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Amerikanischer Zahlun«sa»fsch»b für Oesterreich.
fk. L o n d o n, 19. Jan. Der Finanzausschuß des amerikanischen Senats hat einen günstigen Bericht über die Borlage für die Schuldenregelung mit Oesterreich erstattet.
Re erstklassige Mothek aus alle deuWen Güter Der .Smlsidk" über die RepanillonSsrage - Erste SaKversländigew Kenserenr nm 9. Sebrim
Der Ausschuß hat der Hinausschiebung der österreichischen Kriegsschulden-Zah- lung im Hinblick auf die geplante 100 Millionen Dollar-Bauanleihe zugestimmt.
Be«lin, 18. Jan. Wie die Pariser Presse meldet, soll die erste Sitzung i n der Sachver ständischen - Kommission am 9. Februar in Paris stattfinden und zwar im goldenen Saal der Bank von Frankreich, wo kürzlich auch die bekannte Konferenz der Notenbanken stattgefunden hat. Die Kommission wird dann selbständig über ihre künftige Arbeitsstätte entscheiden und voraussichtlich schon in der ersten Sitzung den Vorsitzenden wählen. Zu diesem Amte dürfte Owen Poung ausersehen sein. Die Reparations- kommisüon wird am Sonnabend nachmittag 3 Uhr zusammentreten, um gemeinsam mit der deutschen Regierung die Ernennung der amerikanischen Sachverständigen vorzunehmen.
©w ^Vderhesfische Seitung" et- sechsmal wöchentlich. Vt- nigsprel« monatlich 2 SM. am»- toitefcL Zustellungsgebühr, durch tzfePost2.2b SM.Für etwa infolge gltelK. Waschlnendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallend« gkummer» wird kein Ersa» geleistet. Verlag d. Dr. §. Hibervth. ©ruck der Unid.-Suchdruckerei 6. A,h. Aua- Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 64. n. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt ,, M. Rr 5015. — Sp reck zeit Mt Redaktion von 10—11 und
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ein neues schweres Opfer für die deutsch« Wirtschaft
bedeuten. Er verwies jedoch auf den LlebergangScharakter des Steueretats, der auch darin zum Ausdruck kommt, daß die Vorlagen nicht als Gesetze, sondern als Paragraphen des Haushaltsgesetzes ein»
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Zeitung
Anzeiger für (das frühere knxheffische) OSerhefsen
Anzeiger der amtlichen Vekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg
setzen sich etwa folgendermaßen zusammen: Ueberweisungen an die Länder einschließlich der Kosten der Schutzpolizei rund 3,5 Milliarden, Kriegslasten 3,4 Milliarden, soziale Ausgaben 750 Millionen (gegen 102 Millionen im Jahre 1913). In de sozialen Ausgaben ist auch ein großer Teil mdirekter Kriegslasten enthalten. 450 Millionen Reichsschuld. Personalaufwand einschließlich Heer, Marine und Pensionen 1000 Millionen. Rach Abzug dieser
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schweres Spser für die deuljche Wirlschast - Eleuwerböhunsen unt sraMrdiee zmtmmverimente
Berlin. 18.Jan. ReichSfinanzminister Dr. Hilferding gab heute abend der Presse einen Aeberblick über die Gestal» htng des ReichshauShaltS für 1929/30. Dabei wies der Minister einleitend darauf hin, daß diese E t a t a u f st e l l u n g die sch wierigste feit dem Jahre 192 4 sei, weil sie von zwei Tatsachen beherrscht werde: Einmal sah sich derReichSfinanzminister beim außerordentlichen Haushalt einem De» fizit von 650 Million en gegenüber, »um anderen beim ordentlichen Haushalt einem Fehlbetrag von etwa 600 M i l l i on e n, die sich daraus erklären, daß die Aufwendungen für Reparationen ein Mehr von 312 Millionen ergeben, während die einmalige Einnahme im Vorjahre von 175 Millionen aus ‘Betriebs* Überschüssen und 125 Millionen aus Münzgewinn diesmal fehlt. Trotz aller Schwierigkeiten wird der außerordentliche Etat balanzieren, ohne daß eine neue Anleihe angefordert wird.
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Von Otto Corbach.
Das Lob. das der Reparationsagent Parker Gilbert gelegentlich der deutschen Ersüllungspolitik spendete, hatte ihm auch bei uns viele Freude geworden. Sein Be» richt über das vierte Jahr seiner Tätigkeit hat aber gerade diese Freunde bitter enttäuscht.
In der Polittk handelt es sich bei den Beziehungen zwischen Gläubiger und Schuldner immer in erster Linie um ein Machtverhältnis. Es ist dem Gläubiger weniger darum zu tun, datz seine Eetd- anjpruche besriedigt werden, ats vielmehr darum, daß der Schuldner durch seine Tri- butpflicht dauernd geschwächt bleibt. Das liegt klar auf der Hand, sobald es sich um die Verschuldung eines völlig oder teilweise kolonialpolitisch unterdrückten Volkes handelt. In den afrikanischen Kolonien europäischer Mächte beoeutet die Zahlungsfähigkeit der Eingeborenen nur mehr eine Bagatelle. Die Eläubigeran- sprllche der weißen Herren haben das Land mit seinen gewaltigen Schätzen fast völlig verschlungen und um diese auszubeuten, ist es gerade von Nutzen, daß die stark zusammengeschrumpft einheimische Bevölkerung in großem Umfange Steuern und Abgaben nur entrichten kann, indem sie ihre Arbeitskräfte zu Spottlöhnen an die fremden Machthaber verkauft. In Indien hat Engand die einst hochent- wickelen einheimischen Gewerbe planmäßig zerrüttet! es konnte die Reichtümer des riesigen Landes um so hemmungsloser plündern, je mehr es die Quellen des Wohlstandes der Bevölkerung verschüttete. China war auf dem besten Wege, sich durch Kriegsschuldung und fremdes Seezollregime in ein zweites Indien zu verwandeln. Keine „ErfiiUungspolitik", sondern eine gegen den fremden Imperialismus gerichtete nationale Revolution hat es vorläufig davor bewahrt.
Wenn man bis in die jüngste Zeit die Berichte der fremden Seezollverwaltung in China studierte, so konnte man nur staunen über das Tempo, in dem die Außenhandelsziffern emporschnellten. Dabei wüteten tm Innern überall Bürgerkriege,, machten Räuberbanden alle Wege unsicher, rafften Hunger und Seuchen Millionen dahin. Davon war in den Seezollberichten kaum die Rede.
Deutschland ist nicht China und nicht Indien,, aber das deutsche Volk täuscht sich über das Wesen politischer Schuldknechtschaft, wenn es seinen Gläubigern nicht den, vielleicht unbewußten, Willen zu- traut, auch Deutschland allmählich in ein ausgesprochen koloniales Ausbeutungsobjekt zu verwandeln. Ein Parker Gilbert kann nicht mit so groben Täuschungsmitteln arbeiten wie die fremde Seezollverwaltung in China, aber jein Reparationsspiegel dient schließlich keinem anderen Zwecke, als dem, von den Verhältnissen tn dem kontrollierten Lande ein Bild zu entwerfen, das den Wünschen der Gläubiger entspricht. „Deutschland kann zahlen!" Jawohl; aber es ist ein Unterschied, ob das deutsche Volk von wirtschaftlich gesunden oder von überschuldeten landwirt- schaftlichen Betrieben ernährt wird, ob Wohnungen gebaut oder Exportartikel fabriziert werden müßen, ob Kinder geboren werden dürfen oder überschüssige deutsche Arbeitskräfte für die Befriedigung fremder Luxusbedürfnisse in Anspruch genommen werden. Die deutsche Normalleistung nach dem Dawesplan in Höhe von zweieinhalb Milliarden Mark entspricht einem Aufwande, für den 300 000 Wohnungen hergestellt werden können. Vinnen zwei Jahren könnten Proletariat und Mittelstand mit menschenwürdigen Heimen bedacht werden. Das deutsche Volksvermögen ist nach sachverständigen Schätzungen seit der Vorkriegszeit von 465 Milliarden auf 350 Milliarden Mark zurückgegangen, aber es ist genug übrig geblieben, ^um jährlich
fk. Paris, 19. Jan. Im Zusammenhang mit den aus Amerika stammenden Meldungen über einen Widerstand der amerikanischen Regierung gegen jede Kommerzialisierung der deutschen Schuld, einmal der haltamtliche „Excelfion" daran, daß der Sachverständigenausschutz nach seinem Abkommen zwischen allen Mächten die den Genfer Beschluß vom letzten Ser? tember unterzeichneten unabhängig sein müße. Diese Eigenschaft schließe jede Bindung der Alliierten durch ihre Regierungen aus, da die amerikanische Regierung amtlich nicht vertreten sei und sich darauf beschränkt habe, der Wahl der zur Teilnahme an den Ausschutzarbeiten aufgeforderten amerikanischen Staatsbürger zuzustimmen, wenn sie auch eine einschränkende Anweisung gäben. Das Blatt schreibt weiter, ohne irgend „den Unabhängigen" Schlußfolgerungen des Sachverständigen-Ausschusies vorzuwerfen, sei es doch klar, datz die französischen Regierung keiner Weisung der Reparationsfrage zustimmen kann, die nicht zur Wirkung hätten, die auf Grund der Verträge in Händen befindlichen Pfänder und durch den Dawes-Plan gebotenen Sicherheiten durch entsvrechende Sicherheit und Pfänder zu ersetzen. Die deutsche Schuld sei die Gegenleistung für die tatsächlich von den Alliierten erlittenen Schäden. Für diese Schuld säbe der Versailler Vertrag eine erstklassige Hpothek auf deut- Güter vor.
Zwangsläufigen Ausgaben bleiben nur »00 Millionen für sachliche und Verwaltungsausgaben übrig, bei denen allein Ersparnisse Möglich sein können, also ein im Verhältnis zum Gesamthaushalt geringer
Worden. 6c ist das Einspruchsrecht des Reichsfinanzminister gegenüber Ausgaben der Ressorts für den außerordentlichen Haushalt erweitert worden, und zum Beispiel Ausgabenreste dürfen nicht ohne seine Zustimmung verwandt werden.
Der ordentliche Etat
schließt die Einnahmen und Ausgaben mit 9900 Millionen ab, d. s. 35 0 Millionen mehr als im Jahre 1928. Außer der Vermehrung der Reparationsanforderungen umfaßt diese Erhöhung il a. folgende Posten: Ein Mehr an Ueberweisungen an die Länder von 68 Millionen, die Erwerbslosenfürsorge, die aus dem außerordentlichen Haushalt herübergenommen isst mit 55 Millionen, Mehrausgaben bei der Invalidenversicherung von 15 Millionen, Ostpreußeuhilfe mit 16,5 Millionen, Erhöhung der Krisenunter, stützung mit 20 Millionen, Wohnungsbau tm Grenzgebiet mit 8,5 Millionen und verschiedene Mehranforderungen des Res- sorts. Im ganzen ergeben sich 528 Millionen Mehrausgaben, von denen 170 Millionen abzuziehen sind für Posten, deren ^whe sich vermindert hat. Dazu gehört s ein Weniger von 46 Millionen beim ReichSernährungSminister und ein Weniger von 50 Millionen bei der Reichsschuld. Der Minister teilte mit, daß alles getan wordensei,umdieAuSgabenzu- sammenzu st reichen. Diese Möglichkeiten aber haben sehr viel engere Grenzen als es bei einem 10-Milliarden-Etat im [ ersten Augenblick scheint.
Die Ausgabe«
gebracht werden. Die einzige Erleichterung ist in einer Vorlage zu sehen, nach der eine Aenderung des Einkommensteuergesetzes durch fünfprozentige Ermäßigung der Sähe für die kleineren und mittleren Einkommen bis 25 000 RM. eintreten soll.
Ium Schluß führte der Minister noch folgendes aus: Die Regierung Hot in Erfüllung ihrer Aufgabe, den Verpflichtungen gegenüber den Gläubigerländern zu genügen und dennoch Deutschland die Ordnung seiner Finanzen zu erhalten, neue Opfer für die Wirtschaft Vorschlägen müssen. Danach wird das Gleichgewicht im Deichsbaushalt gewährleistet sein. Damit
lanzierung des Reichshaushalts beitragen. Da sie schätzungsweise an Ueberweis ungen ein Mehr von 10 Millionen erhalten würden, ist es als erträglich angesehen worden, für das Reich vorweg 120 Millionen anzusetzen, die bann später dem Reich zur Der- fügung stehen. Der Restbetrag wird dadurch beschafft, daß einzelne Steuerein- gänge gegenüber dem Vorjahr höher geschützt werden (rund 9Q Millionen Ertrag). Der Minister betonte. daß die neuen Steuern
ist aber die Frage noch nicht beantwortet, ob die Aufrechterhaltung des Druckes der gesamten Steuern auf mehr als ein Jahr möglich ist und nicht schon die Belastung dieses Jahres mühsam errungene Fortschritte bedroht. Das Pirmat der Staats- wirtschaft gegenüber manchen WirtschafiS- forderungen ist harter Zwang. Es kann sich nicht darum handeln, ein Defizit im Reichshaushalt zuzulassen mit allen darin anknüpsenden Fslgen für Wirtschaft und Finanzen, mit der Aussicht auf eine Kassenlage, die den geordneten Gang der Verwaltung stören würde.
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Mehr von 165 Millionen erwartet, und hat das Kabinett die Vorlage des früheren AeichSfinauzministerS Dr. von Schlieben benutzt, der auch die Bayerische Volkspartei seinerzeit zugestimmt hatte. Dazu kommt die Erhöhung der Br annttoein- steuer um 90 Millionen, 20 Millionen aus der Aenderung des Erbschaftssteuergesetzes dergestalt, daß das Gattenerbe mit dem halben Satz des Kindererbes herangezogen wird und ein 20prozentiger Zuschlag zur Vermö- genSsteuer, aus dem ein Mehr von 104 Millionen errechnet wird. Ferner wird ein Betrag von 36,5 Millionen aus den Heberschüssen der ReichSPost und von 3,5 Millionen aus verschiedenen Verwaltungseinnahmen eingesetzt. Die Länder und Gemeinden sollen zur Ba-
ax, I Haltsgesetz oorgeschrieben wurde«, sind «och verschärft
Botschafter Haward la Newyork.
ft Newqork, 19. Jan. Der britische Botschafter Sir Esme Haward, der gestern aus Washington hier eintraf, erklärte, datz die Einladung an Mer- pont Morgan und Owen Poung als Sachverständige der Reparationskommission gestern vormittag telephonisch erfolgte und auf gleichem Wege angenommen wurde. Der Botschafter erklärte ferner, er beabsichtige heute Morgan und Poung zu besuchen, doch sei dies nicht die Ursache seines Newyorker Aufenthaltes sondern die bevorstehende Abreise seiner beiden Söhne nach England. Haward sprach nicht von Thomas Lamont als Stellvertreter, sondern bemerkte nur auf Anfrage, ein Besuch Lamonts sei nicht vorgesehen.