Einzelbild herunterladen
 

9tt. 2

OKdkffiWt Sfltewg, wttftwe «. L. Teeweesteg, be* 1 Jam« 1929

eene 9

Alls bkk ÜMMtlld

Wrtii «ariMS

Betziesdorf, 2. Jan. Der hiesige Kriegerverein hielt am 29. Derember ». 3s. seine Generalversammlung ib. Der Geschäftsbericht sowohl über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre als auch die zahlreich erschienenen Kameraden Legten Zeugnis ab von dem guten Geiste, »er unsere Bestrebungen beherrscht. Das volle Vertrauen, das der Vorstand genießt, fand seine Würdigung in der einstimmigen Wiederwahl desselben.Nie rasten, son­dern immer oorwärtsstreben zum Wohle des Vaterlandes" sei wie bisher, so auch ferner­hin, die Devise unseres Kriegervereins.

Lohra, 3. San. Heute feiert Herr Adam öohn aus Lohra seinen 8 0. Geburts- la g in guter körperlicher und geistiger Rüstig» seit. Ster Jubilar ist seit 15 Jahren in ter hiesigen Dampftnolkerei beschäftigt und Lllt auch heute noch trotz feines AlterS sein beruf voll aus. Mr wünschen dem Alten tten gesegneten Lebensabend.

SrriS ÄtaMafn

r. Rauschenberg, 1. Ian. Das teue Jahr wurde hier nach alter Sitte feierlich begrübt. Gegen Mitternacht ver- Nmmelte sich ein grober Teil der Einwoh- ler, hauptsächlich die Jugend, auf dem Marktplatz. Dom Rathausturm blies die tapelle nach Eintritt des neuen Jahres Cho- öle über die festlich belebte Stadt. Die ßurschen sangen auf dem Marktplatz den al- en Choral:Das alte Jahr vergangen ist." Man batte den Eindruck, dah dem Lied im vergleich zu früheren Jahren die machtvolle ßeschlossenheit und durchdringende Kraft thlte. Die Klangwirkung wurde zudem urch den allgemeinen ersten Lärm froher teujahrsrufe beeinträchtigt. Eine bessere Herteilung von Musik und Gesang dürfte ^gebracht sein. Im übrigen war die Wir- tmg dieser althergebrachten Kundgebung ausgezeichnet. Dieser Brauch möge stets er­halten bleiben.

Wolferode, 2. Jan. Der hiesige Männergesangverein veranstaltete nn Neusahrstage einen Theaterabend nit anschließendem Tanzvergnügen. Der Nau- lnannsche Saal war fast zu klein, um die zahlreich Erschienenen alle zu fassen. Durch die Darbietungen der mitwirkenden Mitglie­der kam das Publikum auf seine Kosten und auch die Spieler ernteten reichen Beifall. Nachher wurde noch eifrig dem Tanze ge­huldigt.

Äteti Aegenrmtn

Hausen b. Oberaula. 2. Jan. Die ettoa 850 Jahre alte Buche auf dem »großen Acker" war feit zwei Jahren eingegangen. Jetzt wurde ihr Stamm gefällt. Da es sich ton einen Baumriesen mit entern Umfang bon sieben Metern handelt, war mit der Art sticht anzukvmmen. Der mächtige Stamm wurde vittmehr durch einen Schuß mit 25 Kg. Sprengstoff gesprengt. Das seltene Schau­spiel hatte diel« Schau lustige zn die Aähe tzelockt.

Kreis Viebenkovf

Bischoffen, 2. Jan. Am Montag abend wurde die Leiche des Invaliden Heinrich Deck dvn hier in der Aar aufgefunden. Aach einem Besuch, den er seinem Sohn am Sonntag Nachmittag abstattete, begab sich Deck auf den Heimweg und wurde seit dieser Zett vermißt. Ob der alte Mann, der den Nutz übergeben wußte, von einem Schlaganfall überrascht wurde und dabei ins Wasser gefallen ist, dder ob ihm sonst etwas zugestoßen ist, bedarf doch der Ailfllü rung.

----*----

Kunst m» Wissenschaft

^» Di« Re« Bachgesellschast hat die probst äffe Johann Sebastian 6 a ch s in der Johanniskirche zu Leipzig un­ter ihren Schutz genommen. Sie wird die vürdige Instandsetzung der Bachgrust veran­lassen und übernimmt die laufenden Jnstand- saltungskosten. Nach Beendigung der erfor- »erlichen Bauarbeiten wird die Gruft, in der such Gellert ruht, an allen Werktagen von lv bn» 1 llhr für den freien Eintritt ge- »ffnet sein. Mit dieser Regelung dürfte der streit um den Verbleib der Gebeine Bachs wendet fein; es war bekanntlich der Vor- chlag laut geworden, sie in die Thomaskirche In überführen, doch hat der Kirchenvorstand »er Iohanniskirche dies Ansinnen rundweg »bgelehnt.

= Personaloeränderimg in bet Prentzi- $ew Wohlfahrtsverwaltuna. Wie der Amt- iche Preußische Pressedienst mitteflt, wurde 'er Abteilungsvorsteher und Professor Dr. "ed. Iacovitz am Hygienischen Institut d Benthen O.-S. zum Direktor und Professor dieses Instituts ernannt.

= Professor Dr. Hermaun Reincke-Bloch testör bett. Am Neusahrstage starb in Bres- stu an einer Grippeerkrankung der bekannte prichlchtsforscher und frühere Ministerpräsi­dent von Mecklenburg-Schwerin, Professor n. Hermann Reincke-Bloch, nn 6L Lebens» chre.

= Verschärfung der Frankfurter Theater- tife. Rach dem Intendanten des Frank- Nrter Opernhauses, Professor Clemens st r a u tz, und dem Opernregisseur W a l - ter stein will nun auch der Intendant des Schauspielhauses, Richard Weichert, Frankfurt den Rücken kehren. Wie aus Piet Zuschrift Weicherts an denFranks. ven.-Anz." hervorgeht, hat er bereits Mitte Jnober den maßgebenden Stellen mitgeteilt, !°8er nach seiner Heimatstadt Berlin zu üwtitebdn beabsichtige.

Hessen-Nassau und Nachbargebiete

Die Wärmflasche erplodiert.

Borgentreich (Kr. Warborg), 2. Jan. Eine hiesig« Fran hatte eine Wärmflasche auf den Ofen gestellt. Da der sich ent­wickelnde Wasserdampf nicht entweichen konnte, platzte die Flasche und riß den ganzen Ofen auseinander. Ein Eifenstück flog der Frau an den Kopf, sodaß sie mst schweren Verletzungen bewußtlos zttsammenbrach

D«ch Unvorfichtigkett «schoss«.

Hohenwepel (Är. Warburg), 2.Jan. Ein bedauerlicher llnglückSfall, dem ei» junges Menschenleben zum Op­fer fiel, ereignete sich in unserem Ort. Der erst zwanzigjährige W. von hier ging etit seinem Freund auf die Felder, um einen Habicht zu schießen. Beim Laden des Gewehres löste sich vorzeitig der Schuh Die Kugel drang W. in den Leib, sodaß er bewußtlos zusammenbrach. Mit Hilfe eini­ger herbeigehÄter Leute brachte man den Schwerverletzten nach Hause, wo er als­bald, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben, verschied.

Eine StadthaN« durch Selbsthilfe.

Volkmarsen, 1. Jan. Di« letzte Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte sich hauptsächlich mit dem Bau der neuen Stadt- Halle. Es wurde Bericht erstattet über die Vesichttgung verschiedener Stadthallen in Waldeck und Westfalen. Der Kostenan­schlag eines Kasseler Architekten für eine ausgebaute .zugleich für Turn- und Spott­zwecke hergerichtete Halle lautete auf 78 000 Mark. Da diese Summe eine zu schwere Belastung der Stadt bedeuten und außerdem wohl kaum die Genehmigung der vorgesetzten Behörden finden würde, entschloß man sich zum Bau einer beträchtlich Heineren Halle, als ursprünglich vorgesehen war. Die Kosten sollen dadurch bedeutend herabgesetzt wer­den, daß Pttvatpersonen. besonders aber die Vereine, kostenlos die Anfuhr der Matetta- lien und Ausschachtungsarbeiten übernehmen. Falls man zum Bau die Zusttmmung der Regierung erlangt, wird mit den Vorarbei­ten bei günstiger Witterung sofott begonnen.

Schwere Bluttat im Tamms.

Oberh öchsta dt, 2. Jan. Der 17 Jahre alte Heinrich Schott aus Cron berg ist am Neujahrstage auf dem Wege zwischen Oberhöchstadt und Nieberursel von dem 21 Jahve alten Schlosser Philipp Wolf aus Oberhöchstadt erschossen worden. Schatt, der Sohn des Besitzers des Hotels .Schützenhof" in Eronberg, wollte einen Streit zwischen Wolf und zwei jungen Mädchen aus Oberhöchstadt schlichten, worauf Wolf einen Revolver 'zog und Schott durch einen Schutz in den Hals niederstreckte. Der Tod trat nach wenigen Minuten ein. Der Täter ist noch gestern abend in Oberhöchstadt ver­haftet worden.

Schlägerei mit tödlichem Ausgang.

Darmstadt, 2. San. Sn der Aert- jahrsnacht fingen mehrere junge Leitte, die in einer Wirtschaft gezecht hatten, mit fünf Insassen einer Autodroschke Streit an. Der 48 Jahre alte Eisenbahnassistent Kies und sein 19 Jahre alter Sohn wurden bei der Schlägerei verletzt und dann noch von einem Peftonenauw überfahren. Kies starb auf dem Transport ms SttrdtkrankenhauS, während fein Sohn in schwerverletztem Er­stände ins Herz-Iesu-Hospital eingeliefert wurde. Der Führer des Autos und die Personen, die die Schlägerei angefangen hatten, konnten ermittelt werden.

3« den Unterschlagungen

ht bet Chemischen Fabrik Albert.

Mainz, 1. Jan., Zu den großen Unterschlagungen in bet Chemischen Fabrik Albert in Mainz-Amöneburg wird noch bettchtet: Anfangs 1928 schied ein in den 70er Jahren stehender Prokurist aus der Chemischen Fabttk aus. Sein Nach­folger entdeckte nun ein Manko von 146 000 Mark. Die Firma nahm zuerst den Proknttften ins Gebet, der eingestand, im Laufe der vorhergehenden zwei Iahte einem aus bet Firma Ende 1926 ausge- chiedenen Buchhalter, bet sich in bet Zwischenzeit selbständig gemacht hat, aus dessen Drängen nach und nach Darlehen

im Gesamtbeträge von 146 000 Mark ge­geben z« haben. Der Buchhalter soll den Prokuristen dadurch zur Hetgabe des Geldes bestimmt haben, datz et ihm er­klärte, et habe eine bedeutende Erfindung gemacht, die et patentieren lasse, und die ein Bermögen einbringe. Der ehemalige Buchhalter wurde ebenfalls vernommen und bestritt nicht, die Darlehen bekomme« zu haben. Er schwieg sich aber bei seiner Vernehmung über die Erfindung voll­ständig aus und stellte der Firma sein Geschäft und sein Lager in Wiesbaden zur Betfügung. Das Lager soll einen wett höheren Wett besitzen als das Dar­lehen. Die Sache beschäftigt zur Zeit die Staatsanwaltschaft. Die Firma soll keine Anzeige erstattet haben.

Weg« Stieitigfeitra mit den Mietern sein eigenes Hans ange$flnbet.

Wiesbaden-Igstadt, 1. Jan. Einen aufregenden Abschluß hatte bas letzte Jahr für unseren Ott. In den späten Abendstun­den des Sllvestettages brach in dem Besitz­tum des Landwirtes Stemmler ein Brand aus, der sich rasch zum Groß- feuer entwickelte. Der angestrengten Tätig­keit der Wehrleute gelang es, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, doch ist ein großer Teil des Stemmlerschen Anwesens ein Raub der Flammen geworden. Der Besitzer selbst wurde an der Brandstelle we­gen Brandstiftung festgenommen. Bei der Vernehmung gab er zu, sein Haus selbst angezündet zu haben, und zwar wegen der Sttettigkeiten, die et mit feinen Zwangs­mietern hatte.

Der Fall Dr. Richter.

Koblenz, 2. Jan. Zu dem Giftmord an der Scan Wertens nt 'Bonn durch den Dinger Arzt Dr. Richter erfährt der .Koblenzer Genevalanz.", datz die Leiche jetzt noch einmal auSgegraben wurde. Die chemische Unter» snchung des Herzens soll Spuren von Strophanti n ergeben haben. Stro­phantin ist ein Pflanzengift, das in großen Mengen genoflen, schnell zum Tods führt. Die Eingeborenen Afrikas benutzen eS zum 'Bergt ft en ihrer Pfeile. Dr. Richter leugnet die Tat noch immer.

Roch eine Bluttat in bet Neujahrsnacht.

Santenbühl (Pfalz), 2 Jan. In bet Neujahrsnachi kamen zwei hiesige Einwohner, der Tünchermeister Wendel und der Händler Königsamen, mitein­ander in Streit. Wendel versetzte im Streit seinem Gegner einen Stich in den Hals, der die Schlagader traf. In wenigen Minuten hatte sich König­samen verblutet. Am Morgen wurde Wendel, der Batet von sieben Kindern ist, verhaftet. Er hatte sich nach der Tat mit einigen Bekannten nach Hause begeben, ohne die Schwere der Verletzung König­samens zu kennen. Wendel gestand sofort die Tai ein.

Flörsheim a. M., 1. Jan. 26000 Mark verloren hat bet Eigentümer bet hiesigen Eänsemästetei, Jakob Kohl, bet zu seinem Schrecken beim Verlassen des Zuges entdeckte, daß seine Mappe samt den dattn aufbewahrten 26 000 <M ver­schwunden wat. Bis jetzt find alle Nach­forschungen nach dem Verbleib des Geldes ohne Erfolg geblieben.

Flörsheim, 2. Jan. In Öen hie­sigen ®änfemäftereien wurden in diesem Iahte zu den Wethnack>tsfe:ertagen rticht weniger als 50000 Mastgänse mngesetzt. Der größte Dell der Gänse ging in die benachbarten Großstädte. Die Gänse stammen zum größten Dell aus Dahern. Ostpreußen und Rumänien und werden in den Mästereien fett gemacht.

Wiesbaden, 2. Jan. Die Fest­stellungen und Untersuchungen bet Krimi­nalpolizei und des Amtsarztes in der Vergiftungsangelegenheit in der Eeerobenftratze haben ergeben, daß feine Speisevergiftung vorliegt, wie man anfänglich annahm. Aller Wahrscheinlichkeit nach hat eine Vergif­tung durch Leuchtgas den Tod bet beiden Unglücklichen und die schwere Erkrankung bet Stau herbeigeftihtt.

Ed» SlcheiwuSftrlkmg to Berlin

2tm 6. utib 7. Januar wird in den Räumen der bchlohbvauevei in Schöneberg eine Aus­stellung eröffnet werden mit Katzen aller Rassen und Gattung als Ausstellungsobjekt. SS Weichen neben den gewöhnlichen Haus­katzen auch anbete seltene Katzenarten ver­treten fein. Siamesische, nubische, persische, indische und die berühmten Angora-Katzen werden vertreten sein. Sin besonderes In­teresse dürste die.KatzeohneSchwa nz". die sogenannte Man-Katze, Hervorrufen, eine Katzenart, die durch ihre Schwanzlosigkeit auf» ällt und in Deutschland sehr selten amu» treffen ist.

Die ^Bereinigung der Kahensreunöe Deutsch­lands hat sich zn dieser öffentlichen Schau- iellung der Tiere entschlossen, tun auf diese Weise Mittel zur Schaffung eines Katzen­heimes zu gewinnen. Das Katzenheim in Stahnsdorf bei Berlin ist überfüllt, so daß von einer regelmäßigen Verpflegung und Auf- icht keine Rede fein kann. In der dortige«

Gegend sind die Tiere schon längst zu einer förmlichen Landplage geworden. Hier will das neue Katzonhaus, das nach den Prinzipien des modernsten Tierschutzes ein gettchtet werden soll, gründliche Abhilfe schaffen. Die Sin- ttchtung dieses neuen Katzenheimes soll minde­stens 50- bis 60000 Mark erfordern.

Sine originelle Reklame.

Aus eine originelle Art der Reklame ist eine amerikanische Firma verfallen. Sie ver­treibt nämlich, wie die Papierzeitung be­ttchtet. Detektivromane, deren Schluß- blätter versiegelt sind, igtb sicher jedem Käufer die Rückerstattung des vollem Preises zu, dem das Buch nicht gefällt un der es mit unbeschädigtem Siegel wieder zu- rückbringt. Die Zahl der letzten ist nur ge­ring; denn in fast allen Fällen siegt die Ren gier der Leser auf den Schluß der Geschichte sie öffnen die letzten versiegelten Seiten, unt der Vertag macht dabei das beste Geschäft.

SdmmlSnmdwM für ten Monat ganuar 1929

Don Max Malier.

Gin neues Jahr hat begonnen. DieS be­deutet, daß die Srde sich anschickt, zum aber» millionsten Male das flammende Tages gestirnt die Sonne, zu umkreisen. Dabei beträgt ihi mittlerer Abstand 149,5 Millionen Kilometer eine Entfernung, die wegen der SxzentrizttÄ oder Kreisabweichung der Dahrrform sich An» fang Januar auf 147 Millionen vermindert, im Juli auf 152 Millionen vermehrt. Di, Gesamtlänge der von der Erde in einem Iah« zurückgelegten Dahn erreicht 930 Millionen Kilometer, woraus eine mittlere Geschwmdig» kett von 29,7 Kilometer in der Sekunde folgt denn das Jahr zählt ungefähr 31,5 Millionen Sekunden.

Eine weitere Eigentümlichkeit der Erde im Sonnenumschwung besteht darin, daß sie sich in 24 vlernzettstunden um ihre Achse dreht wodurch der Wechsel von Tag und Rächt her- vorgerufen wird. Der Ämstand endlich, ba£ die Erdachse nicht senkrecht auf der Rah riebene, sondern um 23,5 Grad geneigt steht und $q sich selbst im Raume parallel bleibt, bewirft das Eintreten der sogenannten 3abregelten. Das sind zwar alles Dinge, die jedermann in der Schule gelernt hat, die man sich aber in die Erinnerung rufen sol^ wenn man daran gehen will, im neuen Jahre regelmäßige Beobachtungen des Sternenhimmels zu unter­nehmen. Dann nur wenn man sich vor Augen hält, tote sich der Erdball einem Kreisel gleich um seine Achse dreht, kann man verstehen, wieso die Sterne alle scheinbar um den Polar­stem kreisen, und nur wenn man dessen ein» gedenk tst, daß die Erde um die Sonne wandert, kann man begreifen, weshalb sich der FixsternHimmel so verfchieb-t, daß sich die» selbe Stellung monatlich um zwei Stunden verfrüht.

Wir finden daher zu Januaranfang um 23 Ahr, zur Monatsmitte um 22 llhr, gegen Januarende um 21 äfbr nritteleuro päischer Zeit den Fixsternhimmel m der nachfolgsch betriebenen, gleichen Stellung:

Das nordwestliche Himmelsgeviert erfüllen die herbstlichen Bilder Leher, Schwan, Pega» fuS und Fische am Horizont, während Widder. Dreieck und Andromeda das mittelhohe Fett einnehmen und Über ihnen Perseus, Eassiopej» und Eepheus sich näher an den Polarster» drängen. Der südwestliche Defichtskreisboge» wird vom Walfisch eingenommen, Hesse» Hauptsterne einprägsam leuchten, währrnk noch südlicher Eridanus die glttzernde Schm seiner Sternenfunken wie einen Strom übe« den dunklen Himmelsgrund ergießt.

Im Osten sind tief am Gesichtskreis faß sternenleere Räume auf getan, einsam nm strahlt Alphart, der Hauptstern der Waffe» schlänge; Über Südosten und ebenfalls ge­sondert durch sternarme Räume strebt mächti, der große Lowe seine Dahn empor. Hebei Rordvsten beherrscht der Große Dar, dessei sieben Hauptsterne, als Himmelswagen all­bekannt, uns in keinem Monat verlassen, da4 Feld.

DaS herrllchste Sternenprangen aber offen- bart sich, wenn man den Dlick geradeaus gen Süden wendet. Schon zutiefst am Horizonte wo man sonst kaum noch Sterne $u erblicken Pflegt, strahlen rechts vom Meridian oder Rordsüd-HimmelÄreiS die schönen Dllder Hase und Taube und links der Große Hund, mit Sirius, dem hellsten aller Fixsterne. In mittlerer Höhe schwebt OrionS mächtige Ge­stalt, links flankiert vom Kleinen Hunde, rechtS oberhalb vom Stier und wieder llnks von den Zwillingen geleitet, lieber alle« im Scheitel blitzt Eapella Hauptstern tm Fuhrmann.

MarS, der am 15. Dezember 1928 in Erd­nähe. am 21. Dezeniber in Opposition zur Sonne an der Erde vorüber gezogen ist, bewegt sich nämlich im Derrchtsmonat schein­bar rückläufig im Bilde des StiereS, zwischen den Fixsternen Zeta und Beta, und kann senk­recht über Orion leicht an seiner rötlichen Farbe erkannt toettnn.

Der Riesenplanet Jupiter ist ebenfalls noch recht günstig in den DormitternachtS- stunden an feinem hellgelben Licht zu erkennen.

Benns, der hellste Wandelstern, er­scheint im Derichtsmrmat schon bald wach Sonnenuntergang als glänzender Abendstrrn uti> vergrößert seine Sichwarkeitsdauer biS Monatsende immer mehr.

Merkur und Saturn stich im Januar nicht gut zu beobachten.

Mond und Sonne bieten natürlich dem Himmelsfreund immer neue Deobachtungs- anregungen, der Mond durch den ewig wechselnden Schattenwurf seiner Gebirge und Krater, die Sonne durch die immer noch leb­hafte Tätigkeit der Flecken und Fackelbildung.

Geschäftliche Ättteilnnge*.

lieblet Mundgeruch.

Der häßliche Mundgeruch ist oft eine Be­gleiterscheinung von Magenerkrankungen, «toffwechselstörungen, - Entzündungen des Zahnfleisches und der Mandeln. In den weitaus meisten Fällen bilden aber unge­pflegte und vernachlässigte Zähne die Ur- ache. Besonders statt zeigt sich der üble Mundgeruch, wenn viele Zähne faul sind und wenn sich starker Zahnstein gebildet hat. Liegt also somit keine ausgesprochene Erkran- iung vor, so ist es leicht, der lästigen Er- chemung des üblen Mundgeruches wirkungs- wll zu begegnen: man hat nur nötig, die aulen Zähne vom Zahnarzt behandeln zu affen und Mund und Zähne regelmäßig mit nein wirklich zuverlässigen, antiseptischen l'm^roa'ier tOdoft zu behandeln.

v«r ffraeiitifche» Gemeinde.

Sonnabend, 5. Januar.

ltorabend 16.30 llhr: morgens 8.30 llhr; nachmittags 16 llhr: Ausgang 17.30 llhr: an Wochentagen: morgens 7.05 llhr: abetiA 19 llhr.