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Die ^Vberhessisch« Zeitung" erscheint sechsmal wdchentltch. V«- ^gSprei« monatlich 2 EM. ou*. Mießl. Zustellungsgebühr. durch dt«Post2.25 GM.Für etwa infolge KtreikS. Maschinendefekte »der elementarer Ereignisse ausfaklrnde Ammnern wird kein Ersa» geleistet. Verlag v. Dr. §. Kttzeroth. Druck der Unid.-Duchdruckerei d» Ach. Slug- Koch, Markt 21/23, Aernlvrecher: Skr. 54. n. Rr. 55. P»stscheckk»nto: Ami Frankfurt g, «gt. Nr. 5015. — Sprechzelt btt Redaktion von 10—11 und 1,1—1 Uhr.
Äbechessische
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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Auf Großer Fahrt über -em Ozean
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Me wir gestern durch Sonderausgabe «ttgeteiilt habeu. hat »Graf Zeppelin« ,« -*'42 Ulr nachmittags (deutscher Zeit) Madeira Überfl-Mn. Die Passagiere litten zu diösrr Zeit in ungewöhnlichem Mähe an der Luftkrankheit. Um 22 Uhr (Ortszeit) hat das Luftschiff die Insel Sao Miguel, die zur Azorengruppe gehört, passiert.
ft Newqork, 13. Okt. Die Windverhältnisse aus der Route des „(Steif Zeppelin« find am Sonnabend so günstig, daß das Luftschiff gute Fortschritte macht Zeitweise wfiri) eine Stnndengeschwindigkeit von 140 Kilometer erreicht, dah „Graf Zeppelin« die Einbuhe an Zeit zu Beginn der groben Fahrt zum größten Teil wieder aufholen dürfte. Zn Bermuda ist das Barometer gestiegen. Bei nordöstlichen Winde» von etwa 20 Stundeumetern ist die Wetterlage so gLnstig, wie es den Umstände» »ach erhofft werden konnte. Der Kimmel ist «ur wenig bewölkt.
ff. New York, 12. Okt. Nach der Meldung der „Assocated Preß" ist „Graf Zeppelin" auf den Strecken EibraOkar- Madeira von fünf Dampfern gesichtet worden. Die Funkstation der Radio-Marine-Korporation in Chatham (Meffachusetts) hat 6.10 Uhr abends amerikanischer Zeit einen Funkspruch des „Craf Zeppelin" aufgefangen, in dem es heißt:
„Das Wetter ist warm und sommerlich. Wir steuer» unmittelbar die Bermuda-Znseln und hoffen, falls das Wetter gut bleibt, am Sonntag vormittag Amerika zu erreichen. Wir fahren mit einer Geschwindigkeit von
85 Seemeilen.
Die Fahrt des „Graf Zeppelin«.
Dis zum Passieren von Madeira hat der „Graf Zeppelin" in noch nicht ganz Mündiger Fahrt eine Strecke zurückgelegt, die in gerader Luftlinie etwa 2800 Kilometer umfaßt. Man kann aber annehmen, daß der Weg des Luftschiffes bis Madeira mindestens 3000 Kilometer ausmacht; denn es wird sicher nicht immer in gerader Linie, sondern in Dogen um kleinere Unwetter herumgefahren sein. Damit würde der »Eraf Zeppelin" bisher eine Durchschnitts- geschwindigkeit von mindestens 100 Kilometern gefahren sein. Interessant ist der Vergleich mit der großen Deutschlandfahrt, bei der das Schiff in »34V- Stunden etwa 3200 Kilometer zurücklegte, was einer Durchsch^ittsgeschwindigkeit von gut 90 Kilometern entsprach. Wenn man auf seiner jetzigen Fahrt die Gegenwinde in «echnung stellt, so ist die bisher erzielte Geschwindigkeit als normal anzufehen.
Sämtliche Küstenstationen erhielten den Auftrag, die ausführlichsten Wettermeldungen von den atlantischen Dampfern ioriterzugeben, von 'denen über 20 den -Traf Zeppelin" sehen dürften. Das e Interesse für den Zeppelinflug t darin zum Ausdruck, dah alle Meldungen über Vie Fortschritt« des Fluges dvm Rundfunkdienst sofort weiterverbreitet tet werden. Fachleute, wie Kommandant Diley, der Führer der „Los Angeles", '-inü Kommandant Clark, der die Eindringung des „Graf Zeppelin" überwachen d>ird, sind von dem Erfolg des Zsppelin- Ruges überzeugt und führen aus, daß Dr. Eckener der bedeutendste Luft- schifführerderGegenwartift.
Der Umweg, den „Graf Zeppelin" machen muhte
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Mutmahliche Flugdauer.
ff. London, 13. Oft. Das Wetter über dem Ozean wird vom Leiter des Rewhorker Wetterbüros als günstig bezeichnet. Das Luftschiff toeroe, so erklärte er, zwar lokale Sturmgebiete zu überwinden haben, aber es bestehen keine Anzeichen für einen allgemeinen Sturm. Weiter erkannte er das gesunde Urteil Dr. Eckeners an, das dieser bei der Wahl einer so langen Route bewiesen habe, um ungünstigen Witterungseinflüssen zu entgehen.
ff. Rewyork, 13. Ott. Die hiesigen Metereologen sind über den Zeitpunkt, an dem der „Graf Zeppelin" hier einttef- fen dürfte, verschiedener Meinung. Einige Sachverständige weisen darauf hin, dah möglicherweise starker Gegenwind in der Rähe der amerikanischen Küste den Flug verlangsamen könnte, sodaß die Landung erst am Sonntag abend zu erwatten sei.
sk. R e w h o r k, 13. Okt. Auf ein Glückwunsch-Telegramm des Hapagdampfers „Reliance" an den „Graf Zeppelin" dankte das Luftschiff für das ihm erwiesene In-
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A'Bsot „Sndlne" verloren
Mil $ Offizieren, 40 Rann Selntung gesunken
ff. Paris, 13. Okt . Das vermihte französische Unterseeboot „Ondine« mit 3 Offizieren und 40 Man« an Bord wurde in der Nacht vom 3. aus 4. Oktober auf der Höhe von Porto von einem grieOfchen Dampfer zum Sinken gebracht, der vergeblich versuchte, Hilfe zu bringe«. Ein Torpedogeschwader wurde nach der Unglücks- ftelle entsandt. _
ft Paris. 13. Oft Der Kapitän des griechischen Dampfers .Kulandris", der mit dem französischen II/Boot ,2'Onbine“ zusammen flieh, gab dem griechischen Konsul in Rotterdam folgende Darstellung des Unfalles: »Als am 3. Oktober um 23 Ähr das Schiff nicht Weit von der portugiesischen Küste entfernt war, wurde das Schiff
plötzlich von einem starken Stoh erschüttert.
Die Marmschäft stürzte an Deck und man be- mertte ein Ao-Doot. dessen Rationalität in der Dunkelheit nicht festgestellt werben formte. Der Dampfer hat das Heck des Bootes gerammt.
Das Boot sank sofort.
Die Griechen nahmen sofort Rachforschungen vor. Das U-Boot erschien jedoch nicht wieder an der Oberfläche. Unmittelbar darauf
benachrichtigte das griechische Schiff drahtlos alle Fahrzeuge, die in der Gegend kreuzten und teilte den Zusammenstoß mit. Die ganze Rächt hindurch wurden die Rachforschungen fortgesetzt und erst nach 113stündigem e solg- losen Suchen, setzte das Schiff seine Fahrt nach Holland fort. Bemerkenswert ist, daß diese Darstellung erheblich von der abweicht, die der griechische Kapitän den franzö chchen Behörden in Rotterdam gegeben hat.
Das Marineministerium teilt über den Untergang des U-Bootes .Ondine" mit, dah der Kapitän des franzö ilchen Dampfers.Alberto" Leborgne. am 12. Oktober bei seiner Rückkehr in den Hafen von Rouen aussagte, am 4. Oktober vormittags an der portugiesischen Küste ein Telegramm eines fremden Dampfers aufgefangen zu haben, der mitteilte, in der Rac^ vom 3. zum 4. Oktober ein Fischerboot oder ein Wrack gerammt zu haben. Außerdem habe der ftanzösische Konsul in Rotterdam am 12. Oktober dem Marineministe ium telegraphiert, daß der Kapitän eines griechischen Dampfers .Hekaterina", Guland.is, bei feinem Einlaufen in den Hafen von Rotterdam ausgesagt habe, dah er am 3. Okwbrr um 23 Uhr auf der Höhe von Digo mit einem U-Boot zusammengestofen sei. deisen Rationalität er nicht habe erkennen können. Er hab« vergeblich versucht, dem U-Boo! zu Hilfe zu kommen, es aber nicht finden können. Er habe noch zwei Stunden an der Anglücks- stätte verweilt, bevor, er die Weiterreise ange- teeten hab«.
teresse und teilte mit, daß die Funkstation an Bord des Luftschiffes kaum in der Lage sei, die Fülle der Glückwunschtelegramme aufzunehmen.
Wie ei an zngchl
Dem Hearst-Korrespondenten Karl v. Wiegand, der an Bord des „Graf Zeppelin" die Amerikafahrt mitmacht, ist es trotz der dauernden Störungen des Funkverkehrs noch in dv letzten Rächt gelungen, einen Fahrtbericht nach Rewyork durchzugeben. Der „Lokalanzeiger" gibt einen Auszug aus diesem Bericht wieder, in dem es heißt: An Bord des „Graf Zeppelin", 12. Oktober (nachts). Unsere Radiostation arbeitet schwer mit starken Störungen. „Zeppelin" wird, wenn er Gibraltar 5 Ahr morgens hinter sich hat, Kurs wahrscheinlich beträchtlich südlich der Azoren nehmen. — Das Essen war ausgezeichnet. Es bestand aus kaltem Aufschnitt, Salat, Tee und Wein. Alles ist munter und wohl. Die Passagiere stimmen darin überein, daß der erste Flugtag der , schönste Tag ihres Lebens war. Alle sind erstaunt, wie leicht das Luftschiff dahingleitet.
Spät nachts machte der Steward oie Betten wie im Pullmanwagen. Flemming sagte mir auf der Kommandobrücke noch: „Der Abend war ausgezeichnet, wir machen gute Zeit." Dr. Eckener erklärte kurz vorher: „Morgen werden wir gutes Wetter haben". In den ersten zwölf Stunden wurden 670 Meilen zurückgelegt. Start ausgezeichnet. Kurz bevor man den Rhein passierte, rief der Steward: „Letzter Blick von Deutschland. Bon Schaffhausen konnte man die Alpen durch auseinanderziehende Wolken erblicken. In Richtung Basel hatten wir 71 Meilen Stundengeschwindigkeit. Dr. Eckener war während der ganzen Fahrt auf der Kommandobrücke und immer gut aufgelegt. Dann flogen wir in Richtung Besancon ab. Das Luftschiff flog dabei niedrig. Die Passagiere erkennen von oben, wie die Menschen heraufblicken, aber kein winkendes Taschentuch war sichtbar. Rur'ein einziger Flieger begrüßte das Luftschiff,