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Ser SM miWSlt — Der deutsche Sützm M verhaftet

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Laut „B. T." haben die Frau des tfteten Vollsbundführers Ulitz und

Der Dawes-Plan sei von de« Deut­schen sehr gut ertragen worden. Die Vergangenheit sei eine Gewähr für die Zukunft. Es bleibe jetzt nur übrig, die deutsche Schuld und die Art ihrer Zahlung sestzusetzen.

Die plötzliche Auflösung des obcrsch^sischen Seims und noch mehr die Verhaftung des Ee-

Nr. 38 64. Zahrg. Marburg a. Lahn

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märttqe An,eigen 0.10 GM. s« schwierigem Satz sowie bei Platz» dorschrifi 50°!. Aufschlag. — Sammelan,e»qen 100 *1. “ schlag. Reklamen der MUH». 0,40 SM. Zeder Rabatt gilt als Batrabatl. Ziel S Tage. Beleg« werden berechnet.ebenso Auskunft durch die Seschäftsslelli und Zusendung der Angebot«. ®f füllunqsorl Marburg.

I Soldmark —

Im Anschluß an den über die Sitzung der Sachverständigen vom Mittwoch nach­mittag ausgegebenen Bericht erklärt „Excelfior",

Die Sachverständigen hätten di« deut­sche Abordnung ausgefordert, offen an dem Bericht Parker Gilberts Kri­tik zu üben, was ja bereits verschleiert geschehen sei.

Man errät deutlich, so schreibt das Blatt, mit welchen Urkunden Dr. Schacht und Herr Kastle operieren und man steht klar, daß die Deutschen versuchen, die Re-

Sind die Amrrikmm liniere Munde?

Keine falUcn ZWirnen!

Der Einuauderungsausschuh des Senats beendete gestern die öffentlichen Vernehmun­gen über Senators Lines' Antrag- das In­krafttreten der Ursvrungsklausel um ein rott’ tcres Jahr zu verschieden. Für die Deutsch­amerikaner war Victor Ridder von der Nero- yorke: Staatszeitung erschienen. Gegen die Beibehaltung des gegenwärtigen deut­schen Anteils svrachen Senator Reed von Pennsylvania sowie zahlreiche Vertreter der sogenannten patriotischen Gesellschaften, dar­unter der American Legion, die er­klärten, das seit 1790 hier ansässig gewesene Element müsie bevorzugt und der angelsächsi­sche Charakter des Landes gewahrt werden.

Auch habe Amerika im Weltkrieg schlechte Erfahrungen mit den Wehrpflicktigcn deutscher Abstammung gemacht, von denen

Dw ^Oberhessische Zeitung” et- f<fcdnt sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 EM. aus- schließl. ZuslellungSgebühr, durch dt«P°st2.25 EM.Für etwa infclge Streik«. Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallende giummern wird kein Ersatz et- leist et. Verlag v. Dr E Hitzeroth. Druck der Unib.-Duchdruckerei b. Z,h. Aua- Koch. Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54 u. Rr. 55. Postscheckkonto: Am, Franksurk M Rr 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und ‘1,1—1 Uhr.

stehen.

Auch die Verhaftung Ulitz hat ganz be­stimmte Untergründe. Angesichts der bevor- st.henden Mindeebeiienbesvrechungen in Genf ist der Deutsche VoU-bund zurzeit mit den Vorbereitungsarbeiten überlastet. Da gerade in den Händen des Abg. lllltz die Hauptlast dieser Vorbei eitun-gsarbeit lag, so kann man erseh n, was es für Polen bedeutet, wenn die­ser Mann noch vor der Völkerbundstagung ma.lgesetzt wird. Im übrigen ist darauf h>n- zuw.’isen, dah Ulitz der Führer einer Mmori- jit ist und diese Minorität dem Schutze des Völkerbundes anvcrtraut ist. Damit durfte die Verhaftung Ulitz nicht mehr eine rein polnische Angelegenheit sein, sondern auch eine Seche, die dem Ausgabenkreis der Genfer In­stitution untersteht. Als Dorsviel Tut die kommende Mind:rbei!endebaite ist der neueste Willkürakt Polens jedenfalls höchst kenn­zeichnend.

Kattowitz, IX. Reit. Der Geschäfts, führet des Deutschen Vollsbundes in Katto- witz, Abgeordneter Ulitz, ist am Montag mittag von der Polizei verhaftet worden. Die Erilnde, die zu seiner Verhaftung führten, dürften bereits aus der Erklärung, die der Woiwode der „Polska Zachodnia" anlS'slich der Auflösung des schlefi'chrn Seim gegeben hat, zu suchen sein. Der schlesische Seim hatte seiner Zeit den Antrag des Staatsanwalts auf Auslieferung des Abg. Ulitz, der beschul­digt wird, MilitärdienstpfUchtigen zur Flucht verhalfen zu haben, abgelehnt. Nachdem nun der schlesische Seim aufgelöst und das Mandat erloschen ist, bat man dem Staalsanwalt die sofortige Verhaftung des Abg. Mitz auf-etra- gen, die auch kaum 24 Stunden nach Schlich des schlesischen Sejm durchgeführt worden ist. Der Verhaftung ging eine Haus­suchung in der Wohnung Ulitz voraus. In KLnigsüütte ist bei der E<HSftsfübrerin des deutschen Vslksbundes Frl. Ernst gleichfalls eine Haussuchung vorgenommeu worden.

Beschwerde beim Völkerbund.

schäftssührers des Deuischcn Volksbundes und Abgeordneten Mitz lenk! wieder einmal die Aufmerksamkeit der WellLifentlichkeit auf die Art und Weise, mit der Polen seinen Ver- vflichtungen gegen das Minderheitenrecht ge­nügt. Dah die Auflösung des -seims auf den Worewoden Grazyn-ki zurückzuiubren ist, un­terliegt keinem Zweifel. Was ihn zu dieser Vorgängen veranlaßte, war wohl der Versuch, den Rcgierungsblock durch eine Lahmlegung des Parlaments bei den kommenden Neu- wählen zu stärken. Durch die Auflösung des Seims erhält der Woiewode die unbe­schränkte Verfügungsgewalt. Damit durfte der deutschen'Minderheit in Polmsch-Obcr- schlesien jede Möglichkeit egnommen sein, ihre Stimme zu erheben, zumal auch die deutschen Zeitungen der Zensur des Wojewoden unter-

aus trasten kann... Das Blatt nimmt an, daß die französische, englische und belgische Abordnung wußte, wasi sie von den Tarnungen rm Reichshaus. halt, seinen Zahlungen an die einzelnen Staaten, die eine verschle, e r t e T e n­denz in sich trügen, zu halten, haire^ Dies sei ein Grund, den Deutschen ihre Eegen- gründe gegenüber zu stellen.

über die Hälfte am Kampf nicht teilge- uommen bäte.

Die Abstimmung ergab vier Stimmen für und sieben Stimmen gegen einen Aufschub, so dab der Antrag im Senat abgelebnt ist und

vom 1. Sali ab die deutsche Einwande- rung von 51 227 au? 24 208 Personen jährlich herabgesetzt, der britische Anteil dagegen auf 65 894 Personen erhöht wird.

Rach der Bestimmung des Einwanderungsge­setzes muh der Präsident die neuen Quoten vor dem 1. Avril proklamieren. Zweifelhaft ist also nur, ob Präsident Coolidge dies vor dem 4. März tun oder es Hoover überlassen wird, d.r sich in seiner Rede, in der er die Nominierung zum Kandidaten der Republi­kanischen Partei annaüm, gegen die llr- sprungskiausel aussvrach und deren Auf­hebung befürwortete.

Die KoMMrage

Die innenpolitische Lage, die nach wie vor identisch ist mit der Konstellation der maßgebenden parlamentarischen Faktoren zu- und gegeneinander, hat sich zwar seit dem Scheitern der Koalitionsverhandlungen des Reichskanzlers Hermann Muller und seit dem Regierungsaustritt des Zen- ttums praktisch nicht verändert. ZmmerhlN läßt sich in den PresseauSeinanders chungen, die jene Ereignisse bei den zunächst be­teiligten Parteien ausgelöst haben, de- reits eine gewisse Ruanzierung, eine ge­wisse Zäsur feststellen. Die Periode der rückschauenden Betrachtungen, der Erobe­rungen über die „Schulfrage und der gegenseitigen Dorwürfe ist so ziemlich vor- über. Schon seit einigen Tagen ist di« PressediÄussion auf einen wesentlich ruhi­geren Ton gestimmt und vor allen Dingen nicht mehr retrospektiv, sondern vorwärts- schauend eingestellt. Man fragt sich all- gemein, was nun werden soll und beant­wortet diese Frage je nach der Par^i- einstellung, aber in durchaus sachlicher Weise Dbei kann man konstatieren, daß die Presse der hinter der Regierung stehen­den Parteien ganz unzweideutig^ die Wiederannäherung an das Zenttum sucht, während die Zenttumspresse einen mehr zurückhaltenden Standpunkt einnimmt und die Dinge bezw. Ziele in den Vordergrund stellt, die dast Zentrum mit Hilfe seiner neuen parlamentarischen Positton erreichen will. ——------------

Ein gutes Abbild dieser Tendenzen bie- ten die jüngsten Acutzerungen dreier maß­gebender Parteikorrespondenzen, von venen im Nachfolgenden die wichtigsten Stellen zitiert werden sollen:

Der „Sozialdemokrat. Presse­dienst- schreibt: Darüber muh man sich im Lager des Zenttums klar sein, dah nie­mand im Lande es verstehen wurde, wenn es ein parlamentarisches EhaoS herbei» führte, nur weil es einer der Dolkspartei einmal gemachten Zusage nachttäglich nur eine Geltungsdauer für den Monat wo ste erfolgte, zuerkennen wollte. Der Reichs­tag ist auf eine Woche vertagt. Wenn sich nach seinem Wiederzusammentritt die bei­den streitenden Gruppen noch ebenso un­versöhnlich gegenüberstehen w e heute und alle Bemühungen zu einem Ausgleich er­gebnislos bleiben, dann werden sie sich zwar voller Stolz der Behauptung ihres Prestiges rühmen können, der Republik und der Demokratie jedoch wird eine solche Prestigepolitik zum schwersten Schaden ge­reichen. “

Aehnlich äußert sich.^r »Demokra­tische Zeitungsdienst . »Die tat- tische Situation ist für das Zenttum schwie­riger als für die Reichsregierung, ine eine Politik der strengsten Sachlichkeit führen und sich ihre Mehrheit von Fall zu ü-M suchen wird. Wie man sich auch die Dinge ansieht, sowohl vom Zenttum aus, ist Oie Situation der Partei unmöglich, aber auch, und das ist das Entscheidende, Die auhen^ und innenpolitische Lage des Reiches er­fordert eine feste, große Mehrheit im Reichstag".

Für die Auffassung des Zenttums, das offenbar noch nicht an einen sehr baldigen Wiedereinttitt in die Regierung denkt, sind folgende Sätze aus dem „Zentrums- p a r la m e n t s d i e n st" kennzeichnend: „Wir wollen nichts Geringeres als die Etablierung eines wirklichen parlamentari­schen Systems, also die klare HerauSarbei- tung der Derantwortung und der Bindung der Parteien an diese Verantwortung! Es muß einmal durch die Praxis dargetan werden, wohin wir mit uferloser, parla- mentarischer Agitationsarbeit, mit immer sich übersteigenden AgitationSanträgen selbst von Parteien, die innerhalb einer Regierungskoalition sich befinden, letzten Endes tteiben. Ein solcher drastischer An­schauungsunterricht, wie er sich schon sehr charakteristisch bei Behandlung der Kisten» fürsorge im Reichstag zutrug, bei Der das Zentrum die Sozialdemokratie zwang, ihren

barung ausgegeben:

' I« Beantwortung der an sie vom Sach- verständigen-Ausschuh gerichteten Auffor­derung machten Dr. Schacht und die ande­ren Herren der deutschen Delegation Aus­führungen zu gewissen Punkten der deut­schen Wirtschaftslage, wie sie i« dem kürzlichen Bericht des Reparationsagen- teu Parker Gilbert dargestellt worden war.

Einleitend verlas der Vorsitzende Owen Young dem Sachverftändigen-Ausschuß die Antwort des General Dawes auf das an ihn gerichtete Telegramm der Sachver­ständigen: „Ich bestätige dankend die Botschaft des Sachverftändigen-Ausschuffes Die Welt ist voll Vertrauen auf die Zu­ständigkeiten und die hohen Ziele der Sachverständigen, erwartet voller Hoff­nung die Erledigung Ihrer großen Ar- beU. die für die Wohlfahrt der Welt fo lebenswichtig ist."

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Ueber die gestrigen Beratungen des Reparationsausfchustes berichtet „JJi a - t i n“ Dr. Schacht habe daran erinnert, daß die Handelsbilanz Deutschlands ein Defizit in Höhe von 1 Milli­arde Mark aufweise.

Damit die Dawes-Annuitäten bezahlt werden könnten, sei ei« großer Ueberschuß in der Handelsbilanz notwendig.

Andererseits müßten auch bei den Ein- und Ausfuhrziffern die Reparations- Sachlieferungen beruckstchttgt wer­den. Dr. Schacht habe außerdem die nach seiner Ansicht zu optimistischen Schluß­folgerungen Parker Gilberts hin­sichtlich der budgetären Einnahmen aus den fünf verpfändlichen Ein­nahmequellen (Zoll, Tabak, Bier, Alkohol und Zucker) erörtert. Schließlich habe Dr Schacht über die Lage der deutschen Industrie gesprochen. Die Diskussion wird heute fortgesetzt werden.

„M a t i n“ glaubt über den Inhat der ferneren Ausführungen berichten zu können, Dr. Schacht habe es sich angelegen fein lasten, zu beweisen, daß die Sach­verständigen den Lebensstandard des deutschen Volkes fehlerhaft beur­teilen, wenn sie sich nur auf die Sta­tistiken oder gar auf die Eindrücke be­rufen, die sie in gewisten begünstigten Derkehrszentren sammeln können.

Zn Wirklichkeit lebe das deutsche Volk weniger gut als früher, seine Steuer­lasten seien schwerer als vor dem Kriege. Es habe viele Arbeitslose.

Die Löhne seien nur in engem Ausmaß erhöht worden, und zwar erst infolge des Zuströmens von Ausländsanleihen, die nach der Stabilisierung der Mark eine Er­höhung der Produktion und des Ver­brauchs hervorgerufen hätten Hierbei habe Dr. Schacht die Lasten hervorge­hoben, die auf feinem Lande infolge der Amortisierung der Ausandsanleihen ruhten. Der deutsche Delegierte Kastl habe seinerzeit besonders die schwierige Lage in der deutschen Landwirt­schaft betont.

„Echo de Paris" erklärt, wahrscheinlich werde die Prüfung die­ser allgemeinen fragen die ganze Woche in Anspruch nehme«.

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