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£tt Jbbcrb«fflf<b< Seihmg" n> schcvtt f«4i#ntal wdchrnllich. Ve- pg#t>rd< monatlich 2 GM. au«, schließl. Zusielluna«gebühi, durch d1«Post2.2S GM.^Or rttva infolge Atrrtk«. Maichlnendefekle oder elementarer Cttignlfle auotallcnd« Kummer» wird kein Ersatz cf leistet. Verlag d. Dr S pltzeroth, Druck der Unid.-Buchdruckerei d. geb. «uq. «och, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. n. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Franks«rt «. M. Rr 5015. Sprech reit der Redaktion von 1011 und hl1 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Nr.S 64. stndrg. ffliotburg o. Sahn

Der «»irtgenprdo betidqt ft* dm, 10 qespalt. Zetlenmtllimrter 0.08 SM^ kleine Saran,ritz«» 0.06 ®«JIU amtliche und auf WLrttq» Anzeigen 0.10 GM. Sei schwierigem Satz sowie bei Platz» dortchrlft 50*1, Aufschlag. Gammelanzeiqe» 100 *1; Atf» schlag. Reklamen der Mtllim. 0,40 SM. geder Rabatt gtlt «U varradatt. Ziel 5 Sagt. Seieg» werden berechnet, ebenso A, ekunft durch di« Deschäftsstelle und Zusendung der Anaedot». 8e- füllungSott Marburg.

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Anzeiger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Polens Antwort an Rußland

ES Wünscht eine einheitliche Regelung der Silkragen mit den Srvßillächtea, also eia SftLomen»

fl. Warschau, 11. Jan. Zn der gestern von dem polnischen Geschäftsträger in Moskau dem stellvertretenden Volkskom­missar Litwinow überreichten Ant­wortnote der polnische« Regierung auf dessen Vorschläge, den Kelloggpakt zwischen beide« Staate« vorzeitig in Kraft i« setzen, erklärt die polnische Re- gierung sich grundsätzlich bereit, den Vorschlag anzunehmen, mutz sich aber die Möglichkeit gewisser Modifikationen vorbehalten.

In der Antwortnote heitzt es u. a.: Ob­wohl unter den anderen unmittelbaren Nachbarn der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken so ehrenhaft, ausgezeich­net, mutz die polnische Regierung des wei­teren ihre Verwunderung darüber aus­drücken, datz die Regierung der Sowjet­union mit ihrem Vorschläge die Regierun­gen Finnlands, Estlands, Lettlands und Rumäniens übergangen hat, dagegen sich an Litauen, das nicht unmittelbarer Nach­bar der Sowjetunion ist, und das, wie der Regierung der Sowjetunion bekannt ist, die Aufnahme der diplomatischen Be­ziehungen mit Polen ablehnt, gewandt hat. Die polnische Regierung mochte die Regierung der Sowjetunion daran er­innern, datz sie immer auf dem Stand­punkte der Notwendigkeit der einheit­lichen Behandlung der Frage der Sicherheit im Osten durch alle daran interessierten Staaten stand, da nur eine solche Behandlung dieser Frage eine reelle Friedensficherung für diesen Teil Europas fein kann. Im Einklang mit dieser Ten­denz betrachtet die polnische Regierung es äls ihre Pflicht, sich an diese Staaten un­wittelbar au wenden.

Die Diplomatie der russischen Sowjet» Republik ist Meister in der Kunst, ihrer Politik ein harmloses Gesicht zu geben. Denn sie für ihre Haltung auch manchmal nicht gerade den Eindruck besonderer Auf­richtigkeit macht, wie das z. D. bei ihren radikalen Abrüstungsvorschlägen in Genf der Fall war, so erreicht sie dadurch doch stets, daß ihre Gegenspieler in eine schwie­rige Situation geraten. Bei dem neuen Vorschlag des Außenministers Litwi­now auf Abschluß eines besonderen Kel- logg-Vertrages für den Osten ist ihr das wieder einmal meisterhaft gelungen.

'EHe Moskauer Diplomatie hatte ur­sprünglich oie Auffassung vertreten, daß der Kellogg-Patt ein« direkte Spitze ge- tzen Sowjet-Rußland enthalte, well die daran beteiligten Regierungen es unter­lassen hätten^ die Sowjets zur Dellnahme an den Verhandlungen einzuladen. Durch Deutschlands Antrag auf unbegrenzte Zu­lassung aller Mächte der Welt, gegen den England sich wandte, den Kellogg aber doch durchsetzte, ergab sich dann für Ruß­land die Möglichkeit des Beitritts zum Pakt. Es entschied sich dazu ohne jeden Vorbehalt. Litwinow hatte nämlich bald die neue Chance erspäht, die sich hier für die Sowjet-Diplomatie bot.

Die Bemühungen Sowjet-Rußlands zu einer Art Locarno-Patt für den Osten kommen, bestanden schon lange. Diese Bestrebungen sind nicht zu verwechseln mit denen Polens nach einemOst-Locarno". 6n dem Ost-Locarno will Polen die an- widerruftiche Festlegung seiner gegenwärti- ven Grenzen gegenüber DeutscAand. Ruß­land wollte in dem Locarno der Ostmächte jeden ttiegerischen AuStrag von Sll«'.- lgkeiten zwischen Rußland und Polen, vlvie Litauen, Letttanü, Estland usw. aus- chliehen. Die Verhandlungen mit den »attischen Staaten blieben jedoch in den Anfängen stecken. Litauen, schloß zwar ,

einen Patt, der jedoch von der litauischen Militär-Dittatur nach dem Umsturz in Kowno wirkungslos gemacht wurde. Aach der Pariser Unterzeichnung des Kellogg- pattes beeilten sich die Osfftaaien nicht be­sonders, den KriegSächtungsPatt zu ratt- fizieren, zumal der Konflitt zwischen Polen und Litauen neue Streitfragen in den Vordergrund gestellt hatte. Die Polnisch« Regierung hat bis heute ihren Betritt zum Kelloggpatt nicht vollzogen. Polen betont aber stets seinen Friedenswillen und Rußland bringt Polen nun in die Zwangs­lage, Farbe bekennen zu müssen. Vielleicht war man sich in Moskau von vornherein llar darüber, daß Polen Ausflüchte machen werde, aber die Situation ist für Pillen alles andere als angenehm und wird noch

Bier, Spiritus, Vermögen, Erbschaft

Reichsfinanzmimster Hilferding wird, wie gemeldet, am Montag im ReiHskabinett den Entwurf bei Haushaltsplanes für 1929 bis 1930 begründen. Der GtatSentwurf balanziert mit etwa 10 Milliarden Mark. Durch dre Verhandlungen, die das Reichsfinanz» Ministerium seit Monaten mit den einzelnen Ministerien geführt hat, ist es gelungen, den neu zu deckenden Betrag auf 300 Millionen AM. zu senken. Zur Deckung der verbleiben­den 500 Millionen werden in dem Entwurf des Haushaltsplanes dr« folgenden DorfchlSg« gemacht:

Die Diersteuer, deren Ertrag im dor­angegangenen Haushaltsplan mit 370 Millionen angesetzt war, soll so er­höht werden, datz sie einen Mehrer- trag von über 100 Millionen Mark erbringt, also eine Steigerung um etwa V»;

aus dem Spiritnsmvnopol. aus dem das Reich bisher 270 Millionen y>g, soll ein Mehrertrag von weiteren 100 Millionen gewonnen werden.

Durch Steigerung der Sätze für die großen Vermögen wird eine wesent­liche Erhöhung deS Vermögenssteuer-

neue« amerikanischen Präsidenten Hoo­ver, der einer vollständigen Wiederauf­nahme der Beziehungen Amerikas mit Rußland freundlich gegeimberstehen soll.

Bisher hatte nur Litauen dem russischen Vorschlag zugestimmt. Polen brütet noch darüber, welche Einschränkungen eS machen kann, damit es sich glimpflich aus der Schlinge ziehen kann, und Rumänien wirst die bessarabische Frage auf. Wenn so auch der russische Vorstoß, wie es wahrschein­lich ist, nicht das ihm gesteckte Ziel er­reichen wird, so ist Der moralische Gewinn Rußlands aus dieser Attion doch sicherlich nicht gering, und er zeigt wieder einmal die Sowjetdiplomatie auf ihrer Höhe.

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Ser Sumpf gegen die Aohnungs' not

Der Wohnungsausschütz des preutzi- schen Landtages beriet den Antrag Howe (Dntl.) über die Bekämpfung der Woh­nungsnot. Es wird ein planmäßiger Ab­bau der Wohnungszwangswirtschaft gefor- dett, um eine richtige Verteilung des vorhan­denen Wohnraumes herbeizuführen. Zur be- schleuniczten Beschaffung neuen Wohnraums wird die Aushedung der Wohnungszwangs­

kompliziert dadurch, daß Polen und 2i» tauen sich nunmehr, wenn auch indirett, vor. die Frage gestellt sehen, ob sie nicht auch untereinander gleiche Erklärungen ab­geben wollen, wie die von der Sowjet- Anion geforderten.

Richt weniger als in Polen hat der Vorstoß in England überrascht. Der mo­ralisch« Gewinn, den die Sowjetunion dar­aus ziehen muß. ist für London wenig an­genehm. ES kommt ja hinzu, daß Rußland auch hofft, durch den Vorschlag in den Vereinigten Staaten und besonoers in den amerikanischen Börsenkreisen einen guten Eindruck zu machen. Das ist wiederum von nicht geringer Bedeutung für Rußlands Bestrebungen, in Amerika Kredite zu er­halten, zumal bei der Einstellung des

zusammen 400 Menen ertrage« (bisher 520 Millionen Mark) vorgeschlagen.

Weiterhin eine geringe Erhöhung bet Erbs chaftSsteuer, die bisher 100 Millionen erbracht hat, bei der insbe­sondere der Gattenerbe ersaht werden soll.

Schllehllch soll eine Steigerung der Reich spostabgaben an das Reich erfolgen. Durch diese Erhöhungen würde insgesamt ein Mehrbetrag von 400 Milli­onen Mark aufgebracht werden können.

Die verbleibenden 100 Millionen sollen da­durch gewonnen werden, datz den Ländern von ihrem Antell an den Aeberschüssen der großen Reichssteuern 100 Millionen zu Gunsten des Reiches abgezogen werden. Man glaubt, daß die Haushaltungsberatungen im Kabinett nur etwa ein« Woche in An­spruch nehmen werden. Angesichts der Häu­fung finanzpolitischer Gesetze hat das Reichs­finanzministerium darauf verzichtet, einen neuen Finanzausgleich auszuarbeiten, und «s wird statt dessen die Verlängerung des jetzigen Finanzausgleiches um ein Jahr mit einigen kleinen Korrekturen vorgeschlagen werden.

wirtschaft für die Grundstücke verlangt, deren Eigentümer ntt Ablösung der Zwangswirt­schaft neue Wohnungen Herstellen. In bet Aussprache wies der Re. ierungsvertreter dar­auf hin, datz die Zahl der Neubau­wohnungen zwar geringer fet als im Vorjahre, datz aber immerhin zu ermatten wäre, datz sie sich nicht wesentlich unter der Zahl des Jahres 1927 halten werde.

Ein weiteres Jahr Hanszinssteuer.

Verl in. 10. San. Wie der Amtliche Preuhische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Finanzminister den Staatsrat so­eben e.net Entwurf übe. lie Verlänge­rung der Geltungsdauer der Haus­zinssteuerverordnung 8 gef;en lassen. Darnach soll die Hauszinssteuer auf Grund­lage des geltenden Gesetzes noch e n wei:eres Lahr biS zum 31. März 1930 erhoben werden.

Das Fahrten pro« ramm desSraf Zeppelin".

ff- Beilin, 11. Jan. Nach einer Viäiter- meldung wird das LufifchifiGraf Zevvelin" End« Februar einen Mittelmeerrundslug mit Passagieren über den Küsten von Europa, Af­rika und Asien unternehmen. Weitere Passa­gierflüge sind für März und Avril vorgesehen. Im Mai bis Juli folgen die beiden großen Amer.kaflüge, für die Passagiere und Post zu- gelasien werden. Hieran dürfte sich der ge= vlanie T. eltrunbilug über den fernen Osten anschlictzen.

Die neuen Steuern

Separationen und Schuldem Memmen

fl. Paris, 11. Ja«. Wie vo« geb unterrichteter Seite verlautet, halft Poiuear 6 am Mittwoch mit Parker Gilbert i« Washington ei« Tel«, phoagespräch über die Frage der parationsregelung und ihren Zusammen, Haag mit der Frage der Ratifizierung des französischen Kriegsschuldenabkommeus. Wie mitgeteilt wird, würde Poincars nach einer ihn befriedigende« Reparations­regelung die Frage der Ratifizierung so­fort vorwärts bringen. Die Nachricht, datz Parker Sllbert di« Staatssekretäre Mel- l o» und Kellogg unterrichtet hab«, datz Frankreich das Schuldenabkomme» im gegebenen Augenblick ratifizieren werde, wird als 8 « ft 8 t i g « « g für Poiacaräs Absichten ««gesehen.

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Sie Sachveeftündigen der Alliierten

Paris, 10. Jan. Die Reparations­kommission veröffentlicht folgendes Com- muniquö: Im Laufe ihrer heutigen Sitzung hat die Reparationskommission auf Aufforderung der Regierungen von Belgien, Frankreich, Großbritannien, Ita­lien und Japan, die den Genfer Beschluß vom September 1928 bzgl. der Bildung eines Ausschusses von Sachverständigen gefaßt haben, der Vorschläge für eine voll­ständige, endgültige Regelung des Repa­rationsproblem auszuarbeiten beauftragi wird, folgende Personen als Mitglieder dieses Ausschusses ernannt:

Für Belgft« Francqui «ad Gatt,

für Frankreich Moreau und Parmentier, für Erotzbritannie« Sir Josiah Stomp und Lord Revelstoke,

für Italien Pirelli und Suvich,

für Japan Keugo Mori und Takaschi Alki.

Die Reparationskommrssion wird im Ein­vernehmen mit der deutschen Regierung die Mitglieder des Ausschusses ernennen, die amerikanische Staatsangehörige find, sobald fie die vorgesehene Demarche unternommen haben wird. Die Repara- tionskommiffion hat außerdem von der Demission des stellvertretenden belgischen Delegierten in der Reparationskommission Eutt in dieser Eigenschaft und des fran­zösischen Delegierten Parmentier in seiner Eigenschaft als Mitglied des Transfer­komitees zur Kenntnis genommen.

lleber di« Ernennung der amerikanischen Sachverständigen.

In Londoner unterttchteten Kreisen ist man, wie dieT i m s berichten, der An­sicht, daß die Besprechungen Parker Gil­berts mit dem amerikanischen Schatzamt und anderen offiziellen Persönlichkeiten der amerikanischen Regierung gute Erfolge zeitigten. Die Besprechungen, die der britische Botschafter in Washington mit Vertretern des amerikanischen Staats­departements hatte, hätten gleichfalls zur Klärung der Frage der Ernennung amerikanischer Mitglieder für das neue Reparationskomitee geführt. Eine end­gültige Ankündigung über die Ernennung )ei amerikanischen Sachverständigen werde Ende dieser Woche erwartet.

Parker Gilbert bleibt bis Ende Januar in Amerika.

Nach einem Telegramm desNem­pörter Herold" aus Washington hat äch der Reparationsagent Parker Gilbert entschlossen, bis Ende Januar in den Ver­einigten Staaten zu verbleiben, um an den Beratungen der amerikanischen Re­gierung, die sich mit der unmittelbaren