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Anzeiger für (bas frühere kurheMche) Oberhesse«
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Frankreichs Rache für öas verratene WMZKMsMmen
eoWiiing eines amerikanWen Somualisttn - Amerika sordtri Ausklürung - Eullüuichung über Wiens Animort in London und Karli
fk PariS, 9. Okt. Der amerikanische Journalist Charol Hör an, der dem "New Yorker Amerian" vor einiger Zelt den vertraulichen Text eines Rundschreibens des französischen Außenamtes an die französische Auslandsvertretungen über das französisch-englische Flottenkompromiß zur Veröffentlichung übersandt hatte, wurde am Montag nachmittag in Paris von Polizeibeamten auf der Straße angehalten und auf das Untersuchungsgericht geführt. Dort eröffnete man ihm, er solle sich verpflichten, Frankreich vor dem nächsten Donnerstag zu v e r l a s s en, falls er nicht verhaftet werden wolle. Der Journalist zog vor, den Ausweisungsbefehl zu unterzeichnen. Der in Paris erscheinende „New York Herold" teilt hierzu mit, daß Horan vor einigen Tagen aufgefordert wurde, am Qua d'Orsay zu erscheinen. wo man ihm riet, Frankreich zu ver- lasien. Da er diesem Rat noch nicht nachgekommen war, wurde er von den Polizeibeamten festgenommen.
Dem im „Echo de Paris" veröffentlichten Bericht des Korrespondenten des „New York American", Horan, über seine Verhaftung durch französische Polizei ist weiter folgendes zu entnehmen: Als Horan gestern nachmittag sein Büro verliest und eiy Auto bestieg, wurde er plötzlich von sieben radfahrenden Polizisten umringt, die ihm Befehl gaben, zur Poli- präfektur zu fahren. Dort wurde er befragt, welche Mittel er benutzt habe, um sich das Dokument zu beschaffen. Er habe geantwortet, was er für notwendig hielt, und erhielt darauf die Antwort, seine Erklärungen seien unvollständig. Er werde der Beamtende st echung beschuldigt und habe, wenn er seine Quelle nicht angebe, ein Verfahren zu gewärtigen, bei dem ihm eine Gefängnisstrafe von 6 Jahren drohe. Diese Drohung schüchterten ihn nicht ein. Erst nach 7- stündiger Haft, während der er sich nicht mit seinen Mitarbeitern in Verbindung setzen konnte — nach dem „Matin" verweigerte man ihm auch einen Advokaten — liest man ihn frei, nachdem er den Ausweisungsbefehl anerkannt hatte.
„Malin" und „Chicago Tribüne" berichten, daß Horan zugegeben habe, das Dokument von Rondolph Hearst selbst in Paris erhalten zu haben, mit der Anweisung, es nach New S)ork zu drahten.
„M a t i n" berichtet auherdem, dah Hearst bereits vor einer Woche, als man Horan am Quai d'Orsay zu verstehen gab, dast es bester für ihn wäre, Frankreich zu verlasten, eilig nach Washington gereist sei und Kellogg um seine Int er- vention ersucht habe. Hearst habe ^rkärt, er nehme die volle Verantwortung für sein Vorgehen auf sich und fordere das Eingreifen der amerikanischen Botschaft in Paris. Obwohl die Botschaft einen Schritt unternahm, sei es zu dem geschilderten Zwischenfall gekommen.
Der amerikanische Geschäftsträger habe sich sofort zum Quai d'Orsay begeben, um Aufklärung zu fordern.
Der französische Außenminister habe ihm erwidert, Horan sei nicht verhaftet, son- »ern nur verhürk worden und habe selbst nngewilligt, Frankreich vor Donnerstag tu verlasten.
Sir Aulworl Wiens
Rom, 8 .Oft. Die italienische Antwort auf die französisch« und englische Tenilchrlst über die Begrenzung der rüstungen, die vorgestern dein französischen und britischen Botschafter überreich, wurde, hält dre Richtlinien dec fajchisti- tchen Regierung in dieser Angeiei
genheit aufrecht. Ter Grundsatz der gegenseitigen Ab hängig kett der verschiedenen Formen, der Begrenzung der Militär-, See- und Luftrüstungen und ihrer Allgemeinheit, das heißt, ihre Anwendung in allen Staaten wird zuerst festgestellt. Dia italienische Regierung wiederholt dann b* Rede des Ministerpräsidenten im Sännt vom 6. Juni: „Italien ist bereit, irgendwelche Zahl und selbst die niedrigste als Grenze seiner Rüstungen von vornherein anzuerkennen, unter der Bedingung, daß keine andere europäische Macht diese Zahl überschreitet." Die italwnische Rot« führt in diesem Zusammenhang näher aus, daß das System der Gesamttonnage das einzige sei, da es den schlechter be- wafffneten Ländern ermögliche, innerhalb des ihnen gelassenen Spielraums einen gewissen Ausgleich für dre Ueberlegenheit der anderen zu finden. Die Note warst darauf hin, daß diese Erwägung besonderen Wert gewinne, für ein Land, das, Vie Italien, wegen seiner natürlichen Lage besondere Bedürfnisse für seine Barteidü- gung habe.
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Redakteur Schiff
Wie die „CB. Z." berichtet, erkannte gestern nacht der Redakteur des „Vorwärts" Viktor Schiff in einem Unter« grundbahnzuge in Neukölln den kommunistischen Rundfunkredner, Landtagsabgeordneten Schulz. Mit den Worten: „Degen Verhaftung find Sie zwar immun, aber nicht gegen meine Faust" versetzte Schiff dem Abgeordneten einen Schlag ins Gesicht, worauf es zwischen beiden zu einer Prügelei kam. Gegenüber Beamten der Untergrundbahn, die die beiden auseinanderbrachten, wies Schulz auf seine Abgevrdnelenimmuni- tät hin.
Eine weitere Meldung besagt:
Der kommunisttsche Landtagsabgeordnete Schulz hat gegen Schiff Strafantrag wegen Mißhandlung und Sachbeschädigung gestellt. Schulz, der sich den Sonntag über vor der Polizei verborgen gehalten hat, da er für einen Zeitraum von 24 Stunden nach der Tat gesetzlich nicht durch seine Immunität geschützt war, hat die Nacht zum Sonnabends bei Freunden in Neukölln verbracht und sich den Sonntag über im Reichstag auf- gehalten. Auf dem Wege von Ncukölln zum Reichstag am Sonntag früh wurde er von niemandem erkannt, obwohl eine Anzahl Zeitungen sein Bild gebracht hatten.
Tie Note schließt mit der Erklärung, i daß die italienische Regierung, die mit der I französischen und britischen Regierung zusammen bei den meisten internationale« Abkommen über den Wiederaufbau Europas mitgewirkt hat, Wert darauf lege, bei dieser Gelegenheit ihren entschiedenen Wellen zu bekunden, alle Bemühungen zu un- stützen, die dahin zielen, aus der Begrenzung der Rüstungen ein Instrument der Festigung des Friedens und des Wredür- aufbäues zu machen.
Wie Pertinax im „Echo de Paris" zu der Note erklärt, sei augenscheinlich ihre vornehmste Absicht, weniger die Formen zu suchen, die geeignet sind, auf dem Gebiete der Abrüstung eine Verständigung der Mächte zu sichern, als, wenn möglich, den Beginn einet herzlichen Verständigung zu Hintertreiben.
Auch in Londoner politischen Kreisen ist man über die italienische Antwortnote verstimmt, weil Italien das Marineabkommen alls einen Versuch, das Kräfte-
Redakteur Schwarz
Schulz trzütist
Wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, hat der kommunistische Landtagsabg. Schulz die Entführung des Redakteurs Schwarz selbst inszeniert. Er erklärte, daß er nach Durchführung des Volksbegehrens sich ebensowenig der Verantwortung entziehen wolle, wie seine übrigen Freunde, die nicht uns Ausland gegangen seien. Schulz gibt auch zu. daß er den Ansager des Rundfunks, Iänisch, bewußt getäuscht habe. Allerdings habe er sich nicht als Dr. Schwarz bezeichnet. sondern er habe sich Iänisch nur mit den Worten vorgestellt: „Ich habe die Ehre um 7.30 Ahr im Rundfunk über Friedensprobleme zu sprechen." Darauf habe chm Iänisch das Manuskript ausgehändigt und nach einiger Zeit die Sprechzelle verlassen. „Nach meinem Vortrag", so soll Schulz erklärt haben, „habe ich das Vvxhaus verlassen, nachdem ich nicht weniger als sechsmal dasmirzu- gedachte Honorar zurückweisen muhte. Ich begab mich dann in den Reichstag, wo ich mit politischen Freunden eine Konferenz hatte und fuhr nachrS im Auto nach N e u k ö l l n, wo ich bei Freunden übernachtete. Morgens fuhr ich bann zur Antergrundbahnstati-N und wollte an einem ZeiiungsstanV eine Arbeiterzeitung kaufen. Das Fräulein in demVer- taufssiand rrklärre mir/ daß sie nur noch
Verhältnis am Mittelmecr zu verschieben, mit aller Entschiedenheit ablchnt. Von Ooppositionsseite wird betont, daß angesichts der Isolierung, der die englische Außenpolitik entgegensteuere, jeder Führer der Opposition, der Chamberlains Erbschaft nach den Neuwahlen anzutreten hätte, vor eine außerordentliche schwere Aufgabe gestellt werden würde. England sei mit Rußland, Amerika und Italien verstimmt und könne sich auf Frankreich nicht verlassen.
das Aosttnatikommm wird vtrösttnilichi
Das englisch-französische Marineab« kommen wird, wie der diplomatisch« Berichterstatter des „O b s er v e r" meldet, nach der heute, Dienstag, erfolgenden Rückkehr Lord Cnshenduns nach London veröffentlicht werden. Es soll in Gestalt eines Weißbuches erscheinen.
eine bürgerliche Zeitung besitze und riet mir, diese zu kaufen, da ein hochinteressanter Artikel vom Berliner Rundfunk darin stehe. Ich stellte mich vollkommen unwissend und so erzählte mir die Verkäufettn alle Einzelheiten meines Streiches. Ich benutzte wiederum die Antergrundbahn bis zum Potsdamer Platz und ging zu Fuß nach dem Reichstag, ohne dah mich jemand erkannt hätte. Dort blieb ich den ganzen Tag und bin dann abends nach Hause gefahren, bis ich am Hermann- platz den Zusammenstoß mit dem „Vor- würts"-Redakteur Schiff hatte."
€int Erklärung M Funk' kommistars
Berlin, 8. Oft. (TA.) Vom Rund- Rundfunttommissar des Reichspostministe- riums wird mitgeteilt;
„Die Untersuchung der Vorgänge beim kommunistischen Aeberfall auf die Berliner Funkstunde am 6. Oktober hat ergeben, daß die Vorkehrungen zur Aeberwacbung der gehaltenen Vorträge an sich ausreichend sind. Ein in einem besonderen Raum sitzender Angestellter hat die Aufgabe, alle Vortrage am Lautsprecher zu kontrollieren und nötigenfalls durch Betätigung eines besonderen Aufhaliers zu verhindern, daß die Worte des Redners aus dem Sender
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Die Rache -er blamierten Gezialöenwkraten
Der Kommunist Schulz vtrprüstU — Er bleibt doch der „Selb“ dts Mts
Landtagsabgeotdneter Schulz