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<t*t „jDOetbefff* Scwmg" «• ftfctid s«ch»ma! vöchenklich. 8e- z«g«prel« monatlich 2 GM. aus- schltr-l. ZustellungSgrbLhr, durch WPost2UlL DM.Für ettoa in folg« ettrit«. Waschin end« fett« eb«t flenmttam Srrtgntffr anofallrnd« Kummern wird kein Ersatz g«* leistet. Verlag d. Dr. §.-itzervt^ Druck der Unw.-Vuchdrnckerei d. Jod. Ang. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. «. Nr. 55. Postscheckkonto: Statt Frankfurt «. W. Nr. 5015. — Sprech,«» Xi Redaktion bon 10—11 und

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Ädert, essische

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberheffen

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Marburg a. Mn

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Anzeiger der amtlichen Vekanntmachnngen für Stadt und Kreis Marburg.

Eingreifen -esBölkerbun-es in Südamerika?

Paraguay erobert 3 Forts zurück — KrirgSlamnel in beiden Bogern — Mr greift ein London gegen eine anftrctbcntliibe Nalklaxnng in Paris

fl. Ssancio«, 18. Dez. Der Kom- granbeur der Streitkräfte des Chaco- vistriktes berichtet, daß die bolivianischen Irappe« mehrere Forts ange­griffen haben. Die bolivianischen Iruppe« seien znrückgeschlagen und die Forts bis a «f eins von den Para- pmqaaera wieder besetzt worden.

«ns La Paz wird gemeldet: Der Kom­mandant der bolivianischen Eren- trnppen ist angewiesen worden, seinen »eiteren Bormarsch and die An­griffe aas die Trappen Paraguays einza st eilen. Diese Information war i» der Antwort an den Bölker- band enthalten, die gestern von La Paz abgesandt warde.

Der Präsident von Paragaay, öuggiari, der die Mobilisierung von zehn Jahrgängen angeordnet hat.

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Nach einer Kabelmeldung aus Newyork hat die Regierung von Chile eine Note tn'-S olioien gerichtet, in der sie die

Einstellung aller militärischen Opera­tionen and sofortige Annahme der Bermittlaagsoorschläge fordert.

Es hätten sich sämtliche amerikanischen Staaten verpflichtet, nichts zu unter­nehmen, um den Frieden zu gefährden, >nd auch Bolivien mühte diesen Weg Sehen.

Nach Meldungen aus Buenos Aires be­absichtigt auch Argentinien in den Konflikt Bolivien—Paraguay einzu- Greifen.

Kriegsbegeisternng in beiden Lagern.

In La Paz wie in A I uncion ist der kriegerische Geist im Wachsen. Sn La Paz versammelten sich etwa 10 000 Personen vor der amerikanischen Eesandt- Mjaft, wo der amerikanische Gesandte Kaufmann eine Ansprache hielt, in der er betonte, daß er auf eine friedliche Aeilestung des Konfliktes hoffe. In Asuncion fanden am Montag ebenfalls große patriotische Kundgebun- 8_e n statt. Die Berichte über die Vor­gänge an der Grenze sind spärlich und dsstereinander stark widersprechend. E rö-

ßere Verbände sind, wie es scheint, an den Kampfhandlungen bisher nicht beteiligt.

Das Kräfteverhältnis

Was die Kräfteverhältnisse zwischen Bo­livien und Paraguay anbelangt, so ist zu­nächst festzustellen, daß Bolivien ungefähr dreimal so groß ist wie Deutschland, Pa­raguay etwa ebenso groß. Während aber in Deutschland auf den Quadratmeter Bo­den etwa 140 Einwohner fallen, kommen in Bolivien nur zwei, in Paraguay sogar nur tt/s Bewohner auf den Quadratkilometer. Trotz des großen Gebietes, das die beioen Staaten umfassen, sind es also nur Klein­staaten, die sich in die Haare geraten sind. Bolivien hat etwa 3 Millionen Einwohner,

Paraguay bloß 850 000. DaS stehende Heer Boliviens setzt sich aus 6 Infanterie- Regimentern, 3 KavallerieRegimentcrn und 2 Artillerie-Regimentern zusammen, das Heer Paraguays umfaßt nur 2 Infan­terie-Bataillone. 5 Maschinengewehr-Ab­teilungen, 3 Kavallerieschwadrone und 2 GebirgSartillerie-Batterien sowie einige armierte Fluhdampfer. Zu diesen Heeren treten im Kriegsfall noch die Reserven. Di« Die militärische Unterlegenheit Paraguays wird etwas wettgemacht durch di« unweg­same Wildnis am Grenzgebiet des Chaco, die größere Operationen nicht erlaubt. Sollte der Krieg also nur auf diese bei­den Länder beschränkt bleiben, so hätte man mit größeren Schlachten, ähnlich wie ' sie der Weltkrieg kannte, nicht zu rechnen.

M das das Ergebnis von Lugano?

Sprengung der ML brücken es 5intwi

Das »Echo de Parts" benutzt die Begeg­nung von Lugano zu einem neuen Ausfall gegen die vorzeitige Rheinland­räumung. Es wendet sich gegen den Plan der Ersetzung der militärischen Besetzung durch die Festftellungs- und BersöbnungskommiMon, die eine illusionistische Garantie eines Systems sei, das nicht einmal mehr den Schein wahrt. Die Kommission würde weniger wirksam sein als die Jnvestigationskommission des Ver­sailler Vertrages. Die interalliierte Milttär- kontrollausschüsie hätten trotz der hinter ihnen stehenden »ilitärischeu Mächte nur eine theoretische Abrüstung Deutsch­lands erzielt.

Wenn die neue Kommission etwas festzu- stellen habe, so könnten es nur U m - triebe Deutschlands sein, die den Frieden gefährden.

Man sehe nicht ein, wie es möglich sein sollte, versöhnen zu können, ohne sofort gegen die An­greifer Sanktionen zu ergreifen. Da­mit dieses System wirksam sei, müßte die Kommission berechtigt sein,

unmittelbar zur Zerstörung der Rheinbrücken zn schreiten,

ohne die ein deutscher Einfall unmöglich sei. Man komme indirekt zu der Formel der Besetzung zurück, die allein beim gegen­wärtigen Stand der internationalen Politik angebracht sei.

.Dail, Herald" zum Ergebnis von Lugano.

Der arbeitervarteiliche „Daily Herald" faßt seinen Artikel über die Zusammenkunft in Lugano In der Feststellung zusammen, daß

trotz aller Phrasen die Richterfüllung der Deutschland gegebenen versprechnugen and die Verquickung der Räumuugs. mit der Revarationsfrage das Ende von Locarno vor aller Welt Aargelegt habe.

Deutschland sehe sich heute wieder einer ge­schlossenen englisch-französischen Front gegenüber und werde noch immer als ein halbfeindliches Land betrachtet. Der Geist von Locarno sei dem Geiste von Versailles ge­wichen.

Eurova sei wieder tu zwei gegenüber- stehende Lager gesvalien.

lleberall sei man dieser Meinung, seitdem Austen Ebamberlain nach seiner Rückkehr aus Lugano das Urteil fällt«, daß er sehr befriedigt sei.

Besprechungen wegen Einberufung einer außerordentlichen Ratstagung.

Der Generalsekretär des Völkerbundes hat sich zur Fühlungnahme mit Vriand wegen des südamerikanischen Konfliktes von Genf nach Paris begeben. Sollten die Besprechungen zu einem positiven Er­gebnis führen, so dürfte noch vor Weihnachten eine außerordent­liche Ratstagung anberaumt wer­den.

Der französische Außenminister Br i a n d traf am Montag kurz vor 23V» Uhr mit IVstündiger Verspätung in Paris ein. lieber den etwaigen Zusammentritt des Völkerbundsrates in Patts wegen des Konfliktes zwischen Bolivien und Paraguay befragt, erklärte Briand, er wiße hierüber noch nichts Genaueres, das werde von den Umständen ab­hängen. Der Außenminister sprach sich sehr befriedigt über die Unterhaltungen von Lugano aus.

Zu dem Vermittelungsversuch im südameri­kanischen Konflikt schreibt das ..E ch o d e P a- r i s“, Argentinien habe die beiden Rivalen Bolivien und Paraguay in der Hand. Die Vereinigten Staaten von Nordame­

rika andererseits beansoruchten auf Grund der Monroe-Doktrin eine Art moralische Richter­rolle für den gesamten amerikanischen Konti­nent, so dah eine der Republiken mehr als irgend ein anderer Staat oder eine Staaten- gruvoe dafür qualifiziert sei-, die Feindselig­keiten in Südamerika zum Stillstand zu brin­gen. Gewiß se> theoretisch auch für eine Inter­vention des Völkerbundes die Möglichkeit vor­handen. Man dürfe aber nicht vergesien, dah eine derartige Intervention in Washington und in Buenos Aires ein außerordentliches Mißtrauen errege, sobald man sich dabei auch nur etwas vorwage. Ist es denn wirklich vernünftig, fragt das Blatt, nur um der ideo­logischen Prätentionen des Volksbundes willen uns verhaßt zu machen? Wozu? Briand habe es viel zu eilig gehabt, als er am 11. Dezember den Dölkerbundsrat in diese An­gelegenheit hineingehetzt habe. Am besten wäre es, die Sache aufzugeben.

Keine außerordentliche Ratstagung?

Ruch dem diplomatischen Mitarbeiter des .Daily T el e g r a v h" geben die letzten Informationen in mabgebenden Lon­doner Kreisen dahin, dah die Einberu­fung einer Sondersitzung des Bölker- bundsrates in Paris sicht in Frage komme.

Sie Sriforang im Befinden König Georgs hält nicht an

ft. London, 18. Dez. Das gestrige Abend-Bulletin besagt: Der König ist nach­mittags etwas unruhig gewesen und der neuerdings verzeichnete Fortschritt hat in den letzten Abendstunden nicht an­gehalten.

Besorgnis in medizinische« Kreisen.

Der Abendbericht vom Montag über den Krankheitszustand des Königs weist darauf hin, dah die festgestellte Verschlimmerung ebensowenig Anlaß zu übertriebener Aengst- lichkeit bietet, wie andererseits die m den vorangegangenen drei letzten Berichten fest- gestellte leichte Besserung irgend welche be­sonderen Hoffnungen erwecken dürfte. Tat­sächlich sei keiner der letzten Berichte m dem Sinne aufzufassen gewesen, als ob ein wirk­lich anhaltender Fortschritt zu verzeichnen ge­wesen wäre.

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o. horich bei $rinmr6

Zum Besuch des deutschen Botschafters bei Poincarä, erklärt der offiziöse „E x c e l s i o r", daß sich die Unterhaltung auf die noch strittigen Punkte in der Sachverständigenfrage bezogen hätten. Nachdem sich die deutsche und die französische Regierung darüber geeinigt hätten, die Diskussion ihrer rein juristi­schen Seite zu entkleiden, seien die Hauptschwierigkeiten überwunden. Es fei zu erwarten, daß die französische Antwort auf die deutsche Note vom 30. Oktober im Laufe des nächsten Minister­rates geprüft werde, in dem Briand über die Ergebnisse der Unterhaltungen zu dreien in Lugano berichten werde. Der Ministerrat sei auf Dienstag vormittag einberufen worden.

Der „Newyorker Herald" spttcht davon, daß die Uebergabeder Note an den deutschen Botschafter bereits a m Dienstag erfolge. Auch der „Petit P a r i s i e n" versichert, daß die Unter­haltung des Botschafters mit dem Mi­nisterpräsidenten die Dinge gefördert habe. Man könne damit rechnen, daß die Ant­wort der französischen Regierung in Kürze überreicht und daß die offzielle Er­nennung der Sachverständigen und di« Einberufung der Konferenz etwa Mitte Januar erfolgen werde.

eimrtSgtrtolShof um» Htfdieregitniog

Leipzig, 17. Dez. (TU.) Zu der Er­klärung vom Sonnabend über chrcn Kon- flitt mit dem StaatsgettchtShof wird von unterttchtetcr Seite erflärt: „Ob di« Gründe, die das Reichskab.nett jetzt für seinen sttötzlichen Entschluß vom 14. De­zember geltend macht, wirklich stichhaltig sind, kann dahingestellt bleiben. Dem Slaatsgerichtshof sind sie vorenthal­ten worden, er hat sie erst durch die Presse erfahren. Sein Beschluß vom 15. Dezember ist in derselben öffentlichen Sit­zung ergangen, in der das Publikum von der Behandlung des Staatsgerichtshofes durch die ReichSreg erung erfuhr. Diese war in der Sitzung durch einen Be­vollmächtigten des Reichsver­kehrsmini st erS vertreten. An ihn muß sie sich halten, wenn sie von dem verkündeten Beschluß erst durch die Presse Kenntnis schielt. Daß der Beschluß seinem ganzen Inhalt nach verkündet wurde, er­klärt sich hinreichend aus dem tief be­dauerlichen Mangel an Achtung und Vertrauen, dem dcr Schritt der Reichsregierung dem Slaatsg>.rtchtshof gegenüber Ausdruck gab.“