Stile 4
Marburg« Siabkzritung
Mit Ecknee und Eis in den skWingrmonat
Der FrühlingSmonat nimmt heut« feinen Anfang. Wenn Mathias Llaasins lagt: .Der Winter ist ein harter Ma:n, kernfest unb aus die Dauer . . so fttmmt dies diesmal In einer Wer'«, wie wir es wähl noch nicht erlebt haben, denn von Witte Dezember an iaht er uns jetzt fas! ununterbrochen ferne Macht fühlen. März Anfang enb noch immer EiS und Schnee. Uirv wenn eine । < Ite Bauernregel vom März wünscht, dah eS am Morgen noch fo gefroren fe., daß die ®r'e einen Heuwagen trägt, des Nachmittag« aber fo aufweicht. Daß die Spatzen Beben können, fo kann tz e« diesmal der Fall fein. Die Spatzen mü| e.i aber aus passen. HaH sie in dem Augenblick. tn dem die Märzensonne verschwindet. daS »Dpatzm- panier" ergreifen und sch'eunigsi chr Bad verlassen, sonst frieren sie fest. Und her .Svih die Schar", der unce-broffen fei ’ 9teb singt, hat bis jetzt ebensowe ii w.e die An'el. die bei Hellem Sonne ischein vm hoher Warle verkündet, dah sie auch noch lebt, fertig gebracht, dah der eilige ®efe'( immer ntxb nicht feinen Rückzug ant’eten will. ES ist also vorläufig noch Winter und wenn auch manchmal am Taae 6(iuer Hmmel und Sonnenschein die Menscfi'ti: hinaus odt. so ist der Strohhut e nstwei en lmch noh der geeignete Kopffchützer. Unzuverläs ig ist der FrühlingSmona' März ja immer, daf besagt schon der Do'kS 'und m t den t-elen^en Sprüchlein: „3u Anfang o e • zu 8nb' der März sein Gift sendt'." We ns so w iter geht mit dem Wetter, wie in Februar, bann hat es mit dem Märzveilchen noch gute Weile, denn bis jetzt mü'srn ich öle ersten Frühlingsblumen, die Schnee'löchchen noch'ehr hüten, sich an« Licht zu wagen. .Dulde, gedulde dich fein, über ein Ständlern ist deine Kammer voll Sonne" sagt der Dichter, llirb ei muh doch Frühling werden.
* Polizeiliches. Am 2. Februar erschwindelte sich ein Anbekannter, der stch Mar Schulz nannte, in e'nem hiesigen Friseur- aeschäft eine braune Damenperücke (Subi- lopf mit Pony), im Werte von 70 AM. 6« handelt sich um e nen Landbewohner, etwa 35 Sah re alt, 1.60 Me er grotz. schlank. blas'eS Gesicht, ohne Schnurrbart, trug brau-en Anzug, Stofshut und war ohne Manie:. Sachdienliche Mitteilungen erbittet die Ärim.mtf- Polizei.
* Infolge der Glätte find in den letzten Tagen viele Personen zu Fall gekommen und wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Es sei deshalb nochmals dringend an die Streupflicht erinnert.
* Frost schaden am Bahnkör- der Main-Weserbahn. Auf dem Dahngelände der Main-Weserbahn zwischen Gießen und Lollar sind in der Nähe von Eietzen direkt unter den Gleisanlagen Frostbeulen im Bahnkörper entstanden. Die Wiederherstellung der Gleisanlagen wird mit allem Nachdruck durchgeführt. Für den Zugverkehr besteht keinerlei Gefahr, da die Züge die beiden schadhaften Stellen nur mit verringerter Geschwindigkeit passieren dürfen.
• Mit klingendem Spiel rückte gestern nachmittag das hiesige Ausbil- oungsbataillon wieder in feine Garnison ein. Das Bataillon war vorgestern zu einer Uebung mit anschließender Em- quartierung nach Eorbach ausgerllckt und wurde dann auf der Bahn nach hier verladen.
Nachdruck verboten
Mllllomn auf ter Landstraße
Roman von Annyv. Panhuys. (Tovyright 1928 by Verlag Alfred Bechtbold, Braunschweig.)
31. Formvung.
Nieves erkannte, es hatte wirklich keinen Zweck, den Baker noch mehr heraus- zufordern. Sie trug ja doch die Hauptschuld, und alles mutzte nun wohl seinen Gang gehen. Wenn sie nur niemals zu der bittersützen Erkenntnis gekommen wäre, datz sie den Mann liebte, den sie zu hassen gewähnt, mit jener seltsamen heißen Liebe, die so plötzlich da ist, ohne datz man ihr Nahen gehört, mit jener jähen, leidenschaftlichen Liebe, die dem Hasie zum verwechseln gleicht.
Tagtäglich wollte sie zu der wundertätigen Madonna vom Montserrat beten, diese Liebe aus ihrem Herzen zu reitzen wie böses Unkraut.
Aber di« Madonna würde ihr Gebet nicht erhören, weil sie zu grotze Schuld aus sich geladen hatte.
Sie fühlte stch völlig verwandelt im tiefsten Innern, sie kannte sich nicht wieder.
Die forsche, burschikose Nieves Miranda hatte sich verändert, seit sich über sie das uralte Mysterium, das Wunder aller Wunder ergossen.
Aber sie konnte t» nicht als Glück und Segen empfinde». Ihr war es, als sei
Oberhcsstsche Zeitung, Marburg a. L., Freitag, de« 1. Mär, 1929 >
gung über die Mäuse! der bisher üblichen Tresorficherung zu bannen. Die neue, auf pneumatischer Grundlage beruhende Sicherung mach! es nach menschlichem Ermessen völlig unmöglich, die gesicherten Räume unbemetft zu betreten oder auch nur iu öffnen. Daß $crfobren ist von einem Hochschullaboralo» rtum geprüft und brauchbar befunden worden. Es ist technisch einfach und mit geringen Kosten an jedem Tresorraum verwendbar.
• Das Große Los nach Berlin gefallen. In der heutigen Nachmit- tagsziehung der Preußischen Klassenlotterie ist das Große Los mit dem Hauptgewinn von 500 000 Mark gezogen worden. Der Glückstrefser fiel aus das Los Nummer 147 519, das in beiden Abteilungen in Berlin gespielt wird und zwar in Achtel- und Mertellosen.
* Die GeselNchaftssahrt des N o r d d euts chen Lloydbüros zur Leipziger Messe ist gesichert. Bisher haben sich zirka 25 Personen angemeldet, die Karten müssen heute bis 6 Uhr abends abgeholt fein.
• Jubiläum. Heute sind es 25 Jahre, datz Herr Bezirksinspektor Heinrich F r i e b e r t s h ä u s e r für die Lebensversicherung Allianz tätig ist.
• iDien ft Jubiläum. Herr Obersekretär Wilhelm bei der hiesigen Stadtverwaltung begeht heute sein 30jähr. Dienstjubiläum.
• Eissvrengungen auf der Lahn. Auf der Labn bei (Sieben wurden durch das Städtische Tiefbauamt mit Unterstützung eines Militärkommandos der (Siebener Garnison umfangreiche Sprengungen der E sblöcke vorgenommen. um dadurch für das Abströmen der erwarteten Waffermenge» Raum ju schaffen Die Sprengungen konnten jedoch infolge der neuen Kältewelle nicht den erwarteten Erfolg haben, da die Eismasien zum Teil wieder »u» Jammenfroren. Im übrigen handelt es sich bei diesen Sorengunsen um vorbereitende Matznahmen, denen weitere umfangreiche Eissvrengungen folgen sollen, sobald Tauwetter eintritt Alle Vorbereitungen sind getroffen, um beim Eintreten von Hochwasser ein schnelles Abgehen de» Eise» sicherzustellen.
• „Der Kampf mit dem Unfall t e u f e l". Im Rahmen der Unsall- verhütungswoche, die vom 24. Febr. bis 3. März im ganzen deutschen Reiche stattfindet, sprach gestern nachmittag im Capitol vor überaus gut besuchten Hause der Herr Diplom-Ingenieur Jung von der Buchdruckerberufsgenostenschaft In seinen Begrüßungsworten wies er an Hand von Zahlen darauf hin, was für Geld dem deutschen Bolksvermögen entzogen wurde durch die zahlreichen Betriebsunfälle, die sich in jedem Jahre ereignen. Es sei Pflicht eines jeden mitzuhelfen, dah die Unfälle vermieden werden. An Hand eines sehr netten Derkehrsfllm» wurde dann gezeigt, wie man sich auf der Strahe bewegen soll, wie Autos zu fahren haben uft». und was bei Nichtbefolauna der Regeln für schwere llnglücksfälle sich ereignen können. Sodann wurde ein Film gezeigt mit dem Titel „Der Unfallteufel". Dieser Film spielt sich in einer großen Druckerei des llllsteinsverlags ab. Der Film sprach die Wahrheit und zeigte, wie mit einer kleinen Unvorsichttgkeit, gerade in einem Zeitungsbetrieb, das größte Unglück herbeigefllhrt werden kann, das ?anze Familien vernichtet. Zum Echlutz at der Redner feine Worte zu beherzigen und jeder solle mithelfen die Unfälle zu vermeiden. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine wahrheitsgetreuen Schilderungen.
Aesorklnbrüche au-geschlossen!
Die Erfindung einer Marburger Firma.
Der als erfolgreicher Erfinder bekannte Inhaber der hiesigen Firma Pbuma bat ein neues Verfahren zur Sicherung von Tresor- räumen ausgearbeitet, bas geeignet erscheint, die in weiten Kreisen herrschende Beuntuhi-
Avs -em Gertchtssaal
Dor dem Einzelrichter hatten sich gestern drei junge Leute wegen groben Unfugs zu verantworten. 10 Mark Geldstrafe für jeden derselben waren die Folge. — Ein hiesiger Geschäftsmann, der die Verordnung bett. Schlachtung von Vieh nicht befolgt, hatte einen Strafbefehl von 150 Mark erhalten. Die Strafe wurde durch den beantragten Gerichtsentscheid auf 60 M ermäßigt. — Wegen unberechtigten Fischfangs wurde ein Mann in eine Geldstrafe von 35 Mark ge.- nn- men. — Der Zigeuner, der vor einigen Tagen in einer hiesigen Wohnung eine Uhr gestohlen hatte, wurde zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt. — Eine Beleidigungssache wurde mit 10 Mark Geldstrafe geahndet.
(Eine Scheune abgebrannt.
Wenkbach, 1. März. Heute Nacht gegen 12 Uhr wurde die hiesige Einwohnerschaft durch den Ruf des Feuerhorns aus dem Schlafe geschreckt. Scheune und Stallung des Landwirts Pepperling waren aus bis jetzt noch nicht aufgeklärter Ursache in Brand geraten. Der Feuerwehr gelang es, sämtliches Vieh bis auf eine Kuh, welche in den Flammen u m k a m, zu retten. 3m Übrigen mutzte sie sich auf den Schutz des Wohnhauses beschränken, das bereits Feuer gefangen hatte. Sämtliche Stroh» und Heuvorräte sind verbrannt.
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kehle MMMmMuugen
r. Frankfurt, 1. März. Zu Begntn bet heutigen Börse ist dir Stimmung weiter freundlich. Das Geschäft ist zi-mltp ,'ertin und beschränkt sich nur auf bevorzugte Werte. Farbeninbustri« 247. Siemens 373. Sckuckttt 424.
r Berlin. 1. März. Die Grundstim- mung am Berliner Produkienmarkt war bei festem Verhalten abwartend. Die Auslandsofferten für Brotgetreide sind weiter erhöht und zwar bot man 1 Mark höhere Preise. Die Käufer sind aber weiter zurückhaltend. Der Lieferungsmarkt ist gut behauptet.
Stsöt. Bekanntmachung
Verdingung.
Für den Reubau des Hallenschwimmbades sollen vergeben werden:
1. di« Zimmerarbeiten für die Hallenbinder,
2. die Dachschalungsarbeiten,
3. di« Dachdeckerarbeiten und
4. die Klemvnerarbeiten.
Ansebotsformulare sind beim Ltadtbauamt — Zimmer 21 — erhältlich.
Eröffnung der Angebot« daselbst: Freit«.
den 8. März 1929, 11 Uhr.
Marburg, den 28. Februar 1929. (1363
Stadtbanamt.
Voranzeigen
Zum Schneegipfel Afrikas.
Wie bereits früher erwähnt, gibt der Marburger Volksbildungsdienft tm Phil»
_______ Ar, w
lippshaus am Sonntag, dem 3. und Montag, dem 4. März seine Abschiedsvorstellung. Für diesen Zweck hat er eins „ der erfolgreichsten und besten Elanzstücke, den hier schon gelegentlich seiner ersten Vorführung mit größtem Beifall aufge» , nommenen Jagd- und Forschungsfilm: , „Zum Schneegipsel Afrikas" gewählt. An . Schönheit der Naturaufnahmen hält dieser dem noch in guter Erinnerung stehen» den Südpolfilm die Waage, übertrifft letzteren aber in Bezug auf Vielseitigkeit , ganz erheblich. Hauptsächlich behandelt er das Leben der Eroßtierwelt jener tro« pischen Landstriche, die einst den Kern un» Jeter wertvollsten Kolonie« „Deutsch* Ost-Afrika" bildeten.
Mtterbesdachtungrn am 28.2.|1. r.
Hiichste Temperatur am 28. Februar —4,0 l£e!|. Niedrigste Temperatur letzte Rächt —14,3 Lest.
UUL Hl. 1 lm m
gtan; Wr, Seiftet
Zeit
Barometers!, reduziert aus N. N.
Temperatur
ÄelatlM Luit» seuchtigkett
2d. 2.2 Uhr nachm.
776,4 mm
-4,2 (teil.
«Sie
28. 2.9Ul)t nachm.
778,3 mm
-8.6 Lets.
645,
1. 3.7 Uhr oorm.
782,9 mm
-13,1 teil.
475.
6»eüaiMus tot LM tut» W«
Wetterbericht
Das Hochdruckgebiet wird sich voraussichtlich von Sübcnglanb ostwärts verlagern. Es bleib dabei bei uns vorläufig das meist heitere und trockene Hochdruckwetter bestehen.
Aussichten für Sonnabend: Keine wesentliche Aenderung. .
Winterberg. 28. Febr. Temperatur: 10 Grad Eelc.us: Witterung' bfauer Himmel unb Donnensch« n! Windrichtung: S.-O.; Letzter Schneefall: 27. 2.; Schneehöhe: 40 Zentimeter: Schneehöhe in Höhenlagen über 700 Metern: 55 Zentimeter: Slibahn. Rodelbahn unb Bobbahn auSge^e ch-et: Bemerkungen: 10 Zentimeter Neuschnee. Pulve.fchr.ee.
Um Geld/
©Zeit und Arbeit
zu sparen
■raß man immerhin aehon tüchtig sein und wissen, wie men’« macht. Bekanntlich haben bei nennnenswerten Ausgaben, Insbesondere bei solchen für Lebensmittel, die Frauen das Wort. Sie sehen mit Kennerblick, was gut ist und Urnen möglichst Ersparnisse ein tragen kann. So haben denn Millionen von Hausfrauen den großen Vorteil der Zeit- und Arbeite-Ersparnis schon früh erkannt und verwenden seit mehr als 30 Jahren zum Backen von Kuchen, Torten und Kleingebäck nur Dr. Oetker ’s Backpulver „Batkin" Eier und die anderen wertvollen Zutaten sind niemals aufs Spiel gesetzt, weil die gleichmäßige und sichern Triebkraft von Backpulver „Backln“ unübertreffbar Ist. Die Kuchen werden schön groß und locker, vor allen Dingen wird durch1 „Backln“ der Wohlgeschmack in keiner Weise beeinflußt und' bestbekömmliches Gebäck erzielt - Dr. Oetker’s Backpulver „Backln“ wird in der vollendetet eingerichteten und größten Fabrik Europas in vorbildlich sauberster Weise ohne Jede Be-I rührung durch Menschenhand her gestellt. „Backln“ ist ein rein deutsches Erzeugnis, selbst seine Grundstoffe stammen aus Deutschland. Die leicht verständlichen Rezepte in Dr. Oetker’s farbig illustriertem Rezeptbuch, Ausg. F, dem Sie eine Fülle von Anregungen entnehmen können, machen Ihnen das Backen kinderleicht. Es ist für 15 Pfg. in allen einschlägigen Geschäften oder, wenn vergriffen, gegen Einsendung von Marken von mir direkt zu haben.
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Hagelschlag auf sie niebergeprttffelt, so verwirrt war ste. Wie würde sie noch leiden müsien. Denn ewig würde diese atemraubende, selig unselige Liebe unerwidert bleiben.
So bestrafte sie der Himmel, weil sie einem Toten den letzten Ruhm entrissen, ste mutzte leiden, weil sie gefrevelt hatte.
Sie dachte an Freda Markus, an ihr seichtes, spielerisches Wesen, an ihre blonde siegende Schönheit, und an die Liebe von Joachim Markus zu dieser süßen, hellbaarigen Frau, die sein Weib war vor Gott und der Welt.
O wie beneidete sie die junge Frau um ihr Glück, und wie sehnte sie sich jetzt nach zwei kühlen grauen Männeraugen, die sie wohl nie mehr im Leben Wiedersehen würde.
19.
Oft hatte Freda Gelegenheit festzustellen, wie sehr ihre blonden Reiz« hier im Lande der meist dunkelhaarigen Menschen gefielen. Mehr oder weniger verhüllte Bewunderungsblicke trafen sie überall, und ihr tat das gut, sie war glücklich in dieser Bewunderung und b-^ann allmählich Kultus mit sich zu treiben.
Gin paar Tag« blieb Joachim noch mit ihr in Barcelona, dann verabschiedete er stch in der Torre Eolina.
Der Hausherr bedauerte wortreich, ihn zum Kommen hieher veranlaßt zu habrn, da man leider in der Angelegenheit Miranda nichts tun könne, und beteuerte, datz er seinen Verdacht trotzdem bebalte, und er würde aufpasten wie ein Luchs,
vielleicht vermöge man Miranda doch noch zu fasten.
Joachim Markus lächelte nur zu allem.
„Trotz seiner Erfindung. — für die ja bis jetzt noch nicht einmal offiziell der Beweis erbracht ist, daß sie sich bewährt, — werden wir wohl auch noch nicht gleich kaput gehen. Ich meine, wir können in Ruhe abwarten, wie sich die Sache entwickelt."
Eolina lächelte auch, aber mit einer ge- wisten Ergebung.
„Sie befinden sich auf der Hochzeitsreise amigo mio, und Ihr Frauchen ist entzückend! Das ist bei mir Ihre Entschuldigung für Ihre Lauheit. Jedenfalls bleibe ich dabei, irgend etwas stimmt nicht bei der Mirandaschen Erfindung."
Sie trennten sich freundschaftlich.
Joachim und Freda fuhren nun mit dem Dampfer nach Sevilla.
Die Wogen des blauen mittelländischen Meeres umtosten das Schiff, und der Himmel hatte sein blauestes Riesentuch eingespannt, um zu zeigen, datz es in diesem Lande noch lange nicht Herbst war.
Joachim wunderte sich ein wenig, dah Freda anscheinend gar nicht so viel Genuß von dieser kurzen Wasterreise hatte, wie er erwartet. Er befragte sie kurz vor der Ankunft in Sevilla.
Sie standen an der Reeling, und Fre» das Gesicht sah ein wenig teilnahmslos aus.
Sie beantwortete die Frage ihres Mannes zunächst mit einem wundervollen Aufschlag der braunen Augen und lächelte
dann: „Wenn ich ganz ehrlich sein oll, Joachim, so hätte ich allerdings die Eisenbahn dem Dampfer vorgezogen, es ist so eintönig auf dem Master."
Er sah sie verblüfft an.
„Aber du fährst doch auf dem Mittelländischen Meer, das Bewußtsein ist doch ’ schon an und für stch Poesie."
Sie lachte. „Es gibt ja wohl Menschen, die so komisches Zeug denken, und du gehörst scheinbar auch dazu. Aber ich sehe nichts Besonderes darin."
Sie bemerkte nicht, wie sich seine Züge flüchttg verdunkelten, sie blickte jetzt in ganz anderer Richtung, angezogen von dunkelflammenden bewundernden Man- ncttiuncn.
Gleich aber wandte ste wieder den Kopf und sagte irgend etwas Belanglose» zu Joachim.
Ihr war, als müste ste sehr vorfichttg sein, damit er nicht ebenfalls aufmerksam würde auf diesen nicht allzu großen, mit ganz besonderer Eleganz gekleideten Herrn, desten Blicke ihr, seit sie in Barce- lona den Dampfer bestiegen, immer wieder in stummer Huldigung entgegenkamen.
Er war nicht mehr jung, in sein schwarzes Haar schmeichelte es sich an den Schläfen und dicht über der Stint schon silbern ein, aber sein Gesicht war ungemein charakteristisch.
Er interessierte sie, weil seine Augen, wenn sie aus ihr weilten, einen fast anbetenden Ausdruck annahmen.
Joachim sagte wie entschuldigend: „Dtz bist noch sehr jung, mein Liebling, und