Einzelbild herunterladen
 

MarSurm rageslmzrlser

Seffifchr LMMkttM

Freitag, -en 8. März 1929

ptt ,£>betb<f(W Zeitung" «• sechsmal wöchentlich. Be- «gSprci- monatlich 2 GM. au«, ttlie&l. Zustellung«gebühr, durch 1,14^0(12.25 GM.Für etwa infolge Streik«. Maschinendefekte oder Elementarer Sreignisie ausiaLend« Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag b. Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unib.-Duchdruckerei b. geb- ilug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55, «ostscheckkontv: Amt Frankfurt «. M. Nr. 5015, — Sprechzeit bet Redaktion von 10—11 und »1,1—1 Uhr.

to.57 64.3ahrg, Marburg a. Lahn

Der «niefgenprel« tekrSqi fall den 10 g-spalt. Zeiienmillimeter 0.08 GM, klein» Saran,eigen 0.06 GM, amtlich« und an«» wlrtige Anzeige« 0.10 GM. 8d schwierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift 50’1. Aufschlag. — Sammelanzeigeu 100 * *1. Nns». schlag. Reklamen der Mtllta.' 0.40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Varrabatt. Ziel 5 Tage. Seleg» werden berechnet,ebenso Auskunft durch die G«schäft«üell» und Zusendung der Angebot». Gr- füllungSort Marburg.

t Goldmark — '/^»Dollar.

Äbecheffische Jettun s

Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburgs

Bvr -rr Gründung einer Weltbank?

Stt sensMdmllt Nrrschlav der Pariser Kenferem - Eia Ilnftttul für alle InleniatienalenEchulden m>b Krebile

mit, sei während PilsudsKis Anwesenheit kn Rumänien unterzeichnet worden. Das Blatt will den Vertrag, über den es aus zuverlässiger Quelle orientiert sein will, noch im ganzen veröfsentlichen.

Das „Berliner Tageblatt" mel­det aus Kowno: Die offiziöse Kownoer Zeitung Lketuvos Aidas" wartet mit Ent­hüllungen über einen Geheimver­trag auf. Wie das Blatt mitteilt, soll es sich hierbei um einen Geheimpakt han­deln, der am 1. Oktober 1928 zwischen Polen und Rumänien als Ergän­zung des bereits 1926 abgeschlossenen Vertrages zustande kam. Der Gehsim­vertrag richte sich gegen Rutzland und Litauen. Bei einer Gefahr sollen die vereinigten polnisch - rumänischen Streitkräfte sofort eine breite und schnelle Offensive gegen Rußland ergreifen. In dem Vertrage werde weiter darauf hinge­wesen, daß in einem Kriege zwischen Po­len und Rußland Litauen nicht neutral bleiben könne.

Falls Litauen den Kamps aufnehme, habe Polen Rumäniens Zustimmung, Litauen entweder ganz oder teilweise zu okkupieren.

Weiter enthalte der Vertrag technische und strategische Einzelheiten. Dieser Ge- h-impakt, so teilt die Kownoer Zeitung

ein ssinW-rurMWer Geheimpatt? Segen Rußland und Wauen

land zweiEitze erhalten. Zwei wei­tere Sitze sollen von Mitgliedern der Internationalen Handelskammer einge­nommen werden, während die Vereinig­ten Staaten das neunte Mitglied stellen, dem für einen gewissen Zeitraum das Präsidium übertragen werden soll. Die­ser leitende Ausschuß würde eine Art Re- Sarationsaufsichtsrat darstellen. Don

e u t s ch e r Seite soll noch angeregt wor­den sein, daß von Deutschland, Frank­reich, England, Italien und Belgien die Leiter oder die Stellvertreter der Notenbanken dieser Länder in den Zentralausschuß delegiert werden.

Des weiteren berichtet die „Bergwerks- zeitung" über einen Vorschlag amerikani­scher Finanzsachverständiger, der in den

Die Beratungen der Finanzsachverstän- bigen in Paris haben sich im wesentlichen in Form von Einzelbesprechungen hinter verschlossenen Türen abgespielt. Mur auf dem Ämwege über die Vertreter auslän­discher Zeitungen war die deutsche Presse ta der Lage, über den Verlauf der Ver­handlungen zu berichten. Nun wird plötz- llch bekannt, daß der erste konkrete Man die Schaffung eines Zentralorgans für die Abwicklung der Reparationen vor- sieht, das sich aber nicht auf die Beitrei­bung der deutschen Tribute beschränkt, sondern auch die Regelung der gesamten interalliierten Verschuldung umfaßt. Zn dieser Zentralorganisation mit bankmäßi­gem Charakter, in dieser „Weltbank" also, 1 ollen die Zentralnotenbanken der Staaten He Führung haben. Die Aufgabe dieser Weltbank wäre also nicht nur die Kon­trolle, Entgegennahme, Verwaltung und Anlage bezw. Aebertragung der Repara­tionszahlungen, sondern auch die Durch­führung selbstündiger Banktrans­aktionen. Die Richtigkeit der Dermu- hingen vorausgesetzt, würde das geplante Institut zum künftigen Zentralinstitut für die Abwicklung der öffentlichen und pri­vaten deutschen Kredite einerseits, für die Bereitstellung von Kapital zur Deckung des weiteren hohen Bedarfs Deutschlands an ftemden Krediten andererseits werden. Was die Gründung einer solchen Weltbank für die gesamte Privatwirtschaft der Welt bedeutet, das kann man erkennen, wenn man sich klar macht, daß hier in einem Institut soviele Goldmilliarden vereinigt Verden wie die größten Bankinstitute der Welt jetzt ihr eigen nennen. Diese Dik- tatur der Milliarden wäre in der Lage, von sich aus die großen wirtschaftlichen Prozesse in die Bahnen zu lenken, die sie für wichtig hält. Die Herrschaft der 300 hätte damit greifbare Formen angenommen.

Für Deutschland ist es zunächst wichtiger, zu wissen, wie das Reparationsproblem sich durch seine Einfügung in dieses Zen­tralinstitut gestalten wird. Gewiß könnte eine solche Bank ein geeignetes Instrument sein, manche Schwierigkeiten der Trans­ferierung deutscher Tributleistungen zu be­seitigen. Aber wie ist es mit dem Kern­problem der ganzen Reparationssrige, nämlich der Höhe und der Anzahl der An- miitäten? Die vorgeschlagene Weltbank ist ja schließlich nur der Vorschlag eines Zahlungsmodus, also mehr eine Or­ganisationsfrage, die erst dann akut werden kann, wenn die Zahlungsverpflichtung

Die Untersuchung gegen Frank geht wetter.

Brüssel,?. März. Wie die Belgische Telegraphenagentur mitteilt, wird die Untersuchung gegen Frank in der 2Tnge= legenheit der Utrechter Veröffentlichun­gen weiter fortgesetzt, und gegen Frank bleibt, obwohl er, wie gemeldet, m Frei­heit gesetzt worden ist, die Anschuldigung der Unterschriftenfälschung aufrechtzu­erhalten. Der Redakteur der „Schelde Ward Heremans konnte noch nicht ver­haftet werden.

Rumänien «nd der Mittelmeerslug des „Graf Zeppelin."

Bukarest, 7. März. Die Regierung genehmigte entsprechend dem von deutscher Seite gestellten Ersuchen die Ueberflie- gung rumänischen Bodens durch das Luft­schiff „Graf Zeppelin", während dessen für den Monat März geplanten Mittel­meerfluges.

Vordergrund der Pariser Reparations­verhandlungen gerückt sei. Dieser Vor­schlag gehe von der Voraussetzung aus, daß Deutschland 8 Milliarden Dollar ausbringen könne. Hier­von würden zunächst zwei Mil 11 = arden Dollar zu kommerziali­sieren sein, wobei auch bie Möglichkeit von Umtauschoperationen in Staatsschuldbons der alliierten Länder gedacht sei. Weitere sechs Milliarden Dollar sollen nach diesem Vorschlag durch eine neu zu schaffende Reparationstreu­handstelle zurückbehalten werden. Ihre Kommerzialisierung soll zu günstigen späteren Zeitpunkten durchgeführt wer­den. Die erste Tranche der auszugeben­den Bonds soll mit 6 Prozent verz-

Deutfchland vorliegt. Dieses Kernproblem hat man aber in Paris nach vierwöchent­lichen Verhandlungen noch nicht einmal an­geschnitten. Man weih nur von Forde­rungen und Gegenforderungen, zwischen denen ein« unüberbrückbare Kluft besteht. Das Für und Wider in 'Bezug auf die Weltbank wird sich also richten müssen Nach Den endgültigen deutschen Zahlungs­verpflichtungen, und man wird um dieses Kernproblem auch dadurch nicht hirrm kommen, daß man eine Krise in den Ver­handlungen durch genial gedachte und in ihrer 2lliSwirkung wellbewegende Vor­schläge umgeht. S.

*

Die „Deutsche Bergwerkszei­tung" in Essen veröffentlicht bemerkens­werte Einzelheiten über den im Repara­tionssachverständigenausschuß vorgeschla- venen Zentralorganismus für die künftige Durchführung der Reparationen. Janach soll der Vorschlag gemacht worden Aein, als oberste Leitung dieser Zentral- Nstanz, die etwa den Charakter eines ^rternattonalen Clearing-Hauses tragen Toll, einen Ausschuß aus neun Mitgliedern zu bilden. In diesem Ausschuß sollen die ©laubiger« xationen dier Sitze und Deutsch-

z i n st werden, während für die weiteren Tranchen eine Ermäßigung der Zinssätze vorgesehen sei.

„Times" über die Pariser Reparations­beratungen.

Der Pariser Korrespondent der „Times" meldet: Wenn die Transfermethode, fest­gesetzt ist, wird man sich mit der Frage der deutschen Eesamtannuität zu befassen haben. Da die gesamte Repara- ttonslast nur 20 ober 25 Prozent des deutschen Budgets ausmacht,.während die Kriegslasten anderer Länder sicher schwe­rer sind, dürfte eine zumindestens zeitwei­

lige Lösung dieses Problems möglich sein, besonders wenn sie durch teilweise Kom­merzialisierung der deutschen Schuld er­leichtert wird.

Jede Regelung, die jetzt zustande kommen sollte, wird nach der Aeutze- rung einer zuverlässigen Autorität (gemeint ist laut Daily Telegraph Sir Zosiah S t a m pj im wesentlichen vorläufiger Art sei«.

Das Reparationsproblem kann nicht in einer kürzeren Zeit als 50 oder 60 Jahre vollkommen aelost werden. Das

Problem hat eine politische, eine finan­zielle und eine industrielle Seite. Die jetzige Konferenz beschäftigt sich hauptsäch­lich mit der politischen Seite. Es ist un­möglich, auf einer einzigen Konferenz mehr als eine dieser Seiten des Problems zu behandeln.

Die Delegierten werden sich früher oder später unfehlbar den E'nwen- dungen der Industrie und der Finanz gegenübersehen, denen gegenwärtig kein wirksames Gehör geschenkt wer­den kann.

Die Lösungen von heute werden durch ihre Wirkung auf Preise, Arbeitsstunden und Löhne wieder zerstört werden. Die Sachverständigenkonferenz füllte diese künftigen Schwierigkeiten im Auge behal­ten. Bisher bat, so schreibt der Korre­spondent der „Times" weiter, die Neigung bestanden, die wirkliche Zahlung von Re­parationen auf unbestimmte Zeit zu ver­schrieben, da Deutschland gestattet wurde, für diesen Zweck wiederholt Anleihen in Amerika aufzunehmen, aber das heißt nur, den Augenblick der wirklichen deut-

<Fortsetzung sieh« Selle 2.)

Drei TMevstr einer vcktMn Schlägerei

ft. Heide (Holstein), 8. Marz. In dem im Süderdithmarschen gelegenen Ort Wöhrden kam es gestern abend a«läh- lich einer von de« Nationalsozialisten eia« berufenen öffentlichen Versammlung zu einem Zusammenstoß zwischen Kommuni­sten und Nationalsozialisten. Die Komm­nisten, die sich in großer Ueberzahl be­fanden, griffen die Nationalsozialisten au «nd es entwickÄte sich eine gewaltige Schlägerei, in bereu Verlauf

zwei Natinalsozialisten durch Stiche getötet wurden.

Auch ein Kommunist blieb tot anf dem Platz. Außerdem wurden 7 verletzt, dar­unter einer schwer, die in das Heideaer Krankenhaus gebracht wurden.

Die Versammlung war verboten, weil es schon vor einigen Tagen bei einer nationalistischen Versammlung zu eine« Zusammenstoß mit Kommunisten gekom­men war, bei dem auch mehrere Personen verletzt worden waren. Das Versamm­lungslokal war polizeilich gesperrt, sodaß die Versammlungsteilnehmer anf der Straße aneinander geriete«.

----♦----

KMMbcNMLMivgSauWuß

Berlin, 7. März. Der Hauptausichuß des Preußischen Landtages begann am Don- uersiag die Dorberatung des Kulturhaus- haltcS. Zunächst werden die Abschnitte .Mi­nisterium und allgemeine Zwecke'si ^gei tlich« Verwaltung" und .Volksschul «werb ldung und Dolkschulwesen" zur Beratung gestellt.

Die Ausgaben dem Kullurhaushalls ta Höh« von 723,7 Millionen machen 31,92 Pro­zent der Gesarnrntausgabe des Staates aus. (1928 : 31.58 Prozent). Der Zuschußbedarf der Kultus Verwaltung (708,9 Millionen gleich 18 7 Millionen mehr als 1928) beträgt 43,7 Pwzent des gesamten Zuschutzbedacfs der Staalshoheitsverwaltungen und steht bannt unter d'esen an erster Stelle. Von beit s gegenüber 1928 entfällt oct Hauptanteil auf die pädogogi'chen Akademien (plus 8.8 Millionen). Der Personalbestand der Gesarntverwallung hat sich um 862 Per­sonen vermehrt. Zusammensasiend betonte der Berichterstatter. es werde trotz der Rot des Staates zwe fellos viel für die Di'dung getan. Don Verschwendung könne man jedoch nicht reden, und emgespwrk könne nichts werden.

Abg. Schwarzhaupt (DVP.) richtet« die Frage an den Minister, wie er sich zu den Bestrebungen stelle, die Personallaste« im Dolksschulwesen völlig aus den Staat »a übernehmen und auch die Lehrer der nicht­staatlichen höheren Schulen zu Beamten zu machen .

Er forderte für die Frauen-Kliuik der Universität Marburg 400 000 Mark.

Diese Summe könne aufgebracht werden durch die Streichung ber_ 116 803 Mark Tür die Diensträume und Gärten des Kultus­ministeriums und durch Kürzung de: Tb e'für private höhere MädchenfHulen einsch rehlich der Klosterschulen, die in disem Jahre um 1 050 000 Mark erhöht Worten feien. Er widersprach im Voraus ei'er etwa geplanten Welllicken Akademie vor Klärung der Frage der weltlichen Schulen, such'« die Verfasiuugs- widrigkeit der so-genannten Sammelschulen nachzuweisen und betonte besonders, dad es nicht erträglich sei. wenn der katholischen Kirche finanielle Lststun^en vertraglich zu- aefichert würden, während sie der everwe'llchen Kircke nur durch ein jederzeit abzuänderndes Gesetz zugestanden würden .

Äultrsminiftcr Dr. Becker.

erklärte, man dürfe nicht vergessen, daß Preu­ßen an die Erundsrtzgefetzgebung des Reiches gebunden ist. In Preußen würde man sich schon längst über ein Schulgesetz geeinigt ha­ben. Die Roilösung der Sammelk'assen habe für die V kenntnisfchulen den Vorteil, sie von dissidenliichcn Schrein und Kindern zu be­freien. Eingehend erörterte er die Zusammen» bäiuw der V-rwaltunusreform mit dem Schul-