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Sonnabend,

teil 9. Ä1929

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1 Goldmark '/«^Dollar.

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einigten Staaten zeige.

Kassenlage

im (Ent*

1929 nicht

einzelnen Posten die Etatsansätze wurf für den Haushalt desJabres überschritten werden sollen.

Angesichts der sehr schwierigen

nicht in seinen privaten Besprechungen mit Dr. Sttesemann und Driand. Alle seien überzeugt, daß es im Augenblick nicht möglich sei. irgend welche Fortschritte zu erzielen. Es könne nichts getan werden, bis die Finanzsachverständigen in Paris zu irgend welchen Beschlüssen gekommen seien. Die britische Politik bleibe Ou gleiche, wie er sie im Unterhaus dargelegt habe. Groß­britannien sei für die Zurückziehung der Besatzung zu einem möglichst frühen Zeit­punkt.

Zu den englisch-rus fischen Be­ziehungen, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Entsendung einer

des Reiches ist in dem Gesetzentwurf vorge­sehen. daß zur Stärkung der Betriebsmittel der Reichshauptkasse

zunächst 500 Millionen aus dem Kredit­wege aufgebracht

werden dürfen. Im Hinblick auf den neuen Hauoteiat hat das Reichskabinett beschlossen, diesen Etat in der ursprünglichen Fassung, wie

Berkaus amerikanischen Kriegsmaterials an Amerika.

ff. Washington, 9. März. Auf ein Ersuchen der mexikanischen Regierung bei Präsident Hoover um Ueberlassung von überflüssigem Kriegsmaterial wurde der Kriegsminister ermächtigt, diesem Wunsche nach Möglichkeit zu entsprechen.

fk. New Port, 9. März. Die Kämpfe zwischen den Bundestruppen und den An­hängern der rebellierenden Generäle an der mexikanisch-amerikanischen Grenze ge­stalteten sich äußerst blutig. Als die re­bellierenden Truppen ihre unmögliche Vage erkannten und zum Rückzug schrit­ten, versuchten sie gleichzeitig die Eisen­bahnlinie zu zerstören. Ihr Plan wurde jedoch durch überraschende Umgehungs- mannöoer der Negierungstruppen verän­dert.

Die Havasagentur beschäftigt sich in einer Auslassung mit der zu gründen­den Zentralbank. Diese Zentralbank würde nach Ansicht der Sachverständigen eine gewisse Anzahl von Bedingungen erfüllen müssen. Bor allem vertreten die Sachverständigen die Ansicht, daß dieser neue Organismus ein unabhängiger Ver­mittler zwischen Deutschland und den ehe­maligen alliierten und assozierten Mäch­ten sein müsse, daß ferner, um den Par­teien sämtliche Garantien zu geben, die interessierten Mächte darin in einem grundsätzlich ihrem Interesse entsprechen­den Verhältnis vertreten fein mühten und endlich, daß der geplante Organismus derart gebildet werden müßte, daß er

gleichzeitig einerseits als Verbin­dungsglied zwischen den verschiedenen Emissionsbanken dienen und anderer­seits eventuell im Hinblick auf die Re­gelung der interalliierten Schulden nutzbar gemacht werde« könnte.

Es scheine also, daß entgegen den in der Presse der verschiedenen Länder zum Aus­druck gebrachten Befürchtungen ein derar­tiger Organismus nicht den politischen Einfluß haben könne, den gewisie franzö­sische und ausländische Spezialisten be­fürchtet hätten.

Vor einem aufklärenden Bericht über die Ausgleichsbank.

Aach demPetit Parifien" soll die von den Sachverständigen geplante Ausgleichsbank die Aufgabe haben, zwi­schen oen verschiedenen Arten der deut­schen Zahlungen eine enge Verbin­dung herzustellen, während unter dem DaweSplan zwischen oen Eisenbahnein­künften und den Industrie-Obligationen einerseits und den Bar- und Sachliefe­rungen andererseits kein Zusammenhang bestanden habe. Mit dem Sitz der Bank hätten sich die Abordnungen noch nicht be­schäftigt. Am in der öffentlichen Mei­nung über Die wirklichen Bestimmungen dieser internationalen Bank keinen Zweifel aufkommen zu lassen, seien Die Sekretäre Der Abordnungen mit der Ausarbeitung eines gemeinsamen Berichtes be­auflagt worden. Der wahrscheinlich am heutigen SonnabenD bekannt gegeben weroe.

Ser offiziöseExcelsior" erklärt, Ditz Bank zur Regelung Der internationalen Zahlungen werde weder eine Aeberbank, noch eine Aeberregierung, noch ein ft- nanzieller Völkerbuno sein. Das Ziel Der neuen Dank werde allein darin bestehen

Bisher 18 Opfer des Erdrutsches auf Madeira geborgen.

fk. London, 9. März. Bisher sind nach ergänzenden Berichten aus Funchal auf Madeira 16 Opfer des kürzlichen Erdrutsches geboren worden. Verschiedene von ihnen waren 30 Stunden nach der Katastrophe noch warm, woraus heroor- geht, daß die meisten Verschütteten ziem­lich lange Zeit nach dem Unglück unter den Trümmern noch lebten. 18 Personen werden noch vermißt.

Schwere Explosion in Rumänien.

fk. Bukarest, 9. März. Bei einer Petroleumbohrung bei Mooeni wurden durch eine Kesselexplosion 9 Arbeiter und ein Ingenieur getötet, sowie 8 Arbeiter schwer verletzt.

mit einem Wat

ihn das Kabinett seiner Zeit einschließlich der Steuergesctze verabschiedet batte, dem Reichs­tag neben der vom Reichsrat beschlossenen veränderten Fassung als Dovveloorlage zu- kommen zu lasten.

Die Reichsbank muß Gold abgeben.

Die schon seit einigen Tagen anbaltende Ansvann ung auf dem Devisenmarkt bat die Reichsbank, wie sich bereits aus den letzten Ausweisen ergab, zu starken Deviscnabgaben genötigt. Darüber hinaus aber muht« die Rsichsbank bisher schon

für annähernd 50 Millionen Reichsmark effektives Gold abgeben.

Zu diesem Schritt muhte sie sich entschlichen, um den Fond ihrer Devisen nicht allzu stark zu schmälern.

Diese Entwicklung wirft ein Licht auf die Schwierigkeiten, die für die Gestaltung un­serer innerdeutschen Eeldmarktverhältniste durch die letzten Vorgänge auf dem inter­nationalen Kapital* und Geldmarkt erwachsen sind. Immerhin ist es aber noch bester, dah die Reichsbank sich von effektivem Gold trennt, das ja zinslos daliegt, als dah sie allzu sehr ihre Verfügung über die doch mit recht erheblichen Zinsgewinnen verbundenen Devisen preisgibt.

Die weitere Entwicklung wird davon ab- bängen, wie sich die Lage auf dem amerikani­schen Geldmarkt gestaltet. Eine starke Nach­frage nach Dollars ist augenblicklich auf allen internationalen Märkten. Für Deutschland ist gerade die Zinspolitik jetzt sehr wichtig, von der es abhängen wird, ob in weiterem gröherem Ausmahe amerikanisches Kapital aus Deutschland zurückgenommen wird.

fL ® e n f, 9. März. Am gestrigen Frei­tag fanD Die erste Sitzung deS Dreier-Ausschusses für Die Min­derheitenfragen statt. Seine Arbeiten wer­den sich im wesentlichen auf das Studium das gesamten Materials über die Minder­heitenfragen beschränken. Dessen Ergebnis der Ausschuß dann in einem abschlie­ßenden Bericht dem Rat vorlegen wird.

ReichSaußenminister Dr. Stress- mann hatte am gestrigen Abend weitere Anterredungen u. a. mit Scialoja und Chamberlain.

Es wird damit gerechnet, dah Der DölkerbundSrat, der sich am heutigen Sonnabend mit dem Fall A l i tz be­schäftigt.

dem Antrag des Deutschen Volks- bundes in Oberjchlesien nicht Rech­nung tragen wird.

Die Verhandlungen des Völkerbunds» totes über den Fall Alih sind am Frei­tag noch nicht abgeschlossen worden. CS wurde bis in die späte Rächt hinein über ein Kompromiß verhandelt, ohne daß bis­her ein Ergebnis erzieht wordenwäre. Von deutscher Seite wird die s o f o r t i g e Haftentlassung von Alitz gefor­dert. Insbesondere bemühte sich das Sekretariat des Völkerbundes, einen offe­nen Konflikt zwischen Deutschland und Po­len zu vermeiden.

Zm Laufe der Nachtsitzung des Generalsekretariats des Völkerbundes und der Leiter der polnischen Abordnung des DölkerbundSsekretariats fanden Besprech­ungen mit Dr. S t r e s e m a n n und Z a - leski über die deutsch-polnischen Sttett» fragen statt. Es besteht der Eindruck, daß die Angelegenheit Alitz eine Lösung fin­den kann, in Der der deutsche Stand­punkt zum Ausdruck (!!) kommt, ohne daß ein Scheitern der Verhandlungen ein» tritt. Es steht zu erwarten, daß Zaleski sich für die Öffentlichkeit des Kriegsverfahren s gegen Alitz im Rahmen Der polnischen Gesetze unD für Die Beschleunigung des Verfahrens einfetzen wird. Dr. Stresemann würde in die­sem Falle Den deuts che n Stand­punkt präzisieren und Die GrünDe 'Dafür angeben, warum Deutschland sich bei Der Abstimmung über Den Bericht Der Stimme enthalten wird.

Zn privaten Anterhaltungen zwischen Pertretern Frankreichs unD Englands ist feine

gemeinsame Front gegen eine Fort­setzung der Abrüstungsarbeiten

Dahin geheno geschaffen worden. Daß die Nächste Sitzung des Abrüstungsausschusses hur formellen Charakter haben. Der Deutsche Antr r g auf Vornahme Der zweiten Lesung ubgelehnt werden und zunächst in einen Meinungsaustausch über Die Seeabrüstungsfrage eingetre­ten werden soll.

6ii» Unterredung mit Lhainberlatn

»Daily Expreß" veröffentlicht eine Unterredung ihres Genfer Sonderbericht­erstatters mit Außenminister Chamber­lain unter Bezugnahme auf die starken Anfeindungen Der gesamten deutschen Presse. 3u seiner Minderheitenrede im Dölkerbundsrat erklärt Chamberlain, daß es Dr. Sttefemann und nicht er ge­wesen sei. Der sich auf Artikel 19 be­zogen habe. Da Die Angelegenheit nach allen Seiten hin in nur freunoschaftlicher (Weise erörtert worDen sei, glaubt er. Daß eine für alle Parteien befriedigende Lösung möglich fein werde.

Sie Räumungs frage fei Diesmal In Genf nicht berührt worden, auch

Die gestrige Vollsitzung des Snchver- ständigenausschusses dauerte von 11 bis 1 Uhr. Es fand eine Eeneraldiskufsio« über den Plan der Schaffung einer Zen­tralbank statt. Im allgemeinen besteht Einverständnis mit dem vorgelegte« Plan. Es sind einzelne Bemerkungen hinsichtlich der Obliegenheiten der Zen­tralorganisation vorgebracht worden. Außerdem hat der Transseraurschuß feinen Bericht erstattete. Zn den letzten Tage« find in der ausländischen Presie, so u. a. in der englischen, Aeugerungen veröffent­licht worden, denen zufolge nur ein Pro« visorum erreicht werden soll. Hierzu wird deutscherseits erklärt:

Die englische Ansicht sei, daß auch diese Konferenz starken politischen Einschlag trage, und daß es noch Zahre dauern könne, bis eine rein wirtschastliche Konfe­renz zustande komme. Die Auffassung der City, daß es sich nur um die Vorbereitung eines Provisoriums handle, erkläre sich aus dieser Tatsache. Im Gegensatz hierzu wird betont, daß das Bestreben der Dele­gierten weiterhin daraus auszehe, eine endgültige Regelung zu treffen.

Das Reich arbeitet

Die Besprechungen beim Reichsfinanzminister.

Die Besprechungen, die der Reichsiinanz- minister In den letzten Tagen mit verschiede­nem Partei«« über den Etat und seinen Aus­gleich führte, haben sich nur in einem allge­meinen Rahmen gehalten. Im Gegensatz dazu hat die Zentrumsoartei den Reichsimanz- minister wisten lasten, daß sie ihr im einzelnen feit Wochen ausgearbeitetcs Programm Hir Streichungen an dem Etat als verwirk- lichungsfähig sowie sachlich und politisch als notwendig anlebe.

Der Notetat des Reichskabinetts.

Der Gesetzentwurf zur vorläufigen Rege­lung des Haushaltes (der sogenannte Not- erat). den das Reichskabinett iefct den gesetz­gebenden Körperschaften überwiesen bat. siebt eine Ermächtigung der Reichsregierung für die Dauer von drei Monaten vor, die Ein­nahmen und Ausgaben nach Maßgabe des bisherigen Etats für 1928 zu regeln. Dabei ist die Einschränkung getroffen, daß in der Zeit vom 1. Avril bis 30. Juni die Gesamtaus­gaben den Betrag eines Viertels der Etats­ansätze für das Eefamtjabr 1928/29 nicht überschreiten dürfen, daß aber auch in den

englischen Industrie-Abordnung nach Moskau, erklärte Chamberlain, Die Diplo­matischen Beziehungen unD Der Handels­austausch zwischen zwei Ländern seien ganz verschiedene Dinge. Die britische Re­gierung wolle dem Handel jede mögliche Hilfe und Anterstützung gewähren, müsse eS aber dem privaten Anternehmergeist überlassen, zu urteilen, ob der geplante Handelsaustausch irgend welche. Gefahren in sich trage und ob es sich nicht lohne, sie zu übernehmen. Der Hanoel von Ruß­land hänge nicht von diplomatischen Be­ziehungen ab, wie das sich bei den Der»

Anzeiger für (das frühere kurhefsifche) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg