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Die Sechandlungen in Baris

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Montag, ton n. Sebriwr 1929

Str. 35 64. Mä Marburg a. Mn

«er «»letgmpreU betrLgl M» de» 10 gespalt- ZeNenm«tt»et« 0.08 SM., kleine Sara«,eigen 0.06 SM^ amtlich« und «* bärtige Anzeigen 0.10 SM. Set schwierigem Sah sowie bei Platz« »orschnst 50"/, Aufschlag. — Sammel an ^i gen 100 •/, Auf­schlag. Reklamen der Milli«. 0,40 GM. Jeder Rabatt gi« al« «arrabatt. Ziel 5 Sage. Belege werde» berechnet,ebenso Aulkunft । durch die Geschäftsstelle and! Zusendung der Angebow. «e-l füllungsort Marburg.

t Soldmark = '/«»Dollar.

Prag, 10. Febr.

der ganzen Republik wieder stark zugenom­men. Es werden Temperaturen bis über 30 Grad Kälte gemeldet ,m Prag wste W nachmittag um 6 Ühr das Thermometer minus 21 Grad Celsius.

Bombenattentat ank das italienische Konsulat in Tunis.

Mailand, 8- Febr Die Abenblätter vom Freitag berichten, das gegen das iralienische Konsulat in Tunis ein Bombenanschlag verübt worden sei. Menschen seien nicht 3U Schaden gekommen. Von dem Täter fehlt jede Spur.

fite „Oberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be- »ugspreis monatlich 2 GM. au#» schließ!. Zustellungsgebühr, durch dlePost2.2S GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallende Nummern wird kein Ersa» ge­leistet. »erlag b. Dr. §. Hiherotb. «ruck der Unib.-Buchdruckerei b. Iah. «ug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscherkkonto: Amt Frankfurt ! a. M. Rr. 5015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 und

Die Rückkehr zur Eiszeit

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Stttirtol mif dm »öWnten von Reriko

Meriko, 10. Febr. Heute früh wurde auf den Eisenbahnzug, in dem sich der Prä­sident Portes Gil befand, ein Dyna­mitattentat verübt. Der Präsident, dem der Anschlag galt, blieb unverletzt. Auch der Eisenbahnwagen, in dem er fuhr, wurde nicht beschädigt, während zwei andere Waggons und die Lokomotive aus den

Wien, 10. Febr. lieber ganz Oester­reich ist eine neue Kältewelle heremge- brochen. Die Wiener Vororte verzeichneten in den Morgenstunden minus 26 Grad

Der amtliche Bericht.

Heber die Sitzung am Sonnabend gibt die Bank von Frankreich folgenden Be­richt aus: Der Sachverständigen-Ausfchutz hat heute vormittag in der Bank von Frankreich unter dem Vorsitz des Gouver­neurs dieses Institutes, Moreau, ferne erste offiziöse Sitzung abgehalten. Im Ver­lauf dieser Zusammenkunft sind lediglich Maßnahmen praktischer Art bezüglich der Organisierung der späteren Sitzungen be­sprochen worden. Sie werden endgültig im Verlaufe der ersten offiziellen Sitzung anqenommen werden, die Montag nach­mittag 2 Uhr im Hotel Astoria stattfindet.

Man glaubt und wünscht...

ft. London, 11. Febr 3umJBegijm der heutigen Verhandlungen der Sachverstän­digen in Paris bringen em Teil der Morgen­blätter Leitartikel, in denen die Aufgaben der Sachverständigen noch einmal be­leuchtet werden.

Die „Times" berichten über die Fest­setzung der deutschen Eesamtoerpflichtungen und die Höhe der Jahreszahlungen. Deutsch­land werde aufgefordert werden, eine Summe zu zahlen, die der Höhe der alliierten Kriegs­schulden an die Vereinigten Staaten ent­spreche. Das heiht ein Kapital wert von 44 Milliarden Mark ohne Zinsen. Daneben werde aber eine gewisse Entschädigung für die verwüsteten Ge­biße verlangt werden.

Ein Teil der französisch en Presse gibt am Sonntag der Meinung Ausdruck, das? die Konferenz bereits in 5—6 Wochen »um Pele gelangt und sich Nicht nur über die Festsetzung der deutschen Eesamtver- pflichtungen sondern auch über die Zah­lungs-Modalitäten und die Bedingungen für eine Mobilisierung einigen werde. "Xtn übrigen will der „M a t i n , um Sonntag 'wissen, daß die Haltung einer wesentlichen Reduktion der deutschen Annuitäten bereits begraben sei. Man sei darüber im klaren, daß eine Herab­setzung der Reparationen Nicht ohne dre Zustimmung Deutschlands möglich sei und daß diese ihre Zustimmung so teuer wie möglich verkaufen werde. Im Grunde ge­nommen kann Deutschland mehr als zu­frieden sein, wenn die Alliierten auf den Vesierungsindex verzichten.

Wltitoe Men»

Bon unserem Mitarbeiter in Rom.

Es ist heute sehr schwer, ja fast unmög­lich daß ein Ztaliener neu in die faschi­stische Parteiorganisation ausgenommen, werden kann. Der Zugang zur Parier ist gesperrt, und im Gegenteil wird sie an- dauernd noch von unzuverlässigem oder unbequemen Elementen gesäubert. Faschist wird man jetzt und in Zukunft nur aus dem Wege, daß man als Kind tn dre Partei hineinkommt und tn ihrem Geiste erzogen wird. Was eben lausen kann, gehört in die Balilla-Knabenverbande oder in die Gruppen der Kleinen Ita­lienerinnen". Später werden dre Bur­schen Avanguardisten und dte Mädchen „Junge Italienerinnen".

Die Formationen find der klastischen Neberlieserung entnommen: Die Squadra hat 11 Jungen, das Manipel drei Squa- dren, die Centurie drei Mampeln, die Kohorte drei Centurien, die Legion drei Kohorten. Die Avanguardisten werden von Milizoffizieren, die Balilla-Eruppen von Lehrern geführt. Auch Sport und Spiel sind militärifch angelegt, d. h. also Radfahren, Rudern, Schwimmen, Retten, Fechten, selbst Fußball und Leichtathletik. Jede Kommune hat noch Möglichkeit, etn^ Stadion einzurichten, sonst wird das Pro-1 vinzialstadion benutzt.

Sowohl nach der sanitären wie auch, nach der kulturellen Seite hin wird dte praktische Ausbildung wirksam ergänzt. Krankenhäuser, Sanatorien und vor allem Erholungsstätten am Meere und in den Bergen stehen in reichstem Maße zur Ver­fügung. Bildungsanstalten nach Art von Volksschulen, Bibliotheken und Lesesale Museen und Institute stehen der Jugend unter sachkundiger, Führung offen. Die gesamte Eewerbeschulung, zu der Nicht weniger als 1200 kleinere und größere landwirtschaftliche Kurse rechnen, ist hier eingeordnet. Militärisch wird sowohl der Seedienst wie auch die Suftaaffe, » abgesehen von technischen Speztalitatetr aller Art berücksichtigt.

Auch die Mädchen sind uniformiert; wie die Jungen tragen sie Faschistenhemd und Fez. Bekanntlich hat es bet der Geistlich- keit und weit darüber hinaus schweren Anstoß erregt, daß sie mit dem Gewehr und im Bogenschießen ausgebildet werden. Ende März findet alljährlich die faschi­stische Aushebung statt; dann gehen Tau­sende von Avanguardisten zur Miliz über.

Einige Zahlen mögen diese bedeutende und sehr umfastende Wirksamkeit beleuch­ten. Die Zahl der Balilla ist im Jahre 1928 gewachsen von 490 000 auf 812 242, die der Avanguardisten von 327 000 auf 423 989. Jnstruktionsoffiziere waren 4 343 vorhanden gegen 1200, Instruk­toren 18 000 gegen 4 500, Geistliche 646 gegen 200, Aerzte 470 gegen 80. Unter den Leitern der Provinzial- und Kornmu- nalausschüste wurde eine strenge Auslese gehalten.

Es wurden im letzten Jahre 350 Biblio­theken mit 40 000 Bänden neu eingerichtet 500 Konzerte für Musikkultur gegeben, 10 000 Lektionen und Vorlesungen, sowie unzählige technische und profestionelle Kurse gehalten.

Celsius.

Große Kälte in Holland.

Amsterdam, 10. Febr. Die Kälte­welle auß Rußland hat m der verflossenen Nacht auch Holland erreicht. In den heutigen Vormittagsstunden nahm die Kalte ständig zu. In den Nachmittagsstunden und.Abend­stunden machte sich ein außergewöhnlich star­ker Wind unangenehm bemerkbar. Die Schiffahrt auf den Binnengewastern hegt still.

40 Grad unter Null in den Bereinigten Staaten.

Kansas City, 10. Febr. In vielen Staaten hat die Kälte zugenommen. In Wyoming und Montana hat sie melfodj 4 0 Grad unter Null erreicht. Der Schnee­fall ,der größte seit vielen Fahren, verursachte namentlich in Ollahoma und Nordteras be­trächtlichen Viehschaden.

ff. Paris, H. Febr. Die Verhand­lungen der Sachverständigen haben am gestrigen Sonntag geruht. In Paris rechnet man damit, daß die Berhand» lnngen, die teilweise in Berlin stattfinden sollen, bis März andanern werden.

Mit der Zustimmung Coolidges zur Wahl Owen Youngs ist seine Wahl zum Vorsitzenden des Sachverständigen- Ausschusses gesichert.

fk Paris, 11. Febr. Die inoffizielle Sitzung der Sachverständigen am Sonn­abend hat diese zum ersten Male tn nähere Fühlung gebracht. Die Sitzung verlief im denkoar bestem Einvernehmen. Die Atmosphäre war freundlich. Dte Diskussion befaßte sich u. a. mit der Frage, ob die zweiten Delegierten an sämtlichen Sitzungen teilnehmen sollen. Diese Frage wird voraussichtlich heute ge­löst werden. Entweder werden diese Sach­verständigen auf die einzelnen Kom­missionen verteilt werden, denen das Stu­dium der Einzelfragen vorbehalten bleibt oder die Konferenz wtrd zwet Komittees bilden von denen das eine dte Höhe der deutschen Gesamtverpflichtungen und die ^ahl der Modalitäten festzusetzen, das andere die Frage der Mobilisierung und Kommerzialisierung zu beraten ha­ben würden. Auch die Frage des Vor­sitzenden wird erst am heutigen Montag ihre endgÄtige Erledigung finden. Man rechnet damit, daß Owen Young lem Widerstand auf das Drängen feiner Kol­legen aufgeben wird und das. Amt an­nehmen wird. Zu Vizepräsidenten werden in diesem Falle Moreau und Schacht, die Präsidenten der Bank von Frankreich und der Reichsbank ernannt werden. Sämtliche Mitglieder des Sach- verständigen-Ausschustes haben sich zur strengsten Diskretion verpflichtet, doch wird die Sachverständigen-Konferenz dauernd mit der Preße in Verbindung bleiben und sie durch amtliche Mitteilun­gen regelmäßig über den Stand der Ver­handlungen auf dem Laufenden halten.

Hinsichtlich der einzuschlagenden Ar­beitsmethode scheint man sich iurter- halb der Delegation selbst noch kein rech­tes Bild gemacht zu haben. Man ist aber bereits am Sonnabend dahin überernge- kommen, daß sich die der Konferenz ge­stellten Aufgaben auf die geldwirt - schaftlichen Probleme beziehen und in deren Rahmen 6ie Repara­tionsfrage nur ein Teilpro­dle m b i l d e t. Di eP o l i ti k d ü r f te damit ausgeschaltet sein.

Anzeiger Mr (das frühere knrhefsische) Oberhefsen Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen sür Stadt und Kreis Marburg.

’ iungen.

Der Rhein an der Lorelei zugefrore».

O b e r ro c f e l, 10. Febr. Die «haltende f große Kälte hatte das seltene Naturschauspie zur Folge, daß der Strom zwnchen Oberweiel und St. Goar vollständig zugefroren ist. In den heutigen Morgenstunden staute sich das Eis in dem engen Flußbett an der Lorelei Das sich nachschiebende Treibeis setzte sich im Laufe des Tages immer fest. Bis zur Stunde ist eine Strecke von ungefähr drei Kilometern mit einer Eiskruste bedeckt.

Der Nord-Ostsee-Kanal wegen Eisschwierig- keiten geschlossen.

, Kiel, 10. Febr. Wie die Betriebs- Direktion des Nord-Ostiee-Kanais mitteikt, sind die Eisschwierigkeiten im Kanal letzt so gewachsen, daß der Verkehr am Sonntag mittag eingestellt werden mußte. — Amtlich wird mitgeteilt, daß der Kaiser- Wilhelm-Kanal wegen Vereisung ge- sperrt ist. , ..

, tu. Hamburg, 10. Febr. Wie die Dienststelle der Hamburger Marineleitung mitteilt, sind in der Lübecker und Mecklen­burger Bucht etwa 40 Schiffe vom Eis eingeschlossen, zu deren Befreiung die beiden Schiffe „Schleswig-Holstein" und „Elsaß ausgelaufen sind.

Im Auto über das ,«gefrorene Meer.

Hamburg, 10. Febr. Die .deutsche Seewarte in Hamburg stellte heute früh um 9 Uhr 19,2 Grad unter Null feit, was für Hamburg den kältesten Tag des Jahres bedeutet. — Nach Meldungen aus Husum wird die Autobusverbindung vom Festland über das Wattemeer nach der Insel Nordstrand stark benutzt. Die Autobusse sind häufig so besetzt, daß weitere Wagen einge­setzt werden müssen. Von Bridtstevt konnte ein mit zwei Personen besetztes Automobil über das Eis nach ber Hamburger Hallig fahren. Nach kurzem Aufenthalt ging die Fahrt auf dem gleichen Wege nach dem Festland zurück. Es ist das erste Mal, daß ein Kraftwagen Hallig aufsuchte.

Als an der Heringsdorfer Seebrücke Ar­beiter damit beschäftigt waren, das Eis von einem der Wellenbrecher zu lösen, tauchten plötzlich in unmittelbarer Nähe seltsame Köpfe aus dem Wasser auf, die zwar gleich darauf verschwanden, aber nach kurzer Zeit fast an derselben Stelle wieder auftauchten. Bei neuerlichem Hinsehen erkannten die erstaunten Arbeiter, daß es sich um Seehunde handelte, die bis an die pommersche Küste vorgedrun­gen waren.

In Oberschlesien 38 Grad Kälte.

Beuthen ,10. Febr. 3n den Außen­bezirken von Beuthen und zwar in der Ge­markung Schömberg wurde in der Nach! zum Sonntag nach amtlicher Auskunft eine Kälte von 30 Grad gemessen. Nm Sonn­tag wurden in Kreuzburg 38 Grad gemessen. Nach Auskunft von meteorologischer Seite noch mit einem weiteren Steigen der Kälte zu rechnen.

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nrtb. Berlin, 10. Febr. —-■■■ wurden in den späten Abendstunden nn Stadtinnern 23 Grad Kalte gemessen. In den Außenbezirken fiel das Thermometer bis auf minus 32 Grad. Der Frost ist fo stark, daß dicke Aeste von den Bäu­men wie Glas abbrechen.

Im Laufe des Sonntags mußten die Ber- ihrer Rettungsstellen etwa 120 Personen be­handeln, die mit Fr ost verletz, und erfrorenen Gliedern emgesiefert wurden. Auf dem Gelände der Reichsbahn- äusbesserungswerkstatt Tempelhof wurde em bljähriger Arbeiter fast erfroren tiufgefunben und in ein Krankenhaus ge­bracht. Die Berliner Feuerwehr wurde durch dauernde Alarmrufe m Bewegung ge­halten. Teils ereigneten sich kleinere Branbe: in mehr als 90 Fällen handelte es sich ie° doch um die Behebung von Wasser­rohrbrüchen infolge Einfrierens der Lei­tung. Der D-Zug aus Trelleborg traf um zwei Stunden zu spät ein, ein D-Zug aus Bayern mit 113 Minuten Verspätung, auch die anderen Züge aus Süddeutschland bat­ten durchweg V-- und Mündige Verspa-