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Mittwoch, dentz.MärzlSLS

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Anzeiger für (das frühere knrheffifche) Oberhesse«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Die bereits für Dienstag nach­mittag anberaumte Sitzung des Völker­bundsrates zur grundsätzlichen Erörte­rung des Minderheitsproblems und des kanadischen und deutschen Antrages ist kurz nach 1 Uhr abgesagt worden. Der Zeitpunkt der nächsten öffentlichen Sitzung ist noch nicht bekannt. Zur Erklärung wird angegeben, daß das Iuristenkomitee, in dem Italien, Spanien, Japan und England vertreten sind, auch gestern vor­mittag die Vorprüfung des litauischen Antrages auf sofortige Zuziehung zu den Erörterungen nicht abschließen konnte. Die Schwierigkeiten scheinen darin zu lie­gen, daß Litauen für sich eine Sonderstel­lung verlangt und sich dabei auf die von ihm seinerzeit unterzeichnete Minderhei­tendeklaration beruft, deren Bestimmun­gen mit den Deklarationen der übrigen Minderheitsftaaten nicht ganz identisch sind.

Ob dies freilich der einzige Grund für die Verschiebung ist, darf bezweifelt wer­den. In Genf glaubt man sie auch darauf zurückzuführen, daß bisher die üblichen, diplomatischen Vorbesprechungen noch nicht stattgefunden haben. Diese sollen erst jetzt nachgeholt werden. Gestern nach­mittag 6 Uhr trafen sich zum ersten Male

Briand und Stresemann.

Ferner besuchten Zaleski und Scialosa den englischen Außenminister. Alle diese Be­sprechungen dürften im Wesentlichen der Minderheitenfrage gegolten haben. Gestern früh besuchte der südslawische Delegierte nacheinander Briand und Chamberlain.

*

Es ist bekannt, daß die Polen nach Genf gegangen sind mit der bewußten Absicht, kie Behandlung der Minderheitenfrage durch den Völkerbund zu fabotieren. Seit seiner Ankunft hat Herr Zaleski nach allen Achtungen gewirkt, um sich Unterstützung fit seine Pläne zu sichern. Wie weit ihm as gelungen ist, werden schon die nächsten stunden zeigen.

England erwartet Vertagung der Minderheitenaussprache.

In England stellt man mit Erleichte- tung fest, daß die Regelung der Min­derheitenfrage wahrscheinlich bis zur nächsten Dölkerbundstagung ver­tagt werden wird. Eine Verschärfung der deutsch-polnischen Spannung im ge­genwärtigen Augenblick wäre tn England als höchst unangenehm empfunden wor­den.

Der diplomatische Mitarbeiter des .Daily Telegraph" verttttt die Ansicht, daß die Schwierigkeiten durch die na der Regierungen der Tschecho­slowakei, Südslawiens, Polens und Grie­chenlands, sich nicht durch irgendwelche Ergänzungen der Minderheitsbestimmun­gen binden zu lasten, noch vermehrt wor­den wären. Eewiste alliierte Botschafter in Berlin wären angewiesen worden, nichts zu unterlasten, um die deutsche Ab­ordnung zu bewegen, während der Gen­fer Verhandlungen eine nicht zu unnach­giebige Haltung zu zeigen.

« Auch der Genfer Sonderberichterstatter pesM a t i n glaubt voraussagen zu können, , daß die Minderheitenfrage im Laufe dieser Ratstagung nicht erledigt werden kann, sondern einem AusMuß liKexwiesen werden würde.

Dr. Stresemanns Unterredung mit Briand.

Bei der gestrigen einstündigen Unter­redung zwischen Reichsminister Dr. Stre­semann und Briand sind, wie in den Kreisen der deutschen Delegation verlau­tet, alle schwebenden Fragen besprochen worden. Obwohl Einzelheiten nicht be­kannt werden, so ist doch anzunehmen, daß irgend eine positive Lösung oder Fort­setzung der in Lugano erfolgten Be­sprechungen vor dem Abschluß der Arbei­ten des Pariser Expertenkomitees für die

fk. New Park, 6. März. Nachrichten aus Mexiko zufolge, hat sich die Lage der Regierungstruppen verschlechtert. Es sind zwei große Schlachten im Gange. Die Flotte soll sich den Aufständigen an­geschlossen haben.

Ernste Niederlage der Regierungsttuppen.

Aewhork, 5. März. Aus Nogales (Arizona) wirb berichtet: Nach einer Mel­dung des Oberbefehlshabers der aufständi­schen mexikanischen Streitkräfte, Generals Escobar, haben die Aufständis ch«n die Hauptstadt von Rueva Leon, Mon­terey, die ein H a u p t st a p e l p l a tz für das Kriegsgerät der Bundestruppen war, eingenommen. Der Kampf, der sich um den Besitz dieser Stadt entspann, en­dete mit einer Niederlage der Bunbes- truppen. Die Aufständischen nahmen 81 Offiziere, unter ihnen drei Generale, und 560 Mann der Bundestruppen gefangen. Sie erbeuteten 12 Maschinengewehre und 1000 Gewehre.

Amerika und die Revolution kn Meriko.

S i m e £u schreiben in einem Leitartikel zum mexikanischen Aufstand: Cs ist be­zeichnend, daß Präsident H o o v e r zu ver­stehen gegegen hat, das Verbot, Waffen nach Mexiko auszuführen, bleibe in Kraft. Das bedeutet, daß die Aufständischen

Daß Wettrüsten führt rum Krieg!

ft. London, 6. März. Feldmarschall Sir William Robertson äußert« gestern abend in einer Rede eine ernste War­nung vor dem zunehmenden Rüstungs- Wettbewerb und der Gefahr eines neuen Welt krieges. Er sagte, ob­wohl der Krieg von allen Nationen jetzt mehr oder weniger verurteilt wird, gehen di« Vorbereitungen für den Krieg in der früheren Weise vonstatten.

Frankreich und Italien haben ungefähr ebensoviel Mann unter den Waffen wie 1914.

Deutschla nd beschwett sich dauernd über das, was es seine wehrlose Stel­lung nennt, und diemilitärischenBe- schränkunge n, die Deutschland in Ver­sailles ouferlegt wurden, können nicht mehr lange aufrecht erhalten werden. Andere mitteleuropäische Na­tionen sind stark bewaffnet und bereit, sich gegenseitig an den Kopf zu springen. Amerika hat den Kellogg-Pakt angenom­men, das hat jedoch nicht gehindett, daß es 14 weitere Kreuzer baue.n wttd.

Reparationsfrage nicht erfolgen kann. Dabei teilt man in den Kreisen der deut­schen Delegation die von Chamberlain gelegentlich eines Empfanges der eng­lischen Presie geäußerte Auffasiung, daß die Rheinlandfrage beim gegen­wärtigen Stand der Pariser Verhandlun­gen für eine Fortsetzung der Besprechun­gen noch nicht reif ist. Die Ab­rüstungsfrage wurde mit keinen Wort in der Unterredung zwischen dem deutschen und den französischen Außenminister er­wähnt.

abgesehen von geschmuggelten keine Waffen von den Vereinigten Staaten erhalten werden, während die mexi­kanische Regierung in der Lage sein wird, alle Kriegsmaterialien zu erhalten, um den Aufstand zu unter­drücken. Amerikanische Bankiers sind ebenfalls bereit,jede finanzielle Un­terstützung zu gewähren, die für gleiche Zwecke notwendig sein sollte. Pottes Gil und sein Kriegsminister Calles könnten daher zuversichtlich sein.

Beschlagnahmung einer Rauschgiftladung.

fk. Newhork, 6. März. Die Be­hörden haben eine Ladung von Rausch­giften im Werte von über eine Mil- ton Dollar in dem Augenblick be- chlagnahmt, als sie nach Kentuekh, Kali» ornierr, Missuri und Texas verschifft wer­den sollte. Kurz darauf wurden vier Män­ner verhaftet, die im Verdacht stehen, Agenten eines internationalen Rauschgift­ringes zu sein. Zn ihrem Besitze wurden Dokumente gefunden, aus denen hervor­geht, daß sie in finanziellen Beziehungen zu dem kürzlich ermordeten 'Newyorkcr Spieler Arnold Rothstein standen. Die Rauschgifte befanden sich in 5 Kisten und bestanden aus Morphium, Heroin und Opium.

Ein Abrüstungsvorschlag der englischen Arbeiterpartei.

ft. London, 6. März. Die Arbeiter» partei wird bei der Beratung des Luft- fahrthaushattes im Unterhaus am heuti­gen Mittwoch einen Abrüstungsan - t ra g einbringen, der u. a. besagt:

Zm Hinblick auf die wachsende Be­unruhigung über die Entwickelung der Luft­kriegsmittel gibt das Haus dem Bedauern Ausdruck, daß die britische Regle­rn n g es bisher unterlassen hat, Vor­schläge für ein internationales Abkom­men in der Frag« der Abrüstung zur Luft zu machen, und fordert diese auf, ein Programm für die Abschaffung der Land- und Flottenstteitkräfte und für die Errichtung einer internationalen Kontrolle der Zivil-Luftfahrt auszuarbeiten.

Schacht reist nach Deutschland.

ft Berlin, 6. März. Reichsbank­präsident Dr. Schacht wird sich Anfang der kommenden Woche aus zwei oder 3 Tage nach Berlin begeben. Seine Reise steht jedoch in keinem Zusammenhang mit Iden Verhandlungen der Reparationsver- handlungen «nd hat rein privaten Cha­rakter.

Wo bleibt die Regie?

Wir haben kürzlich darauf hingewtesen, daß die alliierte, namentlich die französi­sche Presse die Anwesenheit der Sachver­ständigen in Paris zum Anlaß nimmt, er­neut die längst widerlegten Kriegs» greuelgeschichten und die K r i e g s- schuld frage heranzuziehen, um die moralische Verpflichtung Deutsch­lands, bis zum Weißbluten zu bezahlen, denunabhängigen" Sachverständigen ins Gedächtnis zurückzurufen. Es jst doch ein kindlicher Glaube, daß z. B. die Amerikaner sich dieser politischen Beein­flussung entziehen könnten und, lediglich auf Grund der Darlegungen unserer De­legierten, zu einerobjektiven" Beur­teilung unserer Verpflichtungen und unserer Leistungsfähigkeit gelangen müß­ten. Wie ungeheuer wichtig eine einheit­lich geleitete, zielbewußte Abwehr der deutschfeindlichen Pressemanöver ist, mag ieder aus dem Bericht eines Mitarbeiters derKölnischen Zeitung" ersehen, der aus Washington u. a. Folgendes berichtet:

Deutschlandkannzahlenund muß zahlen! Das ist das Centrum censeo unsrer amerikanischen Freunde. Die Rewyork Timesversichert unfern Freunden in Europa, daß sie lange zu warten haben werden, ehe sie ihre Schul­den an Amerika gestrichen sehen", und der Washingtoner Evening Star meint, die Pariser Sachverständigen möchten vorscklaaen, aber der Kapitolinische Hü­gel in Washinaton möchte widersprechen und die Beschlüsse verwerfen, die nicht ausreichende Sicherheit bieten für den amerikanischen Anteil an den deutschen Reparationen. Aehnlich ist die ganze Presse eingestellt."

Dann wird weiter in dem Bericht ge­sprochen von den krampfhaften Ver­suchen, wieder in der Kriegsschuldfrage zu wühlen und sogar die Kriegsgreuel wieder aus der Sckublade zu holen:

Die.Rewyork Tribüne, das ausge, sprochenste aller Bourbonen-Blätter, ruft in zwei Aufsätzen ein Berliner Zweigblatt auf ihren Zeugenstand, um ihre alte These erhärten zu lassen, daß Deutschland das Karnickel fei, trotz Professor Fay und Genossen. Der Washington Star beruft sich ferner auf den Prinzen Max von Baden, der in seinem eben erschienenen Buch,dem Meisterwerk der Kriegs­chroniken", angeblich der Ueberzeugung Ausdruck gebe,daß die Ungeheuerlich­keiten, die Belgien angetan wurden, von dem deutschen Volke bis zum letzten Blutstropfen gefühnt werden muffen.

Wie es im allgemeinen um die Ein­stellung Amerikas zu Deutsch­land steht, kann man Tag für Tag er- fahren, in den Kinos, in Dortragsfälen, in den Schulen. Manch ein Professor und Lehrer weiß ein Lied davon zu singen, wie feine Hörer sauer reagieren, wenn er einmal eine Bemerkung über Kriegs­lügen oder über die deutsche Arbeit in Amerika fallen läßt; davon will die Hoffnung der Zukunft" so wenig wisien, wie die Älten etwas davon hören wollen. Frankreichs sentimentale Aktien aber stehen höher im Kurs als die deutschen, selbst wenn dabei die geschichtliche Wahr­heit zu kurz kommt.

Die Litanei könnte endlos verlängert werden; aber die angeführten Beispiele aus der jüngsten Zeit mögen genügen, uns zur Vorsicht zu mahnen und uns vor verstiegenen Hoffnungen auf die Pariser Verhandlungen zu warnen. Die Berichterstattung aus Paris zeigt mit abstoßender Deut­lichkeit, mit welcher Stimmungsmache wir in den nächsten Monaten zu rechnen haben. Während sich die Herren an Seine und Themse die Finger krumm sckreiden, um die französische und britische Gi?.te zu beleuchten, scheint jedoch a n der Spree kein einziger Amerikaner zu sitzen, um auch einmal den deutschen Staub-

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Re Vereinigten Staaten unterstützen die Regierung