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®ic ^vb«rh«sfisch< Bettung" «• fcbdnt sechsmal wtchcvllich. Ve- «gSpretS monatlich 2 GM. au», ^leßl. ZnstellungSgrbühr, durch ^»Postr^b GM.Mtr etwa infolge Ktrriks. Maschinendefekte »der E^ulentarer Sreigntsse ausfallend« Anmmern wird kein Ersatz ge» Met. Verlag v. Dr. §. Httzervth. Druck der Unid.-Vuchdruckeret b. Aed. Ang. Koch, Markt 21/23, gernsprecher: Rr. 54. n. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt g. M. Nr. 5015. — Sprechzeit her Redaktion von 10—11 und
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhesfen
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.
Kampfpause in Giitamreika
Bolioien und toraw nehmen die Mmittlung der vmwmeriknniWn Konksrenz an
Keine övnderininng des WerbmMralö — Sie RebWerimg t
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(Das schwarze Gebiet ist der van beiden Ländern beansprucht« Chaco Boreal.)
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3« unterrichteten Pariser Kreisen hält Aa« es gegenwärtig für sicher, da'g zur Schlichtung des Konfliktes zwischen Boli- »ien und Paraguay die Einberufung einer ausserordentlichen Ratstagung »ach Paris nicht notwendig ist. Dem gestrigen Besuch des Geschäftsträgers der Bereinigten Staaten bei Briand misst man besondere Bedeutung bei, da Washington eine Bermittlungs- aktion eingeleitet hat. Der Vertreter der Bereinigten Staaten soll sich mit dem vom Völkerbund unternommenen Schritt vollkommen einverstanden erklärt haben. Rach Ansicht des amerikanischen Diplomaten hätten diese einen entscheidenden Einfluß auf die günstigere Wendung der Ereignisse ausgeübt. Die Be- fprechungen Briands werden am heutigen Mittwoch durch den Empfang anderer Sertreter lateinamerikanischer Staaten fortgesetzt werden.
In französisch-britischen Kreise« hält ■um es für besonders bedeutungsvoll, das, der Völkerbund bei diesen Bemühun- Stn, einen Krieg zu vermeiden, beiden Barteien die Wahl der Mittel zur Beilegung des Konfliktes freigestellt habe. Wenn daher Bolivien nnd Paraguay ■erziehen, sich an die panamerikanische Konferenz zu wenden, so könne sich der Bölkerbund darüber nnr freuen.
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Der Aussenminister von Paraguay hat an den Ratspräsidenten Bri- ■ n d in Beantwortung des Telegramms vom letzten Sonntag eine lange telegraphische Rote gerichtet. Zunächst weist die Regierung von Paraguay die Anschuldigungen der bolivianischen Regierung Zurück, die als unerhörte Entstellung der Wahrheit bezeichnet werden, um dann dar- Nilegen, daß die bolivianischen Truppen ohne vorherige Kriegserklärung entgegen den Methoden der Kulturvölker das Gebiet Paraguays überfallen hätten. Die
Note erinnert daran, daß Paraguay von Anfang an getreu seinen internationalen Verpflichtungen eine Untersuchung verlangt und alle friedlichen Wege angenommen hat. was der Beweis dafür sei, daß Paraguay nicht die Rolle eines Angreifer st aates beigemessen werden könne, während Bolivien jedes Untersuchungsverfahren ablehnt. Die Regierung Paraguays zieht daraus den Schluß, daß Bolivien in der Rolle des Angreiferstaates steht. „Meine Regierung", so schließt die Note, „hat s o - eben die guten Dienste der panamerikanischen Schiedskommission angenommen, und ihre Haltung ist ein neuer Beweis ihres loyalen Friedenswunsches und der in dieser Richtung zielenden Aktion. In diesem Sinne gebe ich Eurer kxzellenz Kennnis von dem
Vorschlag meiner Regierung, dem Generalsekretär des Völkerbundes einen eingehenden Bericht über die vorgekommenen Zwischenfälle oorzulegen."
Zu der Annahme des Vermittlungsangebots der panamerikanischen Konferenz äußerte sich das bolivianische Außenministerium folgendermaßen: Bolivien nimmt die angebotenen guten Dienste der Vergleichs- >nd Schiedskonferenz an, die es für notwendig erachtet, um eine Untersuchung über die Ursachen des Konfliktes 5urchzuführen, der infolge des -.inprovozierten Angriffes Paraguays gegen das Fort Vanguarida entstand. Es wird an den Vorsitzenden der Konferenz, Kellogg, eine Note gesandt werden.
Das Eeneralsekretariat des Völkerbundes veröffentlicht ein neues Telegramm
Die Lase in Afghanistan
Sie Londoner Meldungen «weAn sich als übertrieben
Neu-Delhi, 18. Dez. In Pesha- toar eintreffende Reisende berichten, daß bet ihrer Abreise aus Kabul der Belagerungszustand über die Stadt verhängt war, daß das Zusammenkommen von mehr als fünf Personen untersagt und das Betreten der Straße nach Anbruch der Dunkelheit verboten war. Der in der letzten Woche in den Kämpfen bei Ialababad eingetretene Waffenstillstand bezog sich anscheinend nur auf den Stamm der Mosmands. Die Regierungstruppen bei Galadadad sollen von den Aufständischen eingeschlosse n worden sein. Aoanzig führende mohammedanische Priester haben ein Manifest erlas - s e n, in dem das Volk auf gefordert wird, seinem König Gehorsam zu leisten.
Bessere Aussichten für Aman Ullah.
Die letzten Londoner Rachrichten aus Afghanistan lauten wieder etwas günstiger. Das afghanische Königspaar befindet sich, wie nun feststeht, noch im
Palast in Kabul. Die Minister des Königs versuchen, ein Söldnerheer auszuheben, um den Aufstand zu bekämpfen. S>ie ständige Armee von 35 000 Mann ist offenbar erst durch die seit längerem nicht erfolgte Bezahlung zumTell in die revolutionäre Bewegung hinelngezogen worden. Im Jahre 1925 hat Aman Ullah bereits einen umfangreichen Aufstand mit Hilfe eines Söldnerheeres unterdrückt.
Während die direkten Nachrichten aus Kabil spärlich einlaufen, aber nicht mehr o beunruhigend klingen, sind an der indi» chen Grenze die wildesten Gerüchte m Umlauf.
ErNSrung des afghanischen Gesandten in Paris.
sk. P a r i S, 19. Dez. Der hiesige afghanische Gesandte erfiärte, daß eine off- zielle Bestätigung der Nachricht über die kritische Lage des Königspaares bisher nicht vorliege. Das Diplomatische Korps in Kabul befindet sich in voller Sicherheit.
des bolivianischen Außenministers, Thomas Manuel Elio, an den Ratspräsidenten Briand. 3n dem Telegramm wird Bezug genommen auf das von Briand am Sonntag abend von Lugano aus abgesandte zweite Telegramm, in dem er in seiner Eigenschaft als Ratsprästdent die dringenden Empfehlungen zur Vermeidung neuer Zwischenfälle erneuert hat, durch die der Erfolg eines sriedichen Verfahrens in dem Streitfall zwischen Bolivien und Paraguay geführt werden konnte. 3n dem neuen Telegramm des bolivanischen Außenministers heißt es dann:
„Meine Regierung gibt unter Annahme dieser Anregungen Ew. Exzellenz die Versicherung, daß Re dem Chef der Militärposten den Befehl erteilt, jedes Vorrücken und jeden Angriff ihrerseits zu Unterlasten und sich auf das Ergreifen von Defensivmaßnahmen zu beschränken. Ich setze gleichzeitig den Völkerbundsrat davon in Kenntnis, daß Paraguay die Mobilisation der Klaffen im Alter von 18—28 Jahren ungeordnet hat. Bolivien beschränkt sich auf die für seine Sicherheit unerläßlichen Vorsichtsmaßnahmen."
Wie weiter bekannt wird, ist dieses Telegramm der bolivianischen Regierung sofort an sämtliche Ratsmitglieder 'telegraphisch weitergeleitet worden. Aus Paris hört man, daß der Präsident des Völkerbundrates, Briand, den Generalsekretär Sir Eric Drummond empfangen und mit ihm den ganzen Fragenkomplex besprechen wird.
Trotz Waffenstillstandes fieberhafte Mobilifiernng in Südamerika.
fk. Paris, 19. Dez. Wie die Mor- genpreste über Buenos Aires ans Asuncion meldet, find drei Schiffe, die bedeutendes militärisches Material geladen haben, nach der Nordgrenze abgefahren. Die Straßen der Hauptstadt sind mit Reservisten überfüllt, die sich von ihren FumUien begleitet in die Kasernen begeben.
Freiroillrge Gestellungen in Paraguay.
fk. A s u n c i o n , 19. Dez. 50 000 Freiwillige haben sich für den Heeresdienst gemeldet. von denen 30 000 angenommen wurden
SraakrelKS neue zriedeuSmmee
Seit qnderthalb Jahren sind die französischen obersten Militärbehörden bemüht, die Umgestaltung der Friedensarmee gemäß dem Gesetz vom Juli 1917 durchzuführen. Diese Umorganisation ist heute noch nicht beendet, aber es ist im Gesetz festgelegt, daß sie in den ersten Monaten des kommenden Jahres abgeschlossen sein muß. Diese Truppenverschiebungen und Umgruppierungen, diese Neuorganilation der einzelnen Waffenkategorien und die neue Zusammensetzung der Wehrkreise sind nicht nur militärisch sehr interessant, es lassen sich aus ihnen auch politische Gesichtspunkte gewinnen, die gerade für die Beurteilung der deutsch-französischen Beziehungen von großer Bedeutung sind. Diese Amorganisation der französischen Kriegsarmee gründet sich auf einen Plan, dessen Tendenz ganz genau zeigt, wo Frankreich die Sicherheit des Landes am meisten bedrängt sieht und wo solche Befürchtungen nicht gehegt zu werden brauchen. Hierbei ist es interessant festzu- stellen, daß Frankreich in erster Linie die Grenze nach Deutschland als wichtigstes militärisches Aufmarschgebiet sieht, in zweiter Linie erst die Grenze nach Italien. Politisch recht klärend wirkt die Tatsache, daß diese militärische Neuorganisation in den betreffenden Grenzgebieten nicht so geartet ist, daß man sie lediglich als Maßnahmen von defensivem Charakter bezeichnen könnte. Die Zusammenballungen großer Truppenkörper an der deutschen und an der italienischen Grenze sind eine Bedrohung der Sicherheit dieser Länder, sind also Maßnahmen einer ausgesprochenen Aufrüstung. Um die Bedeutung der Umorganisation der französischen Kriegsarmee zu erkennen, halle man sich einmal , den Plan vor Augen, der in dem Gesetz vom 11. Juli 1927 vorgesehen wird/ Sieht man von den in den französischen Kolonien NordasrikaS und den übrigen französischen Schutzgebieten verbliebenen Truppen ab, so setzt sich die neue französische Friedensarmee aus 21 weißen Heimatsdivisionen, vier farbigen Divisionen und einer weißen Kolonialdivision, aus drei Kavalleriedivisionen und zwei Kavalleriegruppen, aus fünf Kampfwagen», zwei Lustdivisionen und drei gemischten Lustbrigaden zusammen. Don dieser Heeresmacht bilden vier Infanteriedivisionen, eine Kavallerie- brigade und eine gemischte Lustbrigade Oie sogenannte Rheinarmee in den besetzten Gebieten. Die übrigen Truppenformationen sind in 20 Wehrkreise eingerecht. Drei von diesen Wehrkreisen sind längs der deutschen Grenze stationiert, zwei davon in unmittelbarer Nähe der italienischen Grenze.
Diese fünf in nächster Nähe der deutschen und der italienischen Grenze befindlichen Wehrkreise unterscheiden sich insofern von den übrigen, als sie größer sind, übet einen erhöhten Etat verfügen, auch stärker besetzt sind. Im Gegensatz zu allen übrigen Wehrkreisen bestehen zwei an der deutschen Grenze und ein an der italienischen Grenze liegende Wehrkreise aus je zwei Divisionen. Don den übrigen Wehrkreisen bestehen sechs nur aus einer Division, sechs nur aus zwei Infanter.eregl- mentem und vier sogar nur aus einem einzigen Infanterieregiment. Es ist hier zu beachten, daß die französische Rhemarmee im Falle eines Abtransports aus dem besetzten Gebiete nicht auf die schwächeren inner-französischen Wehrkreise verteilt werden soll, sondern an die Kreise in unmittelbarer Nähe der deutschen Grenze, was eine weitere Verstärkung des Aufmarschgebietes nach Deutschland hin darstellt. Nach Durchführung der sich jetzt noch im Gange befindlichen Umorgan.sation der Friedensarmee wird die französische Grenze nach Deutschland hin militärisch folgendermaßen „gesichert" sein: In vorderster Linie werden si ch9 Divisionen befinden, in der zweiten Linie, um Dijon und bei Paris 3 Divisionen. An der italienischen Grenze wird sich diese Zusammenballung etwas schwächer präsentieren. Dort wer-