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Anzeiger für (das frühere knrheffische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen fAr Stadt und Kreis Marburg.

Das Limbmser Schloß surch Feuer zerstört

M machtlos - Auch das Museum ist vernichlel

S« Worische Bau biS aus einen Flügel völlig vernichtei - Die Feuerwehr wegen Wasser

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waren die umsasienden LSscharbeiten der Webre« so out wie ergebnislos, da dl« Hydranten eingefroren waren nnd das an­der Lahn zum Domselsen blnausgepumote Wasser in den Schläuchen zum Teil gefror.

Zu dem Brand erfahren wir weiter:

Das alte historische Limburger Schlob ist heute nacht zum grössten Teil durch Feuer zerstört worden. Der Brand ent­stand gegen 2J4 Uhr. Die zahlreich erschienene Feuerwehr war machtlos. Die Lösch­arbeiten wurden noch dadurch erschwert, dab die Hydranten schon seit Woche« rüge»

froren waren, so dab da» Wasser au» der Lahn herbeigcholt werde« muhte.

Alle Bemühungen der Feuerwehr waren vergeblich, da fie erst nach l^stündigem Brande in Tätigkeit treten konnte.

Da» gesamte alte Schloh mit Ausnahme eines Flügels kiel den Flammen ffn Opfer. Durch die Feuergarben war ein grobes Häuser- viertel aufs ftärlste gefährdet. Bis um 9 Uhr war es «och nicht gelungen, die Flamme» in den einzelnen Flügeln z» ersticken. Eine im Schlob wohnende Familie konnte noch recht­zeitig gerettet und in Sicherheit gebracht wer»

ft. Limburg a. d. Lahn, 28. Febr. Seit heute morgen steht das aus dem 13. Jahrhun­dert stammende Limburger Schlob, das Wahrzeichen Limburgs auf dem hoben Dom- jelsen, in Helle» Flammen.

Bis VA Uhr war der umfangreich« Wcst- flügel, der Südflügel »ad ein Teil des Vstflüaels bis auf die massiven Stein­mauern uiedergebrannt.

Unversehrt ist lediglich der im Osten gelegene Renaissancebau und der Wohnturm. Augen­blicklich wüten die Flammen noch im Innern der beiden Flügel. Wegen der groben Kälte

den. Menschenleben sind nicht ru beklagen. Auber wertvollen Kunftgegen- ständen ist ein ganze» Muse nm. da» in dem Schloh «ntergebracht war, vernichtet worden. Der Schaden ist sehr grob. Um 10 Ubr war die Feuerwehr immer noch tätig, um de» Feuers Herr r» werden. Man hofft, de« unbeschädigten Flügel erhalten r» können. Di« übrigen Flügel sind vollständig ver­loren. Die Enistehungsursache des Brande» konnte «och nicht feftgcftellt werden.

DerP e t i t P o r

allgemeine Prüfung ten wie zahlreichen haben, die in mehr Zusammenhang mit uen Aufgabe stehen.

der ebenso oerwickel- Probleme beschränkt oder weniger engem der ihnen übertrage-

Derordnung zugunsten der Klein­rentner vorsieht. Damit sind zwei im wesentlichen von der Sozialdemo­kratie aus agitatorischen Grün­den betriebene Anträge vom Kabinett zurückgewiesen.

Der Reichsarbeitsminister W i s s e l l hat gestern im Sozialpolitischen Ausschuß des Reichstags eine sehr wichtige Erklärung abgegeben. Danach hat das Kabin tt in seiner Sitzung am 20. Fe» bruar die von der Sozialdemokratie ein­gebrachten Anträge für etnen Ausbau der Invaliden-Bersicherung abgelehnt, und zwar mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Tributlasten. Der Reichsarbeitsminister hat nur noch eine Prüfung der Frage in Aussicht gestellt, wieviel Der- sicherte bei einer Herabsetzung der Inoa» liditätsgrenze von 662/3 auf 50 Prozent Anspruch auf Rente erhalten würden.

Außerdem hat der Reichsarbeitsminister mitgeteilt, daß das Reichskabinett auch die Entschließung des Reichstags vom 19. Februar abgelehnt hat, die ein selbständiges Rentnerge­setz in Verbindung mit einem Gesetz über die Inflationssteuern verlangte. Die Reichsregierung wird nur die Ent­schließung durchführen, die eine Set« bkff^runL der FürforHepflicht«

Entlsröte Drmamie der S. P. D WW gegen die WtiienWrngc feiner Sattei

Havas berichtet, daß gestern vormittag die Mitglieder der Unterausschüsse der

Reparationssachverständigenkonferenz ihren Meinungsaustausch von Delegation SU Delegation bezw. in privaten Unter­redungen fortgesetzt haben. Die Agentur Havas ist ferner ermächtigt, folgendes zu erklären: In gut unterrichtete« Kreisen zeigt man sich sehr überrascht wegen der in einer Reihe von Zeitungen veröffent­lichten Depeschen aus ausländischer Quelle, denen zufolge der Sachverständi- genausschuß bereits grundsätzlich die An­zahl und die Höhe der deutschen Annuitä­ten festgesetzt haben soll. Man erinnerte daran, daß die Mitglieder der Konferenz noch in keinem Augenblick sich über Zif­fern ausgesprochen haben und daß sich die Sachverständigen bis jetzt streng auf die

1 MMarör gegen 31- MMaröen

Sie Pariser Presse nennt saft flbereinitimmenb Angrisi und Segmfordrwng bet Sachverständigen

Ter Vorteil dieses Systems ist gerade der, elastisch zu sein, um die Aus­arbeitung eines Statuts zu gestatten, in das der Betrag der verschiedenen Zah- lungskategorien dann, wie man feoät

leichter eingefügt werden kann. Selbst­verständlich suchen die Delegierten der Alliierten von Dr. Schacht die höchst­mögliche Summe für die ungeschütz­ten Zahlungen zu erreichen. Nur die beiden von jeder Kontrolle befreiten An­nuitäten werden Gegen st and einer Kreditoperation werden können, kommerzialisierbar sein, und Kapital dar­stellen. Aber gerade in diesem Punkte zeigen die deutschen Delegierten den größten Wider st and.

Ohne eine Ziffer in d:r Sitzung aus­zusprechen, hat Dr. Schacht doch im Verlaufe von Privatbesprcchungen eine Gesamtziffer für sämtliche Zah­lungskategorien durchblicken lassen, die zwischen der Hälfte und dem Drittel dessen liege, was die Alliier­ten fordern.

Mit anderen Worten, die Pläne Schachts bewegen sich in der Höhe von 1 V- M i l- liarden Goldmark, während die von den Alliierten gewünschte Summe

3 Milliarden Goldmark übersteigt. Der Abstand ist groß, aber er wird in voller Schärfe erst hervortreten, wenn man ent­schlossen an die Beratung der Ziffern Her­angehen wird. Für den Augenblick dis­kutiert man die Art der Verteilung der Annuitäten auf die drei Kategorien.

Auch derMatin" nennt heute vor­mittag Ziffern. Er erklärt, es fei wahr­scheinlich, daß sie nur in privaten Unterredungen zwischen Dr. Schacht und Sir Josiah Stamp genannt wur­den, aber es sei nötig zu sagen, daß die ersten von den Schuldnern den Gläubi­gern genannten Summen nicht sehr er­mutigend gewesen seien. Das erste An­gebot der Deutschen sei kaum 1 Mil­liarde Goldmark gewesen. Die Ge­samtrechnung der Alliierten habe sich aber auf 3 i/i Alilliarden im Jahr be­laufen

Auch dieOeuvre" erklärt, die von den Deutschen genannte Summe sei 1 Milliarde gewesen.

isien" schreibt nach einem Hinweis auf die geplante Eintei­lung der Reparationszahlungen in ge­schützte, ungeschützte und Sachlieferungen:

Im Gegensatz zu dieser Erklärung be­faßt sich die ausländische Presse weiter mit angeblichen Forderungen und Ange­boten zu den Jahresleistungen. Wir haben keinen Grund, sie zu verschweigen. Die Mutmaßungen derTimes" haben wir bereits gestern wiedergegeben; sie finden in den heutigen Ausgaben der Berliner Presse stärkste Beachtung. Nun wollen heute auch einige Pariser Blätter in der Lage sein, ziffernmäßige Angaben über die von den Alliierten gewünschte und die von deutscher Seite angebotene Höhe der künftigen Reparations-Annuitäten zu machen.

Die Uebereinstimmung in den Zahlen­angaben ist so auffallend, daß aus ihnen doch wohl mit Recht auf die in den priva­ten Besprechungen gemachten Vorschläge und Forderungen Rückschlüsse gezogen werden können. Die Differenz zwischen Angebot und Forderung ist allerdings so groß, daß man die Aussichten auf einen Ausgleich sehr pessimistisch beurteilen muß.

Diese Erklärung des Arbeitsministers richtet sich also gegen die eigene Partei. Eine schärfere Kritik einer übersteigerten, lediglich auf Wählerfang abgestimmten Agitation ist wohl kaum denkbar.

Im übrigen ist es überaus charakte­ristisch, daß ausgerechnet unter einer sosialdemokratischen Regierung die Erweiterung der sozialen Aufwendungen a b g e l e h n t werden muß, und zwar durch die sozialdemokratischen Minister selbst. Es ist ein ander Ding also, ob man draußen billige Agitation betreibt, oder ob man mit der Verantwortung für das, was man verspricht, belastet ist.

Diese Vorgänge sind außerordentlich lehrreich. Sie können nicht deutlich und einprägsam genug gerade denen im Lande vor Augen geführt werden, ine sich durch die sozialdemokratischen Versprechungen seinerzeit haben Sand in die Augen (treuen lassen.

EmhMfront gegen die BeMtitertenjerenz

Berlin, 27. Febr. DaS im Reichstag so seltene Bild einer 6in6eit8froni aller Parteien zeigte sich Henle bei der Besprechung einer Ze.ltrumsinterpellati.n, dl« sich mit der Behinderung des Baues von drei neuen Aheinbrücken bei Ludwigshafen, Sxeyer vn > Waran durch die Rheinlandkommission beschäftigt.Sie dringende Rotwendigkech des Baue; öieftt drei Drücken wird von keine- Sette bestritten. Die Derkehrsverhältnisse im Zerrsteinifchen Gebiet haben eine skandalöse Entwiulung ge­nommen, wirtschaftliche Schäden und eine Häufung von Knglüclssöllcn sind die Folge des Fehlens dieser Drücken. Die ganze Schuld daran trägt die Dotschaste-konserenz. die es handelt sich um besetztes Gebiet die Antwort aus den Antrag zum Dau der Drücken vertagt hat bis. zu den Termin, wo sie die Gesamtprüsung der allgemei:e.i Frage der Einrichtung der rheinischen Eisenbahnen, also der Eisenbahnen des gesamten 'be­fetten Gebietes, endlich etimal beendet hat. Alle Parteien von rechts bis links waren einig in der Verurtei­lung dieses Vorgehens der Do t- schafterkonserenz, das als eine be­täubte Schikanierung des deutschen Wirt- schasts- und DerkehrLlebenZ bezeichnet wurde.

Der Deichsverkehrsminister Dr. S ch ä Hel konnte nur erklären, dah die Reichsregie ung bisher immer vergebens auf ei le Beschleuni­gung der Enftcle düng der Do schasterkcn'erenz gedrängt, und dah die Verantwortung für al e weiteren Unfälle im oberrheinischen Verkehr der Desatzungsbehörde zusalle.

Mg. Dr. von Dry ander (Dnat.) bean­tragt die Vorlegung einer geschloffenen Dar» stellung, welche W.r.ung die Einwendungen der Entente auf die Entwicklung des rheini­schen Terkehrswe'ens ausgeübt hat. Die Schikanierung des r ei ischen Verkehrs im De e.n mit anderen Eingriffen sei ein System, daS durch d.e Aeuherung de; Marschalls Foch gekennzech ei werde: Frank, eich brauche d.e Desensivlinie HaaretHunsrückEifel. Der deutschnationale Antrag wurde ange­nommen.

Das Zusatzabkommen zum deu.sch-südsluwi- schen Handc sxr rag, das dann zur zwe.trn Beratung kam, führte zu einer

erbitterte« Zolldebatte.

3n diesem Abkommen wird näm ich der er­mäßigte Zoll van 2,50 Mark für Futter» ma.s auch auf Mais zur Herstellung von Branntwein und zu Saarzwerken a.s gedehnt. Don den Deutschnat ona en unJ der Ch rist ih- nationalen Da: ernparlei wurde ti-fe Be­stimmung als eine Schäbig:nj der ka rtofsel» bauenden . rndw.rtsc^a't be'ä n. st, wäg end Reick ser.. .ungsmi ister Dieirich, une stützt von Rednern der L nien, du auf hinwies daß aus der Landwirtschaft se'bst die'e Zoller­mäßigung vielfach gewünscht wvrde: s i Die namentliche Schluhabstimmung e gab die An­nahme des Zusatzabkommen^ in dritter Be­ratung mit DO gegen 135 Stimmen bei 3 Stimmenthaltungen.

3n der heutigen S'tz.mg wurden auch die gestern zurückgestell'.en

Mibtrauensankäge der Kommunisten gegen daS G e f a m t k a b ' n et t und gegen den Deichswehrmini st er Groener a b g e lehnt. Beim An rag gegen den Wehrminister übten die «>eutschnattonalen Stimmenhaltung, während sie dem Antrag