderung der bestehenden Verhältnisse auf dem Gebiete der Sachlieserungen zu erreichen, eine Haltung einzunehmen, durch die Borschläge, über die sonst im Sachverständigen-Ausschuh Einigkeit herrscht, zum Scheitern verurteilt würden.
Freilich aber würde die britische Regierung mit großem Nachdruck dagegen Einspruch erheben, daß das System der Sachlieferungen eine E r - Weiterung erfährt; sie betrachtet ste als eine etwas künstliche Konstruktion, die geeignet ist, den normalen Handelsverkehr zu veeinträch- .7 tigen.
die britische Regierung würde sehr nachdrücklich dagegen Einspruch erhoben, ihrerseits Sachlieserungen für einen Teil der Reparationszahlungen zu akzeptieren. Vielleicht würde sie bereit sein, einen ge- wisien Bruchteil der Reparationsleistungen in Gestalt von Sachlieferungen anzunehmen, aber sie würde dabei auf ange- «esiene Schutzmaßnahmen für ihre eigene Industrie drängen.
Die Montagssitzung der Sachverständigen
Gestern vormittag fand eine Vollsitzung des Reparationssachverftändigen- ausschusies statt, die von 11 bis 1 Uhr dauerte. Die nächste Vollsitzung ist auf Mittwoch nachmittag 3 Uhr anberaumt worden. Zn der Zwischenzeit wird Reichsbankpräsident Dr. Schacht nach Berlin reisen.
Die gestrige Sitzung war ausgefüllt mit Ausführungen Dr. Schachts, des Gouverneurs der Bank von Frankreich Moreau, des englischen Delegierten Sir Josiah Stamp und eines italienischen Delegierten. Die Ausführungen nahmen die Sitzung voll in Anspruch, so daß eine weitere Diskussion nicht stattfand. Man hat ach vor allem über die Kapitalbeschaffung per „Bank für internationale Zahlungen" beschäftigt, sowie mit dem Zusammenhang, der zwischen der neuen Dank und den Zentralnotenbanken im Hinblick auf Kre- vitoperationen bestehen soll. Es besteht [m übrigen Einverständnis darüber, daß pie Bank ein ziemlich grohes Kapital »rauchen wird.
. Mit der Prüfung und Zusammensetzung des Kapitals und seiner Beschaffenheit ssü per Unterausschuß Lord Revelstoke beauftragt werden, der vielleicht zu diesem
Zweck noch erweitert werden wird. Bezüglich der Prüfung der anderen Funktionen der Dank ist eine Erweiterung des Komitees Stamp vorgefehen.
Der Unterausschuß Stamp wird erst zusammentreten, wenn sich eine Grundlage für seine Verhandlungen gefunden haben wird. Der Sachlieferungsunterausschutz bleibt weiter bestehen und wird am Mittwoch nachmittag eine Sitzung abhalten. Sämtliche drei Unterausschüsie haben unter Leitung von Sir Josiah Stamp jetzt die Aufgabe, alle ihre Pläne so in einander zu arbeiten, daß sie sich in den Organismus der Zentralbank einfügen.
An der Schaffung des Instituts selbst soll kein Zweifel mehr bestehen, falls sich die Delegierten über die Reparations- fchuldziffer einigen. Die Beteiligung an
Rach Londoner Meldungen aus Mexiko sind die Streitkräfte des Generals Talles Im Norden bereits in Verbindung mit der Vorhut der Aufständischen unter dem Befehl von U r b a I e j o gekommen, llrbalejo soll mit einer Anzahl seiner Leute in die Hände der Regierungstrupven gefallen sein. Talles bat sein Hauptquartier in C a n I t a s aufgeschlagen und beabsichtigt, die Aufständischen bei Torreon innerhalb 24 Stunden rum Kampf ru st eilen. Der letzte amtliche Bericht besagt, die Regierung sei überzeugt, dah ein Regierungsfleg im Norden die letzte Widerstandskraft der Aufständischen brechen werde. In einigen Kreisen hoffe man sogar, dah es gar nicht erst ru einem Kampf kommen werde, da allein die Vorbereitungen genügen würden, um die Aufständischen zur Einsicht zu bringen.
Im Gegensatz hierzu besagen Meldungen aus anderer Quelle, dah die Aufstands- bewegung an Umfang zunebme, ohne dah jedoch bestimmte Erfolge ausgezählt werden. General E st r a d a, einer der besten Strategen Mexikos, soll in Nogales einse- troffen sein, um ein Kommando der Aufständischen zu übernehmen.
Schwierigkeiten, die sich aus einem Mitz- erfolg ergeben würden, erheblich größer sein würden als diejenigen, die die Aussprache beseitigen wolle. Es würden alle Anstrengungen gemacht, die Schwierigkeiten zu überwinden.
Der Abstand zwische« de« Alliierte« ««d deutschen Ziffer« sei, obwohl weniger beträchtlich als vor 10 Tagen, noch sehr groß. Dr. Schacht sehe in seinen Brrechnungea für den Augenblick eine Sesamtjahre-zahlun- vor, di« über eine Milliarde hinter den Forderungen der Gläubiger zurückbleibe.
Ueber die Frage der Höhe und Zahl der deutschen Jahreszahlungen schreibt dagegen das „Echo de Paris", an zuständiger Stelle leugnet man, daß Dr. Schacht jemals solche Jahrerzahlungen von 1,5 Milliarden Mark vorgeschlagen habe.
Amtlich habe Dr. Schacht «iemal» Vorschläge formuliert.
Rach Duffasiung der französischen Sachverständigen müßte Frankreich mindestens erhalten, was es England und Amerika schulde, und außerdem die Hülste der im
der zu schaffenden Dank soll nicht nur den Notenbanken offenstehen, sondern eventuell auch dem privaten Kapital zugänglich sein. Die Dank soll, so wird erklärt, keiner bestehenden Bankorganisation Konkurrenz machen, zumal ihr Kundenkreis ganz beschränkt sein wird. Sie bezweckt vor allem die Vergröherung des Volumens des Welthandels zu erreichen.
Sie Ziffer«
Zu den Gerüchten über eine kritische Zeit der Sachverständigen-Verhandlun- gen und über die geminderten Aussichten auf einen erfolgreichen Ausgang schreibt „Petit P a r i s i e n" nach Erkundigungen an zuständiger Stelle seien diese Gerüchte keineswegs berechtigt. Jede Abordnung hoffe auf einen Erfolg, da die
Es verlautet mit Destimmtbeit, dah die mexikanische Regierung auch Gasbomben in den Vereinigten Staaten gekauft habe, die im Flugzeugkamvi benutzt werden sollen. Da der Gaskrieg in Mexiko bisher völlig unbekannt ist und den Truppen der Rebellen keine einzige Gasmaske zur Verfügung stebt, würde die Waffe im Falle der Anwendung eine furchtbare Wirkung unter den Truoven der Rebellen ausüben, die wie der llebergang der Baqui-Indianer beweist, in den meisten Fällen gar nicht wißen, welcher Partei st« dienen.
Ein schottischer Bergbau-Sachverständiger von den mexikanischen Aufständischen gefangen genommen.
fk. London, 12. März. Das englische Auswärtige Amt bat bei der mexikanischen
Wiederaufbaugebiet ausgegebenen Summen.
Die nächste Ratstagung in Berlin.
Der „Excelfior" glaubt zu wisien, daß der Völkerbundsrat sich darauf geeinigt habe, daß jährlich eine Tagung außerhalb von Genf stattfindet. Sobald eine Verständigung über die Reparationsfrage erzielt fei, werde der Dölkerbunds- rat in Berlin zusammentreten. Dann denke man an Prag oder eine andere Stadt eines der Länder der kleinen Entente. Das Blatt glaubt zu wisien, daß, wenn die Reihe an die französische Regierung komme, den Völkerbund einzuladen, D r i a n d wahrscheinlich 1930 Algier anläßlich der Hundertjahrfeier vorgeschlagen werde.
Orlow wird auszewiesen.
Da» Polizeipräsidium hat den Antrag de» verhafteten Staatsrate» Orlow, ihn aus der Haft zu entlassen und von der Ausweisung abzusehen, abgelehnt. Orlow ist, laut „Berliner Tageblatt", mitgeteilt worden, daß er ausgewiesen werde und notwendigenfalls im Wege des polizeilichen Transports an die Grenze gebracht werden wird.
Sie StWiifatlen der Länder
Einige führende Persönlichkeiten in der von der Reichsregierung für die kommende Reichsreform eingefetzten Lclnderkonfevcnz treten soeben mit einem Dorschlag an Oie Oeffentlichkeit, der insofern eine wesentliche Bereicherung des vorhandenen Diskussionsstoffes darstellt, als hier zum ersten Male sozusagen amtlicherseits ein Plan für die künftige Gestaltung des Reiches vorgelegt wird. Es handelt sich hier um ein Referat, das Ministerialdirektor Dr. Brecht (Preußen), Ministerialoirektor Dr. Hoetzfch- Heffter (Dachsen), Staatspräsident Dr. Boltz (Württemberg) und der Präsident des Senats Dr. Petersen (Hamburg) dem zweiten Unterausschuß des Derfassungs- ausschusseS der Länderkonferenz erstattet haben und das diese Instanzen bei ihren nächsten Sitzungen beschäftigen wird. In diesem Referat werden Vorschläge gemacht für die Organisation der Länder (ßanbtage, Landesspitzen, Regierungen) unter besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses zwischen Preußen und dem Reich. Ferner enthält das Referat Vorschläge für den Einfluß der Länder auf das Reich. Wenn auch die Frage der territorialen Reugliederung, die Verteilung und Sicherung der Zuständigkeit und die Gestaltung! des Finanzausgleichs In diesem Referat nicht behandelt werden, da sich mit diesen Fragen besondere Unterausschüsse bezw. Referate zu befassen haben, so enthalten! die Vorschläge doch schon ziemlich konkrete Lösungsmöglichkeiten. Diese Vorschläge bewegen sich im allgemeinen in der Richtung, für die man in neuester Zeit oen Begriff der „differenzierten Endlösung" geprägt hat, und in die auch der Bund zur Erneuerung des Reiches jetzt eingeschwenkt ist. Gemeinsam mit den Plänen dieses Bundes ttitt in den Vorschlägen der genannten Persönlichkeiten der Gedanke von dem Schlüsselproblem Reich-Preußen in den Vordergrund. Allerdings unterscheiden sich diese Vorschläge von den ursprünglichen Plänen des Luther-Bundes sehr wesentlich dadurch, dah der Gedanke eines „ReichslanüeS", das die preußischen Provinzen nach dem Fortfall einer besonderen Zentralregierung weiter als ein staatsrechtlich einheitliches Ganzes behandeln sollte, ablehnt. AebrigenS scheint ja auch Der Bund zur Erneuerung des Reiches diese Idee, die in der öffentlichen Diskussion wenig Anklang gefunden hatte, jetzt selbst aufgegeben zu haben. Auch die Vorschläge Brechts und der anderen genannten Herren zielen auf eine Beseitigung des Dualismus zwischen Preußen und Reich ab. Sie sehen eine Verschmelzung der bestehenden preußischen Ministerien mit den ReichSministerien vor und empfehlen. nach einer zweckmäßigeren territorialen Neugliederung, die heutigen Provinzen Preußens staatsrechtlich ebenso wie die süddeutschen Länder — wenn auch zum Teil in anderen Derwaltunasformen — als „Länder" zu behandeln und zu 'bezeichnen. Darin liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen diesen Vorschlägen und den Plänen deS Luther-Bundes, der mit Der Reichslandidee das norddeutsche Land in einen staatsrechtlichen Gegensatz zu de« übrigen Ländern gebracht hätte. Die Vorschläge, auf die wir noch zurückkommen werden, behandeln im einzelnen die Organisation der Länder, der unmittelbare« Reichsverwaltung in den Ländern, der AuftragSverwalutng zwischen Reich und Ländern, die Organisation der zentralen Regierung und der Gesetzgebung. Ob der Weg, der hier für die Gestaltung der Reichsreform angegeben wird, in Wirklichkeit auch gegangen werden wird, läßt sich , natürlich heute noch nicht sagen.
Di« Lohnbewegung bei der Reichsbahn.
Die Gewerkschaften der bei der Reich», bahn beschäftigten Angestellten und Arbeiter Haden heute ihre Forderungen überreicht. Sie verlangen eine Erhöhung de» Grundlohnes um ti Psg-, was einer Belastung der Reichsbahn von 81 Millionen ^leidihommt
Die verschobene Entscheidungsschlacht
Widerivrechrnde Meldungen and Meftko
Regierung Vorstellungen erhoben wegen der Gefangennahme des schottischen Bergbau- Sachverständigen John Reed durch bk mexikanischen Aufständischen. Für seine Fvei- lasiung verlangen die Aufständischen ein Lösegeld von rund 50000 Mark.