Einzelbild herunterladen
 

Srcllag,

ten ILSklod« ISA

Sie ^Obeihl ^>sch« Zeitung" et- scheint sechsmal vichenllich. Be­zugspreis monatlich 2 GM. aus. schließ!. Zustellungsgebühr, durch ptePost2.25 GM.Für etwa infolge Streiks, Maschinendefekte oder elementarer Ereignis!« ausfallend» Nummern wird kein Ersatz ge­leistet. Verlag d. Dr. §. Hitzeroth» Druck der Unib.-Buchdruckerei v. Joh. Slug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. n. Nr. 55, Postscheckkonto: Amt Frankfurt a. M. Nr. 5016. Sprechzeit der Redaktion von 1011 und hl1 Uhr.

Anzeiger für (das frühere knrhefsifche) Oberhessen

Marburger rageSamelger

Mische LanbeZzettung

fr

> 14

''' i

Sl

W f

' - W

St. 241 63.3nhtg. Mrdukg a.8o6n

Der Anzeigenpreis beträgt für den gespalt. Zeilenmillimeter 0.08 GM kleine Baranzeige« 0.06 GM., amtliche und aus­wärtige Anzeigen 0.10 GM. Bei schwierigem Sah sowie bei Platz- Forschrift 50°/, Aufschlag. Gammelanzeigen 100/« Auf­schlag. Reklamen der MIlltm. 0,40 GM. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Ziel 5 Tage. Belege Werden berechnet, ebenso Auskunft durch die Geschäftsstelle und Zusendung der Angebote. Er­füllungsort Marburg.

1 Goldmark/«^Dollar.

Anzeiger der amtlichen Bslanntmachnngen für Stadt nnd Kreis Marburg.

Graf Irppsk'A" über -em Ozean

Sa- LuItWff kommt bei widrigen Waden nut Innginm votwätld riebet den Azoren

Wie wir gestern in den Späten Nachmit­tagsstunden durch Sonderausgabe bekannt gegeben haben, wurde das LuftschiffGraf Zeppelin" um 12 Uhr über Lyon gesichtet. Don dort ist das Luftschiff zunächst nach Süden gefahren, hat aber nicht die Rich­tung nach dem Mittelmeer weiter verfolgt, sondern ist nach Westen eingebogen. Auf Grund der Wettermeldungen, die von Sachverständigen in Südfrankreich und Spanien dem Luftchiff übermittelt wur­de«, ist dann Kurs auf Barcelona genom­men worden.

Di« Nachtfahrt des Zeppelins an der südspanischen Küste.

ft. Berlin, 12. Okt. Die in früher Morgenstunde eingelaufenen Meldungen über den bisher durch das Lv'tschiff zu- rückgolegten Weg lauten recht wider­spruchsvoll. Nach einer um 3 Uhr Ber- Siuer Zeit vomNew Yorker Herold" auf- gefangenen Meldung aus Madrid befand sich derGraf Zeppelin" um Mitternacht über Castellon. Dieser Ort liegt 250 Kilo- vtect von Barcelona entfernt, das der Graf Zeppelin" kurz nach 19 Uhr über­flog.

Graf Zeppelin" um 21.30 Uhr über Tarragona gesichtet.

fk. Paris, 12. Okt. NachdemG r a f Zcppelin" am Donnerstag gegen 8 Ahr abends Bauelvna überflogen hatte, wurde das Luftschiff noch vor Sonnen­untergang um 21,30 Ahr über Darra- Sona gesichtet. Das Schiff flog in Richtung auf die afrikanische Küste. Die Funkstation Casablanca nahm eine drahtlose Mitteilung auf. die besagt, dah an Bord des Luftschiffes alles wohl ist- Dr. Eener hofft am Freitag früh am 2 Ahr die Azoren zu erreichen. Aach einer Meldung aus Madrid war es bis I Ahr nachts noch keiner der spanischen Funkstationen gehtn?>en, mitGraf Zeppe­lin" in drahtlose Verbindung zu treten. Die Station von La Corogne, die mächtigste in ganz Spanien, arbeitete leb­haft daran, die Verbindung aufzunehmen. Auch alle Militär-Funkstationen haben Maßnahmen getroffen, um dem Luftschiff die letzten Wettermeldungen mitzuteilen. Meldungen aus Madrid bestätigen, daß sich das Luftschiff wegen der Windverhält­nisse nur mit einer Geschwindigkeit von 80 Kilometern in der Stunde svrtbewegte

Graf Zeppelin" im Verkehr mit deutschen Dampfern.

ff. Bremen, 12. Okt. Aach hier ein­gegangenen Meldungen hatGraf Zeppe­lin" in den Morgenstunden mit den auf der Fahrt befindlichen deutschen Damp­fern in Verbindung gestanden. So um 3 Ahr mit dem Hapag-Dampfer Reliance". der aus der Fahrt nach Rewyork ist. und mit dem auf der Heim­fahrt befindlichen Lloyd-DampferCo­lumbus". der 4,50 Ahr dem Luftschiff folgenden Funkspruch sandte:

Ihnen und Gefährten rasche und glück­liche Fahrt. 19,30 Ahr (20,30 Ahr mitteleuropäischer Zeit), in 49 Grad Aord. 22 Grad West, abflauender West, Baro­meter 755 steigend, unterer Wolkenzug von Aord-Aordost. Besatzung D. Columbus." Günstige Wetterlage westlich der Azoren.

fk. New Aork. 12. Okt. Das Wetter­büro erklärte auf Grund der von Damp­fern aufgefangenen Meldungen, datz die Wetteraussichten für das Gebiet zwischen Nordamerika und den Azoren günstig seien. Es verlautet. Latz große ameri­kanische Funkstationen denGraf Zeppe­

lin" erreicht haben. Die Brooklyner Sta­tion der Radio Eo. of American fing ge­gen 7 Uhr New Parker Zeit eine Nachricht vom HapagdampferNew Vor!" auf, laut welcherGraf Zeppelin"

die atlantische Küste Freitag gegen

2 Uhr morgens Newyorker Zeit, <Äso

24 Stunden nach seiner Abfahrt, erreicht

habe. Das Luftschiff soll sich bereits einige Stunden über offenem Meer befinden. Eine Funkstation in Pittsburgh will heute früh dem Luftschiff Grütze der deutschen Zeitungen in Pittsburgh senden.

fk. M a d r i d, 12. Okt. Das Luftschiff Graf Zeppelin" überflog heute früh 5 Uhr den Hafen von Gibraltar in Richtung

auf die Azoren. Es befindet sich jetzt über dem Ozean.

Havas berichtet aus Madrid, daß sich ans Nachrichten der Fluglaitnng über die Fahrt desGraf Zeppelin" ergibt, dah das Luftschiff Gegenwind zu überwinden und eine Fahrtgeschwindigkeit von 80 Kilometern in der Stunde hat.

Graf Zeppelin" wird wahrscheinlich die Route einschlagen, die vor vier Jahren Z. R. 3" auf der ersten Amerika fahrt ge­nommen hat, über die Azoren, um von dort nach Nordwest abzuschwenken. Die ganze Strecke beträgt ungefähr 8500 Kilo­meter, von denen ungefähr 7500 über Was­ser zurückzulegen sind. Man rechnet mit einer UeberfahrtSzeit von 60 bis 70 Stun­den.Z. R. 3" hat vor vier Jahren 75 Stunden zur Bewältigung der Riesen-

WieZsr ein Sauselnlturz in Prag ein t Migr» Mauds in ter Istzisn Rächt singsM-t

kk. Prag, 12. Okt. Am Donnerstag, einige Minuten vor Mitternacht, kam es zu einem neuen Hauseinstnrzin Prag, und zwar in Alt-Lieben. Es handelt sich nm ein grobes Eckhaus, das aus Ziegeln aufgeführt war, und bereits trn Rohbau fertig stand. Ein grober Teil dieses Sauses in der Länge von 60 Metern und in der ganzen Höbe von vier Stockwerken stürzte nm Mitternacht plötzlich zusammen. Aus dem Bau war um diese Zeit niemand beschftigt. Da auch die Strabe vollkom­men menschenleer war. scheint niemand zu Schaden gekommen zu sein.

W Seiet des eilten Mg!M

Prag, 11. Okt. Die Zahl der To­ten des Bauunglücks hat sich auf 3 2 erhöht. Im Laufe des Mittags wur­den vier grauenhaft verstümmelte Lerchen geborgen. Eine davon wurde aE die des Architekten Pultzmann ftst- gestellt. Im Krankenhaus sind ihren Ver­letzungen im Laufe des heutigen Tages zwei Schwerverletzte erlegen. Di« Zahl der Opfer, die noch unter den Betontrüm­mern begraben sind, ist immer noch unbe­stimmt, da die zwei unterirdischen Stock­werke noch aufgeräumt werden müssen.

strecke benötigt, zudem waren damals die Wetterverhälrnisse wesentlich günstiger als die jetzige Fahrt. Dr. Eckener sprach aber noch kurz vor dem Start die Erwartung aus, daß es ihm gelingen werde, Lakehurst auch bei stärkeren Gegenwinden in späte­stens siebzig Stunden zu erreichen.

Tie Versicherungsfrage hat bei dieser Zeppelinfahrt natürlich wieder eine große Rolle gespielt. FürZ. R. 3" mußte da­mals eine Prämie von 15 Prozent des Wertes gezahlt werden. FürGraf Zeppe-- lin" ist sie inzwischen auf 9 Prozent ver­mindert worden. Das sind etwas über 200 000 Mark. Mannschaften und Passa­giere sind ebenfalls gegen Unfall versichert. Tie Prämie beträgt in diesem Fall 65 Mark pro 1000 Mark und Tag.

Die Ueberfwhrt wird für die Passagiere, abgesehen von dem Gefahrenmomemt des unberechenbaren Zufalls, abgesehen auch von dem großen Erlebnis an sich, in keiner Weise strapaziöser sein, als irgendeine an­dere Reise. Im Gegenteil! Für alles ist wohlweislich vorgesorgt. In der Küche des Luftschiffes befinden sich die leckersten Vor­räte. Zwei Stewards sorgen für das Wohl der Reisenden, wie für das höhere. Wohl Dr. Eckeners und seine beiden Ka­pitäne.

Daß sie eS schaffen werden, wer hegt noch den geringsten Zweifel? Nicht nur Stürme, sondern auch schwere Stürme wird das Luftschiff überstehen. Zwei Kontinente vet- solgen die Fahrt de- Zeppelins. Zwei

Lorsetzuna Hebe Seite 2.

SeuWmidAmetika

ES ist genau auf den Tag vier Jahre her, da stieg das erste Luftschiff, das Deutschland nach dem Zusammenbruch wieder bauen durfte, in die Lüfte, um in einer herrlichen Fahrt, die eine ganze Welt zur jubelndsten 'Begeisterung brachte, den amerikanischen Kontinent zu erreichen. Gibt es eine würdigere Gedenkfeier als den Start des neuenGraf Zeppelin", als die neue Fahrt, die wiederum die beiden Kontinente in knapp siebzig Stunden über­brücken soll? Wenn vor vier Jahren das gesamte deutsche Volk in seltener Einig­keit diese Tat eines friedlichen, di« Mensch­heit einenden Geistes bejubelte, so mischte sich doch in die Begeisterung eine leise Wehmut. Denn das Luftschiff sollte ja Deutschland verlassen, um niemals mehr wiederzukehren. Denn die Fahrt war ja die Durchführung eines Befehls, eine Folge des verlorenen Krieges, eine deutsche Tri­butleistung. Aber was deutsche Fähigkeit, deuffche Arbeit und deutsche Wissenschaft aus dieser Verpflichtung zu machen wuß. ten. das war mehr als prompte Erfüllungs- bereitschaft. das war eine Demonstration für die deuffche Sache, eine Tat zu Deuffch- lands Ehre, eine Zurückeroberung des deutschen Ansehens, das durch den Der- leumdungsfeldzug der ehemaligen Gegner so stark gelitten hatte. Als in Aewhork die Millionen Menschen dem stolz durch die Lüfte fliegenden Meisterwerk deuffchen Geistes zujubelten, da klang in den Her­zen der begeisterten Amerikaner nichts mehr von den alten Hetzliedern, die fast ein halbes Jahrzehnt lang das deutsche Volk, sein Wesen und sein Wirken zum Gespött eines großen Teils der Menschheit gemacht hatten. So wandelte sich die einsttge deuffche Tributleistung durch die beispiellose Triumphfahrt desZ. R. III zu einer Werbung für Deutschland, deren ungeahnte Wirkung ihr großes Teil dazu beigetragen hat, die alte Zwietracht zu mildern. 1

Jetzt stieg in die herrliche Bläue eines Herbsttages ein neuer Zeppelin! Das neue deutsche Luftschiff, dessen Bau keine Tri- butSleistung an das Ausland darstellt, das ein Werk ist des deutschen Volkes, da eS aus deutscher Tatkraft und Arbeit ge­schaffen wurde >unü aus den Mitteln, die alle in Deutschland beisteuerten, die Gro­ßen, die Kleinen, die Armen, die Reichen ganz Deutschland. Zn diese glückliche Fahrt desGraf Zeppelin" mischt sich kein Mißton. Denn sie ist gewoltt. Sie ist das Produtt einer deuffchen Willenskund- gebung, die der Welt etwas sagen will: sie ist das freiwillige, offene und ehrliche Be­kenntnis Deutschlands zur friedlichen Mit­arbeit an allen Werken, die der Menschheit wahrhaft nützen und dienen. DerEttas Zeppelin" ist kein Kriegsfahrzeug wie sein tteinerer Bruder *in dem Land, das er nun bald erreichen wird. DieLos Angeles" ist mit Maschinengewehren bespickt, aus ihren Gondeln winken nicht bunte Tücher, jubeln keine lebensfrohen Passagiere. Ihre Fracht" ist ernst und feldgrau. Ihr Sinn dient dem Waffengang, dem Kriegshand­werk. dem Anfrieden. Aber auch dieLos Angeles" wird ihrem friedlicheren Bruder ihre Reverenz nicht verweigern: der Krieg grüßt den Frieden. Auch dies ein Symbol, das den tiefen Sinn der deutschen Fahrt widerspiegelt.

Zn den letzten Jahren haben verschie- schiedene kühne Menschen es versucht, das die beiden großen Kontinente trennende Weltmeer im Lustmeer zu durchkreuzen. Einigen ist dieses Wagstück geglückt. Aber es war ein tollkühnes Wagestück. And das sagt alles. Wenn zur selben Stunde, wo in Friedrichshafen derGraf Zeppe ­lin" seine Fahrt nach Amerika antrat auch an der amerikanischen Küste ein Flugzeug sich zum Ron-Stop-Flug nach Rom an­schickte, so wird man dieses Wagnis nicht mit derselben frohen Gelassenhett bewun­dern können wie den Start des deuffche,: Riesenluflschiffes. Wo hier Ansicherheit, Vabanauesjpiel. Tollkühnheit den Ver- ,