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Der Amtliche Preußische Pressedienst

to.ir 64. Mro. Marburg o. Lahn

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Mentas, ben 25. Februar ISA

Anzeiger für (das frühere kurheffifche) Oberhesse«

Anzeiger der amtliche« Bekanntmachung«» siir Stadt und Kreis Marburg

Em ftamösifch SeWchsr GehesmvMras

Ejn MMürabkommen WM MtWand und Holland Trotz Lomrno und Mterbimd

ÄberhMsche ==. 3eftuit9

rasUtrechtsch Dagblad- veröf- fenüicht den Wortlaut eines Aufsehen er­regenden Militär - Geheim - Abkommens zwischen Frankreich und Belgien, das stch deutlich gegen Deutschland »ad Holland, dann aber gegen Italien und Spanien richtet und ie dem sich beide Staaten die sofortige Mobil« achung »ud gegeusei- tige militärische Hilfe im Falle einer Kriegsdrohung zu sicher«.

Das von dem holländischen Blatt veröf­fentlichte eigentliche Abkommen umfaßt a ch t A r t i k e l, von denen der erste Vor­sicht, daß, falls eines der beiden vertrags­schließenden Länder sich mit Deutsch­land oder einer von Deutschland unter­stützten Macht im Kriegszustand befindet, es von seinem Vertragspartner mit seiner gesamten verfügbaren Macht unterstützt werden soll.

Artikel II bestimmt, daß sich das nicht allein auf die Rheingrenze, sondern aus jeden Angriff bezieht.

Artikel III verpflichtet beide Lander, sofort und ohne jche vorherige.Verständi­gung zu mobilisieren, falls eine Macht, die auf irgend eine beliebige Weise durch Deutschland unterstützt wird, die Ab­sicht einer Mobilisierung erken­nen läßt

Zu Artikel IV Sberuimmt es Belgien, im gegebenen Fall ein Minimum von 600 000 Mann zu mobilisieren, während sich Frankreich seinerseits verpflichtet, Bel­gien mit einer Truppenmacht von minde­stens 1200 000 Mann zu unterstützen, die aus belgischem Gebiet operiere« soll.

Artikel V bestimmt, daß die verfüg­baren Truppen beider Länder sofort die Offensive ergreifen, so daß Deutschland gleichzeitig im Norden und im Süden gegen eine gemeinsame Aus­stellung kämpfen muß.

Artikel VI bezieht sich auf die fortlau­fende Zusammenarbeit der Eeneralstabe der beiden Heere.

Durch Artikel VII wird das Abkommen für einen Zeitraum für 25 Iah" geschlossen. Wird es nach Ablauf dieser Zeit nicht gekündigt, so bleibt es weitere 25 Jahre in Kraft. Beide Parteien ver­pflichten sich, kein militärisches Abkommen oder diplomatisches Schriftstück zu unter­zeichnen, durch das das vorliegende Ab­kommen aufgehoben wird. Im Falle eines Krieges werden sie keinen Sonderfrieden schließen.

Artikel VIII besagt: der Inhalt dieses Abkommen wird streng geheim ge­halten werden.

In den von den französischen und belgi­schen Generalstäblern aufgestellten Jnter- pretationsbestimmungen wird unter Hin­weis auf das englisch-belgische Abkommen vom 7. Juli 1927 ausge­führt, daß sich die evtl. Gegner Belgiens auf Deutschland und Holland und die eventuellen Gegner Frankreichs auf Ita­lien und Spanien beschränken lasten.

Es werden sodann Verhaltungsmaß­regeln für den Fall eines Konfliktes mit Deutschland, Holland oder mit Italien aufgestellt, wobei u. a. ein Einfall in das Ruhrgebiet, ein Einmarsch in Holländifch- Limbürg sowie ein gemeinsames Operie­ren in Holländisch-Flandern in Aussicht genommen werden.

Petit Parisis«" dementiert.

Zu der Vreöffentlichung desUtrechtsch Dagblad" über den französischen und bel­gischen geheimen Militärvertrag von 1920

und 1927 erklärt der halbamtlichePetit Parisien", er könne auf das bestimmfeste versichern, daß die Schriftstücke eine Fäl­schung darstellen. Man brauche nicht zu unterstreichen, das Frankreich und Bel­gien gar kein Interesse daran hätten, einen' derartigen Vertrag zu unterzeich­nen (?) und noch weniger, ihn zu er­neuern, da ja infolge der Locarno-Ab­machungen Großbritannien und Italien eingreifen würden.

Englische Pressestimme« zum belgisch- französischen Militärabkommen.

Alle Londoner Blätter geben ausführ­lich die Meldung desUtrechtsch Dagblad" über ein geheimes französisch-belgisches Militärabkommen wieder. Der diploma­tische Korrespondenz desDaily Tele-

Der Ausschuß für die Festsetzung eines . DvlbStrauertages veranstaltete am gestrigen Sonntag zum Gedächtnis der im Weltkrieg Gefallenen eine Reihe von Feiern, bte bei starker Beteiligung der Bevölkerung einen ein­drucksvollen Verlauf nahmen.

Di« offizielle Gedenkfeier des Volksbundes Deutsche Krsegsgräberfürsorge" fand mittags 12 Uhr im Plenarfitzungssaal des Reichstages statt. Der Saal war ftint- nrungsvoll geschmückt, an der Rednertribüne drei riesige silberne Kreuze auf schwarzem Grund und zu beiden Seiten gewaltige Pylonen, aus denen Flammen emporloderten. Im Hintergrund des Saales hatten Vertreter der Groß-Berliner Studentenschaft mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Hinter dem Rednerpult waren die Feldzeichen der alten Berliner Regimenter aufgestellt. Punkt 12 Uhr betrat

Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung seines Adjutanten, des Oberst­leutnants v. Hindenburg, des Reichsministers des Innern Severing. des Vizepräsidenten des Reichstages v. Kardorff, des Reichswehr» nrinisters Groener. des stellvertretenden Chefs der Heeresleitung v. Tschitschwitz, des Chefs der Marineleitung und des Staatssekretärs v. Schubert den Saal. Die Feier wurde mit Beethovens Trauermarsch eröffnet. Der Prä­sident des Bollsbundes Deutsche Kriegs- gräberfürsvrge.

Reichsmrnister a. D. Dr. Gehler, wies in einer eindrucksvollen Rede auf die Bedeutung des Tages hin und unterstrich im besonderen die überparteiliche Arbett. die der Dvlksbund für Deutsche Kr eqsgräberfürforge leiste .Dieser Arbeit", so führte der Redner aus. .gilt der heutige Tag der Erinnerungen, den mit uns nicht nur Hunderttausend« im Snland. sondern auch im Ausland begehen. Keberall in allen Weltteilen und. in allen Meeren glänzen di« Sonnenstrahlen auf die Gräber deutscher Krieger im Tode vereint j mit den Soldaten fremder Rationen, die W»

Soweit es sich um die angeblichenEr­läuterungen" handelt, darf der Gedanke, daß die britische Regierung sich auf irgendwelche derartige Verpflichtungen eingelasten haben sollte, als völlig unbe­gründet beiseite geschoben werden. Es sind von England keinerlei derartige Ver­pflichtungen eingegangen worden. Sie würden beträchtlich dem Geiste, der den Locarnoverträgen zugrunde liegt, völlig zuwiderlaufen.

Der diplomatische Korrespondent der Morning-Post" schreibt:

Das geheime Mflitärabkommen zwischen Frankreich «nd Belgien ist eine alte Geschichte. Es war wesent­licher Natur und bildet die natürliche Folge des Weltkrieges «nd des Ver- jaiyer Vertrages.

graph" bemerkt dazu: In gut unterrich­teten Kreisen wurde gestern abend daran erinnert, daß im

Jahre 1920 ein französisch-belgisches Bündnis ganz offen abgeschlssien und später beim Völkerbund registriert und veröffentlicht wurde. Damals wurde zugegeben, daß das Bündnis von ge­wissen militärischen Klauseln in Form eines Notenaustausches zwischen den beiden Regierungen begleitet war.

Dieser Notenaustausch wurde aus Gründen, die auf der Hand liege«, nicht vom Völkerbund registriert.

Ob die von der holländischen Zeitung ver­öffentlichten Bedingungen die Klauseln korrekt wiedergeben, ist nicht bekannt.

fi« für ihr Vaterland gekämpft haben und heut« neben ihnen ruhen. Die Jnstairdhaktung dieser Gräber ist eine täglich schwieriger werdende Aufgabe, der der Deutsche Dolks- bund mit einem Stabe geschulter und eifriger- Mitarbeiter gerecht zu werden sucht. Mil­lionen. di« in der Heimat trauern, wird durch die Verbindung, die mit jedem einzelnen deut­schen Grabe hergestelll wird, Trost geschaffen. Aber es geht nicht nur um diese äußeren Dinge, sondern auch um den Trost der Mil­lionen, die in der Heimat an ihren Toten hängen und um sie trauern. Wir wollen aus der Pflege des Gedächtnisses unserer Toten auch sittliche Werte lebendig erhalten: den Geist der Treue, den Geist der Hingebung, den Geist des Opfers, ohne die auf die Dauer keine große Sache gedeihen kann. And eine groß« und heilige Sache ist die Er­stehung des deutschen Volkes zur Frecheit und Gleichberechtigung im Kreise der Völker."

Rach einigen Musikvorträgen fand die Feier nnt dem aemeinsamen Gelang des Deutsch- land-Liedes ihren Abschluß. Der Reichs­präsident begab sich sodann mi den Herren seiner Begleitung durch den Hauptausgang nach dem Platz der Republik, wo er von der Menge mit begeisterten Zurufen emp­fangen wurde Rach der Abnahme der Parade des Wachtreginients begab sich der Reichspräsident in sein Palais zurück.

Im Herrenhause hatte zu gleicher Zeit die Reichsvereiniqung ehemaliger Kriegsge­fangener eine Feier veranstaltet, während tm Grchzen Schauspielhaus vom Hauptkr.egerver- band. im Berliner Konzertbaus Clou von den Vereinigten Vaterlän'-llchen Verbanden, in der Hochschule für Musik vom R^ten Kr-uz im Lehrervereinshaus vom Caritasverband, im Zirkus Dusch vom Stahlhelm und tm Landtagsgebäude von der Bismarck-Jugend Gedenkfeiern für die Gefallenen abgehalten wurden. Auch auf den Fr.edhofen fanden Gedächtnisfeiern für die Toten aus dem Welt­kriege statt.

Was dem Bericht über eine Vereinbarung zwischen Großbritannien und BeHienan- aeht so macht er einen phantasttswen Ein­druck da sie 18 Monate nach Locarno und 9 Monate nach Deutschlands Eintritt in den Völkerbund unterzeichnet sein soll. Es ist selbstverständlich durchaus möglich, daß eine Denkschrift in Form eines Ent­wurfes zu einem Abkommen existiert, die von den Militärattaches der beiden betei­ligten Länder aufgezeichnet wurden.

Das ist die Aufgabe dieser Beamte«, Altionspläue für alle denkbaren Möglichkeiten aufzuzeichue«.

Wenn die Geheimarchive der verschiedenen Kriegsministerien und Militäragenten jedes europäischen Landes durchsucht wer­den würden, dann würde, wie versichert wird, eine Menge derartigen Materials gefunden werden

Berlin, 23. Febr. (WDB.) Die an­gekündigte Erklärung des Amtlichen Preu­ßischen Pressedienstes, die sich in der Dar­stellung des Sachverhaltes mit der bereits veröffentlichten Meldung deckt, kommt zu­sammenfassend zu dem Ergebnis, daß im strikten Gegensatz zu den Mitteilungen der Rationalliberalen Korrespondenz" keine Rede davon war, daß die Volkspartei sich in Bezug auf die Zustimmung zu einem ihr dem Inhalt nach unbekannten Konkordat, auf dessen Formulierung sie ohne Einfluß bleiben sollte, hätte binden sollen. Wahr ist vielmehr nur, daß Ministerpräsident Braun die volksparteilichen Antechänd- ler nachdem die Verhandlungen aus personellen Gründen eigenttich bereits innerlich als gescheitett anzusehen waren auf die ihnen längst bekannte Vorausset­zung hingewiesen hat, daß man in gemein­samer Beratung eine Formulierung des Konkordates finden müsse, die sowohl für Zentrum, wie für Volkspartei tragbar und akzeptabel sei. Er hat dieser sachlichen Frage Erwähnung getan, damit ihm, wenn die Volkspartei sich in der personellen Frage doch noch eines Besseren besinnen sollte und er dann die Konkordatsfrage zur Sprache bringen müßte, nicht der Vorwurf gemacht werden könnte, er habe nun neue Schwierigkeiten hervorgerufen.

Deutschvolksparteiliche Gegenerklärung zur Erklärung des preußischen Minister­präsidenten.

Gegenüber den Darstellungen bezüglich oer Verhandlungen des preußischen Mi- nisterpräsioenten und der Dertteter der Deutschen Volkspartei über die Konkordats- ftage wrrd von Seiten der Unterhändler der Deutschen Volkspartei über den Gang des Gespräches folgendes mitgeteill:

Rach Erörterung der bekannten An­sprüche der Deutschen Volkspartei auf zwei Ministersitze sagte der Ministerpräsident, daß, wenn auch die Frage der Aemter er­ledigt sei, doch noch sachliche Hindernisse! zu überwinden seien. Abgeordneter Stendel sagte darauf, daß der Herr Ministerpräsi­dent damit doch wohl nicht die Frage des Konkordates meine, da ja in der früheren interfraktionellen Aussprache der Minister- Präsident selber di« Erörterung der Kon- kordatSfrage auSgeschattet habe.

Dr Braun erwiderte darauf, daß man allerdings doch gewisse Verpflichtungen von der Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei verlange,Wir sind zurzeit", erklärte er,mit gewissen Formulierungen beschäftigt. Wir können der Deutschen Volksparteii natürlich nicht Mitteilungen über alle Einzelheiten des Konkordates machen, aber gewisse Richtlinien mühten doch festgestelll und von der Volkspartei als Verpflichtung anerkannt werden. Wir sind, wie gesagt, mit solchen Formulie­rungen beschäftigt." Als Grund für diese Verpflichtung wurde vom MiNisterPrasl- denten Dr. Braun folgendes erklärt: Das Zentrum fühle sich in der Behandlung des Reichsschulgesetzes von der Volkspartei dü­piert. Einer zweiten Düpierung solcher Art wolle es sich nicht aussetzen. Deshalb das Verlangen nach vorheriger Sicherung-

Reichspräsident ««d Stahlhelm.

Der Reichspräsident hat am Sonn­abend, wie angekündigt, die Führer des Stahlhelms Seldte und Düsterberg emp­fangen. Der Empfang ist, wie dieVoß. Ztg." wissen will, zurückzuführen out jenes von Staatssekretär Meißner gezeich­nete und mit Hindenburgs Autorisation abgesandte Schreiben, in dem von dem Stahlhelm eine Erklärung über die Stahlhelm-Botschaften gefordert wurde. Die Führer des Stahlhelms haben darum gebeten, die Antwort auf die Fragen dem Reichspräsidenten mündlich übermittelir zu dürfen.

Der Bolksttanerlsg in Berlin