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und künftig an anderer Stelle beschäftigt werden.

fk. London. 8. Okt. Hebei den In. halt der italienischen Antwort an die Re­gierungen Englands und Frankreichs zum Flottenabkommen berichten englische Blät­ter aus Rom, daß die Antwort zwar das Kompromiß als unannehmbar be» zeichnet, im Ganzen aber nicht eine unbe­dingte Ablehnung darstelle. Die dauern­den Preffeveröfsentlrchungen hätten die Form der Antwort offensichtlich beeinflußt, und das französische Bemühen, eine fran­zösisch-englische Entente auch nach Aufgabe des Flottenabkommens als bestehend hin- zustellen. werde in Rom mit einiger Un­ruhe verfolgt. Die Ablehnung stütze sich fast ausschließlich auf die Gegensätze gegenüber Frankreich. Hebei den genauen Inhalt werde vorläufig Sttll- schweigen bewahrt, da die Rote erst am Dienstag mittag in London und Paris übergeben wird. Es wird nur erklärt, daß die Antwort von weitreichender Bedeu­tung sein könne.

Die allgemeine Einstellung der italieni­schen Regierung zur Frage der Ab-

Stenlag,

een s. Moder ISA

rLstung wird in folgenden fünf Punk­ten festgelegt.

L Zusammenfassung aller Arten von Rüstungen als eine einzige Ein, Seit

2. Der gegenwärtige status qno darf als Zuteilungsgrundlage benntzt werden.

z. Die Begrenzung der italienische« Rüstungen würde nicht einen end­gültigen Charakter besitzen. Diese Begrenzung müsie vielmehr im Ver­hältnis zu dem Gesamtabrüften der anderen Staaten stehen, wobei Italien Parität mit der am stärksten bewaffneten Kontinental, macht ver langt.

4. Italien sei bereit, die geringst-mög- lichfte Entwaffnungsgrundlage anzu­nehmen, solange di« übrigen Kon, tinentalmächte nicht eine gegenteilige Haltung einnehmen.

5. Das Verfahren zur Herbeiführung der Abrüstung müsie einfach sein und sollte keine auswärtige Kon­trolle einschließen.

Hoffmann, wurde festgenvmmen, jedoch bald wieder freigelassen.

Wie die „Rote Fahne" berichtet, ist es der kommunistische Landtagsabgeordnete Schulz gewesen, der an Stelle des von Kommunisten im Auto entführten „Dor- wärts"-RedakteurS Schwarz gestern abend im Berliner Rundfunk ge­sprochen hat. Abgeordneter Schulz ist der Generalsekretär des Reichsausschusses für das kommunistische Volksbegehren.

Am Schluß feiner Ausführungen im Berliner Rundfunk erklärte der Redner Schulz, nach einer Wittellung der „Roten

Fahne":

„Der Dorwärtsredakteur Schwarz sollte heute an dieser Stelle sprechen. Die Kommuni st lscheParteihats ei ne Rede abgesetzt, weil es wichtiger ist, die Arbeitermassen Deutschlands über das

Berlin,«. Okt. Der sozialistische Po­litiker Wolfgang Schwarz, der heute abend 19.30 Mr int Berliner Rundfunk jjtn ersten Vortrag eines Zyklus übet das Problem der Friedeusversicherungeu hal­te« sollte, ist kurz vor dem Vortrag unter dem Vorwande, daß es sich um ein Auto der Funkftunde handele, das ihn zum Bor, tragsraum Bringen sollte, von Kommu­nisten entführt und auf der Land­straße ausgesetzt worden. Den Vor­trag im Berliner Rundfunk hat ein bisher unbekannter Kommunist gehalten, der die Gelegenheit benutzte, um für das kommu- mstische Volksbegehren in der Frage des Panzerkreuzerverbotes zu werben.

Der Sozialdemokratische Presiedienst meldet: Im Berliner Rundfunk sollte l.»ut Programm und Vereinbarung am Sonn­abend abend in der 8. Stunde der Vor- wärts-Redatteur Wolfgang Schwarz einen Portrag über Friedenversicherung halten. Zahlreiche Berliner Rundfunkhörer waren grenzenlos erstaunt, als dieser Vortrag nach wenigen einleitenden Wotten sich als eine Propagandarede für das kommu­nistische Volksbegehren und als eine

Agitationsrede gegen die Sozialdemo­kratie

und für Sowjetrußland erwies. Es ist bisher unaufgeklärt, wie die mit der lleberwachung der Vorträge beauftragten Beamten des Berliner Rundfunks, denen bas Manuskript jedes Vortrags vorliegt, diesen Mißbrauch zulasien konnten. Die Sache selbst hat folgende Aufklärung ge­funden: Am Sonnabend abend um 6.30 Uhr wurde Schwarz unter der Firma der Funkstelle angerufen. Es wurde ihm ge­sagt, es sei ein Auto der Funkstunde ge­rade in der Nähe seiner Wohnung und würde ihn abholen. Das Auto kam pünkt- lich: Schwarz stieg ein. Im Auto saßen drei Männer, von denen der eine das Aussehen eines Arbeiters hatte, während die bei­den anderen Intelektuelle zu jein schienen. Eie unterhielten sich mit Schwarz über Rundfunk usw. Das Auto schlug zunächst den Weg zum Potsdamer Platz, alio zur Sendestation ein und fuhr alsbald in raschem Tempo weiter. Als Schwarz dies bemerkte, zogen die Drei Revolver und er- llärten ihm, daß ihm nichts geschehen würde, daß sie aber bei dem geringsten Widerstand von der Waffe Gebrauch wachen müßten. Sie erklärten ihm wei­ter, daß sie Kommunisten seien und er ent­führt worden sei, damit anstelle seines Lottrages eine kommunistische Propa- gandarede gehalten werden könne. Das Auto setzte ihn dann nach % stündiger Fahrt auf der Landstraße in der Nahe einer Ortschaft ab. Diese Ortschaft erwies sich, als Schwarz sie erreicht hatte, als Groß-Ziethen im Kreise Teltow. Schwarz ist unverletzt. Er rief abends gegen 8^ llhr die Dorwärts-Redaktion an und be­richtete über den Vorfall.

Anstelle von Schwarz war in der Ssnde- stelle ein Mann erschienen, der sich für Wolfgang Schwarz ausgab. Er konnte ungehindert seinen Vortrag halten. Als man ihm nach Schluß feines Vortrages, wie üblich, die Honorarquittung Dotierte, lehnte er die Hnterzeichnung mit der Be­gründung ab, er sei nicht Wolfg ng schwarz, sondern habe einen kommunisti­schen Vortrag halten wollen. , Das sei ihm gelungen und damit verab chiedete er sich. Die Polizei ist von dem Vorfall alsbald r« Kenntnis gesetzt worden.

Die dreiste Aebertölpelung des Berliner Rundfunks durch die Kommunisten blloete

Wen und ras Zlsttenkompromlß Mussolini sotteri für Wen die gkitbe MiungMrke wie sie - znmkrriS besitzt

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füllungsort Marburg.

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1 Uhr.

Letzte WnlWtensatzr! des .Seat Seeeclin“

Friedrichshafen, 6. Oki. (Vom Son­derberichterstatter des WTB) Am Luft,chiff ist augenblicklich die Auffüllung des Brenn­gases im Gange. Der Vorrat ist noch dadurch verstärkt worden, daß der Luftschiffbau bei einer Fabrik in Augsburg Ergänzungsmengen bestellt bat. Die Umänderungsarbeiten an den Aufenthaltsräumen der Besatzung sind noch nicht abgeschlosien. Dr. Eckener bat bereits bie nächste Werkstättenfabrt für Montag angesetzt. Sie wird wabrscheinlich nachmittags stattfin­den und bat den Zweck, vor allen Dingen die Peilungsversuche zu Ende zu führen.^ Für Mittwoch ist das Schill dann klar für die Amerikaiabrt. Ob sie am Mittwoch antreten werden kann, hängt natürlich vom Wetter ab, desien Entwicklung sich im Augenblick noch nicht beurteilen läßt. Ueber dem Ozcan sieht es recht ungünstig aus, während über Süddeutsch­land ein stabiles Hoch steht. Bis Mittwoch kann sich aber nach Ansicht der Fachleute noch alles ändern.

Für die Montagfabrt hat sich der preußische Innenminister Erzesinski angemeldet. Wie hier verlautet, ist es möglich, daß er als Vertreter des Retchsrates an der Amerika-Fahrt teil' nimmt.

Ein Handstreich aus »en Berliner Run»s«nk Der sozialdomokraiilche Redner eaiiützri—ein «emnmnift Mit an sein« C teilt eine Vrovagnndnrede

am Sonntag in Berlin das Tagesgespräch. Die Zeitungen berichten ft) altenlang Einzelheiten des kommunistischen StteicheS. Der entführte Redakteur des „Vorwärts", Schwarz, gab bei seiner Vernehmung eine ausführliche Schilderung der Bor­gänge und beschrieb genau die Personen, die an der Autofahrt teilgenommen haben. Auch von dem Kraftwagen konnte er eine eingehende Beschreibung geben; die Rüm­mer hatte er jedoch nicht lesen können, da sie verschmiert war. Richt nur Polizei­präsident Zörgiebel, sondern auch der preu- stische Innenminister Erzesinski haben sich Bericht erstatten lassen. Bisher haben oie Ermittlungen der Polizei zu keines Ergeb- niS geführt. Haussuchungen bei der „Roten Fahne" und beim Vorstand des Arbeiter­radiobundes ergaben keine Aufklärung. Der Vizepräsident des Arbeiterradiobundes,

Mntzischtr Landing

Ter Preußisch« Landtag erledigte am Sonnabend die zweite Lesung des Kommu- nalwahlengesetzes und verabschiedete di« Dorlage anschließend auch gleich in der dritten Beratung. Das Gesetz fand nach den Beschlüssen zweiter Lesung in der Schlußabstimmung mit 204 gegen 155 Slimmen der Linksparteien und einiger Wirtschaftsparteiler Annahme. Ter erst« kommunale Großwahltag wird nunmehr bis zum 31. Dezember 1929 durchgesührt sein müssen. Listenverbindungen sind verboten und Wah.sa.erne wieder ausgeschaltet. Wie der Innen» i .ister erklärte, wird am 2. Dezember die.es JayreS nur in einigen Kommunen z. B. in den aufgelösten Guls- bezirlen, die e öständige Gemeinden mur­ren, gewählt werden. Ein deuischnauona- ,er Urantrag auf Amnestierung disziplv niecter Beam.ec ging nach »anger und hef- iigec Dekane zur weiteren Erledigung an den Deamtenausschuß.

Volksbegehren zu informieren. Warum ich als kommunistischer Abgeordneter und Beauftragter der Kommunisttschen Pattei hier gesprochen habe, das, verehrte Bürgerschaft, lesen Sie in der „Roten Fahne" und in der „Welt am Abend". Der Redner schloß mit den Wotten: „Mit fräftigem „Rot-Front" auf Wiederhören!"

Wie der „Montag" meldet, hat die Ab­teilung I A des Polizeipräsidiums gegen die Teilnehmer des kommunistischen Hand­streichs auf den Berliner Rundfunk ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen den Landtagsabgeordneten Schulz, der noch nicht ausfindig gemacht ist, soll wegen Hausfriedensbruchs und groben Unfugs vorgegangen werden. Die drei anderen Personen, die an der Entführung des „VorwättS"-RedakteurS Schwarz beteiligt waren, sowie der Chauffeur werden sich wegen Freiheitsberaubung und Rötigun g zu verantworten haben, falls es der Polizei gelingt, ihrer gabyaft zu werden. Aach einer Mitteilung der Direk- lion der Berliner Funkstunde wird Oer An- Säger Janisch von seinem Posten abgelöst

Anzeiger für (das frühere knrhessifche) Oberhesfen

Anzeiger der amtNche« Bekannlmachnnge« für Stadt und Kreis Marburg

Eröffnung »er.M"

Berlin, 7. Okt. Unter außerordentliche Beteiligung von vrominenten Vertretern der Reichs- und Staatsverwaltung, der städtischen Körverschasten, der Divlomatie und der Presse ist beute vormittag die „Jia Berlin 1928“ der Oellentlichkett übergeben worden. Der Be- grübungsansvrache des Oberbürgermeisters Böß folgte die Eröffnungsrede des Refchsver- kebrsmtnisters v. Guerard, der die Grüße des Protektors der Ausstellung, des Reichsvräfi- denten v, Hindenburg, übermittelte und im Namen der deutschen Reichsregierung ganz be­sonders die zahlreichen ausländischen Gäste willkommen hieß.

Das Schnauben flutens in Berlin.

Berlin, 7. Okt. Das Schvaubenflugt zeug des spanischen Fliegers de la Cterva rst heute nachmittag gegen 4 Uhr im Zen- tralflughaven Tempelhvf glücklich gelandet. Eine große Menschenmenge begrüßte das außergewöhnliche Flugzeug, das unter stän- drgen Umdrehungen der wagerechten Wind­mühlenflügel fast senkrecht elegant nteder- grng. Am Montag nachmittag um 4 Uhr wird de la Cierva den Berlinern Demon­stratio nsflüge vorführen und seine Ma­schine in ihren Einzelheiten zeigen.

Die australischen Luststrektkräste.

ff. Canberra. 8- Okt. Luftmarschall Sir John Salmond erklärte in seinem Bericht an die australische Regierung über die australi- schen Luststreitkräfte, infolge des veralteten Tvvs der im Dienst befindlichen Flugzeuge and des völligen Fehlens von Reserveausrüstungen seien die austtalischen Luftstreitkräfte nicht in der Lage, an militärischen Operationen des Heeres und der Flotte wirksam teilzunehmen. Salmond verlangt energische Verbesierungs- maßnabmen und tritt für Durchführung eines Programms eltf, das sich Über 9 Jahre erstreckt und 139 000 Pfund Sterling kostet.

Das amerikanisch: Marineamt bestellt zwei Lnftkreuzer.

Washington, 6. Okt. Marinesekre­tär Wilbur hat der Goodyear Zeppelin- Company in Akron, Ohio, den Auftrag zum Bau von zwei Marineluftkreuzern vom Zeppelintyp erteilt. Die Goodyear Zeppelin Company, eine Tochtergesellschaft der Goodyear Rubber Company, hatte bet dem vom Marineamt ausgeschriebenen Wettbewerb für den Bau der beiden Lust- schifje das günstigste Angebot eingereicht.

Erklärung Kelloggs übrr seinen Rücktritt.

Washington, 6. Okt. Die An- kündtgung Kelloggs, daß er nach Ablauf der Amtszeit des Präsidenten Coolrdge zurücktreten werde, ist vielfach mißverstan­den worden. Der Staatssekretär sieht sich daher veranlaßt, seine Erilärungen dahin zu ergänzen, daß er nicht habe sagen wollen, er werde es unter allen Umstän­den ablehnen, länger als Präsident Coo- lidge im Amte zu bleiben; er habe ledig­lich feststellen wollen, daß es üb.ich sei, daß alle Minister und Diplomaten nach Ablauf der Amtszeit des Präsidenten, der sie er= ernannte, ihre Aemter nieder legen.