Sachverständigen bemerkbar, Poung
Der Vizegouoeraeur der Bank von Japan und Delegierte Japans auf der Sachverstänvigen - Konferenz, Krngo Mori, ist am Dienstag nachmittag von Berlin kommend in Paris eingetroffen. Der zweite Delegierte, Takasti Aoki, dessen Ankunft man ebenfalls erwartet, hat seine Abreise verschoben.
Das Reichsarbeitsgericht unter dem Vorsitz des SenatSPräsidenten Oegg trat heute zur Verhandlung über den Antrag des Arbeitgeberverbandes Nordwest auf Nichtigkeitserklärung des von der Schlichterkammer gefällten und vom Reichs-
Der französische Ministerpräsr- dent, der mehrere Male bereits den Standpunkt der sranzösischen Regierung festgestellt hat, daß
Frankreich keine Regelung annehmea werde, die nicht seine eigene Schnld an Amerika «ad England decke »nd die nicht eine genügende Spanne für den Zinsen- «nd Amortisationsdienst der französische« Wiederaufba«a«leihe lass«, hat sich nach einer Meldung des „Excelsior" amtlich zu der Kommerzialisierung der deutschen Schuld noch nicht geäußert. Aber es sei klar, jo schreibt das Blatt dah eine Kommerzialisierung von selbst komme, wenn ein neuer Betrag der deutschen Schuld festliegt, der eine Ermäßigung der Ziffer bedeutet, die durch den Zahlungsbetrag von London bestimmt gewesen war.
Die Kommerzial'isterung der Schnld, die den Kredit des Reiches verpflichtet, sei die nötige wertvolle Garantie, die diejenige« der Verträge «nd der Bestimmungen des Dawes-Planes ersetzen könnte.
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dem Vorsitz im Ausschuß anzutragen, da man in Ämerita meint, die öffentliche Meinung in Europa könnte dadurch zur Ueberzeugung gelangen, daß die Vereinigten Staaten eine besondere Verantwortung übernehmen.
Parker Gilbert fährt am Freitag an Bord der „Paris' nach Europa zurück und wird voraussichtlich der Reparationskommission Bericht erstatten und sich mit den französischen Mitgliedern des Sachverständigen Ausschusses über die
Möglichkeit der Kommerzialisierung der deursche« Schuld unterhalten.
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Di« verraten« Denkschrift.
ft. Berlin, 23. Ian. Die Ermittlungs- ergebnisse des Reichspostminiiteriums über die verratene Panzerkreuzer-Denkschrift sind laut „D. A. 3." nunmehr dem Oberreichsanwalt übergeben worden.
Die britische Regierung und der KeÜoggpatt.
„Morning Post" zufolge nimmt jetzt die Ratifizierung des Kelloggpaktes die Aufmerksamkeit der britischen Regierung in Anspruch. Es besteht der Wunsch, den' Pakt im ganzen britischen Reiche gleichzeitig ralifizieren zu lasten. Zu diesem Zwecke wurde mit den Regierungen der Dominions Fühlung genommen. Da einige von ihnen nach ihrer Verfassung der Zustimmung oes Parlaments zur Ra>i- fizierung bedürfen, sei es wichtig zu wlsten, bis zu welchem Zeitpunkt die Ratijijlc- runfl erfolgen könne.
5m Unterhaus richtete gestern Wedgwood an den Staatssekretär des Auswärtigen eine Anfrage, in der er u. a. ausführt«:
„Ist der Staatssekretär des Auswärtigen gewillt, in Anbetracht besten, daß während der Dcremberbesvrechungen in Lugano
Reichsminister Stresemann klar gemacht hat, dab Deutschland einem Fortbestehen de» vorgeschlageueu Kontrollkomitees im Rheinland nach 1935 nicht jnjtimmen könne,
Auskunft darüber zu geben, ob die Frage der Amtsdauer diese» Komitees noch den Gegenstand von Verhandlungen bildet, und welche .Ansicht die Regierung in dieser Angelegenheit vertritt?"
Weiter fragte Wedgwood, ob Chamberlain dem Sause von Fortschritten In den Verhandlungen über die Rbeinlandräumung oder denen über die Amtsdatter des Kontrollkomitees Bericht erstatten könne.
Chamberlain
erklärte: Hinsichtlich des Rheinlandes ist in der Lage keine Veränderung eingetreten, seit ich in der Dertragsdebatte vom 20. Dezember das Wort ergriffen habe. Ich nehme an, dab der Fragesteller mit dem „Kontrollkomitee" die Jeststellungs- und Ausgleichskommistion bezeichnen wollte, die in Absatz 3 der Genfer Entschliebung vom 16. September erwähnt ist. Das Wort „Kontrolle" ist tu dieser Entschließung nicht gebraucht.
Zu der Genfer Resolution wurde aufge- führt, dab die sechs beteiligten Mächte Lbereingekommen seien, die Schäftung einer Feststellung»- und Ausgleichskom- mijfion im Prinzip au,»nehmen und dab die Zusammensetzung, das Verfahren, die Aufgabe und die Amtsdauer dieser Kommission Gegenstand weiterer Verhandlungen zwischen den Regierungen bilden soll. Ich zweifle nicht, dab die verschiedenen Regierungen mit der Prüfung des Verfahrens beschäftigt sind, um diese Entschliebung zu verwirklichen. Zur Zeit sind jedoch keinerlei Verhandlungen im Gange.
Wedgwood richtete weiter an Chamberlain die Frage, ob er mit seiner Aeuberuug zum Ausdruck bringen wolle,
dab die deutsche Regierung diese Feft- ftelluugskommisfion angenommen habe, ferner, ob Deutschland dem Gedanken dieser Kommission noch geneigt sei oder ob es seine Stellungnahme geändert habe und nun erkläre, dab es einer Fortsetzung der Rheinlandkontrolle durch dieses Komitee nicht geneigt sei.
Chamberlain antwortete, er habe sorgfältig vermieden, seine Antwort auch auf di« Annahme auszudehnen, die sich unter Wedgwoods Frage verberge. Er glaube auch nicht, dab es ihm zustatten kommen dürfte, wenn er etwas derartiges tue. Die Regierungen hätten sich dahin geeinigt, bk Frage zu prüfen, und seien 'zur Zett noch mit dieser Prüfung beschäftigt.
Wedgwood antwortete, er habe durchaus nicht den Wunsch, unbequeme Fragen ru stellen, aber er wünsche zu misten, ob di« deutsche Regierung ihren atllehnenden Standpunkt geändert habe.
Habe die deutsche Regierung, da ja Reichskanzler Müller im September mehr oder weniger sich mit dem in Aussicht stehenden Komitee einverstanden erklärt habe, inzwischen eine «rndernng ihre» Standpunktes vorgenommen?
Chamberlain antwortete: Rein, wir Vorfahren auf der Grundlage der Ent - schliebnng, an deren Zustandekommen Reichskanzler Müller im September be-
Leipzig, 22. Jan. Aach viereinhalbstündiger Beratung verkündete um 10 Ilhr abends Senatspräsident Oegg des AeichS- arbeitsgerichtS folgendes Urteil zur Berufung im Arbeitskonflikft Nordwest:
Das Landesarbeitsgerichtes in Duisburg vom 24. November 1928 wird aufgehoben. Die Berufung der Deftagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Duisburg vom 12. November 1928 wird mit der Waß- aabe zurückgewiesen, daß die Entscheidung folgenden Wortlaut hat: „Der in der Streitsache der Parteien ergangene und für verbindlich erklärte Schiedsspruch ist nichtig." Di« Kosten des Rechtsstreites werden den Beklagten auferlegt.
Damit hat sich das Reichsarbeitsgericht für den ursprünglichen Spruch des Arbeitsgerichts Duisburg entschieden.
Mittwoch, len 23.3ammc 1929
Das Endmleil im RuhrkeuM Der SchtMpruch für nichtig erklärt
Das Stallte vom Rev«nttons «Mich
Französische Vorbereitungen für den Sachverständigen-Ausschutz.
ft. Paris, 23. Jan. Briand stellte am Dienstag im Verlaufe einer Unterhaltung mit Den französischen Delegierten für den Sachverständigen-Ausschuh fest, daß er mit der französischen Abordnung ganz übereinstimme, die mit dem Vertrauen der Regrerung in den Ausschuß eintrete.
3« amerikanische« amtlichen Kreisen macht sich ein gewisier Widerstand gegen die Absicht der europäischen
övarkommMr md ReWwedr« Minister
Der l in, 22. San. Der HauShaltscruS- fchuß des Reichstages setzt« heute die Beratung des Nachtragsetat« 1928 fort mit der ersten Lesung des
Haushalt» de» Rechnungshof» und des Reichssparkomuiissars. Auf Frage« der Berichterstatter führt« der Präsident des Rechnungshofes, Aeichssparkommissar Sa em i sch. aus, dah die Personalknapphett eS nicht zulass«, alljährlich eine vollständige Prüfung vornehmen zu lassen. Das Amt müsse sich darauf beschränken, stichprobenwetse zu prüfen. Sr hoffe, dah bei günstiger Srtt- wickelung unserer Finanzen das Personal vermehrt werden könne.
Di« Positronen des Stats werben mit den üblichen Ausnahmen neuer Mehrforderungeu, di« an den Unterausschuß gehen, sos o rt genehm i g t.
Beim Kapitel
„Reich»sparkommifs«E
fragte Abg. Ersin (Ztr.), wann der Bericht über di« Post erscheinen werde. RerchSspar- kommissar S a e m i s ch: Sm Lauft der nächsten Monate werde di« ganze Postprüfung zum Abfchluh gelangen. Di« Berichte lege er dem Reichspostmimster vor, sie auch dem Haushaltsausschuh des Reichstages zuzuleiten, habe er nicht die Befugnis,
Auf eine Anfrage des Abg. Keil (Soz.) teilt Reichssparkommissar Sa em i s ch mit, bah ihm die Reichsregierung tn den_Richtlinien von 1927 allgemein die.Ermächtigung gegeben habe, auf Anfordern eine« Landes dort Prüfungen vorzunehmen. Gegenwärtig.seien solche Prüfungen in Hessen. Mecklenburg-Schwerin, Thüringen und Württemberg im Gange. Di« Kosten der Länderprüfungen trag« das Reich aus dem Haushalt des Reichssparkommissars, weil an den Prüfungen das Reich unter dem Gesichtspunkte der Vorbereitung der Reichs- refvrm sehr stark interessiert sei.
Die Ausgabe für die Länderprüfungen vorn 1. 4. 1928 bis Januar 1929 habe sich an? etwa 220 000 Jl belaufen
Was sich bei den Länderprüfungen cm Kenntnissen der materiellen Verhältnisse ergebe, sei von größter Bedeutung. GS handle sich vielfach um vollständiges Neuland, das ganz neu« Unterlagen für die Reichsreform erbringe. Sr arbeite mit dem ReichSmmister des Innern und dessen Beamten in gutem Einvernehmen.
Es folgt der Etat der Reichsschuld. — Abg. Dr. Köhler (Ztr.) kündigte eine gründliche Nachprüfung des Personal standes an.
Es folgte der
Haushalt des ReichswehrmiatsteriaM».
Berichterstatter Abg. Studien (Soz.) beleuchtet die Verhältnisse der Beamten un Reichswehrinintsterium. di« der Zahl nach durch den Versailler Vertrag beschränkt seien. Dadurch sei ein Aufrücken ungemein erschwert. Mitberichterftatter Abg. E r - sing (Ztr.) bittet den Minister, doch all«S zu tun, was für die Einsparung des Verwaltungsapparats getan werden könne.
Reichswehrmintfter G r o e n « r: .Die Vermehrung des Deamtenapparates ist darauf zurückzuführen, dah auf Verlangen der Entente die Inspektion der Waffen und Geräte in das Ministerium selbst aufgenommen wurde. Der Reichs'parkommissar habe das Waffenamt und das Derwaltungsamt durchgeprüft. Die Persönlichkeiten, di« lch mit der Prüfung unserer Verwaltung beauftragt hab«, sind nicht von auhen gekommen, sondern auS dem Ministerium selbst. Sie smd aber nur mir allein verantwortlich
Vertreter des Reichssparkommissar Nkt- nifierialvat Scherer teilt mit, dah
He Unterbrechung der Prüfung des Spar, komrnisiars in beiderseitigem Einverständnis erfelftt
sei, um einen Leerlauf zu vermeiden, der durch eine gleichzeitig« Prüfung ernget eten wäre. — Abg. Studien (Soz.) fragt, w.e lange die Unterbrechung der Tätigkeit des Sparlom- misscns im Reichsweh rmintsterium dauern werde. LBerst von dem Busch« : Die Tätigkeit des vom Minister beauftragten Prüfer» hat etwa Mitt« Oktober eingesetzt. Der Reicks''parkommissar hat etwa im Dezember sein« Tätigkeit im Rer-bswehrmintsterium un- terbrochen. Er hat etwa ein 3a&t bereits geprüft Bei der Marine hat der Sparkommissar 'eine Tätigkeit nicht unterbrochen. Abg. Er sing (Ztr.) fordert Aufklärung
arbeitsrnittister für verbindlich erklärten Schiedsspruchs Mammen. Bon Arbeit- aeberseite waren anwesend: Rechtsanwalt Dr. Mansfeld, Dr. Grauert und Dr. Schopper, für die' Arbeitnehmerseite Prof. Dr. S inzh e i me r-Frank- furt a. M., Rechtsanwalt Abel-Essen und Dr. Fränkel-Berlin.
Von Arbeitgeberseite
wurde auSgefuhrt, in der Schlichtungskammer sei weder eine Einigung zustandegekommen, noch habe sich eine maßgebende Majorität bilden können. Rach dem Scheitern dieser beiden Möglichkeiten habe der Schlichtungskam- mervorsltzende einen Schiedsspruch gefällt, der nur von ihm gebilligt worden sei. Abgesehen von dieser Erwägung verstoße der gefällte Schiedsspruch aber auch deshalb gegen die einschlägigen Bestimmungen, well sein Inhalt in krassem Widerspruch zu dem noch gültigen Mantel- tarif steh« und somit einen Einbruch darstelle. Dom Arbeitgeberverband wird weiter gerügt, daß der Schiedsspruch eine Lohnregelung verfüg«, die gemäß dem Wanteltarif nur werklich oder örtlich kel- neSwegs aber, wie es der Schiedsspruch vorsieht, bezirklich erfolgen kann.
Was ist mit -er Rheinlan-ksntroste?
bat ReWkanzler Müller zrimMW MgrftimmI ? — Nage und Antwort im Unterhaus
MechMsche —3e(tuno—
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhefsen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg