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Anzeiger für (das frühere knrheMche) Oberheffe«

Anzeigern der amtlichsrr Bekanntwachrrngen für Stadt und Kreis Marburg.

Ak. 251 6I.Mkg. Aarburg a.Lahu

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-en 24. Oktober 1928

®te ^vberhessische Zeitung" er­scheint sechsmal wöchentlich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. au* schließ!. ZustellungSgebühr, durch dtePost2.25 GM.Für etwa tnfolge Streiks. Maschinendefekte oder elementarer Ereignisse ausfallend« Nummern wird kein Ersaß ge­leistet. Verlag v. Dr. §. Hitzeroth. Druck der Unib.-Buchdruckerei Ix Zoh. Ang. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Rr. 54. tu Nr. 55» Postscheckkonto: Amt Frankfurt tu M. Nr. 5015. Sprechzeit der Redaktion pon 1011 und 1,11 Uhr.

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EnWlirKmm M RelchMWM rm MWetm SWm W ob unb beantragt Vertagung bet Atzung

Berlin, 23. Okt. Zn der heutigen Sitzung des Ausschusses für Verfassungs­und Derwaltungsrefonn gab Reichskanzler Müller eine Entschließung der Reichs­regierung bekannt, welche in der vorher­gegangenen Kabinettssitzung einstimmig be­schlossen worden war. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut:

Oluf Gründ der gestrigen Verhand­lungen des Ausschusses erklärt die Reichs­regierung:

1. Die Reichsreform muh getragen sein von der Erkenntnis der Notwendig­keit einer starken Reichsgewalt, der Bedeutung der vielgestaltigen Eigenar­ten des deutschen Volkslebens und des Erfordernisses sparsam st er Finanzgebarung der öffentlichen Haushalte.

2. Eine territoriale Neugliede­rung ist erforderlich und darf sich nicht beschränken auf solche Gebiete, die infolge Gemengelage einzelner Gebietstelle eine besonders erschwerte und kostspielige Ver­waltung haben.

3. Es ist erforderlich als GliederdeS Reiches leistungsfähige Länder bestehen zu lafsen. Hierfür ist zu prüfen, wie die Verwaltung der Länder zu gestal­ten ist (Wahl der Landtage, Amtszeit der Landesregierungen, Landesspitze).

Ferner soll geklärt werden, wie die Or­ganisation des Anterbaues in den Ländern nach einheitlichen Reichsgrundsätzen (Reichsrahmenge­setzen) eingerichtet werden kann.

4. Die Beseitigung des Dualismus zwischen Reich und Preußen erscheint im Rahmen der Endlösung erforderlich Deshalb ist zu klären, wie in diesem Falle das Verhältnis des Reichs zu den übrigen Ländern und die Zusammensetzung des Reichsrats gestaltet werden soll.

5. Die Verwaltungsbezirke des Reiches und die Ländergrenzen sind nach Möglichkell einander anzu­pass e n.

6. Die Einrichtung der Auftrags­verwaltung ist in dem Sinne auszu­arbeiten, daß die Reichsregierung die Län­derregierung mit der Ausführung von An­gelegenheiten der Reichsverwaltung be­auftragen kann, so daß die Derwallung alsdann nach näherer Anweisung der Reichsregierung geführt wird und so für die Ausführung die Verantwortung nicht gegenüber dem Landtag, sondern gegenüber dem Reichstag besteht.

7. CS ist zu prüfen, inwieweit den Län­dern zur Erledigung im Wege der Eigen­verwaltung Aufgaben übertragen wer­den können, die nicht als Lebensfragen der Nation vom Reiche oder im Auftrage des Reiches zu erledigen sind. Auf vielen Ge­bieten wird sich das Reich mit einer Ober­schicht von Gesetzen und Anordnungen be­gnügen und die nähere Durchführung den Ländern unter selbständiger Verantwor­tung überlassen können.

8. Die Reichsregierung empfiehlt dem Ausschuß, zur Bearbeitung dieser Fragen zwei Anterausfchüsse einzusetzen, von denen der erste Vorschläge für die neue Abgrenzung der Länder und Reichsverwaltungsbezirke und ferner weiter Vorschläge für die Zuständigkeit der Länder und deren Organisallonen zu machen hat. Dabei bleibt eine gemein­same Tagung der beiden Ausschüsse Vorbehalten."

Auf Antrag Bayerns wurde darauf­hin die Konferenz des Ausschusses für Verfafsungs- und Verwaltungsreform bis morgen Vormittag vertagt, tn«S

Bayern in der Entschließung der Reichsre­gierung

keine geeignete Derhandlungsgrundlage sieht. Heute nachmittag werden zwischen den Vertretern dereinzelnenLänderre- gierungen Verhandlungen statt- sinden, die zweifellos zur weiteren Klärung der Lage beitragen dürsten. Die Ent­schließung hat in Kreisen der bayerischen Delegation einige Aeberraschung her­vorgerufen, zumal sie einstimmig gefaßt ist, also

auch die Zustimmung des Reichspost­ministers Schätzet

gefunden hat, der der Bayerischen Dolls­partei angehört. Gestern abend hat die letzte bayerische Delegationsbespiechung

R. London, 24. Okt. Zn Hamru« aus der Znsel Malta stürzte am Donners­tag eine im Van befindliche Brauerei zu­sammen, wobei mindestens 4 Personen getötet und 29 verletzt wurden. Der Ein­sturz erfolgte 6ei dem Versuch, einen gro­ßen außerordentlich schweren Kessel unter­zubringen. Bei dem Einsturz des Daches wurde das oberste Stockwerk mitgerissen und die Schuttmassen schlugen den dritten Bode» durch, bevor die dort beschäftigten Arbeiter Zeit fanden, sich in Sicherheit zu bringen.

Es steht noch nicht fest, wie mele Ar­beiter sich noch unter den Trümmern befinden.

Die Erregung der Bevölkerung ist so groß, daß die gesamte verfügbare Polizei aufge­boten werden mußte.

Ein fingiertet toubübttfoO

Berlin, 23. Okt. Bei der Ankunft des Berlin-Hamburger D-Zuges in Wittenberge fand man in einem Abteil 3. Klasse eine Rei­fende, die leblos auf der Bank in sich rusam- mensesunken dasaß. Der Vahnarzt stellte eine Betäubung fest. Es gelang, die Bewußtlose bald wieder ins Leben zurückzurufen. Die Frau wurde als eine 29 jährig« Studentin Johanna Roscher aus Beilin festgestellt. Nach

Schiele übet bte Sendung des Bauerntums

Magdeburg, 23. Okt. Auf einer hier abgehaltenen Versammlung des Landbundes der Provinz Sachsen nahm der Präsident des Reichslandbundes, Reichsernährungsminister a. D. Schiele, in einer Rede zu der Notlage der Landwirtschaft Stellung. Das Staats- und Wirtschaftsleben mutz in der Statistik seines Aufbaues in Ordnung sein. Wenn es in Un­ordnung geraten ist, wenn die Fundamente des gesamten Staats- und Wirtschaftsgebäudes ins Schwanken gekommen find, so ist fremde Hilfe schlechter Trost und auf die Dauer ge­sehen trügerisch. Je mehr der Weg unserer Autzenpoltik mit Enttäuschungen und Mißer­folgen gepflastert ist, um so stärker sollten wir die Volkskräfte konzentrieren auf die Konsolidierung im Lande.

Die wahre Befreiungspolitik beginnt mit der Binnen-olitik, beginnt mit eurer ge- f-jbrit Bauernpolitik.

stattgefunden. An ihr hat auch ReichS- pofttnintster Schätzei teilgenommen; er ist aber zu dieser Zeit über die Entschließung noch nicht unterrichtet gewesen. Das ist an sich natürlich; denn die Entschließung ist erst in der Kabinettssitzung gefaßt wor­den, die heute vormittag um 9 Ahr be­gann. Wie von bayerischer Seite betont wird, ist eine Fühlungnahme zwischen dem Reichspostminister und dem bayerischen Ministerpräsidenten nicht mehr möglich ge­wesen. Auf bayerischer Seite wer­den besonders die Teile der Ent­schließungalsungeeignetange­sehen, die eine stärkere Betonung der Reichsbefugnisse gegenüber den Aufgaben der Länderregierungen anstreben.

ihren Angaben war sie von einem Mitretsen- den auf ungeklärte Weise betäubt und ihres gesamten Gepäckes und ihrer Barschaft be­raubt worden. Bei den alsbald aufgenom­menen Ermittlungen stellte sich heraus, daß der ganzeUeberfall" nur vorgetäuscht wurde, um die Reichsbahn um die Entschädigungs­summe zu betrügen.

Johanna Roscher ist in keiner Berliner Hoch­schule immatrikuliert. Wie sie sagt, wollte sie in Hamburg Verwandte aufsuchen, um Stu­dien über ihren Familiennamen zu betreiben. Ein Bahnbeamter, der in Wittenberge die Fahrkarten kontrollierte, fand die Roscher be­sinnungslos in einem Abteil zweiter Klasse auf. Nach einiger Zeit erholte sich die Roscher die anscheinend durch Aetber betäubt worden war und erklärte nun, daß sie im Zuge plötz­lich ohnmächtig geworden sei. Ein Poster und ein wertvoller Pelzmantel, die sie angeblich bei sich geführt hatte, wären verschwunden. Die Bahnbeamten benachrichtigten darauf die Kriminalpolizei. Da die Roscher nun ener­gisch bestritt, daß ihr ein Betäubungsmittel eingeflößt worden sei, obwohl sie ostenbar ir­gend ein narkotisches Mittel zu sich genommen bat, schöpfte man Verdacht. Ermittlungen er­gaben, daß sich

her angeblich geraubte Pelzmantel in der

Berliner Wohnung derllebersallenen" befindet. Die Roscher bequemte sich dann auch zu dem Geständnis, daß sie möglicherweise den vermißten Koffer in Berlin auf dem Bahn­steig stehen gelaßen hab«. Rückfragen bei der Kriminalpolizei ergaben, daß die Roscher schon einmal wegen Betrügereien mit dem Gesetz in Konflikt geraten sei.

Unter dem Landvolk will und kann bei den I gegebenen Verhältnissen keine rechte Be­geisterung für diesen Staat, der den Land­mann nicht versteht, aufkommen. Die höchste Aufgabe staatsmännischer Kunst ist es, die vielgestaltigen politischen Kräfte, Bauerntum, vaterländische Bewegung und die großen po­litischen Parteien, die sich zum gesunden Geiste konservativer Staatsaustassung be­kennen, zum opferbereiten Einsatz für den Staat zusammenfasten. Das Ziel der Po­litik muß die Sammlung aller bodenständiger Kräfte, ihr Kern und Mittelpunkt mutz echte Bauern­politik sein.

Ueberfall auf einen italienischen Gesandt- schastssekretär.

fk. Luxemburg, 24. Okt. In Esch wurde ein italienischer Gesandtschaftssekretär von italienischen Kommunisten überfallen und mit Reoolverschüssen bis zum Bahnhof »er­folgt. Die Täter entkamen über die Grenze.

BraumieWm in Malta

Stöbet 4 Sete, ?abWe Verletzte

Parker Silber! nach Berlin obgereift

fk. Brüssel, 24. Oft. Der General, agent für Reparationszahlungen Parker Eilbert ist gestern abend von hier nach Berkin abgereift.

Zu den Besprechungen Parker Gilberts in Brüssel.

Im Laufe der Brüsseler Besprechungen Parker Gilberts sind, wie der Brüsseler Korrespondent desDaily Telegraph" hört, keine Zahlen genannt worden. Ebenfso wenig sei der Tagungsort der ge­planten Sachverständigenkonferenz erörtert worden. Die belgische Regierung habe dem Generalagent versichert, datz sie keine Verein­barungen annehmen könne, die die gegen­wärtigen Forderungen der belgischen Regie­rung auf Grund des Dawesplanes und des belgischen Abkommens mit den Vereinigten Staaten beeinkächtigen würden. Lediglich innerhalb dieser Grenzen sei die belgische Re­gierung bereit, an den in Aussicht genom­menen Verhandlungen teilzunehmen nicht weniger als »/, der Reparationseinkünfte erhalte.

Andere Berichte sprechen davon, daß die belgische Regierung bereit sei, den ursprüng­lich mit 6 Milliarden Mark angesetzten Betrag der von den deutschen Besatzungsbehörden während des Krieges ausgegebenen deutschen Markbetrage auf 4 Milliarden Mark herab­zusetzen, da die Möglichkeit bestehe, daß et­wa 2 Milliarden Mark unrechtmäßig in Um- lauf gebracht worden seien.

WtnoMcmmen unbiMbtftbrr

fk. Washington, 24. Okt. Zu den Ver­öffentlichungen über das Flottenkompromitz wurde im Weißen gfaufe erklärt, datz das M>- kommen die Frage der allgemeinen Abrüstung nicht gefördert habe. Es handelt sich lediglich um eine gewissen Aenderung gegenüber der früheren Haltung Englands und Frankreichs, mit der die Vereinigten Staaten sich nicht ein­verstanden erklären könnten.

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Die Englisch-französischen Flottenverhand- lungen sind, wie der in enger Verbindung mit der Regierung stehende diplomatische Korre­spondent derMorningvost" berichtet, noch nicht beendet. Don beiden Regierungen wer­den gegenwärtig die Antworten Amerikas, Italiens und Japans von den Gesichtspunkten aus geprüft, ob die in ihnen enthaltenen An­regungen nutzbringend in weiteren Verhand­lungen verwandt werden können. Direkte Be­sprechungen werden zu einem späteren Zeit­punkt wieder ausgenommen werden. Was die englische Zusage an Frankreich anlangt, die Opposition gegen eine Einbeziehung der aus­gebildeten Reserven in die Landstteitkräfte aufzugeben, so bestätigt der Korrespondent, daß die englische Regierung sich hierin ge­bunden erachte, die der Ansicht sei. daß diese Zusage für eine spätere Regierung keine Verpflichtung darstelle.

Berhastung zweier britischer Schifssosfizier« in Japan.

.Daily Mail" meldet aus Tokio, datz bei zweite und dritte Offizier des britischen DampfersMacedo n i a" in Schimonofeki von den japanischen Behörden verhaftet wor­den seien unter der Anschuldigung, innerhalb der Befestigungsanlagen photographische Auf­nahmen gemacht zu haben.

Ei» Bomben-Attentat in Lahor«.

ff. London, 24. Okt- Durch eine Boni, benervlosion in Lahore sind am Dienstag 5 Personen ßetötet und 32 verletzt wor­den. Die Erplosion ereignete sich bei der Rück­kehr einer großen Menge Hindus von einer Festlichkeit. Die Polizei hat bisher keine Ver­haftungen vorgenommen.

Ein französisches Militärflngzeng ins Meer gestürzt.

ff. Paris, 24. Okt. Nach einer Meldung aus Hneres bei Toulon ist ein Militärflugzeug aus einer Höbe von 500 Metern in der Nähe der Küste abgestürzt und untergegangen.