Einzelbild herunterladen
 

' Montag.

ton 5. Rov. ISA

fX* ^vbrrdesflsch« 3««Nmg" o scheUtt lech «mal wöchentlich Be- ptgapre,« monatlich 2 GW. au«, schließt Zustellungagedüdr, durch diePostLLL GM.ftür etwa »folg« Streik«. Wajchinendefekle ob« «tew*t«m Lreignisie ausiallrnd« Nummern wird kein Lrla, ae* teiltet, «erlaq d. Dr §. -tkeroth, Druck der Untd.-Buchdruckerr> d, Jod. Zufl. Aoch, Markt 21/23, Feruldrecher: Rr. 54. n. St. 65. Postscheckkonto: Amt Frankfurt <U Ä «r 5016. — Spiech,eit bet Medaktion von 10—11 und

1,1—1 Uhr.

Anzeiger für (das frühere knrheffifchej Oberhessen

Mische LEzeitung

MarkwM ramansmer

srr. köl KZ.Sahrs. Marburg a.Laha

Der Anzeigmprei« beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM„ kleine Baranzeige« 0.06 <B9R_, amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 SM. Bei schwierigem Satz sowie bei Platz» Vorschrift 50"/, Aufschlag. — Sauunelanzeigen 100 °/e Auf­schlag. Reklamen der Millim. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet.ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark = '/«.»Dollar.

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Gemeinsame Antwort -er Alliierten?

Weder Berlin noch Baris, sonder» «adrscheinlich

Briisse! Taguagsorl für die SnchderWndigrn

^aily Telegraph" berichtet au» Paris, nach dem Eindruck der fron» zöfifchen Kreise sei das Ergebnis der ver­schiedenen Besprechungen, die Poinearö im Lause des gestrigen Tages gehabt hat, s i daß die interessierten Regierungen in der Lage sein werden,

auf den Berliner Schritt der letzten j s Woche gleichlautend zu ant­worten.

Wie Havas mitteilt, ist entgegen der heute vormittag in der Presse erschiene­nen Nachricht keineswegs die Rede da- i l •®n» Paris als Sitz der Konferenz der Reparationssachverständigen zu wählen, j 1 Wahrscheinlicher werde die Wahl der interessierten Regierung aus Brüssel fallen. %

Dir „Times" berichtet aus Paris: Em Memorandum mit Bemerkungen der - Regierung über den geplanten neuen Ausschuß für die Regelung des Repara- tionsproblems ist der britischen Regie-, rung in der letzten Woche übergeben wor­den und eine britische Note wurde der französischen Regierung vorgestern in f t Paris überreicht. Nach dem Berichter­statter der „Times" handelt es sich um die i L Entscheidung, ob die Z a h l u n g s - 11 fahrgkeit Deutschlands untersucht werden soll oder ob, nachdem sie vom s; Dawes-Ausschuß im Jahre 1924 festge­stellt worden ist, nur die Z a h l u n g s - n Methode und der Zahlungsplan 51 festgelegt werden soll.

„O b s e r v e r" schreibt, die britische Regierung nehme gegenüber der Frage, ob der geplante Reparationssachverstän­digenausschuß aus unabhängigen Sach­verständigen oder Delegierten mit In- tt struktionen bestehen solle, den Stand­punkt ein, die Hauptsache sei, daß die Sachverständigen als Sachverständige be­nutzt werden, wie die Dawesplansachver- standigen des Jahres 1924 und die Lo­carnosachverständigen des Jahres 1925, Maß ihre Empfehlungen auf praktischen Möglichkeiten fußen. Es werde geltend gemacht, daß auf jeden Fall die Entschei­dung der Politik bei den Regierungen ruhe. Diel Bedeutung werde der Nach­richt beigemessen, daß Parker Gilbert die volle Beteiligung der amerikanischen Re­gierung an der Arbeit des Ausschusses er- warte, wenn dieser Ausschuß in lieber« emstimmung mit Dr. Schachts Vorschlag aus unabhängigen Finanzleuten zusam- i > mengesetzt ist.

*

Der DalveSplan ist durch di« jüngsten Ereignisse aufs neue in den Vorder­grund des öffentlichen Interesses getreten, auch in Deutschland beschäftigt man sich wieder sehr eingehend mit der Frage,.wie nn einzelnen eine Abänderung des Ab­kommens vorgenommen werden könnte, Die ber tatsächlichen Leistungsfähigkeit Deutsch­lands Rechnung trägt und eine Katastrophe p der deutschen Wirtschaft abwendet. Bei ver Feststellung der Leistungsfähigkeit spielt die Frage eine gewichtige Rolle, ob es möglich ist. die Steuerbelaftung allgemein m Deutschland noch weiter zu erhöhen. Der Dawesplan stellt den Grundsatz auf, daß bas deutsche Volk billigerweise mindestens bie gleiche Steuerlast wie einer der Dläu» j [ tigerstaaten tragen müsse. Bei der Frage, auf welche Weise ein solcher Vergleich durchgeführt werden konnte, muh davon ausgegangen werden, daß die tatsächliche Schwere der Steuerlast nur festgestellt wer- .den kann aus den gegebenen statistischen Unterlagen über die Ahe der steuerlichen Belastung der Bevölkerung unter Berück-.

sichtigung aber der Tatsache, daß gleich» zeitig auch die Höhe des Volkseinkommens in Vergleich gezogen werden muß. Im Gegensatz zu dieser — an sich elemen­taren —, Erkenntnis wird im Auslande häufig rein schematisch die Belastung durch die einzelnen Steuerarten in Deutschland und den Gläubigerstaaten zusammengerech­net und die so gewonnenen Zahlen ein­ander gegenübergestellt, um zu beweisen, daß die Steuerbelastung in Deutschland keineswegs den Grundsätzen entspräche, die das Dawes-Abkommen aufgestellt hat. Solch« Beweisführung ist natürlich un­möglich, denn es bleibt unberücksichtigt, daß sich die Wirtschastsverhältnisse eines Lan­des, das einen Krieg verloren und in sei­nem Volksvermögen eine Einbuße von bei­nahe 50 Prozent erlitten hat, nicht ohne

Gegenüber Zeitungsmeldunsen, bafc Steger- wald in das Industriegebiet gekommen sei, nm zur Schlichtung im Eisenkonflikt an einer schon vor drei Wochen einberufenen Sitzung einer Bank teilznnehmen. Er ist am Samstag vor­mittag über Köln nach Nürnberg weitergereist und hat während seines Aufenthaltes im In­dustriegebiet keinerlei Berbindungen mit irgendwelchen Arbeitgebern gehabt oder ge» jucht, sondern hat fich völlig neutral verhalten.

Wie der „Vorwäts" erfährt, ist dis zum Sonnabend seitens der Arbeitgeberverbandes Nordwest noch keine Feststellungsklage beim Relchsverstcherungssericht oder bei den sonsti­gen in Frage kommenden Arbeitsgerichten in tencn oder Düsseldorf darüber eingereicht wor­den, ob der Schiedsspruch vom 27. Oktober rechtsgültig ist oder nicht.

.Stoße der Wohlfahrtspflege und Unter­stützung der nicht organisierten Arbeiter wird dem genannten Blatt zufolge im ganzen Ruhr- revrer einheitlich geregelt werden. Zu diesem Zweck wird in der nächsten Woche eine Ver- fontinluna ber Oberbürgermeister, der Finanz- und Wohlfahrtsdezernenten stattfinden.

Die freien Gewerkschaften veröffentlichen emen Aufruf m dem die Arbeiterschaft zu strengster^ Disziplin ermahnt wird. In dem Aufruf heigt es u. a.: Versammlungen und Demonstranten, die nicht von der Organisa- tions e.tung veranstaltet sind, sind von den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiterver- bandes und den übrigen freien Gewerkschaf­ten entschieden zu meiden. W'r lehnen jede Verantwortung für Schäden, die aus solchen Veranstaltungen entstehen, ab.

lan&ens auf 260 Friedensmark berechnete, auf Grund dieser Feststellungen glaubt Dr. Flatau die These aufstellen zu können, Daß die Deutschen ein noch viel größeres Maß an Steuern, wie er meinte, vornehmlich an Alkoholsteuern, vertrügen, Dr. Flatau übersieht, indem er die oben gekennzeich­nete Methodik übernimmt, vollkommen, daß hier das entscheidend« Kriterium die Frage sein muß, wieviel dem einzelnen Staats­bürger zur Bestreitung seines Lebens­unterhaltes bleibt, wenn er seine Steuern entrichtet hat. Hier zeigt sich, daß das Gewicht der Steuern für den einzelnen Deutschen im Durchschnitt viel schwerer ist als für den Engländer, insofern, als dem Engländer 700 Friedensmark verbleiben, während der Deutsche von einem Te-

weiteres mit denen eines Landes, das einen Krieg gewonnen hat, auf die gleiche Stufe stellen lassen.

Ist es an sich schon tief bedauerlich, daß man im Auslande vielfach die für Deutsch­lands Zukunft so grundlegend wichtigen Fragen mit solcher Leichtfertigkeit behan­delt, so muß es als völlig unverständlich bezeichnet werden, wenn neuerdings auch von deutscher Seite diese Argumentation, die an Oberflächlichkeit nicht mehr über- troffen werden kann, übernommen wird. Kürzlich brachte eine volkswirtschaftliche Zeitung von Ruf einen Aufsatz von Dr. Paul Flatau, der für das Jahr 1925 das Durchs chnittse inkommen des Engländers auf 960 Friedensmark und das des Deut­schen Reiches auf 540 Friedensmark schätzte und die Iahres-Steuersumme des Eng-

gebalten werden, find bei den meisten Hütten­werken inzwischen die Martinöfen erkaltet. Sie sieben vor dem Zusammenbruch Der Neuauf­bau der Martinöfen wird mindestens sechs Tage in Anspruch nehmen.

Die Frage der Arbeitslosenunterstützung.

Nach einer Mitteilung des Arbeitsamtes hat der Präsident des Landesarbeitsamts zur Ver­meidung unnötiger Belastung der Arbeits­ämter durch die sich arbeitslos meldenden aus- gesverrten Arbeiter angeordnet, daß unter Be­rücksichtigung der besonderen Umstände im Falle der Aussperrung die Arbeitslosmeldung der Arbeiter nicht praktisch durchgeführt wird. Es soll für jeden ausgesverrten Arbeiter ange­nommen werden, daß er mit dem 1. Tag der Aussperrung die Arbeitslosmeldung vollzogen bat. Ebenso soll für die Ausgesverrten von einer persönlichen Kontrollmeldung beim Ar­beitsamt für die Dauer der Aussperrung abge­sehen werden. Eine Arbeitslosenunterstützungs- gewährung für die Ausgesverrten, auch für die nur mittelbar vom Arbeitskamvf ^Betroffenen, Untmi nicht in Frage, da bis auf weiterees nach Weisung des Landesarbeitsamtes ange­nommen werden muh, dah eine Aussperrung im Sinne des Arbeitslosenverficherungsgesetzes vorliegt.

Der Christliche Metallarbeiterverband hat für Sonntag eine öffentliche Protestversamm- lung aller christlich organisierten und christlich gesinnten Metallarbeiter einberufen.

Taristündigu«, in der Solinger Metall­industrie.

Die beteiligten Gewerkschaften (Deutscher und Christlicher Metallarbeiterverband haben den Rahmentarif, der die Arbeitszeit regelt, sowie das Lohnabkommen für die unteren, Kreise für das untere Solingen zum 30. Nov. 1928 gekündigt. Die Forderungen der Gewerk­schaften sollen in den nächsten Tagen überreicht werden.

trag« leben muß, der nur etwas mehr als die Hälfte der dem Engländer zur Der- ^lgung stehenden Summe, nämlich 433 Friedensmark beträgt. Aus dieser Fest­stellung ergibt fich schon die Tatsache, daß die steuerliche Tragfähigkeit des Deutschen erheblich kleiner ist als die des Engländers eine Feststellung, die auch in der Finanz- Politik der kommenden Monate auf keinen Fall außer Betracht gelassen werden solle. Es ergibt sich aber auch, daß im gegen­wärtigen Augenblick dem Ausland« — ob gewollt oder ungewollt, bleibt hier ohne Bedeutung, — eine falsche Vorstellung der steuerlichen Tragfähigkeit Deutschlands vermitteln.

Der Kampf im Ruhrgebiet

Seine StrmiülungSnilien 6tenemlM

Der Stillegungsprozeh nimmt, wie die Vlät- ter berichten, feinen Fortgang. Während die Suttenwerke noch nicht ausge­blasen sind, sondern vorläufig unter Dampf

Seovee ober Smith?

Schon kann man nach Stunden berech­nen, wann in den endlosen Gebieten der Vereinigten Staaten das letzte Hallali ge­blasen wird, wann der Sieger des sechs Monate währenden, von Leidenschaften durchtobten Wahlkampfes von den brausen­den Jubelrufen seiner Anhänger dem zur Strecke gebrachten Gegner die Hand zur Versöhnung reicht, wann das amerikanische Volk und die ganze Oeffentlichkeit zu er­fahren bekommt, wer Herr im Weißen HauS werden soll, ob es der populäre, feuchtfröhliche Al Smith ober der „trockene" Hoover sein wird. Man wird wohl anzunehmen haben, daß der Kandi­dat der Republikaner am Dienstag sieg­reich aus der Schlacht hervorgehen wird. Vielleicht ist seine Persönlichkeit nicht so beliebt wie die Al Smith's, des ManneS aus dem Volk, des Bohemiens — aber Hoover kann etwas auf sein Erfolgskonto buchen, was ihm mehr nützen wird als die größte Volkstümlichkeit. Hinter Hoo­ver stehen die Wallstreet, die Banken, die großen Wirtschaftsunternehmer, die großen und kleinen Sparer und Rentner, die Kaufleute, also alle die Amerikaner, die das Geld in den Händen haben. Und welche Rolle das Kapital in einem ameri­kanischen Wahlkampf spielt, das braucht man nicht näher auSeinanderzulegen. Im übrigen sind es die Republikaner, die die Wahr „machen". Ihre Regierung hat den Staatsapparat in den Händen, ihre Partei verfügt über die Tradition einer fast sechzigsährigen, nur zweimal unterbroche­nen, Regierungszeit. Heber eine Regie- rungszeit, die keine Parlamentskrisen kannte, keine plötzlichen Kabinettswechsel. Fast automatisch vollzog sich alle vier Jahre das gleiche Spiel. Ter Präsident trat zurück, es kam ein neuer Präsident, auto­matisch wechselte von zwei zu zwei Jahren der Kongreß. Und es waren durchweg die Republikaner, die den Präsidenten stellten, und es waren durchweg auch die Republikaner, die im Kongreß sich die Mehrheit sicherten. Alles wurde so im Laufe der Jahre zu einer starren Form, zu einer Maschine, unter Deren eisernen Rä­dern neue Weltanschauungen, neue Er­kenntnisse, neue Probleme der Menschheit zermalmt wurden.

Fast schien es zu Beginn dieses Wahl­kampfes, als ob diesmal der Gegensatz der beiden großen amerikanischen Parteien durch die Betonung weltanschaulicher Ziele ausgefochten werden sollte. Es blieb bet diesem Anfang. Der spätere Verlauf der Wahlkampagne zeigte das übliche Bild der Wahlschlachten früherer Jahre, ein wenig vielleicht verändert durch ein besond-ves Ausmaß von Leidenschaftlichkeit und Wahl­sieber. Dachte man zuerst, daß die Pro­tz ibltionSfrage Mittelpunkt der Ausein- andersetzungen werden sollte, so sah man sich schon nach den ersten Wochen der Wahlkampagne in dieser Annahme ge­täuscht. Sowohl Hoover als auch Al Smith fteilten bewußt dieses umstrittene Problem in den Hintergrund, wenn auch die Masse der Wähler selbst ganz genau wußte, wer von den beiden als „trocken" und als „naß" anzusprechen ist. Dieses fast stillschweigende Uebereinkommen der beiden Kandidaten wurde getreulich inne» gehalten bis unmittelbar vor dem Finish. Da legte Al Smith seine Karten offen auf den Tisch. In einer bedeutsamen Rede in Chicago, der Stadt in der Verbrechen und Korruption seit Einführung des Al­koholverbotes einen besonders beängstigen­den Grad erreicht haben, sprach der demo­kratische Kandidat über die Prohrbitlons- srage, und zwar sehr bestimmt und sehr offenherzig. Als Präsident der Vereinig­ten Staaten (so ihm das Glück hold ist) will er zwei Pflichten sich zu eigen machen. Er verpflichtet sich dazu, die bestehenden Gesetze, so wie sie sind, zur energischen Durchführung zu bringen. Er versichert die amerikanische Öffentlichkeit, daß er die Verfassung und die Gesetze des Lan­des so unverbrüchig halten und durchfüh­ren will wie nur irgend möglich. Als seine zweite Pflicht betrachtet er es, dem Kon- ^reß Maßnahmen vorzuschlagen, die nach einem Dafürhalten zum Besten des ameri­kanischen Volkes seien. Was die Prohi- bltlon angeht, so will er einen Zusatz zum Gesttz m Vorschlag bringen, ber eine klare wifsenschaftlich einwandfreie Definiiion des- en gibt, was unter berauschenden Geträn­ks" verstanden werden soll. Die gegenwär­tige Definiition, die nicht auf wisienschaft-