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Sonnabend, den 2«. Moder 1928

Teilnahme eines amerikanischen Vertreters nehme Frank-

Tec Anz«fg«nprrtt beträgt für den 10 gespalt. Zeilenmillmreter 0.08 GM., kleine Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und aus-, tvärtige Anzeigen 0.10 GM. Bet schwierigem Satz sowie bei Platz' Vorschrift 50»/, Aufschlag. ; Sammelanzeigei, 100 */, Auf­schlag. Reklame» de, Milli«. 0,40 SM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Beleg« werden berechnet.ebenso Auskunft durch di« Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

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jung der Kommission anlangt, so scheint es, daß die Ernennung von zwei Vertre­tern jedes Landes vorgeschlagen sei. In der Frage der Teilnahti amerikanischen Vertreters nehme

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Deutschlands zur Verfügung babe. Die Mitglieder der Kommission müßten noch ernannt werden.

Parker Gilbert stellt fest, daß die gest­rig Besprechung im Finanzministerium einen ersten, allerdings nur allgemeinen Meinungsaustausch über die Art der end­gültigen Regelung des Rsparationsprob- lems gestattet habe. Die Unterhaltung habe sich besonders auf dis Zusammen- sekung der Sachverständigen-Kommission erstreckt. Es sei nicht verwegen, zu be­haupten. daß sich die Auffassungen ge­nähert hätten und die Hoffnung auf ein nicht zu fernes endgültiges Abkommen be­rechtigt sei. Die Besprechungen würden in den nächsten Tagen unter den Vertretern der alliierten Regierung fortgesetzt.

Wie auch dieC h i ca g o Tribüne" wissen will, beziehen sich

Die nächste NeparaSßsnMnferenz in Brelin

Ser ZeilmnN ilt noch Mt festgesetzt - EtzurStll an» K. Morgan in WriS

..Petit Journal" erstreckt sich diese Einigung sowohl auf die Erundichuld, wie auf die Mindestforderung Frankreichs und Englands. Beide Regierungen haben sich nunmehr bemüht, ihren Stankpunkt von Italien, Belgien und Japan, sowie auch von Deutschland selbst, annehmen zu lassen. Der Zeitpunkt für die in Aussicht ge­nommene Sachverständigen-Konferenz ist nach dem Blatte noch nicht f est g es e tz t. Man rechnet aber damit, daß die Kommis­sion anfangs Dezember ihre Arbeit auf­nehmen kann. Zweifellos werde man sich bemühen, die Entsendung eines offiziellen amerikanischen Beobachters zu den Ver­handlungen zu erreichen. Die Kommission werde wahrscheinlich

in Berkin

tagen, da sie dann alle Auskunftsmöglich­keiten über die Zahlungsmöglichkeiten

geordnete der amerikanischen Regierung »er Konferenz beiwohnen würden.

Ter als halbamtlich bekannteExcel- s i o r" stellt erneut fest, daß Frankreich bereit sei. eine Herabsetzung der Gesamt- schuld zu gewähren, jedoch nur so weit, als dies die Deckung der französischen Zahlun­gen an England und Amerika vertrage und der französische Haushalt über ein Aktiv-Saldo für den Zinsendienst seiner Anleihen für die Aufbaugebiete verfüge.

Ohne amtlich« oder halbamtlich« Mit­arbeit Amerikas fei aber jede Hoff­nung auf eine allgemeine und endgül­tig« Regelung vergebens.

DerM a t i n" weist darauf hin, daß Frankreich angesichts der großen Ver- Fvrtsetzung siehe Seit« 2.

reich eine uninteressierte Haltung ein, während

Deutschland unbedingt daraus dringt, daß Amerika ebenso wie seiner Zeit in der Daweskommission ver­treten sei.

Die Kommiffion werde voraussichtlich aus Vertretern von 6 Regierungen ein­schließlich Deutschlands bestehen. Ihre Aufgaben werden äußerst delikat sein. Es könne daher selbst bei einem befrie­digenden Verlauf der Verhandlungen nicht erwartet werden, daß, die Kommission in der Lage sein werde, das ganze Problem auf Anteile z u lösen. Als einen Trumpf der deutschen Delegation bezeichnet dieTime s" die Möglichkeit der deutschen Regierung, in jedem gegebenen Augenblick zu betonen, daß sie die gegenwärtige Regelung der vorgeschlagenen Neuordnung vorziehe und sich von den Verhandlungen zurück- ziehe.

Die Agentur Havas erklärt, daß entgegen Nachrichten aus ausländischer Quelle man in autorisierten Kreisen es als unrichtig bezeichnet, daß Winston Chur­chill, Parker Gilbert und Poincare in ihrer gestrigen Besprechung den Zeitpunkt des Zusammentritts der Sachverständigen- Kommission auf Ende Dezember anberaumt hätte. Man weise darauf hin. daß ein derartiger Beschluß nur mit Zustimmung der verschiedenen interessierten Negie­rungen und insbesondere derjenigen Deutschlands gettoffen werden könnte, die noch nicht hätten befragt werden können. Endlich bezeichnet man eS aber auch als wenig wahrscheinlich, daß die Re­gierung der Bereinigten Staaten angesichts der von ihr in dieser Frage ein­genommenen Haltung sich an der geplan­ten Konferenz beteiligen werde.

In den Kommentaren, die die Pariser Morgenblätter den Unterhaltungen Par­ker Gilberts mit Churchill und P o i n c a r 6 widmen, wird allgemein festgestellt, daß der Meinungsaustausch zwischen den am Reparationsproblem am meisten interessierten beiden Eläubiger- ländern zu einer sehr befriedig en- den Annäherung der beiderseitigen Auffassungen geführt habe. Nach dem

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Anz-iger der amtliche« Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg

dke Vorschlag« Parker Gilberts auf eine Verminderung der gesamten Re­parationsschuld. ein« freiwillige Ver­pflichtung Deutsch ands, die vermin­derte Summe zu bezahle« und gegen

die Aufhebung des Transserkomitees.

Die Reparationen würden so in eine Reihe mit gewöhnlichen Handeisbeziehun- gen gestellt. . Es sei anzunehmen, daß Deutschland diese Regelung nicht erschwere, da sonst seine Handelskredite geschädigt würden. Die Tatsache, daß Churchill Parker Gilbert nach Paris begleitet habe, laste vermuten, das E n gl a n d diese neuen Pläne billigt. Es sei möglich, daß die Vereinigten Staaten aufgefordert würden, zwei Mitglieder als Sachverstän­dige zu benennen, die jedoch nicht als Ab-

Nach einer Reutermeldung nahm an dem Frühstück, das der britische Botschafter in Paris am Freitag dem Schatzkanzler Churchill und dem Re­parationsagenten Parker Gilbert gab, auch der amerikanische Bankier P. Mor­gan teil.

lieber den Inhalt der Pariser Be­sprechungen des Schatzkanzlers Churchill hört der Pariser Berichterstatter des Reuterbüros von gut unterrichteter Seite, daß in zwei Punkten die Ansicht der Alliierten als einstimmig angesehen werden kann:

1 .daß die Initiative für die Ein­berufung einer Konferenz bei der deutschen Regierung liegen solle'

2 .daß der geeignete Platz für die Arbeiten dieser Konferenz Ber­lin sei.

Der Widerstand der deutschen Regie­rung gegen die Tagung in Berlin sei schließlich überwunden worden, nachdem sowohl Paris als London sich für Berlin ausgesprochen hätten. Was die Verhand­lungen über die personelle Zusammenset-

Washington, 19. Oft. Dr. Eckener ist heute bei strahlendem Sonnenschein hier eingetroffen und wurde von einer großen Polizeieskorte auf Motorrä- rädern zum Hotel geleitet. Hier empfing er Pressevertreter, denen er mitteilte, daß er hoffe, die an demGraf Zeppelin" notwendigen Reparaturen bis Dienstag zu beenden und Mittwoch in aller Frühe zu feinem bereits gemeldeten Rundflug über West- und Mittelamerika aufzusteigen. Hierbei wird er wahrscheinlich mit Henrh und einigen anderen Gästen an Bord Chi­cago überfliegen. In der Nacht zum Don­nerstag wird das Luftschiff in der Halle von East St. Louis bleiben und Don­nerstag abend wieder in Lakehurst sein. Nach Beendigung der letzten Vorberei- hingen beabsichtigt Dr. Eckener am Sonnabend die rRücksahrt^nach »Europa) anzutreten. Morgen fährt Dr. Eckener nach Akron (Ohio) zu Besprechungen mit den Goodyearwerken und Montag mit seinem Sohn Knut und dem Navi­gationsoffizier von Schiller nach Chicago.

Dr. Eckener bat den Vertreter des Wolssbureaus, feinen Landsleuten in Deutschland mitzuteilen, daß er für die unendlich zahlreichen Telegramme, Briefe und Geschenke, die ihm aus Anlaß des Fluges nach Amerika zugegangen seien, herzlichst danke. Leider habe er auf dieser Fahrt außer zahlenden Passagieren nur das unbedingt notwendige Gepäck und daher auch keinen Privatsekretär mitneh­men können, und so habe er keinen der

Denizelos hat sich seines Rufes als einer der tüchtigsten und fähigsten Diplomaten wie­der einmal für würdig gezeigt. 3n Rom wurde er wie ein Sieger gefeiert, ganz Griechenland jubelt ihm zu, und in Belgrad wurde ihm ein Empfang zuteil, wie er ehren­der nicht gedacht werden kann. Vielleicht liegt gerade in der Aufnahme, die ihm die jugoslawische Hauptstadt bereitete, der Aus­druck seines höchsten Triumpfes; Jugoslawien unterzeichnet freiwillig und nach außen hin gesehen ohne Bitternis einen Bertrag, der ihm die Verwirklichung eines großen Teils von Forderungen versagt, die seit Bestehen des südslawischen Staates von jeder Regierung in Belgrad als die vitalsten für die Wirtschaft . des Landes gestellt wurden. Das Vertrags- Werk selbst ist einfach gehalten. Die beiden Länder schließen einen sogenannten Freund- schastsvertrag, die Streitfrage um die Fret- hafenzone in Saloniki wird endgültig geregelt, ebenso wie das Schicksal der wich igen Eisen­bahn von Gewgheli nach Saloniki. Die Ab­machungen stellen insgesamt einen vollkomme­nen Sieg der griechischen Wünsche dar. Die südslawische Freizone in Saloniki bleibt aller­dings bestehen, aber sie wird nicht erweitert, und die Südflawen erklären sich mit der Vor- machtstellung der griechischen Freizone ein­verstanden. Die Betriebsrechte der in den letzten Jahren so heiß umstrittenen Eisen­bahnlinie bleiben restlos Griechenland Vorbe­halten. Auch die Minoritätenfrage in dem von Slawen sehr stark besetzten Gebiet um Saloniki und Mvnastir werden in einem für Griechenland recht günstigen Sinne gelöst. In­sofern erhallen auch die Südslawen einige Zugeständnisse, als Griechenland sich in den Abmachungen bereit erklärt, die Zahl der südslawischen Transitzüge zu vermehren und der jugoslawischen Schiffahrt einige Möglich­keiten für den Export nach dem außergriechi- fchen Ausland zu belassen. Grundprinzip des ganzen Vertragswerks ist jedoch die von bei­den Partnern anerkannte Souveränität Griechenlands über Saloniki und über die Ge­biete, die auch von Slawen sehr stark be­wohnt werben.

Die Bedeutung dieses, man könnte sagen, Friedensvertrages liegt allerdings weniger in dem Sinn der getroffenen Abmachungen als mehr in der Vorgeschichte, die zu dieser Eini­gung führte. Die griechisch-südslawischen Gegensätze datieren fast von dem Augenblick ab, wo durch die Liquidation des Weltkrieges der südslawische Staat errichtet wurde. Das Diktat der Sieger berücksichtigte damals in einem nur sehr geringen Teil die Wünsche Griechenlands. Damals hatte Benzilos Monastir für Griechenland gefordert, stieß jedoch bei diesem Verlangen auf die energische Zurückweisung Belgrads und muhte schließ­lich nachgeben. Wan versuchte Griechenland mit einigen Kompensationen in Kleinasien zu vasöhnen. Aber Griechenland sollte sich diese Kompensationen erst durch Waffengewalt sichern. Der griechische Feldzug in Kleinasien mißlana Im Jahre 1922 mußte Athen ein­sehen, daß die Erbschaft des Krieges bereits verteilt und nicht mehr für die Enteressen Griechenlands zu holen war.

Zu diesen Schicksalsschlägen für die griechische Politik trat dann die immer mehr anwachsende Drohung Belgrads. 3n den Jahren von 1922 bis Ende 1924 war die machtpolitische Stel­lung Südslawiens ungeahnt gewachsen. Da­mals bestanden die heute so stark hervortreten­den italienisch-südslawischen Gegensätze noch nicht, der Adria-Pakt war geschlossen, das Bündnis der Kleinen Entente schützte das Land nach Norden. In dieser gesicherten Stellung vermochte die Belgrader Politik ihr Hauptgewicht und ihre größte Initiative auf ihre alt« Forderung nach einem freien Zugang zum Aegäischen Meer zu konzentrieren. Da schon während des Krieges Serbien als Be­lohnung für sein treues Aus harr en eine Frei­zone am Aegäischen Meer versprochen wurde, so war es damals für die jugoslawische Regie­rung nicht allzu schwer, auf die Verwirk­lichung des Versprechens hinzuarbeiten. Hier bei gingen die Politiker Belgrads sehr geschickt zu Werke. Zunächst gelang es ihnen, ge­wissermaßen im letzten Augenblick, den Griechen die Mehrheit der Aktien der Eisenbahn Gewgheti-Saloniki wezzu^chnappen. Das durch den Völkerbund sanktionierte Minderheiten- recht gab ihnen dann auch die Handhabe, den Slawen im Gebiete um Saloniki und Monastir eine gewiße Autonomie zu ermöglichen. Die Verhandlungen um all diese südslawischen Forderungen schleppten sich jahrelang hin. C'f"Tibar war Athen sichtlich - bt. die

Glückwünsche, nicht einmal den des Herrn Reichskanzlers erwidern können. Er bitte, dies auf diesem Wege tun zu dürfen. Le­diglich dem Reichsprä fidenten und Präsident Coolidge habe er tele­graphiert.

ff. Washington, 20. Oft. Der gestrige Tag des Besuches Dr. Eckeners in Washington verlies genau entsprechend dem vom Marineamt festgesetzten offi­ziellen Empfangsprogramm. Gelegentlich des Besuches 'Dr. Eckeners bei Hoover äußerte dieser, jede Verfürzung der Ver­bindungswege führe zu einer größeren An­näherung zwischen den Völkern und trage zu einem guten Verständnis der Eigen­schaften und Vorzüge des anderen Teiles bei. Dr. Eckeners kürzliche Bemerkung, daß Washington sich seiner vorzüglichen Windverhältnisse und seiner topographi­schen Lage wegen gut als Endflughafen einer Europa-Amerika-Linie eigne, hat hier starken Eindruck gemacht und bereits zu eingehenden Besprechungen und kom­munalen Fachleuten geführt. Auch das nahe gelegene Balt imore bewirbt sich sehr um die Erlangung eines Flughafens.

Der Empfang beim deutschen Geschäfts­träger Botschaftsrat Dr. Kiep und Gattin gestaltete sich zu einem großen gesellschaft­lichen Ereignis Washingtons. Die Zahl der Besucher wuchs von Minute zu Minute und alle suchten nach einer Gelegenheit, dem kühnen Luftschifführer die Hand drücken zu können. -

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