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grtifffir, jen 25. Sanum 1929

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t Soldmark --- '/»»Dollar.

SeMllche BcrblndungsWnen

Sie wollen nur noch bares Gel-

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg.

Stt Kamps 66969 Me Sachlicscrungen beginnt Auch hierin Frankreich und England einig rutiflcn der Reparationskohle zurzeit vollziehen.

Der Schatzkanzler erwiderte, die britischen Vertreter' in dem genannten Ausschuß seien unabhängige Sachverstän- dige. Ihre Ernennung sei nicht unter der Voraussetzung erfolgt, daß sie Instruk­tionen von ihm erhalten sollten.

Der Sachlieferungs-Skandal des Uni­versitäts-Professors Polier ist nach einer Veröffentlichung desExcelsior" nicht der einzige Skandal in dem mangelhaften System der Sachlieserungen. Das Blatt glaubt zu wissen, daß

etwa 15 andere Verfahren bei« Unter­suchungsrichter vorgelegt werden.

Der Betrag der Unterschlagungen, denen der französische Staat zum Opfer gefallen ist, soll sich auf rund

300 Millionen Franken belaufen. Die französische Regierung habe kein Mittel der Aufsicht über die Regelmäßigkeit der Lieserungsgeschäfte, sondern beschränke sich allgemein auf die Rechnungsführung. Auch der General­agent für die Entschädigungszahlungen in Berlin könne den Wert und die wirklichen Lieferungen nicht überwachen. Zweifellos müsse man sich vor leichten Ver­allgemeinerungen hüten. Die Mehrzahl der abgeschlossenen Verträge zwischen den großen deutschen und französischen Firmen werde ordentlich ausgeführt. Die Aus­nahmen feien indes nicht weniger be­dauernswert.

j Sie beweisen lüe schwere Unzuträg- > lichkeit eines mangelhaften Systems. Man übertreibe allerdings die bedauer­liche Wirklichkeit dieses Skandals im Aus­lande und besonders in' Deutschland, wo die Mängel des Lieferungssystems als Vorwand für einen Feldzug gegen die Entschädigungen dienten. (?)

Um et« für alle mal mit diesem Zu­stand eia Ende zu machen, wäre es besser, der kommenden Sachverständi- gen-Koaferenz die Aufhebung der Rat«ralliefer«ngen anheim za stellen »nd diese durch finanzi­elle Leistungen zu ersetzen.

Rach einer strengen Ueberprüfung könn­ten die in Bearbeitung befindlichen Ver­träge ausgeführt werden. Man könnte sogar ausnahmsweise neue Verträge für die Ausführung großer Arbeiten, die von wirklich nationalem Interesse seien, zu­lasten. Die französische Regierung habe aber für den Wiederaufbau Gelder vorge­streckt und habe auf diese Weise ihre Haus­haltslasten sehr erhöht.

\Um diese Laste«, die eine Folge des Krieges seien, z» erleichtern, müsse

Frankreich Gelder einnehmen.

Deutschland sei ebenso wie Frankreich daran gelegen, ein Zahlungssystem, das nur für die Zwischenhändler vorteilhaft sei, aufzuheben.

Es liegt auf der Hand, aus welchem Grunde die Franzosen durch die Beseiti­gung der Sachlieferungen gewissermaßen das Kind mit dem Bade ausschütten möch­ten. Sie befinden sich seit Jahren in einem Rausch des:Deutschland bezahlt alles!" und möchten uns jetzt die ge­ringe Möglichkeit, statt durch Barzahlung gen durch Sachlieferungen unseren Ver­pflichtungen nachzukommen, noch mehr be­schneiden, ja, völlig nehmen, denn deut­sche Sachlieferungen bedeuten für sie deut­sche Konkurrenz. Anstatt sich der Mühe zu unterziehen, eine Einrichtung zu schaffen, die die Mängel des Sachlieferungs­systems beseitigt, erklären sie, auch Deutsch­land habe ein Interesse an der völligen Beseitigung des gegenwärtigen Lieferungs- fystems, da ja nur der Zwischenhandel an den Lieferungen verdiene. Bei den bis­herigen Skandalen find aber die Haupt­schuldigen in Frankreich entdeckt worden «ab der französische Staat war der

alleinige Leidtragende. Frankreich sollte also zunächst einmal bei sich Ordnung schaffen, ehe es aus Gründen der Konkur­renz und Bevorzugung von Barzahlungen für die völlige Beseitigung eines Systems eintritt, das einen integrierenden Be­standteil des Systems derWiedergut­machung" darstellt.

Sie Minen MIenlicferangen

Im Unterhaus stellte Sir Clement Kinlochcooke die Frage, ob die Regierung in Anbetracht der ungünstigen Folgen, die die Lieferungen von Repara­tionskohle auf die britische Kohlen- induftrie ausüben, die britischen Vertreter im Reparationsausfuhrausschuß beauf­tragen wolle,

für eine Aenderung der Bedingungen einzutreten, unter denen sich die Liefe-

Dr. Isaac Lewin.

Berlin, 24. Ian. (DU.) Den Be­mühungen der Staatsanwaltschast und der Buchsachverstänüigen ist es jetzt gelungen, einigermaßen einen Aeberblick über den Umfang der falschen Wechsel gewinnen, die von dem geflüchteten Ban­kier Dr. Lewin und seinen beiden Mit­arbeitern in Umlauf gesetzt worden sind. Die Zusammenstellung der Gesamtsumme ist deHalb noch nicht möglich, weil man zur Stunde noch keine Gewißheit darüber hat, wieviel Falschwechsel sich in Holland und in Frankreich befinden. Die Nachforschungen waren deshalb mit so so großen Schwierigkeiten verbunden, weil Lewin sorgfältig alles belastende Material hat Verschwinden las­sen. Sehr interessant ist die Tatsache, daß

Lewin offenbar durch gute Freunde be­reits Anfang Januar davon in Kennt­nis gesetzt worden ist, daß sein Ver­brechen entdeckt war

und daß das Netz sich zusanrmenzuziehen begann. Dr. Lewin hat daher sofort seine Maßnahmen getroffen. Noch am gleichen Tage ließ er aus seinem Privatbefitz Aktenmaterial in einen Koffer packen und verließ mittags mit diesen Unterlagen das Banchaus. Den Angestellten gegenüber wurde bedeutet, daß Dr. Lewin einen gro­ßen Prozeß zu führen, habe und daß er das dazu notwendige Aktenmaterial zum Rechtsanwalt bringen wolle.

Die Zahl der in Deutschland im Umlauf befindlichen Wechsel beträgt 1,5 Mill. Mark, von denen jedoch 300 000 Mark Akzepte noch von Dr. Lewin ab­gedeckt worden sind. Daneben aber er­wartet das Banchaus LöwenberK, daß

Auf eine Frage des Abgeordneten Mac­lean, ob die Entschlüße dieses Ausschußes zur Ausführung gelangten, ohne daß das Unterhaus zu Rate gezogen werde, erklärte Schatzkanzler Churchill, der Ausschuß werde lediglich Vorschläge unter­breiten. Die Entscheidung über ihre Ausführung liege jedoch bei der Regierung und alle konstitutionellen Formen würden gewahrt werden.

Leonhard Rappeport.

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noch sehr erhebliche Wette an Wechseln im Ausland untergebracht

worden sind, und man wird erst in 12 Wochen darüber Klarheit haben, wie hoch diese Verbindlichkeiten jein werden. Vor­läufig ist noch von keiner Seite der Kon­kurs des Bankhauses Löwenberg beantragt worden, doch dürfte schon in nächster Zeit der Konkursrichter auf Antrag eines der am stärksten geschädigten Berliner Bank­häuser mit der Angelegenheit befaßt werden.

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Bluttat eines Miäteigen

Berlin, 24. Jan. In der Wohnung seiner Eltern im Westen der Stadt erschoß der 19jährige Manaße Friedländer seinen Bruder, den 18 Jahre alten Waldemar Friedländer «nd dessen Freund, den 19 jährigen Laboranten Tibor Földes. Der Mörder stellte sich dann selbst auf dem Polzeireoier. Zwischen den beiden Brü­dern, zwischen denen immer ein gespanntes Verhältnis gestanden hat, kam es wegen eines ««geworfenen Notenständers zu einem Streit, dessen Einzelheiten noch nicht feststehen. Der Mörder behauptet, er hätte in Notwehr gehandelt. Seine Darstellung ist aber sehr unwahrscheinlich, zumal er keine Spuren eines Kampfes an seinem Körper trägt. Vielmehr scheint es, als ob er beide hinterrücks erschoßen hat. Tibor Földes ist- der Sohn des Schrift­stellers Földes. Die Leichen wurden von der Polizei beschlagnahmt.

Deutschnationale Anfrage im Landtage.

Die Abgeordneten Oelze, Dr. Weise­mann. Steuer und die übrigen Mitglieder der Fraktion der Deutsch-nationalen Volks- Partei haben folgende Kleine Anfrage ist Preußischen Landtage eingebracht:

Zeitungen melden, daß am 18. Januar Studenten, die als offizielle Vertreter ihrer Korporationen nach einer Deichsgrün­dungsfeier der Berliner Allgemeinen Stu­dentenschaft die Räume der Singakademie ver­lassen wollten, von der Polizei angehalten und zum Entrollen ihrer Fahnen gezwungen worden seien.

Wir fragen:

1. Sind dies« Meldungen betreffend daS Verhalten der Polizei zu einem angeblichen Befehl des Polizeipräsidenten Zörgiebel zu­treffend?

2. Wenn ja, sind diese Maßnahmen der Po­et wa auf Anregung oder im Benehmen dem Ministerium für Wissenschaft, Kunst

und Volksbildung erfolgt?

3. Glaubt das Etaatsministerrum, durch der­artige kleinliche Schikanen die polittsche Bil­dung der Studentenschaft beeinflußen zu können?

4. Ist die Polizei angewiesen, auch gegenüber dem Reichsbanner und anderen der Staats­regierung politisch nahestehenden Vereint­gungen gegebenenfalls in der gleichen Werse zu verfahren?

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das wieil gegen Söüing mit Sessmann

Berlin, 24. San. Unter stattem An­drang des Publikums wurde am Donnerstag abend vom Vorsitzenden des Großen Diszr- plinarsenates, Kammergerichtspräsident Tig- ges, folgende Entscheidung im Falle Kölsing- Hoffmann verkündet:

Auf di« Berufung des Generalstaats- flaatsanwaltes des Disziplrnaffenates in Raumburg vom 12. März 1928 wird festgesetzt: Der Angeschuldigte Kölling wird wegen Dienstvergehens durch Versetzung in ein anderes Richteramt bei gleichem Gehalt unter Ersatz der ttmzugskosten und za einer Geldbuh von 50 RM. verurteilt. Dt« Berufung des Generalstaatsanwalls gegen die Entscheidung im Falle Hoffmann sowie gegen die Berufung der Angeschuldigten wer­den zurückgewiesen. Die baren Aus­lagen für das Verfahren werden zu i/4 den Angeschuldigten, zu 3/4 der Staatskasse auf­erlegt.

Dom Daumburger Disziplinarsenat war Kölling nur zu einem Derwe.s verurteilt worden. Die vom Großen Disziplinarsenat bestätigte Strafe Hoffmanns des Raumburger Disziplinarsenats besteht in Strafver­setzung und 200 RM. Geldbuße.

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SmmfttkalaMvbe inMnn

FL London, 25. Ian. Am Donners- ta i trafen 18 Aeberlebende des chinesischen DampfersHeg Tschang", der in einem schweren Nordoststurm am Montag mittag 16 Meilen von Shaweishan-Leuchd- turm an der Mündung des Bangste« un­tergegangen ist, in Schanghai ein. Bei diesem Schiffsunglück sind 70 Mann der Besatzung einschließlich des Ka­pitäns gesunken. Einer der Aeberlebenüen ist seinen Verletzungen erlegen. Das Schiff war mit einer Ladung Kohlen von Dsing- t< unach Schanghai unterwegs und erlitt Montag früh während des schweren Stur­mes ein schweres Leck an Backbordseite und darauf schwere Schlagseite. Die Dy­namos wurden durch Wasser außer Betrieb gesetzt. Das Licht ging aus und unter den Passagieren entftanö darauf eine Panik, sd, ,>ß es unmöglich war, ein Rettungsboot mederzulassen. Nur 19 Mann der Be­satzung vermochten sich in Booten in Sicher­heit zu bringen, einschließlich des ersten Offiziers, der im letzten Augenblick vom Schiff absprang und 100 Meter weiter im Waller auflieffscht wurde.

Die Mchlmgeu des Bankiers Lewin

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