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Anzeiger fiir (bas frühere kurhessische) Oberhessen

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Zehn Fahre femSliche Besatzung

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neuen Gewehrs und einer neuen Gas maske zu verschaffen.

Bor dem Ende des Ruhrkensllkts Re Arbeitgeber mikrmrjen ftK dem WiebsspruH EevrringS

Krieges, 60000 Mann f r e mb er Soldaten auf deutschem Boden st e h e n und auch diese Tatsache die von uns angestrebte ehrliche Verständigung entscheidend gehemmt wird, daß der Friede Europas und der Welt durch die Fortdauer der Besatzung nicht gesichert, sondern gefährdet wird. Wir verlangen den Abmarsch der fremden Truppen, weil wir endlich Taten sehen wollen statt klingender Redensarten, Taten, die mehr als bisher Deutschlands Gleichberechtigung erweisen. Nur ein

Als Epi»« in Frankreich verurteilt!

Paris, 30. Nov. Das Gericht hat heute nach einer Verhandlung unter Aus­schluß der Oesfentlichkeit den 28jährigen Schuhmacher Josef Steinbrunner, der in der Gegend von Freiburg im Breisgau wohnhaft ist, wegen Spionage zu drei Jahren Gefängnis, 500 Franken Geldstrafe und zehn Jahren Aufenthalts- oerbot verurteilt. Steinbrunner, dem die französische Polizei an der französisch­schweizerischen Grenze eine Falle gestellt hatte, wurde im Mai dieses Jahres in Delsberg festgenommen, als er sich fran­zösische Militärausweisbücher, die Mobi- iflerungsangaben enthielten, zu verschaf- en suchte. Er wird außerdem beschuldigt, eit zwei Jahren versucht zu haben, sich Geheimdokumente, Pläne von Befesti­gungswerke, sowie Zeichnungen eines

tm btt Saar und in drr Matz

freies Deutschland gewährleistet die Grundlage einer friedfertigen Entwicke­lung in Europa. Die fortgesetzte Auf­rechterhaltung einer Militärherrschaft über ein Gebiet höchster Menschheitskultur wird zum Schaden derer, did sich allzugern als Sieger von Kultur, Freiheit und Gleichheit aufspielen. So nachdrücklich wir diese Forderung erheben, so entschieden lehnen wir, es jedoch ab, neue Opfer für ihre Erfüllung.zu bringen, auf die Deutschland einen klaren Anspruch hat.

g)tt Westausschuß für Pfalz, Saar und Rhein

richtet am Trauertage des vor zehn Jah­ren, am 1. Dezember 1918, erfolgten Ein­marsches feindlicher Truppen in deutsches Land am Rhein, folgende Kundgebung an die Bevölkerung des besetzen Gebietes:

»Deutsche Brüder und Schwestern am Rhein, an der Saar und in der Pfalz!

Dir gedenken Euer

in tiefer Trauer bei der zehn­jährigen Wiederkehr der Besetzung ur- deutscher Erde. Eure Not war und bleibt unsere Not.

Wir gedenken Euer

mit freudigem Stolz über Eure tapfere Abwehr, Eure opferfreudige Treue gegen Heimat und Volkstum.

Wir gedenken Euer

mit bitterster Enttäufchung daß, trotzdem sich Genf um Befriedung der Welt bemüht, das unbestreitbar juristische und moralische Recht auf Räumung deutschen Bodens noch immer nicht erfüllt ist. Wann endlich begreift die Welt, daß kein wahrer Friede kommen kann, solange man deutsche Ehr« verletzt und deutsches Recht miß­achtet.

Wir gedenken Euer

mit feierlichem Gelöbnis, nicht eher ruhen zu wollen, bis der letzte fremde Soldat vom rheinischen Boden verschwwunden ist.

Frei werde, deutsch bleibe der Rhein!"

Aufruf btt Wtbntrttoimltn

Der Landesverband Mittelrhein der Deutschnationalen Volkspar­tei erläßt eine Kundgebung in der es heißt:

Am L Dezember jährt sich zum zehnten Male der Tag, an dem die fremde Be­satzung ins Rheinland einmarschiette. An diesem Tage gilt es, erneut vor aller Welt die moralisch und rechtlich gesicherte ein« mutige Forderung unseres ganzen Volkes auf soforttge und bedingungslose Räu­mung des Rheinlandes mit besonderem Nachdruck zu erheben. Die wider­rechtliche fremde Besatzung am Hhein ist eines der größten Hemmnisse, bte dem wahren Frieden in Europa und in der Welt entgegenstehen. Die Ver­antwortung hierfür haben ausschließlich diejenigen Mächte zu tragen, die diese Be­satzung immer noch aufrechterhalten. Neue deutsche Vor- und Gegenleistungen für die enbgültige Räumung ober eine Der- «strickung bet Räumungsfrage mit einer wie auch immer gearteten anderen Frage, insbesondere auch mit der Revision des Dawes-vertrages weist das Rheinland in Uebereinstimmung mit ganz Deutschland mit größter Entschiedenheit zurück. Wir ertragen lieber die Be­satzung weiter, als daß irgendein neues Opfer von Deutschland übernommen wird.

«mibgtbung btt StnlWtn Seltbeartel

Die Deutsche Dolkspartei der Rhein- Provinz veröffentlicht nachfolgende Kund­gebung:

.Leute vor zehn Jahren marschierten die Truppen der gegen Deutschland ver­bündeten Mächte ins Rheinland ein. Ein schwarzer Tag in der deutschen Geschichte, ein hartes Ende nach unerhörten Helden­taten draußen und daheim. Erbittert >nd empört stellen wir fest, daß heute «ttch, zehn Jahre nach Beendigung des

Am gestrigen Tage fanden in Berlin zur Beilegung des Arbeitskon­flikts im Bezirk "Nordwest unter dem Vorsitz des Reichskanzlers ein­gehende Aussprachen zwischen Vertretern der Reichsregierung und den Vertretern beider Parteien des Bezirks Nordwest statt. Seitens der Reichsregierung nah­men außer Reichskanzler Müller Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s, Reichsarbeitsminister Wissel und Staatssekretär Dr. P ü n d e r teil. Die Besprechung mit den Vertretern der Ar­beitgeber fanden vormittags in der Reichskanzlei, und die Besprechung mit den Vertretern der Gewerkschaften am Nachmittag im Reichstagsgebäude statt.

In der Aussprache am Vormittag er­klärten sich die Arbeitgeber mit dem Vorschläge des Reichs­kanzlers einverstanden, die endgültige Entscheidung über Arbeitslohn und Arbeitszeit Reichsminister S e v e - ring zu überlassen. Sie erklärten fer­ner, daß sie mit Annahme dieses Vor­schlages durch die Arbeitnehmer die B e - triebe sofort wieder öffnen werden; die Belegschaften würden ohne Maßregelungen mit dem Inkrafttreten dieser Vereinbarung wie sonst wieder ein­gestellt, unter Wahrung ihrer vollen Rechte aus den früheren Arbeitsverträ­gen. Die Einstellung werde nach Maß­gabe der betrieblichen Möglichkeiten er­folgen. Reichsregierung und Arbeitgeber waren darüber einig, daß durch die zu treffenden Vereinbarungen die Möglich­keit der Entscheidung der in dem Rechts­streit aufgeworfenen grundsätzlichen Fra­gen durch das Reichsarbeitsgericht nicht ausgeschaltet werden soll.

Der Reichskanzler erklärte den Arbeit­gebern und Arbeitnehmern, datz er unter der Voraussetzung der Annahme des Vor-

Die Reparationsbesprechungen.

LautDaily Telegraph" hatte gestern bis zum späten Abend keine^per in Betracht kommenden alliierten Regie­rungen endgültig auf die britischen Vor­schläge über eine gemeinsame Antwort auf das deutsche Reparations-Memoran- )um vom 30. Oktober geantwortet. Es ei jedoch möglich, datz der btttische Bot- chafter in Paris, der Donnerstag abend aus Paris in London eingetroffen fei und das Wochenend als Gast des Pre­mierministers in Chequers verbringt, die Ansicht übermitteln konnte, die Pomearö, wie erwartet wird, sicherlich bald formell zum Ausdruck bringen wird.

schlages der Regierung auch durch die Ge­werkschaften diese Stellungnahme beider Parteien Herrn Reichsminister Severing sofort übermitteln und ihn bitten werde, entsprechend der bereits erfolgten Aus­sprache im Reichskabinett in Ausübung seines Auftrages die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu prüfen, bte Arbeitszeit einzubeziehen, und seine Entscheidung endgültig und langfristig zu machen.

Die Vertreter der Gewerkschaf­ten erklärten in der Nachmittagssitzung, daß sie sich die Entscheidung noch bis zu einer am kommenden Sonntag vormittag stattfindenden Sitzung ihrer Gewerkschaftsinstanzen vor­behalten müssen. Sie sagten die Mit­teilung der endgültigen Entscheidupg an den Reichskanzler bis Sonntag abend zu.

In maßgebenden Kreisen ist man der Auffassung, daß die bedingungslose An­nahme des Schiedsrichters, Reichsminister Severing durch die Arbeitgeber be­weist, daß diese sich bei ihrem Kampf im Ruhrkonflikt nut von wirtschaft- li che n Beweggründen haben leiten lassen, daß ihnen also jeg­liches Vorgehen gegen den Staat oder die Staatsform bezw. das Reichskabinett, insbesondere die Person, des Reichs­arbeitsministers, fern gelegen hat.

Den weiteren Fortgang der Verhand­lungen sieht man lautD. A. Z." so, datz Reichsinnenminister Severing am Montag, wenn er auf dem Wege über die Reichskanzlei Kenntnis von der Stel­lungnahme der Revier-Konferenz erhal­ten hat und vom Reichskanzler offiziell mit der Uebernahme des Schiedsrichter­amtes ersucht worden ist, seine Verhand­lungen mit den beiden Parteien auf­nimmt. Gleichzeitig können dann bereits die Matznahmen zur Wiederöffnung der Betriebe eingeleitet werden.

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Kapitän Kircheid in Marburg.

Heute vor 10 Jahren, am 1. Dezember des Anglücksjahres 1918, rückten Oie fran­zösischen Truppen übet die deutsche Grenze, Städte und Dörfer des Ächeinlandes wur­den besetztes Gebiet. Darüber hinaus wur­den die Brückenköpfe Kehl, Mainz, Koblenz und Köln alsSicherungsgebiet" der Siegerstaaten ertlärt, später Düsseldorf und Duisburg bei denSanktionen^ als Ein­fallstore in di« Industriegebiete besetzt, 1922 der Marsch ins Ruhrgebiet vollzogen. 50 Divisionen standen in einem Gebiet, das in Friedenszeiten kaum 70 000 Mann eige­ner Truppen beherbergt hatte. Tod und Ketkermaucrn, Plünderung und Bestechung, Dettreibung und 2lot kamen mit den frem­den Eroberern, unO wenn sie trotzdem nicht vermochten, den deutschen Geist an Rhein, Ruhr und Saar niederzuzwingen, so ver­danken wir es dem zähen Mut der Be­wohner des besetzten Gebietes, die in ste­ter Lchferbereitschaft treu zum Vaterland standen. Dieser Treue gedenken wir heute und für alle Zeit in Bewunderung und Dankbarkeit.

In jenen Jahren voll Schmach und bit­terer Rot, als im üErigen Deutschland Selbstzerfleischung und Würdelosigkeit furchtbare Lrgien feierten, entstand ocm deutschen Volke ein erster uno aufrechter Kämpfer für die Wiedergeburt deutscher Ehre und deutschen Ansehens in der Welt: Kapitän Kircheitz, der Navigationsoffi­zier desSeeadler" im Kr.ege, einer der heldenmütigen Gefährten des Grafen Lucknet. Zunächst kämpft« er um die Her­zen der Deutschen in öffentlichen Versamm­lungen, tagaus, tagem, bis chn sein See- rnannsblut hinaustrieb in die weite Welt, um dort für den deutschen Flamen, für Deutschlands Zukunft gegen die Lüge von der Alleinschuld Deutschlands am Kriege den Kampf aufzunehmen. In einem Fisch­kutter von 69 Tonnen, mit einer Besatzung von vier Mann fuhr er im Januar 1926 hinaus auf das weite Meer und umsuhr in fast zwei Jahre die ganze Well, den fremden, den feindlichen Stationen wieder Achtung einzuflößen vorder deutschen Hei­mat. Welches Wagnis, welcher Opfermut welcher Zukunftsglaube!

Don dieser Reise, von seinen und seines Schiffchens Erlebnissen hat uns Kapitän Kircheiß gestern im vollbesetzten Stadtsaal selbst erzählt. And wie schilderte er! So frisch, so anschaulich, so mit lachendem Munde, als sei das alles ein Kinderspiel gewesen, eine Sommer» und Sonnenfahrt. And es wat doch ein Kampf mit Wind und Wellen im Winter, mit Verlassenheit und Fremdheit, mit allen bösen Nachwir­kungen jahrelanger Hetze gegen das Vater­land. Wie weit ist die Welt und wie schön! Wie gewaltig das Meer, wie herr­lich die Pracht der tropischen Länder, wie bunt und vielgestaltig das Leben und Treiben ihrer Bewohnet. Wie Kircheiß, seinen selbst gedrehten prächtigen Film erläuternd, uns auf herrlicher Fahrt ge­leitete, da empfanden wir, daß da ein ganzer Mann, mit dem reinen Hetzen eines Kämpfers, den offenen Augen eines Künstlers und dem echten Blut eines nor­dischen Deutschen für uns sich eingesetzt hatte, die wir dankbar fein müssen, ihm be­gegnet zu fein, ja, von ihm aus der Eng« unseres Daseins hinausgerissen zu werden zu einer frohen und immer fesselnden. Fahrt in di« weite, weite Welt. Wir glaub­ten, Kyoto zu kennen und Honolulu und Miami und Hollywood und vieles andere, denn wir wissen, wo es liegt, welche Sprache man dort spricht und was dort! wächst, dieser Kapitän der kleinen Hamburg" aber zeigte uns jene Fülle enb Vielgestaltigkeit, jene Fremde, die anderen Heimat ist, so anschaulich und lebensvoll, daß wir noch lange hätten hö­ren und sehen mögen, immer Neues, immer Interessantes und Schönes.

Aber da waren wir nad) langer, langet Fahrt auf einmal doch wieder daheim, in Euxhafen erst, dann in Hamburg, in den