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Das Ergebnis -er Besprechungen in Lugano
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Sonnabend, den 15» M1928
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Die Retchstagsfraktion der Deutschen Volkspartei beantragt verschiedene Acn- derunaen der Reichsverlassung. Danach soll dem Kabinett bei Besinn seiner Amtsführung und jeder Wahlperiode das Vertrauen durch Mehrheitsbeschluß des Reichstases aussesvro- chen werden. Zweidrittelmehrheit wird gefordert. wenn dem Kabinett oder einem Minister das Ver'rauen wieder entzogen werden soll. Nur in Verbindung mit der Schlutz- abstimmuns zum Etat soll einfache Mehrheit für das Mitzirauensvotum genügen. Ferner soll der Reichstag ohne Zustimmung des Kabinetts und des Reichsrats die Ausgaben des Etats.nicht erhöben können. Wenn die Steuer« und Zolleingänge nach den Ergebnissen eines Viertel'ghres den Voranschlag um mehr als zehn Prozent übersteigen, so sollen die MeHr- eingänge bis zu zehn Prozent zur Verminderung des Anleihebedarfs oder zur Schuldentilgung verwendet werden, der Rest zur Steuersenkung im nächsten Etatsjahr. Diese Grundsätze tollen sinngemäß auch bei den Landern und Gemeinden durchgeführt werden.
Die von der Deutschen Dolkspartei im Reichstag eingebrachten Anträge auf Verfassungsänderung finden vorläufig nur Zustimmung in der „Deutschen Allgemeinen Z e i t u n ß“, während die Blätter der vra- sumtiven Koalitionsvarteien der Dolksvartei, soweit ste sich mit den Anträgen kritisch be- fosien. eine ablehnende Haltung einnehmen. Dab um die Anträge heftige Rümpfe entbren-
fit ^Vberdeffisch« Setomo* «► sechsmal wöchentlich. Oe- E-veits monatlich 2 GM. eu<- EyirgL ZustelluugsgebüHr, durch ^,<pof!2.25 DM.Für etwa infolge Streik«. Maschinendefekte »de« ^«wentarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersatz go» lebtet Verlag b. Dr. 5. -itzeroth. Druck bet Untv.-Buchdruckerei b. A,h. Sug. Hoch, Marft 21/23, gernsprecher: Rr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt j. OJt Rr 6015. — Sprechzeit I# Redaktion von 10—11 und 1,1-1 Uhr.
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Anlröse der S. V. P. auf VerWungsSnderung
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an den weiteren Verhandlungen der bereitenden Abrüstungslommisfion Genf tetlnehmen werden.
ff, Lugano, 15. Dez. Falls I— schöne Wetter anhält, beabsichtigt Reichs- Minister Dr. Stresemann nach der Rats-
nen werden, wird auch tn volksvartellichen Kreisen, wie man au» dem Kommentar der „Deutschen Alla. 31g." entnehmen kann, vorausgesehen. Das genannte Blatt schreibt: Die Deutsche Volksvartei batte ursprünglich die Absicht, mit Ihren grundlegenden Vorschlägen erst am 17. Januar nächsten Jahres hervorzutreten, sie bat sich aber bereits jetzt zu diesem bedeutsamen Schritte entschlosien, um rechtzeitig die gesetzgeberische Dehandlung ihrer Anträge vorzubereiten, denn sicher werden um diese Verfassungsänderungen schwere parlamentarische Kämpfe entbrennen. Das Blatt begrübt die Anträge freudig als eine Maßnahme die zur politischen Konsolidierung und zur Erleichterung der Lasten beitragen könne.
Die „Vosfische Zeitung" erklärt es für sehr bedauerlich, dah die Volkspartei, die doch angeblich den Wunsch hegt, eine gröbere Koalition auf festerer Grundlage abzuschlie- ben, nun so tue, als ob sie Oppositionspartei wäre. Sie sei sich doch klar darüber, daß der Antrag u. a. auch eine Einschränkung des Budgetrechtes des Reichstages verlangt.
Der „Vorwärts" bemerkt: 6*er wird ein keineswegs glücklicher Versuch unternommen, die Entwicklung des parlamentarischen Systems und der Finanzwirtschaft in starre Formen zu presien. Er wird auf absehbare 3eit ohne Wirkung bleiben. Und das ist kein Schaden, denn es kommt weniger darauf an, die Verfassung zu ändern, als darauf, sie vernünftig anzuwenden.
WnftenwmuMl in Wim
Wien, 14. Deo. (WTB.) Beim Der» laden einer aus sieben Riffen bestehenden als Rohölmotoren beflarferten Sendung auf einen nach Ungarn abgehenden Frachtdampfer stürzte vorgestern eine Riste zu Doden und öffnete sich, wobei zwei alte leere Mas chinen- gewehrgurke herausfielen. Der anwesende Zollbeamte lieh die anderen Risten daraufhin öffnen, wobei sich ergab, daß sich tn zwei Riffen Maschine ngewehr- bestandfeile und in fünf Riffen Maschinengewehrgurte ohne Munition befanden. Die Sendung wurde beschlagnahmt. Die polizeilichen Ermittlungen! ergaben, daß öle alS Absender angegebene Wiener Firma von der Send un g nichts wußte. Dagegen hat der Prokurist Der aufliefernden Speditionsfirma Blum & Popper bei seiner polizeilichen Dernehmung zugegeben, daß der Raine der als Absender bezeichneten Firma Whitehead-Werke unrechtmäßig benutzt worden ist. Die Speditwns» firma will die beiden Risten mit Maschinen- gewehrbestandteilen von einemgewis- fe n Miklos Remenh, der bisher nicht ermittelt werden konnte, zur Verfrachtung nach Budapest übernommen haben. Die fünf anderen Risten sind von dem General L *2t Ingenieur Reuter aufgeliefert worden, der bereits vernommen worden ist. Reuter erklärt, die Maschinengewehrgurte für einen Budapester Kaufmann elngefauft zu haben, der sie für Tapeziererzwecke zu verwenden beabsichtigte. Von der gleichzeitigen Absendung der beiden Riffen mit Mafchinengewehrbestand- teilen sei ihm nicht das geringste bekannt
lasten. Don ärztlicher Seite wird erklärt, daß ein leichter Rückschlag derart, wie er in dem Abendbericht vom Freitag festgestellf wurde, erwartet worden sei. Im Hinblick auf die Gleichmäßigkeit des Pulses wird ein Anzeichen dafür gesehen, daß der Rückschlag nicht besorgniserregend sei.
Die englische Arbeiterpartei and die Erkrankung de» König».
fk. London, 15. Dez. Ramsay Mas Donald, der schon in seiner Rede in Paris eine starke Anteilnahme der Arbeiterpartei an dem Rrankheitsverlauf des Königs gezeigt hatte, wies am Freitag in einer Rede auf dem Iahresbankett des 1917er-Klubs erneut darauf hin, wie er und die gesamte Arbeiterpartei den Krankheitsverlauf des Monarchen verfolgten. Diejenigen von uns, so sagte Mac Donald, die den König persönlich kennen und wisten, wie ernstlich er seine Pflichten durchführt und unbedingte Unparteilichkeit bewahrt, verfolgen mit der größten Anteilnahme die Krankheit des Königs. Es gibt kein Mitglied des früheren 'Arbeiterkabinetts, das sich nicht meinen Wünschen anschließen würde, ikrß jeder Krankheitsbericht einen weiteren Fortschritt zur baldigen Wiederherstellung des Königs zeigen möge.
NWS Positives -
Der gestrige Nachmittag hat den Abschluß der sehr intensiven Besprechungen dieser Woche zwischen den Außenministern Deutschlands, Englands und Frankreichs gebracht. Nachdem sich Reichs- Minister Dr. Stresemann gegen 5,30 Uhr in Erwiderung der verschiedenen Besuche des französischen Außenministers zu Briand begeben hatte, suchten beide tztaatsmänner kurz nach 6 Uhr gemeinsam Chamberlain auf und setzten ihre Besprechungen zu dreien bis 7,30 Uhr fort. Dies war in dieser Form die letzte Besprechung auf der Cummer Tagung. Für S o n n a b e n d ist lediglich noch einmal eine kurze Zusammenkunft der drei Außenminister vorgesehen, auf der rin Kommunique über das Ergebnis der bisherigen Unterredungen festgelegt werden soll.
Bisher kann auf Grund von Mitteilungen von maßgebender deutscher Seite folgendes darüber gesagt werden: Das bevorstehende Kommunique wird keinerlei sensationelle endgültige Beschlüsse enthalten und mit der bekannten Genfer Sechs-Möchte-Entschlie-
seien, das die Wege zeige, die bei den weiteren Verhandlungen über die Rheinlandräumung innerhalb einer möglichst kurzen Zeit beschriften werden sollen. Dr. Stresemann habe die Zustimmung der beiden anderen Außenminister erhalten können, aber das Communiquö werde erst nach zahlreichen Ergänzungen und Abänderungen heute veröffentlicht wer- den. Ob es klar betonen werde, daß die Besprechungen über die Reparationen und diejenigen für die Errichtung der geplanten Feststellungskommisson a u f gleicher Linie erfolgen sollen, wie Briand wünscht, sei noch immer zweifelhaft. Pertnax bezeichnet es als sehr bemerkenswert, daß Briand der Forderung seines deutschen Kollegen wegen der Der- öffentlichung eines Communiquös nachgegeben Hat, während Stresemann erneut abgelehnt habe, irgend einem Plan für
Zu der gestrigen Ministerbesprechung Lugano schreibt „Petit Parisien , man könne einen leichten Fortschritt in der Durchführung des Programms vom 16. September in Genf feftftellen. Stresemann, der gern wiederholt, dah, wenn er sich als Fördernder zeige, dies aus dem Grunde geschehe, dah das, was er bereits erreicht habe, nicht zu sehen sei und das, was zu erreichen bleibe, zu sehr zu sehen fei, wolle gern einige b e - ruhigende Worte nach Berlin berichten. Aber dies sei nur möglich, wenn seinerseits ein wenig mehr versöhn-
die Feststellungskommission zuzustimmen, der das Weiferbestehen der Rheinlandkommission über das Jahr 1935 fefliegen würde.
Hinsichtlich der Feststellungskommis- sion habe sich Stresemann feine Handlungsweise vorbehalten und die Ansicht vertreten, wenn die «ntmilitari- fierte Zone im Rheinland unter blei Gerichtsbarkeit einer Kommission kommen sollte, müßte die Organisation mit dem BLlkerbund und dem Dölkerbunds- ftatut, nicht aber mit dem Locarnover- trag, wie Briand angeregt hat, verbunden sein.
Im Verlauf der Aussprache zwischen Briand und Stresemann am Montag habe der französische Außenminister auch die
Das Pertinax über das Kommunique berichtet.
Wie Pertinax im „Daily Telegraph" berichtet, ist die Initiative für die neuen Verhandlungen, die am Freitag zwischen Briand und Dr. Stresemann begonnen und dann auf alle drei Außenminister ausgedehnt wurden, von dem deutschen Außenmini st er ausgegangen. Dr. Stresemann wünsche, irgend etwas mit nach Berlin zu bringen. Aus den Wunsch Stresemanns sei es iurückzusühren, daß die Außenminister über ein Kommunique einig gewacden
sicher Geist gezeigt werde. Was die Vollmachten und die Dauer der Kontrollorgane angehe, habe Stresemann sich bis zur Stunde ziemlich unzugäng- l i ch gezeigt. Hat man die annehmbare Formel entdeckt, die eine letzte Verständigung zuläßt, so fragt das Matt, hat man zum Beispiel ein Organ ins Auge gefaßt, ähnlich wie die zur beiderseitigen Desne- bigung arbeitende Grenzkommission zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada?
Teilnahme Amerikas an den Berhand» langen bet Abrüstangskommissio«.
fk. London, 15. Dez. Rach Berichten aus Washington ist Präsident Coolidge der Ansicht, daß die Vereinigten Staaten
Anzeiger fiir (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg
gierungen erfolgen konnten.
Wenn man nach dem Abschluß der Besprechungen den gesamten Eindruck noch einmal rekavitiliert, so läßt sich seststellen, daß die drei Außenminister von ihren kürzlich bekanntgegebenen juristischen The^n nicht abgewichen sind. Dieses starre Aufrechterhalten des Rechts- ftcmdpunkfes hat natürlich schwerwiegende Rückwirkungen auf die fernere Gestaltung der sogenannten L o - tarno-Politik. Man hat den juristischen Boden in den Besprechungen in Lugano verlassen, um auf praktisch-politischem Wege eine Lösung zu versuchen. Die Luganeser Besprechungen selbst fiben in dieser Hinsicht nichts Posi- ives gebracht, und es wird von den künftigen diplomatischen Verhandlungen - obhängen, ob eine Annäherung onaesichfs dieser tiefgehenden Differenzen überhaupt erfolgen bann.
Anschlußfrage berührt und baraufc hingewiesen, daß jede deutsche ober österreichische Bewegung für den Anschluß eine Gegenaktion des Völkerbundes zur Folge haben müßte und sicherlich
mit Krieg tnben
würde. Dr. Stresemann scheint, so meint Pertinax, Briands Auffassung in dieser Frage nicht nachdrücklich zurückgewiesen zu haben.
^g vom September nicht zu verglei- fein. Im Vordergründe bet Besprechungen haben fast ausschließlich alle die- knigen Fragen geftanben, bie gegenwärtig zwischen
Frankreich und Deutschland
stehen. Die Unterhaltungen finb mit außergewöhnlichem Ernst und Nachdruck auf allen Seiten geführt worden und haben zu einer sehr offenen und unzweideutigen Erklärung über die bestehenden Differenzen geführt, wobei die Gegensätze vielfach scharf aufeinander geprallt sind. Insbesondere ist hierbei die gesamte politische Loge erörtert worden, wie sie durch die verschiedenen parlamentarischen Erörterungen und Ministerreden der letzten Zeit «schaffen worden ist. Diese Fragen gaben den wesentlichen Geg.»stand der Unterredungen gebildet. Neue Beschlüste sinh nicht gefaßt worden, da grundsätzliche Entscheidungen nicht ohne die anderen, an ben Genfer Beschlüssen beteiligten Re-
Daffenfachmann. Er war jiüher in einer ungarischen Munitionsfabrik beschäftigt. Bei der Demobilisation hat er nach seinen Angaben Maschinengewehrgurte in großen Mengen angetauft
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Sat Neunten deS Königs een England
st. London, 15. Dez. Gestern abend wurde folgendes Bulletin ausgegeben: Der König verbrachte einen etwas unruhigen Tag. Das Allgemeinbefinden ist nicht ganz zufrieden st eile nd. Der Puls ist stetig.
Seit Ausgabe des gestrigen Abendbe- richtes ist im Befinden des Königs keine Veränderung eingetreten. Der Prinz