Keine gemeinsame Antwort m SeulsKland
sk. Paris, 20. Dez. Halbamtlich wird bestätigt, datz die zwischen den Alliierten und Deutschland über den Zusammentritt des Eachverständigen-Ausschusses erzielte Einigung nicht in einer schriftlichen Antwort an die Reichsregierung bestätigt, sondern durch ein gleich zeitig in den interessierten Hauptstädte» veröffenliches Kommunique bei Oeffentlichkeit mit allen Einzelheiten bekannt gegeben wird.
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Str Lage in «abnl
London, 19. Dez. Ein Flugzeug landete auf dem Flugplatz von Kabul. Es ist wahrscheinlich dasselbe Flugzeug, von dem früher gemeldet worden war, daß es abgeschossen worden sei. Als ein zweites Flugzeug über der Gesandtschaft hinweg, flog, sah der Flugzeugführer auf dem Boden Schriftzeichen aufaelent, die besagten: Wir sind wohl, versucht nicht, zu landen? — Der Telegraphendraht ist abgeschnitten worden, und die Funkstation arbeitet nicht. Dies erklärt das Fehlen von Nach, richten aus Kabul.
Wiederaufnahme der Funkverbindung mit Kabul.
fk. Moskau, 20. Dez. Die Telegra- phen-Agentur der Sowjet-Union berichtet: Nach einer spät nachts aus Taschkent eingelaufenen Meldung ist es der Taschkenter Funkstation soeben gelungen, nach zweitägiger Unterbrechung die unmittelbare Verbindung mit der Regierungsfunkstation in Kabul wieder herzustellen. Auf Grund der noch unvollständigen Meldung kann jedenfalls festgestellt werden, daß von einer Grobe« rung Kabuls nicht gesprochen werden kann.
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Ser Konflikt in (Bübrnnerifn
Der Bermittluugsausschuß in Tätigkeit.
N e w y o r k, 19. Dez. Der Vermitt« lungsausschuß der panamerikanischen Konferenz hat heute eine zweistündige Sondersitzung abgehal- ten, in der der Vertreter von Bolivien dem Vertreter von Paraguay mitteilte, daß die bolivianische Regierung den Wunsch nach einer friedlichen Regelung des Streitfalles hege. Der Vorsitzende des Ausschusies gab nach Abschluß der Sitzung der Hoffnung Ausdruck, datz sich ein befriedigender Ausweg finden lasten werde. Wie bekannt wird, beabsichtigt der Dermittlungsaus- schutz die Regierungen von Bolivien und Paraguay zur Zurückzehunq der Truppen aus dem strittigen Gran Chaco-Gebiet aufzufordern, um so die Gefahren weiterer Zusammen- 'töhe während der Verhandlvnaen aus- visckalten. Die strittigen Grenffragen werden inzwischen in der bereits bestehenden gemischten Kommission erörtert.
Nach Meldungen aus Asuncion bat die Regierung von Paraguav nach Einberufung von 30 000 Reservisten die weiteren Einberufunoen eingestellt. An der Grenze herrscht Ruhe, die bolivianischen Truppen haben sich auf ihre Ausgangs-
"rfl zurückgezogen.
Der Papst an Bolivien und Paraguay.
fk. Rom, 20. Dez. Der Papst richtete an die Präsidenten von Bolivien und Paraguay eine Botschaft, in der die Präsidenten gebeten werden, einen Krieg zu D»rmeiben.
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Ein offener Brief an Zaiefki
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richtiggestellt und die von ihm gegen den Deutschen Dolksbund in Lugano vorgebrachten Vorwürfe zurückgewiesen werden. Die Polizei hat auch Befehl erhalten, auf polnischem Boden alle reichsdeutschen Blätter zu beschlagnahmen, die Berichte über den Offenen Brief oder Auszüge aus demselben veröffentlichen. Der Wojewode Dr. Eraszinfff soll laut Berliner Tageblatt in den nächsten Tagen der Warschauer Regierung einen eingehenden Bericht über die Tätigkeit des Deutschen Dolksbundes erstatten, vor allem über die Zahlung von Gehaltszuschüssen durch den Deutschen Volksbund an die an den Minderheitenschulen beschäftigten deutschen Lehrer.
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Vckrttq« Anzeigen 0.10 ®9R. M schwierig«« Satz fotvte bet Platz' dorschrtst 5O°I« Aufschlag. — Sammelan,eigen 100 Äef- schiaq. Reklame« der ffltlUhn, 0,40 DM. Jeder Rabatt gilt «M varradatt. Atel 5 Tage. Seleg» Verden berechnet,ebenso Ausknnft durch dt« Seschäft-gell» and Zusendung der Anqedow. 6t- füllunaeort Marburg.
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kingereicht worden. Diese Zahl beweist, der Deutsche Volksbund grundsätzlich den
Unterzeichnet ist der Brief vom Vorsitzenden des Deutschen Dolksbundes Edwin Graf Henkel v. Donnersmarck und dem Geschäftsführer des Dolksbundes, Sejm- Abgeordneten Ulitz.
Berlin. 19. Dez. (TU.) Wie von demokratstcher Seite berichtet wirb, bestätigt es sich, daß Reichsgerichtspräsident Dr. Simons im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen StaatSgerichtrchof und Reichskabinett sein DücktrittSgesuch beim Reichsfastizminister eingereicht hat. Reichsjustizminister Koch, zu dessen -3u» ständigkeit das Reichsgericht gehört, beabsichtigt Dr. Simons zur Rücknahme seines RücktrittSgesuchs zu bewegen. Das Reichskabinett, dessen für die Besetzung der ReichSbahn-BerwaltungsratSposten zuständige Mitglieder bereits heute eine Besprechung abhielten, wird sich wahrscheinlich am Freitag mit dem Gesuch Dr. Simons' und dem ganzen Streit befassen. Die Beschwerde des Staatsgerichtshofs ist inzwischen durch Dr. Simons schriftlich beim Reichspräsidenten eingereicht worden, über dessen Antwort, die erst in einigen Tagen erfolgen wird, noch nichts bekannt ist. (Amtlich ist bisher ein MicktrittSgesuch Dr. Simons' nic^s mitgeteilt worden, es wird
Beschlagnahme, der deutschen Zetttmgen in Oftoberschlesien.
Auf Anordnung der ostoberschlesischen Wojewodschaftsvolizei sind sämtliche heute m Kattowitz und Königshütte erscheinenden deutschen Blätter beschlagnahmt worden. Die Beschlagnahme erfolgte wegen der Veröffentlichung des Offenen Brieses des Deutschen Volksbundes an Zalesti, in dem die Irrtümer des polnischen Autzenministers
N» ^vberhesilsch« Zeitung" er- schein« sechsmal wöchentlich. Ce- prgSpreiS monatlich 2 GM. aus- schließt. Zustellungsgebühr, durch ^«Post2.25 SM.Für etwa infolge KtreikS. Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallende -ieinmern wird kein Ersatz geleistet. Verlag v. Dr. E.-itzerolh» Druck der Unw.-Buchdruckerei d. Aoh. Aug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt e. M. Rr 6016. — Spreckzeit der Redaktion von 10—11 und >1,1—1 Uhr.
RMrttt -es srelHsgerlchtsprWevtev?
Etz» Svfak des IkonftW mit der ReichSrrgimmg
Daß Befinden des Königs von Engfand
fl. London, 20. Dez. Das gestern abend veröffentlichte Bulletin lautet: Der König hat einen ruhigen Tag verbracht. Sowohl das Allgemeinbefinden tote auch der Zustand des Krankheitsherdes zeigen weiter lang
same Besserung.
ft. Loddon, 20. Dez. Das .Dritisch- Medical-Journal veröffentlicht eine von zuständiger Seite verfaßte ausführliche Darstellung des b sherigen Verlaufes der Krankheit des Königs. Es wirb darin betont, daß nur mit einer langsamen Besserung zu rechnen sei, datz aber bereits gefährliche Phasen der Krankheit überwunden worden feien. Man glaubt, datz die Verwendung «ltraviolletten Strahlen^ bereits eine wohltätige Wirkung ausg» "-t hat. Durch die Mitteilung wird bekannt, dah der König während der zweiten Phase der Krankheits- Periode Herzschwäche und Atembeschwerden halte. Während der darauf folgenden Phase wurde am 12. Dezember ein« Operation vvrgenoannen, bei der ein Heiner Teil einer Rippe entfernt wurde, um den Abschluß von Eiter zu ermöglichen.
B__________... Volksbund grundsätzlich den Be-
' ‘ :g über die Landesbehörden be
freitet. Nur die überaus schleppende Be- Handlung dieser Beschwerden und die damit sM.zäf verbundene Gefährdung lebenswichtiger Jn- > jerefyen her deutschen Minderheit habe zur ^mittelbaren Anrufung des Völkerbundes gezwungen. Der Deutsche Volksbund habe vielfach schriftlich und mündlich gegenüber den polnischen Behörden seine Bereitwilligkeit zur
Ka11owttz, 19. Dez. Der Deutsche yolksbund veröffentlicht einen offenen Brief an den polnischen stutze »Minister Zaleski zu seiner letz- ten Rede in Lugano. In dem Brief wird pmächst betont, datz die Ausübung des ausdrücklich von dem Völkerbundsrat anerkann- jen Beschwerderechts nicht als Anmaßung bezeichnet werden kann. Der Deutsche Volksbund habe den Vöfferbund nicht mit Beschwerden überschüttet. Seit Uebergang der Staatshoheit bis Mitte Dezember dieses Wahres seien
nur 21 Eingaben an den Bölkerbmid veitergeleitet worden. Davon seien 17 Der- zugserklärungen, die nur dann in Frage kommen, wenn die polnische Regierung einer bereits vom Präsidenten der gemischten Kommission stattgegebenen Beschwerde der deutschen Minderheiten nicht nachkomme. Von den 21 Beschwerden fielen 19 in die Amtszeit des jetzigen Wojewoden. Seit dem 1. Januar 1928 seien
insgesamt 652 Beschwerden bei den zuständigen polnischen Verwaltungsbehörden
Simons habe sein RücktrittSgesuch bereits eingereicht. Die Korrespondenz erklärt bann weiter: Auch wenn das Vorgehen des AeichSgerichtSprSsidenten in Sachen des Verwaltungsrates der Reichsbahn nicht richtig war, da die Reicheregierung in ihren Maßnahmen dem Reichstage verantwortlich ist. so sollte man doch hoffen, daß es gelingen wird, in diesem Falle eine Einigung herbeizuführen, um den Reichs- gerichtSPräsidenten ,deffen Tätigkeit allgemein geschätzt und anerkannt wird, in seinem hohen Amte zu belassen, nicht zuletzt wegen des internationalen Ansehens, das Dr. EimonS als Richter und als Mensch sich erworben hat. So viel ist jedenfalls sicher, daß innerhalb der Reichsregierung niemand daran gedacht hat, den Reichsgerichtspräsidenten als Vorsitzenden des Staatsgerichtshofes oder den Staats- gerichtÄ>of selbst in seiner Würde zu beeinträchtigen. Der .Lokalanzeiger" schreibt, daß bis jetzt in Berlin ein Rücktrittsgesuch Dr. Simons nicht vorliege. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" bemerkt: Auch das Reichskabinett beschäftigt sich gegenwärttg mit der Lösung des Konfliktes. Man hofft, einen Weg zu finden, der die sachlichen Schwierigkeiten forträumt und gleichzeitig es dem Reichsgerichts- Präsidenten ermöglicht, seinen Entschluß zum Rücktritt zuruckzunehmen.
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen Anzeiger der amtlichen Vekannlmachnngen für Stadt und Kreis Marburg,
gütliAen ^Beilegung von Beschwerden erklärt. Unter dem früheren Wojewo- ben sei dies auch möglich gewesen, seitdem Amtsantritt des jetzig en Wojewoden aber nicht mehr. Den Volksbund könne daher der Vorwurf des Mangels an gutem Willen und der Illoyalität nicht treffen. Der offene Brief nimmt dann in den Zahlenangaben Zaleskis Stellung. Er betont, datz die Angabe über die Stärke der deutschen Bevölkerung völlig unzutreffend sei. Nach den letzten Wahlergebnissen
bleibe die von Zalesti behauptete Zahl von 200000 Deutschen weit hinter der tatsächlichen zurück.
Was die deutschen Minderheitsschulen angehe, Io beständen nicht 90, sondern nur 77 deutsche Minderheitsschulen, die eine Eesamtschü- ierzahl von 17 500, nicht 20 500 aufwiesen. Maßgebend sei aber nicht die Zahl der Schulen und die Schülerzahl, sondern der innere Wert der Schulen. Der Brief geht bann auf die Behauptung Zaleskis ein, datz der Deut’ 'che Volksbund die Ursache des Nationali- »tenkampfes und der politischen Unruhen sei Md ungesetzlich« Handlungen sowie die Dor- iereitung eines Umsturzes ausgesührt bade. vervDeutsche Volksbund, so heitzt es demgegenüber m dem Brief, nehme an der allgemeinen politischen Bewegung keinen Anteil. In dem von Mellt angeführten Strafprozeß seien die Urteile noch nicht rechtskräftig.
In leine« Urteil werde der Bostsbund als der Urheber der behauptete« Taten bezeichnet.
der Deutsche Volksbund habe neben kultu- kellen Aufgaben lediglich den Zweck des Rechtsschutzes seiner Mitglieder. Wenn dieser Rechtsschutz einen so Notzeit Umfang angenommen habe, so liege das nicht am Volksbund. Der Kampf um die Rechte als natonale Minderheit sei sitt- «che Pflicht der deutschen Minderheit. Dieser stampf richte sich aber
nicht ge#?«t den Staat, sondern gegen die Behörden, die die Rechte der beirt» scheu Minderheit mißachten.
Die deutsche Minderhett wünsche aufrichtig den nationalen Frieden, der aber nur auf dem Boden des Rechts möglich fei. Der Deutsche Volksbund müsse im Namen aller Deutschen in Ostoberschlesien ohne Unterschied der Partei, des Bekenntnisses und der sozia- kn Stellung den erhobenen Vorwurf staats- siindlicher Gesinnung und Betätigung auf das Entschiedenste zurüäweisen.
Die Blättermeldungen, die von einem Rücktritt des Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons im Zusammenhang mit dem Konflikt Reichsregierung—Staatsgerichtshof zu berichten mußten, glaubt der Demokratische Zeittmgsbienst bestätigen zu können. Dr.
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Berlin, 19. Dez. Dem mit der Untersuchung der großen Kriegsanleihen- Fälschungen beauftragten Landgerichtsrat Dr. Brühl ist es gelungen, durch Vernehmung des holländischen Danfiers Sievkamp fest- zustellen, daß Regierungsrat Dr. Steiger, gegen den das Disziplinarverfahren noch immer schwebt, für seine Bemühungen von Sievkamp 37000 Mark erhalten hat und zwar, dafür, daß Dr. Steiger dem Sievkamp die Anerkennung der zuständigen Behörde für die nachträgllche Anmeldung von Kriegsanleihe verschaffte. Bon den 37 000 Mark soll Dr. Steiger nach Sievkamps Aussage dem Wiener Kaufmann Dela Groß die Hälfte abgegeben haben. Sehr wichttg ist auch die 5eft Rettung, daß »rach neueren Ermittlungen seinerzeit tn der Tat auch Kommunen Kriegsanleihen aufgekauft haben sollen Hierbei solle es sich um Beträge handeln die noch toesentlich größer sind, als die Anmeldungen durch die Angestellten von Hugo Stinnes. Wan spricht von Beträgen in Höhe von 6 0 0—80 0 Millionen RM. Die Untersuchung hat einen derartigen Umfang angenommen, daß an ihren Abschluß noch lange nicht zu denken ist.