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Stift b

Nichts wie Unterschlagungen

Aas Mainz wird gemeldet: Zu der be­reits gemeldeten Nachricht der Pressestelle »es Oberbürgermeisters über Veruntreu- angen bei der Etadtkasse in Höhe von 11000 Mark und der Flucht des Täters liegen jetzt noch folgende Einzelheiten vor:

Der verheiratete 38jährige Verwaltungs- Infpektor Karl K l o tz aaS Darmstadt hatte die höhere Schale besucht und erlangte das Malurum und wurde, da er verschiedene Sprachen spricht, 1918 bei der Besetzung von Mainz von der Stadt als Dolmetscher beschäftigt. 1922 machte er sein Gramen und wurde als Verwaltungs-Inspektor bei der Stadtkasse beschäftigt mit einem Netto- gehalt von 440 Mark. Es oblagen ihm als Kassierer di« Einnahmen der Gemeinde- steuern, die Gas-, Elcktrizttäts- und Wassergelder der Bezirke Mainz-Mornbach und Mainz-Kostheim. In letzter Zeit wurde ihm noch der Bezirk Mainz-Kastel über­antwortet. Seine privaten Ausgaben in Wirtschaften usw. fielen nicht auf, da sie in bescheidenen Grenzen blieben. Er ge­noß das größte Vertrauen und war bet seinen Vorgesetzten und Kollegen beliebt und geachtet.

Vor einigen Wochen trat di« Revi­sionskommission bei den städtischen Kassen in Tätigkeit, um eine eingehend« Revision vorzunehmen. In den nächsten Tagen sollten auch die Belege, Bücher und die Kasse des Klotz revidiert werden. Am Donnerstagabend war Klotz kurz vor Feier­abend sehr erregt, was seinen Kollegen all­gemein auffiel. Am Freitagvormitt rg er­schien Klotz nicht zum Dienst, ließ sich auch nicht entschuldigen. Eine Rachftage bei seiner Familie ergab, daß er in der ver­gangenen Rächt nicht nach Hause gekom­men war. Dies erweckte Verdacht. Die Kassenschlüssel fanden sich vor, im Kassen- schrank befanden sich zwei Schecks auf höhere Geldbeträge lautend und eine größere Summe Hartgeld. Eine sofortige Revision

ergab das Fehlt« der am Tage tinge» lanftnen Einnahmen von 9600 Mark

in Papiergeld.

Außerdem fehlle das zum Wechseln be­stimmt« Vorschußgeld bi Höhe von 2000 Mark, das ebenfalls aus Papiergeld be­stand. Sofort wurde die Kriminalpolizei verständigt, die nach dem Verschwundenen forschte, aber mit negativem Erfolg.

Der Revisionskommission gab dies Ver­anlassung, nunmehr am Freitag und Sams­tag eine eingehende Revision der Bücher und Belange des K. seit Juli d. I. vor» zunehmen und es stellte sich zur allge­meinen Aeberraschung heraus, daß dieser Monat

schon mit einem Fehlbetrag von 15000 Mark abschiotz.

ES wurde angenommen, daß wahrscheinlich auch die nachfolgenden Monat« größere Fehlbeträge aufweifen, so daß damit zu rechnen ist, daß die veruntreute Summe sich biS zum November zu einer sechsstelli­gen Zahl entwickelt. Demnach muß 5kl otz in ganz raffinierter Weise di« Verun­treuungen seit Beendigung seines Urlaubs in der französischen Schweiz vorgenommen haben. Man vermutet, daß Klotz den größ­ten Teil des Geldes ins Ausland über­wiesen hat. Die städtisck>en Beamten sind der Ansicht, daß di« Einführung des ver­einfachten Systems im Rechnungswesen, das von der Mehrheit der Beamten als unpraktisch angesehen wird, di« Verun­treuungen wesentlich begünstigt«.

Wttttre Unterschlagungen.

Di« aus Mainz werter gemeldet wird, wurden bei der Kohlenkasse der Genossen­schaft hiesiger Telegraphenbeamten und -Arbeiter 12 000 Mark unterschlagen. der Bahnkasse in dem Mainz benach­barten Oppenheim wurde ein Fehl­betrag von 9 bis 10000 Mark entdeckt. Der mit der Kassenführung betraute Bahn­inspektor wurde vorläufig seines Dienstes enthoben. In der Spar- und Dorlchns- kasse in Dexheim wurde ein Fehlbetrag von 25 000 Mark festgestellt. Der Rendant ist vorläufig seines Postens enthoben. Bei einer Revision der Semeindekasse in DraiS wurde «in Manko von 20 000 Mark gefunden. Der Fehlbetrag fällt In die Zett des Dienstes des vor einiger Zett verstorbenen Vorgängers des jetzigen Ge­meindeeinnehmers.

Oberhefsifche Zeitung, Marburg «. L, Dienstag, den II. Dezember 19»

welche für unsere

SettlMulM der Otierheislnhen Zeitung

Telephon 54 a. 55

Markt 21-23-24

am Sonnabend, dem 15. Dezember 1928, bestimm! sind, bitten wir bis Donnerstag nachmittag bei uns aufzuliefern ----- -

Wirtschaft und Handel

Berliner Borien-Nnrszettel

der »Oberhessischen Zettnng-.

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frübesten, kündbar zum L 3. 1933 97*/,

7*/,lge Told-Ptandbrlele, Reibe 4.

frübesten, kündbar »nm 1. 9. 1931 90*/.

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6*/,ige G>eIb«Sfanbbrlefe, Reihe 5,

frübesten, kündbar ,,m L 9. 1932 81/,

8*/, Ige ff olb»Wemm.^*ulbDet!(br.. Reihe 3, frühesten, kündbar ,um L 9. 1933 94*/, */,

Berliner Börsenbericht vom 10. Dezember.

Im heutigen Dormittagsverkehr herrschte eine schwache Tendenz bei großer Zurückhal­tung des Publikums und der Spekulation und die nur gering zu hörenden Kurse lagen noch mehrere Prozent unter

den Sonnabendichlußnotierungen. Die flaue Newyorker Börse wurde als Grund für die bestehende Unsicherheit angeführt, vor allem aber verstimmten die vesstmistischen Aus­führungen von Geheimrat Klöckner über die Aussichten der deutschen Wirtschaft: nach sei­ner Ansicht könne'nur eine Ermäßigung des Reichsbankdiskontsatzes eine Belebung und Besserung hervorbringen. Zu diesen Mo­menten kam noch die Zunahme der Feier­schichten im Ruhrbergbau hinzu. Es wurde im Laufe des Bormittags jedoch wieder et­was beruhigter, da die erwarteten großen Verkaufsorder des Publikums nicht eintra­fen. An der Vorbörse nannte man bereits kaum veränderte Kurse gegen Sonnabend, und die ersten Notierungen waren zwar sehr uneinheitlich, da schon Heilte Orders bte Kursgestaltung beeinflußten, doch waren die Veränderungen im allgemeinen nicht erheb- lich. Es beruhigte, daß ein großes Paket Fardenbonds, das am Sonnabend angebo­ten war. heute nicht mehr zum Verkauf stand. Auf das Gerücht hin, dah von den Großbanken ein Stützungskonsortium gebil­det sei, besserte sich die Stimmung etwas. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas leich­ter mit 6*/i bis 8V* Prozent, Monatspeld dagegen mit 8'/, bis 9*/* Prozent steifer, Warenwechsel etwa 7 Prozent.

Berlin« Deoisenbericht oa« 10. Dezember.

Helsingfor» 10,54510,565, Wien 58,975 bis 59,095, Prag 1242512,445. Budapest 73,08 bis 73.22, Sofia 3,026-3,032. Holland 168,37 bi» 168,71, Oslo 111,77111,99. Kopenhagen 111,88112,10, Stockholm 112,12112,34, Lon­don 20,33720,377, Buenos Aires 1,765 bi» 1,769, Newport 4,19254,2005, Belgien 58.275 bis 58,395, Jlalien 21,9521,99, Paris 16,375 bis 16,415, Schweiz 80,7480,90, Spanien 67,7167,85, Danzi, 81,29-81,45.

Warenmarkts

Betreibe in 1000 Kilogr.. Wetzl und Butter« mikkel le IOC Rttogranno.

Berliner Getreidemarkt vom 10. Dezember.

Weizen 204206, Roggen 201204, Braugerste 218235, Futteraerste 198 bis 205, Hafer 191198, Mais 219221, Wei- Mmehl 26^-29, Roggenmehl 25,5028,50, Wettenkleie 1414,25, Roggenkleie 14 bis 14,25.

Im Liefernngrgeschäft blieben die Preise nahezu unverändert. Safer liegt ruhiger, das Angebot an der Küste Hai sich ver- stärkt, der Erport nimmt nur noch wenig Ware auf. Ebenso ist der hiesige Konsum weiter zurückhaltend. Gerste weiter in schwie­rigem Geschäft.

m. in

Frantknrter tbetreidemarkt oom 10. Dezember.

Weizen 22,75, Roggen 22, Sommergerste für Brauzwecke 23,7524, Hafer 22,7523,25, Mai» 22,25 Weizenmehl 32,5033, Roggen* mtbl 29 2530, Weizenkleie 13,7513,85, Roggenkle'te 14,2514,50.

Kasseler Schlachtoiebmarkt vom 10. Dezember. Schlachtviebvreise für ie 1 Ztr. Lebendaeblcht.

Ochsen: a) 5856, 6) 45-52: Bullen: a) 50 bis 52, 6) 4649, r) 4045; Kühe: a) 50 bi» 53, 6) 4248, c) 3241, d) 2030: Fölsen: a) 5355, b) 4552, c) 3542: Kalber: b) 58-63, c) 4856. d) 4047: Schweine: a) über 3 Ztr. 7275, 6) 240-300 Pfd. 70-74, r) 200-240 Pfd 6872, d) 160200 Pfd. 65 bis 70, Sauen 6568.

Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 10. De$,

Der Auftrieb des heutigen Hauptmarktes bestand aus 1648 Rindern, darunter 320 Ochsen, 90 Bullen. 746 Kühe und 486 Far- sen, ferner aus 544 Kälbern, 250 Schafen und 5180 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb des Hauptmarktes der vergangenen Woche waren heute 192 Rinder mehr an- getrieben, während 3 Kälber, 36 Schafe und 348 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Le­bendgewicht: Ochsen: al) 5357, o2) 48 bis 52, 61) 4247; Bullen: a) 4852, b) 42-47; Kühe: a) 4246, b) 35-41, c) 3034, d) 2228; Färsen: a) 5457, b) 4853, t) 4247; Kälber: b) 6873. c) 6267, d) 5462; Schafe nicht notiert; Schweine: a) 7477, b) 7578, c) 76 bis 78, d) 7678, e) 7073. Verglichen mit den Notierungen des Hauptmarktes der ver­gangenen Woche waren Rinder gut behaup­tet. Gegenüber den Preisen des letzten Ne­benmarktes zogen Kälber bis 4 und Schwein« bis zu 1 Mark an. Marktverlauf: Rinder und Schweine ruhig, geringer Ueberjtanb; Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft.

SorMMaHriMn

X Der durch die Emeritierung des Ge­heimrats Prof. Reinhold Seeberg an der Universität Berlin erledigte Lehrstuhl der systematischen Theoloaie ist dem ordentlichen Professor, Geh. Konsistorialrat D. Wilhelm Lütgert in Halle angeboten worden.

X Der Lehrstuhl für Strafrecht und Straf­prozeß an der Universität Kiel ist an Stelle von Prof. G. Radbruch dem a. o. Professor Dr. Hermann Kantorowicz in Freiburg i. B. angeboten worden.-

x Kiel. Zum Rektor der Christian- Albrechts-llniversitcit zu Kiel ist für das Rektorfahr 1929/30 der Professor für theoretische Physik Dr. Walter K o s f e l gewählt worden.

Sas rftllntilttter UW owm

Dienstag, den 11. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30 bis 14.30: Mittaasständchen des Rundfunk­orchesters. 15.0515.35: Stunde*der Ju­gend: Streifzüge durch die Tier- und Pflan­zenwelt:Das Eichhörnchen. Der Habicht". Vortrag für Kinder vom 9. Jahre ab. 16.3518.05: Uebertragung von Stutt­gart: Konzert des Rundfunkorchesters. Zum 125. Geburtstag von Hector Berlioz. 18.1018.30: Uebertragung von Kassel: Dichtung der Stadt", Vortrag. 18.30 bis 19.00: Funkhochschule:Gesundheitsfür­sorge und Familienfürsorge", Vortrag. 19.00: Uebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus:Aida*. Oper in vier Akten von G. Verdi. Tert von Antonio Ehis» lanzoni. Darauf: Funkstille.

Mittwoch, ben 12. Dezember.

6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht uno Zeitangabe. 12.45 bis 13.15: Schulfunk: Ausiands-Deimcktum: .Deutsche Jugend und deutsche Zukunft in Südwest-Afrika." 13.15-14.15: Schall- platten - Konzert: Buntes Programm. 15.0515.35: Stunde der Jugend: Aus dem Buch der Sage und Geschichte:Nikolaus- §efchichten", Vortrag für Kinder vom 10.

ahre ab. 16.3518.05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operettenmusik. 18.10 bis 18.35: Bücherstunde. 18.3519.00: Schachstunde. 19.0019.30: Sencken­berg-Viertelstunde:Nützliche Pilze", Vor­trag. 19.3019.45: Französische Litera­turproben. 19.4520.15: Französischer Sprachunterricht. 20.1522.15: Alte und neue Zeit. 22.15: Orgel-Konzert: Werke von Johann Sebastian Lach.

Praktisches Weihnachtsgeschenk

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