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Äbechsssischk Geltung
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt «nd Kreis Marburg
Au? -er Fahrt nach Amerika!
.Stus ätnetlin* teufe früh mit 40 Rann Milchling und 20 SoMtten geftntfet — Ankunft in Rrwisttk twtmKKM Senntne
fl.Friedrichshafen, 11. Oft. Das Sustschiff „Graf Zeppelin" ist wenige Miauten vor 8 Uhr zu seiner Fahrt nach ' i ßmerika aufgestiegen. Etwa 10 Minuten j m 8 Uhr war das Luftschiff aus der - Halle gebracht worden, nachdem es vorher nsgewogen worden war. Das Schiff schlug restlichen Kurs ein.
[ Als da Luftschiff sich in die Höhe hob, brach die Zuschauermenge in einen ungeheuren Jubel aus. Dr. Eckener erklärte tem Sonderberichterstatter des W. T. B., daß er zunächst Kurs auf Basel nehme unb dann die südliche Route im einzelnen bestimmen werde.
s Heber den um 7.50 Uhr erfolgten Start des „Graf Zeppelin" ist ergänzend zu »eiben, das, die Entscheidung über den start erst im letzten Augenblick gefallen zu tin scheint.
Seit letzten Anstotz hat offenbar «n Wetterbericht gegeben, der um 7.45 Uhr Dr. Eckener, während er aus dem Flugplatz stand, überreicht wurde.
Unmittelbar darauf wurde der Befehl zum Anlassen der Motore gegeben. Nach weni- m Minuten erfolgte bann der Aufstieg.
Luftschiff flog zunächst in östlicher Achtung und machte dann eine Schleife »ach Süden, um bann dem Sichtbereich zu mtschwinden.
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I Auf der Fahrt nach Amerika find an I 3orb des „Graf Zeppelin" nur 60 Per- I stnen, davon 40 Mann Besatzung und I 20 Passagiere. Die Liste der Fahrgäste I Mfaht folgende Rainen: Dom Reichs- I velkehrsministerium Ministerialdirigent Dr. I Brandenburg, der Leiter der Luft- i fahrtabteilung Dr. Denkendorf als I Meteorologe der Zentralstelle für Flug- I sicherung, Dr. Krüger von der Deut- I schen Versuchsanstalt für Luftfahrt, vom I Aejchsrat der preußische Innenminister I 8 rze s i n s ki, als Vertreter ausländischer | Regierungen der spanische Oberst Her- | kera und der Führer der „Los Ange- I Ivs", Commander Rosendahl, ferner I Traf Brandenstein-Zeppelin, der I Schwiegersohn des Grafen Zeppelin, Herr I d. Tyszka von der Versicherungsgesell- I 'Haft „Friedrich Wilhelm" sowie die Her- I len Gilfillan und Dr. Robert R e i - I “er. Weiter befinden sich unter den I Passagieren zwei Ingenieure, und zwar I 2ock von Telefunken und Schirlitz von, i kn Zeihwerken, der optische Unter- I '«chungen und Arbeiten zur Entwicklung I teuer Instrumente ausführen wird. Cs I Aminen dann noch die Vertreter der drei ! Verlage, die das Monopol für die I ^vrdberichterstattung erworben haben, und I Var zwei Filmleute aus dem Scherl-Der- i ing, Rolf Brandt und der bekannte | Taler Professor Dr. Ludwig De11 - I teann, für den Verlag Allstein Rebak- s kur Walter Kleffel und der Zeichner I Theo Matejko, für den amerikanischen I Hearst-Konzern Karl v. Wiegand und I Kadh Dr um m v n d °H a i; sie ist übri- I ßens die erste Frau, die den Ozean in der I Suft von Ost nach West überqueren wird.
Die Führung des Luftschiffes liegt natur» | nch in den Händen von Dr. Eckener, der von den beiden stellvertretenden Füh- I tetn, Diplomingenieur Lehmann und , Kapitänleutnant Flemming unterstützt toirb.
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Schon um l%7 Uhr. während in der Dämmerung lange Reihen von Arbeitern zur Werft marschieren, stauen sich rings um den Platz viele Menschen. Neugierig werden bie Passagiere bestaunt, neioische Blicke folgen den Autoführern, die das Glück haben, mit dem roten Ausweisstempel das Tor pausieren zu dürfen. Niemand mag diesen großen Augenblick versäumen, da der „Graf Zeppelin" die Re.se über den Ozean antritt. Aber noch weht eine kräftige Brise vom See her und es gibt viele Zweifler, kne den Ausstieg immer noch für unbestimmt halten. Aber Dr. Eckener lächelte nut: „Wir fassen," sagt er, „ich bin heute nacht jede Stunde ausgestanden, bis ich um 3 Uhr wutzte, daß es werden würde", und so ist dann das Schisf um 7 Uhr klar, nur datz bis zum letzten Augenblick noch Gas nachgefüllt wird. Dr. Dürr geht noch einmal um das Schiff herum, ruhig, suchend, prüfend. Während- befien wird das Gepäck verladen und schon treffen die ersten Passagiere ein, der unter Kommandeur Rosendhal. Rofendhal zum erstenmale wieder in der Uniform der amerikanischen Navy. Die Fahrgäste belegen ihre Kabine und kommen bann zu ben Fenstern des Salons zurück. Von außen werden ihnen noch Postkarten zum Abwersen zugereicht. Ein Scherzwort fliegt herüber und hinüber. Der Rundfunksprecher, bei sein Mikrophon in bei Halle aufgestellt hat. versucht Di. Eckener zu bewegen, batz er seinen Hörern ein Wort sagt. Dr. Eckener hat jetzt anbere Dinge int Kopf. Er geht noch einmal hinüber zu seiner Frau unb Tochter und spricht irgend etwas mit festen, ruhigen Worten. Er ist Friese und hat in solchen Dingen bas Gefühl, nicht viel Worte zu machen. Etwas weiter stehen die Frauen unb sonstige Verwandte ber übrigen Offiziere des Schiffes. Sie kennen biese Art Abschieb.
Langsam wirb es l%8 Uhr. Alles mutz an Borb sein unb alles steht ba, nur bie Lady fehlt. (!) Aber es war ihr eingefallen. batz sie ihren Mantel vergessen hat. Jemand mutz zum Televhon. Atemlos
kommt Rold bet Hausdiener angelaufen. Allgemeines Gelächter, als der Mantel hineingereicht wird, bis bas Geplätscher ber Sandsäcke es übertönt. Man merkt: Jetzt wirb es ernst. Es wirb ausgewogen. Kommando „Alles loslasien. nur 4 Mann anlüften". Aber noch ist bas Schiff zu schwer. Jemand ruft: Ächtung Wasserhose! Die um das Schiff Herumstehenden können eins, zwei, drei Platz machen. Man weih, sonst gibt es eine kalte Tusche, und chon öffnete sich auch ein Sentit und in grohern Strom ergietzt sich bas Wasser aus dem Schiff in die Halle. Noch einmal wird bas Schiff angelüftet. Es ist ausgewogen.
öchwtk« sturm!
Dr. Eckener erklärte in einem Gespräch mit ber Presse, baß er hoffe, baß er bis zum Sonntag vormittag in New- hork sein werbe. Die Wettermelbungen seien nicht günstig unb sprechen nicht bloß von Sturm, sondern von schwerem Sturm. Die Windstärke beträgt 10. Weiter betonte er, daß jetzt das Schiff das Wort habe und sie hätten alle bas große Vertrauen, daß Amerika glücklich erreicht wirb.
Um 7,45 Uhr kommt das entscheibenbe Kommando „Luftschiff marsch!" Dr Eckener, ber bisher noch in ber Halle ruhig auf unb ab ging, ist als letzter eingestiegen. Dann wird die Treppe abgezogen. Die Haltemannschaften setzen sich mit langsamem Schritt in Bewegung und, den Bug nach vorne, gleitet das Schiff ruhig zum Ofttor ber Halle hinaus. Alles geht mit hinaus auf den Platz. Es ist, als wenn plötzlich eine Erregung, der Taumel 0es .Augenblicks alles erfaßt habe. Unwillkürlich sieht man auf den Kommandoplatz, wo ruhig, wie immer, Di. Eckener seinen Posten eingenommen hat. Er scheint wirklich ber einzige zu sein, ber nicht von bet allgemeinen Erregung unb Nervosität erfaßt ist. Das Schiff ist jetzt ganz draußen, mit dem Heck nur wenige Meter vom Hafen entfernt, als das Kommando „Hoch" kommt. Wie ein Freiballon steigt das Schiff 10, 20 Meter, bann rattert ber Maschinentelegraph. Ein Motor springt
an, bie anderen folgen nach. Der Bug bei Schiffes hebt sich sofort empor: der „Graf Zeppelin" hat seine Fahrt angebrochen.
3« diesem Augenblick bricht ein unge» heurer 3ubel los.
Niemand ist zu halten. Düchetschwenken, Winken mit Armen und Händen. Langsam entschwindet bas Luftschiff ben Blicken. „Glückliche Fahrt, Graf Zeppelin!" .
Hebet ömakreilb!
ff. Konstanz, 11. Oft. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" hat um 8.10 Uhr die Stadt überflogen. Sämtliche. Kirchenglocken der Stadt läuteten ihm einen Ab- schiedsgrutz. Als es über den Hafen hinwegflog, winkten unzählige Personen begeistert dem Luftschiff zu.
Um 8.50 Uhr überflog das Luftschiff Schaffhausen und 9.07 Uhr Waldshut. Die Fahrt geht voraussichtlich über Südfrankreich.
fk. Belfort, 11. Okt. Das Luftschiff „Graf Zevveltn" überflog in sehr schneller Fahrt 9,45 Uhr die Festung Belfort.
fk. Basel, 11. Okt. Nachdem das Luftschiff das Gebiet der Stadt Basel überflogen batte, nahm es scharfen Kurs nach Westen, auf die Burgunder Pforte zu, begleitet von zwei Flugzeugen des Baseler Flugvlatzes. Um 9.40 Uhr befand es sich bereits über französisch em Boden.
Die Vorbereitungen zum Empfang der Zeppelinmannschaft in Rew York.
R e w h o r k, 10. Okt. (WTB.) Es verlautet, das städtische Empfangskomitee in Newyork wirkt, falls die Ankunft des Zeppelins am Samstag oder am Sonntag erfolgt, die Mannschaft des Luftschiffes am Montag von Lakehurst nach Newyork bringen. Dort wird nach der üblichen Parade ein Empfang ber Besatzung durch ben Bürgermeister von Newyork, Walker, erfolgen, dem sich am Abend ein Festbankett im Ritz-Earlton-Hotel und hierauf ein Theaterbesuch anschließen wird. Am Dienstag abend veranstaltet die deutsch-amerikanische Handelskammer ein Bankett, wobei Dundessenator Wagner als Hauptredner Führer unb Besatzung des Luftschiffes begrüßen wirb. Die Be-