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®te ^dberhesflsch« Zewmg" ev schctnt sechsmal wöchentlich. De- jUgSprei« monatlich 2 SM. aus- schließt. Zustellungrgebühr. durch dt«Post2L5 GM.Füi etwa Infolge Streiks, Maschinen defekte eott elementarer Ereignisse ausfallende Skmmnern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Httzeroth» Druck der Univ.-Buchdruckerei v» Zod. Ang. «och. Markt 21/23, gern sprech er: Nr. 54. u. Nr. 55. Postscheckkonto: Amt Frankfurt c M Nr. 5016. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 rmd

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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Nr. 269 er.Mrs. Rarburg a.Labu

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen irr Stadt und Kreis Marburg.

M 117 Mfaflitrt der „StW vermlW

fk. N ewyork, 14. Nov. Der Kapitän der „Vestris" teilte der Lamport-Halt- Linie mit, der Untergang des Schiffes fei auf eine Verfchiebnug der Ladung zurück­zuführen. Nach den letzten Meldungen be­trägt die Zahl der geborgenen Ueberleben- den der Katastrophe der „Vestris" 222,

«ährend 117 Personen noch vermißt werden.

Der in der Passagierliste des Schiffes er­wähnte Reichsdeutsche Hermann Rückert, der Vertreter einer Leipziger Papier­firma, ist gerettet. Rach einem Be­richt des ersten Offiziers des Dampfers „American Shipper" verliehen insgesamt 8 Rettungsboote und ein Rettungsfloß die „Vestris." Von den Rettungsbooten kippte eins um. Don den Insassen wurden einige aufgefischt. Es wurden eine Anzahl schwimmender Leichen gesichtet, wodurch die Befürchtung bestätigt wird, daß viele Personen umgekommen sind. Das Ret­tungsfloh brach auseinanoer. Ein Ret­tungsboot kenterte gestern abend um 8 Uhr.

Der Dampfer „Wyoming" meldet, dah 'N Teile des Wrack der Vestris" gefunden und 5 Personen aus dem Wasser aufge- fischt hab«. Ob die fünf in der Zahl der Geretteten enthalten sind, steht noch nicht fest. Die Schiffsbrüchigen wurden im Zu­stand äußerster Erschöpfung von den Ret­tungsbooten an Bord genommen und waren so geschwächt, dah sie nicht allein das Fallreep hinaufklimmen konnten. Aus Deck angekommen, fielen Viele ohnmächtig zusammen und Frauen brachen in hyste­rische Weinkrämpse aus. Keine von ihnen war in der Lage, einen zusammenhängen- den Bericht über die letzten Ereignisse an Bord des untergegangenen Schiffes zu ge­ben.

23 Gerettete an Bord der „Berlin".

Wie der Lloyddampfer „Berlin" fun­kentelegraphisch mitteilt, ist es ihm gelun­gen, nachdem er bereits 22 Ueberlebende des Schiffbruches der „Vestris" gerettet hatte, noch in letzter Stunde einen ge­wissen Karl Schmidt aus Chicago zu ber­gen, der 22 Stunden im Wasser umherge­trieben war. Rach Mitteilung der Schiffs­leitung befinden sich alle Geretteten ver­hältnismäßig wohl. Niemand ist verletzt worden. Das Wasser in der Nähe der llnglücksstelle ist noch immer mit Wrack- ftücken besät. Es herrscht starker Nord­wind mit Böen und rauher See.

fk. N e w y o r k, 14. Nov. Zn einem hier aufgefangenen Funkspruch berichtet Kapitän Cummings vom „American Ship­per" über die Rettungsarbeit: Wir kamen um 10.30 Uhr abends an der von der „Vestris" angegebenen Stelle an und be­gannen die Suche. Wir kreuzten ungefähr bis 3.40 llhr morgens, als das erste Feuer­schiff gesichtet wurde. Um 4.05 Uhr war das erste Rettungsboot längseits genom­men. Wir bargen im ganzen fünf Boote mit vollzähliger Besatzung. Um 7.30 llhr bemerkten wir auf der Fahrt durch die mit Wrackstücken übersäten Wogen einen Mann und eine Frau. Wir setzten 1 Boot und nahmen die beiden, die sich 18 Stun­den im Wasier aufgehalten hatten, auf. Wir fuhren kreuz und quer über die lln- fallstelle und suchten bis zur Mittags­stunde nach weiteren Ueberlebenden. Dann setzten wir die Fahrt nach Newyork fort, nachdem sich mehrere Schiffe am Platz der Katastrophe eingefunden hatten.

Sie ll rsachen des Unglücks sind bisher volIkomm en unb efannt. Es steht lediglich fest, dah das Schiff inner­halb 4 Stunden gesunken ift Der Kapitän versuchte zunächst weiter zu fahren bis das Wasser in die Maschinen eindrang und da­mit auch den Funker hinderte, weitere Aach- richten zu geben. Die Sac^>erständigen in Rewyork und London neigen zu der Ansicht, daß die Stahlplatten des Schiffes während des schweren Sturmes

am Sonnabend so stark beschädigt wurden, daß das Wasser in größeren Mengen eindringen konnte, als d-ie Schifsspumpen wie­der herauszupumpen vermochten. Die heute in Plymouth eingetroffene .Mauretania" be­stätigt, daß am Sonnabend ein Sturm von geradezu ungeheuerer Gewalt über dem Ozean wütete, der zeitweilig eine Stärke von hundert Stundenmeilen erreichte. Als Folge dieses Sturmes seien an Bord der »Mauretania" zehii Mitglieder der Desatzung und Passagiere verletzt worden.

Notrufe eines Dampfers.

fk. N e w yo r k, 14. Nov. Der gesamte llnterhaltungsrundfunk wurde gestern abend eingestellt, da von dem amerikani­schen Tankdampfer „K i n g s b u r y" drahtlose Notsignale eintrafen. Spä­

ter wurde festgestellt, daß die „Kingsbury" die S. O. S.-Zeichen für ein anderes Schiff weiter gegeben hat, dessen Name und Position noch nicht bekannt sind

Ein deutscher Dampfer aus Seenot gerettet.

fk. Aalesund, 14. Nov. Der deutsche Frachtdamfper „N e u w e r k" verlor bei einem gewaltigen Sturm gestern abend die Schraube und trieb hilflos auf der Höhe von Storholmen und Aalesund. Zwei Rettungsdampfer sind sofort von Aalesund abgegangen, von denen der eine um y22 Uhr nachts das Schiff erreichte und ins Schlepp genommen hat; die „Neuwerk" wird nach der Znsel Ona ge­bracht.

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Mdemufnahme der Revaratlonsbeivrechingen

fk. Paris, 14. Rov. Die Verhand­lungen zur endgültigen Regelung der Re­parationsfrage, die während der franzö­sischen Regierungskrise unterbrachen waren, wurden am Dienstag sowohl von B r i a n d wie von Poincare wieder ausge­nommen. Briand empfing den Botschaf­ter von Hoes ch. Der „M atin“ hält es für wahrscheinlich^ dah dieser Fühlung­nahme am heutigen Mittwoch oder Frei­tag eine weiterenBesprechung fol­gen werde. Die einzigen Punkte, über die noch Widersprüche beständen, betrafen die Instruktionen, die die Sachverständi­gen erhalten sollen, und den Ort ihrer ersten Zusammenkunst.

Poincare empfing in seinen Räu­men im Finanzministerium erneut den eng­lischen Botschafter Sir William Tyr­rell, mit dem er sich über die Modali­täten der Zusammensetzung und des Ar- beitsprogramms des Sachverständigen- Ausschusses unterhielt. Rach dieser Be­sprechung hatte Poincare eine Konferenz mit dem neu ernannten Finanzmimster E h e r o n. dem Gouverneur der Bank von Frankreich, M o r e o u, und dem Direktor für allgemeine Fondsbewegung M o r e t.

Der offiziöse „Petit Parisien" er­klärt, daß in den nächsten Tagen weitere Besprechungen folgen würden, um eine Derhanvlungsbafis festzulegen, die die Aufgaben der Sachverständigen umgrenzen und dadurch erleichtern solle. Jede der interessierten Regierungen habe ihren Standpunkt in einem Memorandum niedergelegt, das den anderen alliierten Regierungen unterbreitet worden sei. ES sei wenig wahrscheinlich, dah Botschafter von Hoesch in der kurzen Unterhaltung vom Dienstag dem Außenminister den Stand- puntt der Reichsregierung bekannt gegeben habe. Sobald die Arbeit der Gegenüber­stellung der verschiedenen Auffassungen be­endet sei.

in etwa 4—5 Tage«, würde die Reichsregierung, wie „Petit Parisien" annimmt, über die Bedingungen un* terrichtet werden, die Paris, London, Rom und Briisiel als Grundlage für die Verhandlungen über die Repara­tionen und Festsetzung der deutsche« Schuld wLnschten.

Das „Echo de Paris" glaubt, daß die Unterhaltung des englischen Botschafters mit Poincare sich' auf den Rotenwechsel vom 2. und 5. November zwischen Chur­chill und Poincare bezogen habe, indem endgültig die Gedankengänge sestgelegt wurden, über die die beiden Staatsmänner sich auf ihrer Pariser Zusammenkunft vom 19. Oktober einigten. Das Blatt glaubt erklären zu können, das französische Memo­randum hebe hervor, dah die den verschie­denen Gläubigermächten Deutschlanos durch die Konferenz von S p a a zugestell­ten Berechnungssätze beibehatten werden müßten.

Die voraussichtliche« Mitglieder des fran- zösifche« Sachverftändigen-Ausschusies.

Einer Mitteilung des „Excelsior" zufolge wird das neue Kabinett sich bald nach seiner Vorstellung vor den beiden Kammern mit der Ernennung der ftanzö« sischen Abordnung für den Sachverständi­gen-Ausschuß über die Reparationsftage beschäftigen. Den Vorsitz dieser Ab­ordnung werde wahrscheinlich der Gou­verneur der Bank von Frankreich, Mo­reau, führen. Der „Matin" ergänzt feine Mitteilung dahin, daß die beiden Dertteter Frankreichs in dem Ausschuß voraussichtlich Parmentier und Ser­ge n t sein würden, die seiner Zeit schon als Sachverständige der französischen Regie­rung an der Ausarbeitung des Dawes- planes teilgenommen haben.

NMttkrruzer-Mr?

Die Behandlung der Panzerkreuzerfrage nimmt in allen Blättern breitesten Raum ein. Einige Blätter sprechen sogar von der

Möglichkeit einer Panzerkreuzerkrife lieber die gesttige Unterredung des Reichs­präsidenten mit dem Reichskanzler, die sich in der Hauptsache um das Panzerkreuzer­problem drehte, bringen die Zeitungen einander widersprechende Darstellungen. Rur in dem einen Punkt stimmen sie überein, daß

der Reichspräsident den Standpunkt des Reichswehrministers Eroeaer teile.

Aus der Unterredung des Reichs- kanzlers mit dem Reichspräsiden­ten tritt das „B. T." folgende Einzel­heiten mit: Der Reichspräsident teilte dem Kanzler die Auffassung des Wehrministers G r o e n e r mit, wonach dieser bei der Ab­stimmung im Plenum die Stimment­haltung des Reichskanzlers verlangte, weil er der Ansicht sei, daß' der Reichs­kanzler als Chef des Reichskabinetts nicht gegen den Standpunft eines Kabinetts­mitgliedes votieren dürfe. Sollte der Reichskanzler trotzdem seine Stimme für den Antrag abgeben, so werde, erklärte Groener, dies für ihn jedenfalls ein An­laß fein, die Konsequenzen zu ziehen. Aach der Beratung des Reichslagsplenums trat der Vorstand der sozialdemokratischen Frattion zu einer Sitzung zusammen. Er beschloß in der heutigen Sitzung des Ael- testenrates für Verschiebung der außen­politischen Aussprache auf die nächste Woche und für Behandlung des Panzer­kreuzerantrages im Anschluß an den Eisenkonflikt einzutreten. Wie das Blatt weiter hört, hat sich Sieger- wald in der ZenttumSfraktionssitzung auf den Standpunkt Groeners gestellt, daß der Reichskanzler sich nicht bei der Abstimmung beteiligen soll.

Der „Vorwärts" erklärt die Darstel­lung des „Berl. Tageblatts" für falsch, und von parteioffiziöser sozialdemokrati­scher Seite wird mitgeteilt, alle Semü- Hungen, die Minister und insbesondere den Kanzler zur Stimmenthaltung zu veran­lassen, würden erfolglos bleiben. Ter Kanzler werde vor Beginn Der Panzer­schiffdebatte eine Erklärung im Reichstag abgeben, wonach die seinerzeit erfolgte Zustimmung zum Bau des Panzerschiffes „lediglich aus budgetären Gesichtspuntten" erfolgt fei. Die sozialdemokratischen Mi­nister fühlten sich daher im Hinblick auf den Antrag ihrer Frattion nicht mehr gebunden. Auch die Mitteilungen der Blätter über die Reihenfolge der Bera- tungsgegenstände des Reichstages weichen voneinander ab.

Die „Voffische Zeitung" glaubt bereits melden zu können, daß in der gestri­gen Ministerbesprechunq die Entscheidung dahin gefallen fei, das; sich die außen­politische Aussprache an die Debatte über die Aussperrung im Industriegebiet an- schließe und daß der sozialdemottatische Antrag erst in der nächsten Woche Beraten werde, daß also eine Programm­änderung nicht eintrete.

Diese Darstellung wird zunächst von den anderen Blättern nicht bestätigt, Die es viel eher für möglich halten, daß heute im Reichskabinett und im Aeltestenausschuh beschlofsen werde, daß die Panzsrtteuzsr- frage vor der Außenpolitik zur Erörterung komme.

Wirbelsturm-Katastrophe in Argentinien.

fk. Buenos Aires, 14. Rov. Die Gegend von „Villa Maria" wurde gestern von einem Wirbelsturm heimgesucht, der großen Schaden anrichtete und auch zahl­reiche Opfer an Menschenleben forderte. Die ersten Meldungen sprechen von 41 Toten und 150 Verletzten.