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5M» «OberbrMsch« Settung' «fr scheint sechsmal wöchentlich. Vr- zugsvreis monatlich 2 GM. ans- schließ!. Zustellungsgebühr, durch dtePost2.25 GM.Für etwa infolge Streik«. Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfallend« «Rumnietn wird kein Ersatz geleistet. Verlag d. Dr. §. -ttzeroth. Druck der Untv.-Duchdruckerei d» Zeh. Äug. Koch. Markt 21/23^ Fernsprecher: Rr. 54. n. Rr. 55, Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. M. Rr. 6015. — Sprechzeit der Redaktion von 10—11 rmd
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Marburger
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St. 259
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen fSr Stadt und Kreis Marburg.
SttWtfmig W Konflikts In Nr Wrnlnduftrie
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Esse«, L Noo. Die Zahl der entlasse» »en Metallarbeiter in der Gruppe Nordwest beträgt 213 000.
Essen. L Noo. Nach einer Mitteilung de» Arbeitsamts Essen können nach den gesetzlichen Bestimmungen die ausgesperrte« Metallarbeiter Arbeitslosen- oder Krisennnterstützung für die Zett der Aussperrung nicht erhalten oder beanspruchen. . Tarifkündiguagen in der Eisenindustrie.
Nach einer Meldung aus Düsseldorf haben die Metallarbeiter-Gewerkschaften in fast sämtlichen Kreisen der Randbezirke des eigentlichen Aussperruagsgebietes des Westens die bestehenden Lohnabkommen gekündigt. Insgesamt falle« unter den gekündigten Tarif 100 000 Arbeiter.
Nach einer Meldung aus dem Aussperrungsgebiet, ist die Stimmung der Arbeiterschaft bisher durchaus leidenschaftslos. Die allgemeine Versammlung verlief in vollkommener Ruhe. Die Aufrufe der Kommunisten finden keinen Boden. Die große Revierkonferenz der Geschäftsführer des deutschen Metallarbeiterverbandes beschloß gestern abend, Rotstsndsarbeiten nicht zu verweigern, zumal noch den vorliegenden Berichten der Ortsleitungen die Bergwerksdirektionen die Notstandsarbeiten auf ein Mindestmaß beschränken.
Der Christ!. Metallarbeiterverband gab eine Erklärung ab, in der Ne Mitglieder aufgefordert werden, sich bei den Werken zur Arbeit unter den im Schiedsspruch ausgesprochenen Bedingungen. einzufinden. Werde die Arbeitsaufnahme durch die Werke verweigert, so sollen sich die Arbeiter bei den Arbeitsämtern als Erwerbslose anmelden. Der Metallarbeiterverband kündigt an, den Arbeitgeberverband bezw. die in ihr vereinigten Werke regreßpflichtig machen zu wollen.
Die LerbSltniste i« der Eisenindustrie.
Berlin, 1. Dov. 3n dem Lohnkonflikt der nordwestlich en Gruppe der deutschen Ellen« und Stahlindustrie hat das Deichs- arbeitsministerium schon bei Beginn der Verhandlungen anaestchts der Bedeutung, die die Industrie für die deutsche Wirtschaft hat, den Schlichter Dr. Sotten eingesetzt, der am besten mit den Verhältni'fen im Duhrrevier vertraut ist. Auch der Minister hat «ich von Anfang an eingehend mit dem Konflikt befaßt und Hs zur Derbindlichkeitserklärung in stundenlangen Verhandlungen versucht, eine Einigung zu erzielen. Von amtlicher Leite wurde berücksichtigt, daß die Gisen-
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Geheimrat Poensgen, der Vorsitzende der Nordwestgruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller, die auf ihren Werken die Aussperrung durchgeführt hat.
industrie mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und immer noch unter den Dachwirkungen des schwedischen Erzstreiks leidet, der die Industrie zu E r z - ankäufen in Kanada und Indien zu erheblich teueren Preisen als in Schweden zwang. Es mußte aber berücksichtigt werden, daß nach Abschluß des schwedischen Erzstreiks sich die Lage der Industrie wieder gebessert hat und daß ferner die Dationalisierungsmah- nahmen sich auszuwirken beginnen. Andererseits war zu erwägen, daß frühere Lohnerhöhungen der Industriearbeiter der nvd- westlichen Gruppen gegenüber Lohnerhöhungen der Industriearbeiter anderer Gebiete erheb- llch geringer waren. Während z. D. im Kölner Gebiet eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 7 Pfennig erfolgte, betrug sie in der nordwestlichen Gruppe nur 2 Pfennig. Die in dem gefällten Schiedsspruch vorgesehene Erhöhung beträgt 3—4 Prozent. Der Akkordlohn wird um 2 Pfennig erhöht.
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Trotz des vom Schlichter gefällten Spruche- ist nunmehr der Kampf in der westdeutschen Eisenindustrie zur Tatsache geworden. Die Zahl der entlassenen Metallarbeiter in der Gruppe Dordwest beträgt 213 000’ Die Aussperrung in der rheinisch-westfälischen Industrie ist von allen angeschlossenen Werken wie der Arbeitgeberverband der nordwestlichen Gruppe mitteilt, vorgenommen worden. Die Arbeitgeber haben eine ausführliche Darstellung veröffentlicht, mit der sie erklären, daß der Schiedsspruch aus formalen wie materiellen Gründen ungültig und darum seine Derbindlichkeitserklärung gesetzlich unzulässig sei. Als juristische Instanz werden die Arbeitsgerichte über di« Gültigkeit des Schiedsspruchs zu entscheiden haben. Die Arbeitgeber vertreten jedenfalls die Auffassung, daß ein tarifmäßiges Arbeitsverhältnis nicht mehr besteht und deshalb di« Aussperrung vorgenommen werden konnte.
Wan fragt sich, was nun werben soll. Zunächst wirb die Frag« der Arbeitslosenunter.
Reform des Schlichtungswesens
Sorderunem der Arbeitgeber
Berlin, 1. Nov. Die Vereint- gang der deutschen Arbeitgeberverbände hat am heutigen Donnerstag dem Reichsarbeitsminister Wrssel die von ihr in der gemeinsamen Besprechung vom 16. Oktober im ReichsarbeitSmrnrsterium in Aussicht gestellten Reform vor- schlüge für das deutsche Schlichtungswesen überreicht. Die Vorschläge haben etwa folgenden Inhalt:
Ausgehend von dem Grundsatz, daß er nicht Aufgabe des Staates rst, in die Sphäre privatwirtschaftlicher und privat- rechtlicher Angelegenheiten, wie sie die Regelung der Arbeitsbedingungen darstellen, von sich aus zwangsweise einzugreifen, kann infolgedessen ein Eingreifen des Staates nur dort als berechtigt anerkannt werden, wo es sich um Fragen handelt, di« in ihrer Bedeutung und Auswirkung nachweislich über den KrerS der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der streitenden Parteien hinauSaehen. Deese Voraussetzung liegt in folgenden zwei grundsätzlichen Fällen vor:
1. Per ArveitSftveiti gdefte« ht den so» gewannt n „lebenswichtige» Betrieben".
2. Bee Ltv Mäkelten, „welche die deutsche Volkswertschaft so stark treffen, daß die Lebensmöglichkttte« der Gesamtbevölke-
rung bedroht sind".
Durch diesen Antrag soll einmal bi# jetzt vorhandene Möglichkeit des Zwangseingriffs ohne Borhan- denseen eines öffentlichen Interesses überhaupt beseitigt, ausserdem der in de: zweiten Aus'ührungs- verordnung entha.tene Begriff oes Öffentlichen Interesses" eindeutiger gesetzlich festgelegt werden. (Siehe 8 6 der Schlich
tungsverordnung und 5 28 der zweiten Ausführungsverordnung.)
"Die Durchführung dieser Vorschläge bedeutet eine wesentliche Einschränkung der Verbindlichkeitserklä- r u n g. Diese Einschränkung bildet die Grundlage der Vorschläge für das Verfahren, unter dem die Verbindlichkeit^- erklärung erfolgen soll. Die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände schlägt di# Einrichtung einer
zentvaleu Reichsschtedsstell« vor, deren Vorsitzender mit Zustimmung beider Parteien für einen längeren Zeitraum zur Sicherung seiner Objektivität und Unabhängigkeit ernannt wird. Diese — völlig neutrale und unpolitische — Stelle soll die Aufgabe haben, auf Antrag einer der Parteien an die Reichsregrerung zunächst das Borliegen der Zuständigkeits- Voraussetzungen für eine etwaig« Derbindlichkeitserklärung und sodann, bei Bejahung dieser Frage, materiell die Fähigkeiten des ergangenen Schiedsspruches nach der wirtschaftlichen und sozialen Seite hin zu prüfen. Im Falle der Bejahung dieser Fragen kann alsdann di« Reichs- schiedSstelle den Spruch der Reichsregierung zur Verb ind» lichkeitserklärung empfehlen. Der Ausdruck der
verbi»dkichk?tts«rklär»ng erfolgt alsdann durch di« R ichsvegieruug «1s
Akt der Staatshahsitsverwaltung, da nach den oben gemachten Vorschlägen über den Umfang der Derbindlichkeitser- Hüning dieser Zwangseingrisf nur dort in Frage kommen soll, wo unmittelbar dar vom Staate zu schütz« nd« Allgemeininter- ess« auf dem Spiele steht.
stützung für die Ausgefperrten Wohl von der zuständigen Deichsanstalt für Arbeitslosenversicherung geprüft werden. Die Gewerkschaften ihrerseits vertreten die Auffassung, daß der Schiedsspruch verbindlich fei unb daher die Arbeitgeber für den entstehenden Lohnausfall haftbar gemacht werden können. Mindestens ist wohl anzunehmen, daß die Gewerkschaften auf dem Klagewege von den Arbeitgebeim die Erstattung der von ihnen gezahlten Unterstützungen fordern werden. Das Arbeitsgericht, das ja in diesem Falle zuständig ist, kann zwar eine schnelle Entscheidung fällen, doch ist vorauszusehen, daß die Klage durch mehrere Instanzen gehen wird und wegen ihrer Grundsätzlichkeit endgültig vom Deichsarbeitsgericht entschieden werden wird. Was die Arbeitslosenunterstützung anbelangt. so ist mit großer Mehrheit zu rechnen, daß eine solche abgelehnt wird mit der Begründung, daß nach § 94 des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversiche
rung di« Kündigung den Charakter einer reinen Kampfmaßnahm« trägt. In diesem Zusammenhang« ist bemerkenswert, daß das Aeichsarbeitsgericht erst in der vergangenen Woche in einem ähnlichen Falle einer Kündigung und Aussperrung, der den Arbeitnehmer um die Arbeitslosenunterstützung bringt, diesen als einen Vorstoß gegen die guten Sitten gemäß § 826 BGB, und damit die Kündigung und Aussperrung für unwirksam erklärte. Die Verbindlichkeitserllärung als solche bezweckt ja, daß der Schiedsspruch die Kraft eines Tarifvertrages erhält. Es taucht daher in diesem Falle auch die Frage auf, ob infolge der Ablehnung der Derbindlichkeitserklärung durch die Arbeitgeber nicht auch die Dechtsfvlgen des § 320 BGB, geltend gemacht werden können, mit anderen Worten, die Gewerkschaften die Arbeitgeber _ für die Innehaltung des Schiedsspruches nicht verantwortlich machen können.
Stoßt Stwlnm »et tnMchtll atbellttearlei
fk. L 0 « d 0«, 2. Noo. Gestern wnrde» in über 300 Städte« und Gemeinden i« England «nd Wales die Eemeinderats» wählen abgehallen, die verjchiedentilch als Generalprobe für die Parlaments- wählen bezeichnet werden. Bis Mitternacht lagen die Ergebnisse a«s 85 Städte« u«d Gemeinden vor. Es ergibt sich, daß die Arbeiterpartei bisher einen außeror- dentlichen Erfolg erzielt hat. Sie hat einen Nettogewinn von 101 Sitzen zu verzeichnen, von denen mehr als die Hälfte den Konservativen verloren ginge«. Alle übrige« Parteiea haben Nettoverluste ,» verzeichnen.
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Die RepamtionMrhaMungen
fk. L 0 nd 0 n, 2. Nov. Der Schatzkanzler Churchill hatte gestern mit dem italienischen Industriellen Pirelli, der von Mussolini zum italienischen Sachverständigen in dem geplanten Reparationsausschuß ernannt worden ist, eine Unterredung, die bezweckte, die italienische Regierung von den Erörterungen zu verständigen, die kürzlich zwischen Churchill, Po- incarä und Parker Gilbert über die Bll» düng des Ausschusies stattgefunden Haden. Abends gab Churchill zu Ehren Pirellis ein Esten, an dem auch der italienische Botschafter teilnahm. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meldet, Pirelli, der gestern früh in London eingetroffen sei, werde heute früh die Rückreise nach Rom über Paris antreten. In Paris werde er vielleicht weitere Besprechungen haben. Der Korrespondent glaubt sagen zu können, daß der italienische Standpunkt dem britischen sehr nahe kommen dürfe, mit anderen Worten, daß die Italiener von Deutschland nicht mehr und nicht weniger verlangen werden, als es zur Bezahlung seiner Schulden an Großbritannien und Amerika brauche.
2m Zusammenhang mit den in London geplanten Besprechungen zwischen dem englischen Schahkanzler Churchill und dem italienischen Großindustriellen Pirelli über die Zusammensetzung des Sachverständigen-Ausschusses schreiben die „Times", daß die deutschen Vorschläge im allgemeinen eine günstige Aufnahme gefunden hätten.
Heber die Vorgeschichte der Londoner Besprechungen weiß der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" zu berichten, daß Churchill während seines letzten Aufenthaltes in Paris zwei Briefe an Mussolini sandte, in denen er seinem Bedauern Ausdruck gab, nicht nach Rom kommen zu können. Er habe jedoch der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß Italien in vollem Maße mit den übrigen alliierten Mächten an den Verhandlungen teilnehmen werde. Mussolini habe auf diese beiden Briefe mit der Ernennung P reiliS zum italienischen Hauptdelegierten für Len Ausschuß geantwortet. Der italienische Standpuntt, so berichtet der Korrespondent weiter, decke sich im wesentlichen mit dem britischen Standpunkt. Wenn auch im Augenblick Italiens Reparationse ngänge ziemlich genau den Schuldenverpflichtungen entsprächen, so würden seine Verpflichtungen in späteren Jahren Loch wesentlich höher als sein lOprozentiger Repcrations- anteil sein. Zn einer Aufstellung der gesummten alliierten Verpflichtungen an Amerika kommt der Korrespondent des „Daily Telegraph" zu dem Ergebnis, daß die Schulden, die sich im Jahre 1930 auf 43 Millionen Pfund Sterling belaufen,
im Jahre 1984 ihren Höhepunkt von 83 Millionen erreicht habe« werde«,