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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

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Marburger raaesamiger

Lan-eszeitung

Mr. 25$ 6$.Mre.

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Der Anzeigenpreis beträgt sä« den 10 gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM„ kleine Baranzeige« 0.06 CJK, amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz» borschrist 50"/, Aufschlag. — Sammelanzeigen 100 “Io Auf­schlag. Reklamen der Mlllim.^ 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Darrabatt. Ziel 5 Tage. Belege werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark = »/«.»Dollar.z

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Rich nsrlMdl« Btlagemng vtkwundt! — Mein abend gelierten er tot drei Weitenmle und einen Misten getötet

Köln, 25. Oft. (WTB.) Der Raub­mörder Johann Heidger wurde heute vormittag am Riederländer Afer in dem­selben Häuserblock, in dem er am Montag spurlos verschwunden war, und zwar in dem Hause, das von dem Generaldirektor der Colonia-VersicherungSgesellschaft Dr. Oertel bewohnt wird, entdeckt. Die mit Karabinern, Handgranaten usw. ausge­rüstete Polizei nahm eine förmliche Belagerung des Hauses vor und nach einem längeren Feuergefecht wurde Heidger durch mehrere Pistolenschüsse und Handgranatensplitter schwer verletzt. Er wurde in des St.-Bincenz?Krankcnhaus eingeliescrt, wo er heute abend gegen 8 Ahr an Herzschwäche gestorben ist.

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Köln, 25. Oft. (WTB.) Der Rau­mörder Johann Heidger wurde, wie gemeldet, am Niederländer Äser in dem- 1 elben Häuserblock, in dem er am Montag / purlos verschwunden war, und zwar in n dem Hause des Generaldirektors der Kolonia-BersicherungSgesellschast, Dr. Oer­tel, entdeckt. Heidger hatte sich zunächst vermutlich an der Fassade des Hauses zu Len oberen Räumen begeben. Er bedrohte die Dienstmädchen und forderte sie aus, ruhig zu bleiben. Diese benachrichtigten aber Generaldirektcr Dr. Oertel, der zu­nächst seine Kinder einschloß. Als er auf nachdrücklichen Wunsch seiner Gattin die Kinder zu sich herüberholen wollte, , stand hinter der Tür im Eßzimmer

bereits der Mörder.

Er hielt ihm die Pistole auf die Brust mit einer Bewegung, sich ruhig zu verhalten. Generaldirektor flüchtete in sein Badezim­mer. Diese Begegnung hatte der Cauf- feur beobachtet, der sofort auf die Dirahe lief und Alarmschüsse abgab. Hierdurch wurden die Streifen der Polizei aufmer- sam, und das Aeberfallkommando konnte benachrichtigt werden.

Schon nach wenigen Minuten war Heidger eingckreist.

Hetzt begann das schwierige Werk, fest- zustellen, in welchem Raum er sich ver­borgen hielt. Die Kriminalpolizei und Schupoleute drangen in das Haus ein und durchforschten jeden Raum, bis man endlich in das südöstliche Eckzimmer der obersten Etage kam, wo sich Heidger verborgen hatte. Als er merkte, daß die Verfolger

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Heinrich Heidger, der jüngere der beiden Mordbrüder, der auf der abenteuerlichen Verfolgung er­schossen wurde.

ihm auf den Fersen waren, rückte er sämt­liche Möbel gegen die Tür. Die Polizei­mannschaften versuchten, die Tür einzu­drücken, was aber nur teilweise gelang, da es eine sehr schwere Tür war. Bei dieser Gelegenheit bekam ein Oberwacht- meister einen schweren Kopfschuß. Man nahm nunmehr Handgranaten zu Hilfe. Heidger saß unmittelbar neben der Tür zusammengekauert und hielt in jeder Hand einen schußfcrtigen Revolver, bis ihn schließlich ein Schuß um die Ecke unver­mutet zur Strecke bracht. Er hatte einen Brustschuß und einen Bauchschuß sowie

schwere Verletzungen im Gesicht davon­getragen.

Die Belagerung

Hu dem Kampf mit dem Raubmörder Heidger meldet der , . {

Polizeiberfcht:

Die Kölner Polizei hat in ihrem Ver­dacht festgehalten, daß Heidger aus den Häusern zwischen Riehlerwall, Kaiser- Friedrich-Afer und Oppenheimsttaße nicht entkommen war und hatte durch dau­ernde Streifen dieses Häuserdreieck

In der Luftschisfhaste von Lakehurst. l fläche ist deutlich erkennbar. Links ein Die riesige Verletzung der Stabilisierungs- ' kleines amerikanisches Marineluftschiff.

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Die rrstsn AmeriSa-Bilder vom „Graf Zeppelins

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kontrolliert. Am 25. Oktober hörte eine dieser Streifen in der Oppenheimstrahe S ch ü s f e vom Rheinufer her. Sie lief zum Kaiser-Friedrich-Afer. Dort rief sie der Hausmeister des Grundstücks Kaiscr- Friedrich-Afer 5 nach seinem Hause.

Heidger sei dort.

Die Beamten sperrten das Haus ab. Ein Aeberfallkommando war sofort zur Stelle und gleich darauf trafen der Polizeipräsi­dent und der RegierungSvizepräsidcnt so­wie Kriminalbeamte und Beamte der 3. und 4. Bereitschaft ein. Etwa 100 Be­amte sperrten das Haus ab und begannen die Durchsuchung, nachdem alle Zivilpersonen das Haus verlassen hatten. Man begann im Erdgeschoß und kam all­mählich zum dritten Stock. In dem Zim­mer zur Linken steckte Papier im Schlüssel­loch. Diese Tür wurde eingetreten, ging aber nur etwa eine Handbreit auf. Sie war von innen durch Möbel ver­sperrt. Durch die Oefftrung sah man in einen Wandspiegel und in diesem spiegelte sich ein Bett und am Fußende des Bettes dahinter Heidger, der dort kniete uno eine Pistole auf den Bettrand aufgelegt hatte. Die Beamten riefen ihm zu: „oie sind im Spiegel zu sehen, kommen Sie heraus. Hände hoch! Es wird nicht geschossen." Darauf schoß Heidger den ersten Schutz, der durch die Türöffnung in die Wand ging. Nun schossen die Beamten durch die Türöffnung nach Heidger. Der Oberwacht­meister Maiboom hatte sich in den Gang gelegt, parallel zur Wand und zur

Tur und schob sich nach der Türöffnung hin. In der Linken hielt er einen Kugel­panzer vor den Kopf. Als er an dem Kugelpanzer rechts vorbeisah, schoß Heid­ger zum zweiten Male und traf den Beamten in die Stirn über dem rechten Auge. Vom Dang her forderten die Beamten Heidger nochmals auf, sich zu ergeben und drohten mit Handgranaten. Aber Heidger feuerte Schuß auf Schuß durch hie Tür auf die Beamten.

Jetzt wurden Handgranaten geworfen.

Die erste sprengte die Tür, die zweite wurde in die rechte Zimmerhälfte, die dritte in die linke geworfen. Nach der dritten Handgranate rief Heidger, der in dichtem Qualm nicht zu sehen war, er wolle sich ergeben. Die 'Beamten riesen ihm zu: „Hände Hochstrecken, sonst kommt die vierte Handgranate"! Heidger stteckte die linke Hand an der Tür heraus. Die Beamten riefen: „Auch die rechte!" Dies tat er nicht.

Darauf sprang ein Schupobeamter vom Gang in die Tür und schotz feine!

Pistole mehrmals auf ihn ab.

Heidger brach zusammen, die Pistole in der rechten Hand. Er wurde auf eine Bahre gelegt und nach dem Vincent- Hospital gebracht. Man fand zwei Pi­stolen bei ihm. Heidger hatte in der linken Brustseite einen Schuß mit Ausschuß und einen zweiten in der Magengegend. Er hatte ferner eine Menge nicht gefährlicher (Fortsetzung sieh« Seite 2A' -

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Berlin, 25. ykt. Dr. Stresemann, der ursprünglich die Absicht hatte, am 1. Novbr. seine Tätigkeit aufzunehmen, wird seine Amtsgeschäfte voraussichtlich am 5. No­vember wieder übernehmen. Sein Be­finden hak sich weiter wesentlich gebessert, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, daß ihm die Kur auch in Wiesbaden sehr gut be­kommen ist. Etwa zu gleicher Zeit wie der Außenminister wird auch Staatssekretär v. Schubert, der sich auf seiner Besitzung im Saargebiet aushält, nach Berlin zurück­kehren.

Der Reichsautzenminister Dr. Skresei mann hat laut „Berliner Tageblatt" als Vor­sitzender der Deutschen Dolkspartei den Par­teivorstand auf den 2. November nach Karls­ruhe einberufrn. Die Tagung des Zentral­vorstandes ist auf den 24. November verlegt worden.

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Mvamtiomn und KriessMIte»

Um die Zusammensetzung und den Tagungsort des Sachoerständigen-Ausschusies, Der der Regierung nahestehende „Ercel- fior" glaubt bestätigen zu können, daß der Sachverständigen-Ausschuk, der über die end­gültige Regelung der Revarationsfrage be­raten soll, in Parts, dem Sitz der Reva- rationskommission, zusammentreten wird. Da­neben sollen in Berlin technische Un­terausschüsse geschaffen werden, die we­gen der nötigen Unterlagen in ständiger Ver­bindung stehen werden. Das Blatt will wei­ter erfahren haben, daß die Gerüchte, die Präsidenten der Notenbanken Deutschland, Belgiens, Frankreichs, Englands und Italiens würden dem Sachverständigen­ausschuß angehören, zum mindesten ver­früht, wenn nicht unrichtig seien. Mt- nistervrästdent Poincar^ habe über die Frage noch keine Entscheidung getroffen. Wahrschein­lich würde die Zusammensetzung und die Be­fugnisse des Ausschusses am kommenden Dienstag im Anschluß an den Ministerrat festgesetzt werden, in dem Poincar6 seinen Mi­nisterkollegen die Ergebnisse seiner letzten Un­terredung mit Churchill und Parker Gilbert zur Kenntnis bringen werde.

Deutschlands Standpunkt in den Finanz- besprechungen. — Ein Urteil des „Petit"

Parisien".

Wie der Berliner Sonderberichterstatter bei „Petit Parisien" seinem Blatte über die in Berlin geführten vorbereitenden Bespre­chungen berichtet, ist man in der Reichshauvt- stadt der Ansicht, daß im Versailler Vertrag keine Anspielung auf die französischen und englischen Kriegsschulden an Amerika enthal­ten sei. Wenn man sich aus den von Berlin in letzter Zeit veröffentlichten Ansichten ein Urteil bildet, müsse man berücksichtigen, daß Deutschland nicht allein die belgische Forde­rung der Aufwertung der während der Be­satzungszeit ausgegebenen Marktbeträge zu­rückweisen werde, da diese Aufwertung eine über den Dawesplan hinausgehende Leistung darstelle, sondern das Deutschland auch ver­suchen werde, In den festzusetzenden Gesamt­betrag die 8 Milliarden Entschädigung einzu­beziehen, die es seinen eigenen Staatsange­hörigen für die Liquidierung der von den Alliierten im Laufe der Feindseligkeiten be­schlagnahmten Güter bezahlte Man müsse noch einige Tage warten, um genau zu wissen, wie weit die amtlichen deutschen Kreise diese Auffassung teilen würden.

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fk. London, 26. Oft. In einer Stete in Blackpool führte Lord Cushendun aus: Es ist uns vorgeworfen worden, daß wir uns in dem Kompromiß mit Frank­reich damit einverstanden erklärt haben, daß Frankreich kleine Unterseeboote in unbegrenzter Zahl baut und daß feine ganzen militärischen Reserven für die Rüstungseinschränkungen außer Be­tracht b'eiben. Was die Unterseeboote be­trifft, so haben wir Frankreich nichts der­artiges gestattet, aus dem einfachen Grunde, weil es dieses Recht schon jetzt besitzt und wir nicht die Macht haben, seine ?(ir Übung zu verhindern. Die Regierung rat