Mr und wider den Transferschutz
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fk. Moskau, 21. Febr. Di« Sowjetpresse teilt mit, dab die Stobt Trotz! (Couvcrne- ment Samara) in Tschapajewsk umbenannt worden ist. Damit wird jede amtliche Erinnerung an die historische Persönlichkeit
hat. Der technische Sicherheitsapparat Reichsbahn genüg« im allgemeinen den
sparsame sicherzu- wie der
werden. Der Sachverständigenwürde wohl zu einer Lösung die den Transferschutz für einen Jahresraten bestehen lasse.
Gleichzeitig sehe man in dem Bestreben Trotzkis, so bald wie möglich aus der Türkei abzureisen, ein Anzeichen dafür, das, die türkische Regierung versuche, der Verantwortlichkeit für seine Sicherheit enthoben zu werden.
Schacht nicht mehr weigern, die Aufrechterhaltung der jetzigen Dawesraten anzunehmen. Der Kampf der Sachverständigen werde deshalb wohl auch weniger um die Aufrechterhaltung der Höhe als um die Z a h l d e r I a h r e s r a t e n gehen, denn die Deutschen wühlen sehr wohl, dah sich die Europaverbündeten darüber einig seien, die Dauer der Zahlungen des Reiches nach ihren eigenen Zahlungen an Amerika zu regeln.
Der Ersatz-Delegierte für Owen Poung, P e r k i n s, wird am F r e it a g in Paris erwartet.
fk. L o n d o u, 21. Fcbr. Wie Reuter ans Ko» sta«.t.iL0 vel b^richt-t. ki am Mittwoch abend ein 2000 Worte langes, von Trotzki gezeichnetes Telegramm in, russischer Sprache von Konstantinopel nach Paris gesandt worden. Mon nimmt an, da« sich Trotzki nicht nur in Deutschland, sondern durch Vermittlung seiner Freunde auch in Frank-
Wo Vkö Trotzki Mn?
Er bittet «och «m AufnÄ» In Frankreich
Donnerstag, ttn 21. Februar 1929
Die ^Vberhessisch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 2 GM. aus- schließ!. Zustellungsgebühr, durch dt«P»st2.2S GM.Füi etwa infolge Streiks, Maschlnendefekt« »der elementarer Lrelgniss« ausfallend« Kummer« wird kein Ersatz ««* leistet. Verlag v. Dr. §. -itzeroth. Druck der Unid.-Buchdruckerei d» Zoh. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. «. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 w»
~ ‘kl—1 Uhr.
Roichsbabn und Rovarativaon
Der Deichsiag beschäftigte sich In ferner gestrigen Sitzung mit Reichsbahnfragen. Die schweren Eifer.bahnkatastrophen des vergangenen Jahves haben zu einer Untersuchung der Sicherheitseinrichtungeu der Reichsbahn durch den Derrehrsausschuh geführt. AeichSverkehrsminister Schätze! bestätigte in seinen längeren Ausführungen im wesentlichen das. was auch der Derkehrsaus- schutz in einer Entschließung zufammengetaßt
Das Reichskabinett wird sich schon in den nächsten Tagen mit dem Einreisegesuch Trotzkis befassen. Das Zentrum bat bereits wissen lassen, dab cs gegen die Einreise ist. Auch innerhalb der Volksvartei besteht gegen die Bewilligung des Gesuches eine starke Gegnerschaft. Im Laser der Sozialdemokraten herrscht Einmütigkeit für die Bewilligung.
Der „Petit P a r i s i e n" meint in seiner Besprechung der Sachverständigen- Arbeiten, der Wohlstandsindex stelle für Frankreich und die Alliierten die Haupthoffnung dar und dürfe nur gegen sehr bedeutende Gegenleistungen auf-
Spareu! Spare«!
Berlin, 20. Febr. Mm die Durchführung des Reichs Haus Halts stellen, hat di« Reichsregierung,
Asyl umsehe.
Z« der gestrigen Vormittags-Sitzung des Reparations - Sachverständigenaus- fchusses erstattete der euglifche Delegierte Sir Josiah Stomp im Name« des Fünfer-Ausschusses Bericht über die Arbeite« dieses Ausschusses. Die Diskussio« über diese« Bericht, zu dem sich auch die übrige« Mitglieder des Fünfer-Ausschusses geändert haben, fand am Nachmittag statt. Der Fünfer-Ausschuss wurde beauftragt, heute zu tagen und einen end- gültige« Bericht für die am Freitag ftattsindende Vollsitzung vorzulegen. Sehr eiugehend wnrde gestern nachmittag die Transfer-Fähigkeit Deutschlands behaudelt. Bei der ganzen gegenwärtigen Erörterung handelt es sich letzten Endes darum, den in der nächsten Zeit zu behandelnden Fragenkomplex abzugrenzen, damit die Diskussion nicht ins Uferlose gehe. Die Frage, ob mau zur Einsetzung von Unterausschüssen übergehen wird, ist «och «icht geklärt.
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Der t äz-kgenpret» CTttjf W» »en 10 gefreit 3eflenmiainw«t 0.08 Heine v-r-nzeig« 0.06 SM„ amtliche und «*«• wLrrlqe Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sa» sowie bei Platz- Vorschrift 50°/, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 •I* schlag. Reklamen der Mllllm. 0,40 SM. Zeder Rabat, gilt al» «arrabatt. Ziel 5 Sage. Beleg« werden berechnet, ebenso Auskunft durch die GeschLftsstell« und Zusendung der Hngebe*. Erfüllungsort Marburg.
t Goldmark = ‘/«^Dollar.
Aus diese Weise könnte« die im Da- wesplan vorgesehenen Zahlungen sicher aufrecht erhalte« werden. Vielleicht werde sich dann auch Dr.
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
des in den ersten Revolutionsiahren mit Lenk« verschmolzenen Trotzki aufgehoben.
Ist KmMsnslMSjichstN
Während im Reichs aj gestern feine Koa- litions Verhandlungen stattfanben, gingen im preußischen Landtag die Bemühungen um das Zustandekommen der großen Koaliton weiter. D.e Landtags'raktion der Deutschen Volkspartei und die des Zentrums traten zu Sitzungen zusammen, um neu« Pläne zu erörtern, nachdem die vollsparteiliche Fraktion ab gelehnt hatte, sich mit e.nem einzigen Ministerposten zu begnügen. Besonders wurde em von den Koalitions. arteien gemachter Vorschlag erörtert, der Deutschen Rolls ■ Partei außer einem Mmisterporfeseuille noch den Posten eines Staatssekretärs zur Verfügung zu stellen. D e pollsparteiliche Fraktion vertagte sich jedoch auf Donne.s ag, um erst das Ergebnis der Besprechung ihres Fraktions'ührers Dr. Stendel mit dem Zentrums ührer Dr. Hetz abzuwarten. Auch di« sozialdemokratische Landtagsfraktion will sich Donnerstag nachmittag in einer Vorstands sitzr.ng mit der Koalitionsfrage befallen Ministerpräsident Braun hatte ebenfalls mit den Fraktions'ühvern Besprechungen, und man glaubt „einen gangbaren Weg gesunden" zu haben.
Demokratische Zeitungsd.enst mittei.'t, in Ergänzung der Reichshaushaltsordnung „Wirtschaftsbestimmungen für die Reichsbehörden' geschaffen, die vom 1. April d. 3. ab in Krass treten werden.
Di« Verordnung sieht in der Hauptsache vor, daß an allen größeren Reichsbehörden besonder« Etatsreferenten geschaffen werden, die mit außergewöhnlichen Vollmachten für die sparsamst« Durchführung der Ausgaben des Amt«S sorgen.
Wichtig ist ferner die Bestimmung, daß in Zukunft Reichsbeteiligungen an bestehenden Unternehmen oder lReugründungen der Zustimmung des Flnanzminifters bedürfen. Vorschüsse in Höhe von 10 000 Mark und darüber dürfen nur mit Erlaubnis des Reichs sinanz- mmisters erteilt werden. Bürgschaftrvcrträge und Verträge ähnlicher Art bürfen nur am Grund eines Reichsgesetzes abgeschlossen werden. Ser Abschluß e.nes Vertrages, durch den eine Bürgschaft. Gewähr oder dergleichen übernommen wird, bedarf der vorherigeii Zustimmung des Reichsfinanzministers.
forderungen. An der Behebung der noch bestehenden Mängel werd« gearbeitet. Der Derkehrsausschuß kommt zu dem Schluß, daß di« jetzt auf der Reichsbahn ruhenden Reparationslasten zu hoch seien, wenn die Reichsbahn di« im Interesse ihrer Betriebssicherheit dringend erforderliche Ausgestaltung dieser Einrichtungen durchführen soll. Bei den tommen'en Reparationsverhandlungen müsse deshalb eine Verminderung der Reparationslasten der Reichsbahn her- beigeführt werden. Die Aus.prache wird morgen fortgesetzt.
ließet die Mittwochssitzung der Sachverständigen berichtet New Pork Hera l d, daß man bei der Aussprache über die Transferfähigkeit Deutschlands klar anerkannt habe, daß ein Unterschied zwischen den Reparationszahlungen an den Reparationsagenten und den Transfer dieser Reparationen gemacht werden müsse. Weiter sei über den Betrag der Ausländsanleihen gesprochen worden, die Deutschland seit dem Dawes- Plan ausgenommen hat. Nach Meinung des Blattes habe man allgemein das Gefühl, dass bei der Aufrollung der Jahresleistungen keine der Abordnungen zu sehr auf den Forderungen bestehen werde, die in den Vorbesprechungen erhoben worden seien. Zwischen dem Mindestmass an Zahlung, das unter allen Umständen von Deutschland verlangt werden mühte, und dem Höchstmass, das die deutsche Wirtschaft unter den günstigsten Umständen leisten könne, bestehe ein weiter Spieltaum. (?)
Wo bleibt die Regie?
Heber die Hälfte aller Deutschen, denen die Steuer vom Lohneinkommen abgezogen wird, haben ein Jahreseinkommen, das unter 1500 RM. liegt. Bei einem Lebenshaltungsindex von heute 153 gegenüber 100 oer Vorkriegszeit ist es also von großer 'Bedeutung, ob die Reparationsbelastung pro Kopf 40 RM., wie bisher, oder 50 RM. beträgt. Für eine aus fünf Personen bestehende Familie, der der Lebenshaltungsindex als „geistige" Nahrung vier Reclam- Hefte und vier Kinokarten im ganzen Jahre zugesteht, fallen bet einer solchen Erhöhung des Dawestribats nicht nur diese „Kulturaufwendungen" aus, sondern zunächst auch noch drei Paar Stiefel, ganz abgesehen von der indirekten Steigerung aller Lasten die sich von selbst ergibt
Das Interesse des deutschen Staatsbürgers für die Arbeit der Sachverständigen in Paris mühte also groß und anhaltend sein. And das ist es in der Tat, wovon sich eine Redaktion ja täglich überzeugen kann. Aber die sonst so schnell und sicher arbeitende Organisation des deutschen Nachrichtenwesens läßt in diesem Fall die Zeitungen im Stich. Mit einer Feierlichkeit, die lebhaft an das: „Pst!, Vater will seinen Namen schreiben" erinnert, respektiert das halbamtliche Büro die „Nicht- öfsentlichkeit" der Sitzungen und verkündet dah eine Sitzung von . . . bis . . . stattgefunden habe, über die ein Communiqus nicht ausgegeben wurde. And in treuer oder resignierender Gefolgschaft schlieht sich der gröhte Teil der Presse dieser Rücksichtnahme auf den „unpolitischen und verttau- lichen Charakter der Pariser Beratungen" an.
Diese Methode aber ist falsch und unber- antwortlich. Denn unsere Gegner sind wachsam und handeln. Wir sind durch den Ausbau unserer Nachrichtenübermittlung in der Lage, wenige Stunden nach ihrem Erscheinen die Leitarttkel und Sonderberichte der Pariser und Londoner Presse sowohl auf chr Tatsachenmaterial wie auch auf die Strömungen und Gegenströmungen hin auszuwerten, auch Auszüge daraus zu veröfffentlichen, sodah unsere Leser über den Fortgang der Arbeiten und Zwischen- Verhandlungen wenigstens ein möglichst zutreffendes und anschauliches Bild erhalten.
Bei dieser Schau in die Presse der Alliierten sehen wir aber, daß auf der Gegen- feite die Arbeit der Sachverständigen nicht nur mit äußerster Aufmerksamkeit verfolgt sondern auch mit bewährten Mitteln b e - einflu ß t wird. Mit gleichem Raffine- iment wurde der Amerikaner Woodrow Wilson in Paris dahin gebracht, in dem Schandfrieden von Versailles die Erfüllung feiner 14 Punkte zu erblicken. Glaubt man, dah jetzt dort einige wellfremde Bankiers zufammensitzen, die sich von der Auhen- welt abriegeln, nur in Zahlen leben und vor dem Ansturm der Presse, der persönlichen und gesellschaftlichen Beeinflussung gefeit sind?
Schon jetzt bestätigt es sich dah die Meinungsverschiedenheit unter den Sachverständigen darauf zurückzusühren ist, dah die deutsche Delegatton, ehe die grundlegende Frage unserer Leistungsfähigkeit erschöpfend geprüft worden ist Ziffern nennen soll, die als Jahresleistung in Frage kommen. Das ist aber nichts anderes als die Erfüllung der Forderung der französischen Presse, die Deutschen sollten sich bei der Vorrede nicht so lange aufhallen, sondern posittve Vorschläge machen, denn sie kämen ja als die Bittenden, deren Wünsche man anneh- tnen oder verwerfen könne. Mit dieser Methode mögen Polittker zum Ziel streben, nicht aber unabhängige Sachverständige.
Irrig ist auch die Auffassung, daß die Kriegsschuldfrage in die Pariser Verhandlungen über den Dawesplan nicht hineinspiele. Denn in den Schlußfolgerungen des Dawes-Komitees heißt es wörtlich: „An erster Stelle steht Deutschlands moralische Verpflichtung denen gegea-
lleber die gestrigen Beratungen des Sachverständigen - Ausschusses berichtet tz,M a t i n“, man sei von dem Gedanken ausgegangen, dass der Dawesplan verschiedene Möglichkeiten biete, um so mehr, als er in gewissen und zwar nicht den unwesentlichsten Punkten sich pur mit Voraussagen befasst, aber der Zukunft die Sorgen überlassen habe, diese Voraussagen zu rechtfertigen oder zu dementieren. Deshalb sei es nicht erstaunlich, wenn Sir Josiah S t a m p gestern vormittag im Namen des Fünfer-Ausschusses auseinandergesetzt habe, es sei von grossem Interesse, ehe man an die Diskussion bestimmter Summen herantritt, das Transferproblem gründlich zu studieren. Insbesondere müsse man wissen, auf welche Weise Deutschland bisher die Transferierung durchgeführt habe und
in welchem Ausmasse Deutschland auf
die im Dawesplan enthaltene« Schutzklauseln verzichte« kann, die sich nach allgemeiner Ansicht nicht als besonders nützlich (?) erwiesen hätten. Der Sachverständigen-Ausschuss werde auf Grund dieser Ausführungen den Unterausschuss mit der Prüfung des Transferproblems beauftragen, worüber heute Bericht erstattet werden soll.
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