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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen
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Furchtbarer Theaterbran- in Maörib
Ein von 3000 Zuschauern besuchtes fünjstöck ges Lbeater vollständig nledergedraunt Man rechnet mit Sunderleu von roten
st. Madrid. 24. Srvt. Im Tbeaker Jto. pedades" brach gestern abend kur, vor 9 Uhr am Ende der letzten Panse
Fener auf der Bühne
tu«. Die Besucher im Parkett und in de« ersten Ranglogen konnten den Zuschauerraum «»lasse«, bevor die Flamme» diese» ergriffe». Das Feuer verbreitete fich mit grober Schnelligkeit, da die Baulichkeiten sehr alt und ms Sol, waren.
Ls entstand eine furchtbare Panik, hei der viele Menschen ,» Bode» getreten wurde«.
Bis M llbr früh wäre« 20 Tote festgestellt. Zahlreiche Ovfer liege« «och ««1er den Trümmer«. Um 1 Uh früh hatte das Feuer auch de« SäuserbloS um da» Theater Hern« ergriffe«. I« de« Rettungsstationen «rdrn über 200 verletzte behandelt, 80 da« w« schweben in Lebensgefahr. Unter den Tote« befinde« fich zahlreiche Kinder.
Die Zahl der Tote« la«» »och nicht festge- ßrllt werden, aber man «eist, daß mehrere Snndert Zuschauer i« de» obere« Rängen des Theaters etngeschlofie» waren, die fich nicht «ehr in» Freie retten konnten'
fk. M a d r i d. 24. Sept. Das alte Theater „Rovedades" war das größte Theater Madrids. Es war ein sechsstöckiger Dau. in dem sich zur Zeit der Katastrophe 3000 Personen befanden.
fk. London, 24. Sept. Lieber den Diesen-Theaterbrand in Madrid werden nunmehr folgende Einzelheiten bekannt: Das „Teatro Rovedades" liegt in dem am stärksten bevölkerten Teil der Stadt und war ein altes Holzgebäude. das ringsum von Wohnhäusern umgeben ist. Degen Ende der letzten Pause sprang plötzlich eine große Flamme von der Bühne in den Zuschauerraum über. Die Flamme verbreitete sich mit ungeheurer Schnelligkeit.
In wenige« Augenblicke« brannte« di« alte» hölzernen Einrichtungsgegenstände.
Die Zuschauer, die den Theaterraum bis auf den letzten Platz füllten, stürmten die alten unzureichenden Ausgänge, wobei z<chlreiche Personen zu Boden gerissen wurden. Das Orchester machte den Versuch, mit Musik die Ruhe wieder herzustel- len; aber vergebens. Außer der Feuerwehr beteiligten sich alle verfügbaren Polizeimannschaften und ein Regiment Infanterie an den Rettungsarbeiten. Die Feuerwehr versuchte, den Brand auf seinen Herd zu beschränken, war aber machtlos.
Ma» rechnet mit mehrere« Hundert Todes- ovfer«.
Alle Inhaber der Plätze in den oberen Gängen sind ums Leben gekommen. Rach einer Pariser Meldung aus Madrid schätzt «en die Zahl der Tote« auf etwa 500.
Ring» um das Theater bräunte eia ganzer Häuserblock nieder.
Primo de Rivera und der Bürgermeister ton Madrid besuchten um Mitternacht die Brandstelle.
st. M a d r i d, 24. Sept. 12,45 Uhr früh. Drei der Derletzlen sind gestorben. Die Zahl der festgestellten Toten hat sich in- Lw.schen auf 20 erhöht. Die Zahl der Vpfer unter den Trümmern kann nicht fest- Sestellt werden. Diele Kinder warten bei »en ambulanten Stationen auf ihre Eltern. Die Polizei hat große Schwieng- keiten. um die Menschenmassen außerhalb halb des Theaters in Schach zu halten. Alle in der Nachbarschaft befindlichen Autos wurden zur Fortschaffung der Berletz- ten nach dem Hospital requiriert. Die gesamte Polizei und ein in der Rähe unter- gebrachtes Infanterie-Regiment wurde» Pik Lettungsarbeit aufgerufen.
Die Feuerwehr hat große Schwierigkeiten, des Feuers Herr zu werden, da Die alten Gebäude tote Zunder Brennen. Unter der Toten, die unter den Trümmern liegen, befinden sich zahlreiche Kinder.
Der Brand ist «löscht.
fk. Madrid 24. Cent. Der Brand im Theater „Novedades" und dem angrenzenden Häuserblock ist völlig gelöscht. Das Gebäude, in dem das Theater untergebracht war, sowie die Dächer der angrenzenden Gebäude sind zerstört. Die Löscharbeiten muhten sich im wesentlichen darauf konzentrien, die Flammen, die auf die Gebäude in der Umgebung des Tbeaters Übergriffen, zu ersticken. Die Feststellung der Zahl der Ovfer wird erst im Laufe des heutigen Tages möglich sein, da fast auf sämtlichen Rettungsstationen in Madrid im Laufe der Nacht Verwundete eingeliefrt worden sind. Augenzeugen berichten, dah, als der Theatersaal bereits ei» einziger Brandherd war. noch etwa
30 Personen in Flammen gehüllt fich zwischen den Sitzreihen den Weg znm Ausgang z« erkämvkeu suchten.
Von den zahlreichen furchtbaren Episoden, die sich während der Panik absvielten, wird der Fall eines Zuschauers hervorgehoben, der unzählige Verletzungen erlitt, weil er stürzte und Hunderte von flüchtenden Zuschauern über ihn hinweg stürmten. Ohne sich um seiner eigenen besorgniserregenden Zustand zu kümmern, erkundigte er sich bei seiner Rettung in höchster Besorgnis nach seiner Frau und seinen fünf Kindern, mit denen er ins Theater gegangen war, weil seine Frau gerade ihren Namenstag feierte. Aehnliche tragische Szenen haben sich in grober Zahl abgespielt.
Es sind Pioniere hinzugezogen worden, die grohe elektrische Scheinwerfer am Schauplatz der Katastrophe aufstellen, da die Gas- und elektrischen Lichtleitungen infolge des Brandes abgeschnitten sind. Die Untersuchungsbehörde hat bereits ihre Arbeit aufgenommen. Sie konnten bis zu Trevve vordringen, die nach dem ersten Rang hinaufsührte. Auf einem Treppenabsatz fand der Untersuchungsrichter etwa
25 Leichen, hie hoch aufeinander getürmt waren,
Was Deutschland zahlen soll
200 Milliarden Franken!
Der „Rätin" beschäftigt sich in einem Artikel mit der Frage, welche Summe die Sachverständigen als die Reparationsschnld Deutschlands festsetzen würden. Der „Motin" sutzt dabei auf den Untersuchungen des früheren Direktors der Buchstelle des Reparationskomi- tees, des britischen Mftarbeiters des General Dawes, George P. Auld. Auld geht von der normalen Iahreszahlung von 625 Millionen Dollar aus, beziffert den Iahresertrag der Eisenbahn- und Industrie-Obligationen auf 240 Millionen Dollar und weist aus den im Versailler Vertrag oorgeschlagenen Zinssatz von 5 Prozent hin, um fortzusahren: Wenn man 25 Iahreszahlungen von 625 Millionen Sollet (einschließlich der Herabsetzung der ersten 4 Iahreszahlungen von 240 Millionen Dollar der Berechnung zu Grunde legt) erkennt man, datz unter Berücksichtigung des 5prozentigen Zinssatzes dies einem Kapital von etwa 8 Milliarden Dollar gleichkomnft. Man kann also den ungefähren Betrag, den der Dawesaus-
schuh von Deutschland als Beitrag für den Wiederaufbau Europas hat erhalten wollen, auf 8 Milliarden Dollar beziffern. Das würde bedeuten, so fügt der „Watin“ hinzu, 200 Milliarden Franken. Der fran- zösische ««teil zu 53 Prozent würde sich auf 106 Milliarden Franken belaufen. Festzustellen wäre noch, was Frankreich seinen Alliierten an Kriegsschulden bereits bezahlt hat und noch zu bezahlen haben wird.
Der Stahlhelm für Abänderung der Weimarer Derfasiung.
Der Bundesvorstand des Stahlhelms, der am Sonnabend und Sonntag in Magdeburg tagte, um die Ziele und Weg« feines zukünfti- een politischen Kampfes »n erörtern, bat eine Entschließung angenommen, in der die Bundesführung beauftragt wird, ein Volksbegehren über die Aenderung der Derfasiung des Deutschen Reiches vom 1L August 1919 einzuleiten und durchzuführen.
Da in dem größten Teil der Theaterräumlichkeiten Beleuchtungsmöglichkeiien nicht mehr vorhanden sind, mutzten die llntersuchungsbe- hörden bei Fackellicht arbeiten. Es ist deshalb auch noch nicht möglich, bestimmte Angaben über die Zahl der loten zu machen, die sich unter Umständen noch auf den zu den Rängen hinauffübrenden Treppen und in den Foyers befinden können Man ist der Ansicht, datz im inneren Zuschauerraum nur noch eine geringe Zahl von Toten liegt, datz aber in den oberen Stockwerken, zu denen man bis jetzt noch nicht gelangen kann, eine weit erheblichere Zahl von Todesopfern aufgefunbcn werden wirb. Die Aufräumungsarbeiten und die Bergung der Leichen kann erst beginnen, wenn die Scheinwerfer in Betrieb genommen sind. Die Zahl der Verletzten, von denen der größere Teil nicht bedenklich verletzt ist, beträgt über 200, verschiedene beziffern sie auch mit 300.
Ministerpräsident Primo de Rivera hat im Laufe der Nacht noch einmal den Brandvlatz aufgesucht. Er wies auf Vie Notwendigkeit hin, Matznahmen zu treffen, die ähnlichen Katastrophen für di« Zukunft vorbeugen.
1950 Sole tn Miba
sk. West Palm Beach, 24. Sept. Nach Auffindung von 200 Toten im Pali- canbaq-Diftrikt wird die Gesamtzahl der festgeftellten Toten mit 1950 angegeben.
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8?tniW in Morn
Rom, 23. Sept. Ministerpräsident Senije Io» ist Kestern abend begleitet von dem griechischen Gesandten in Rom und dem italienischen Gesandten in Athen hier eingetroffen. Er wurde von dem Un- terftaatsselretär E r a n d i im Namen Mussolinis begrüßt. Heute wird Mussolini den griechischen Ministerpräsidenten empfangen.
Musiolini und Dcniselos haben heute mittag im Palais Ehigi den italienisch- griechi chen Freundschafts- und Vergleichsvertrag unterzeichnet.
WurikaflArt 6e5 „6rnt »tpptlin" Anfang Skioder
Friedrichshafen, 22. Sept. Wir der Sonderberichterstatter des WTB. erfahrt. find hier ans Amerika Nachrichten über hie beabfichtigten Empfangsfeierüich- keiten für de« „Graf Zeppelin" eingetroffen. Das Luftschiff wird zunächst nach Lakehurst steuern und dort vom amerikanischen Marinestaatssekretär Wilbur empfangen werden. Wahrscheinlich wird die „Los Angeles" dem größeren Schwesterschiff entgegenfahren, das ja auch den Kommandanten der „Los Angelos", Commander Rofendahl, an Bord haben wird. Auch Präsident Cookidg« wird «s fich nicht nehmen lasten, die Besatzung des „Graf Zeppelin" persönlich bei fich zu begrüßen. 3m Anschluß ist dann eine Rundfahrt des Luftschiffes durch hi« großen Städte Amerikas vorgesehen.
Die Produktion des Blaugases hat fich in den letzten Tagen gebestert, so daß fie setzt normal ist. Dr. Eckener rechnet nunmehr damit, daß die Fahrt nach Amerika in der ersten Oktoberwoche nngetreter werden kann.
Re Senstk Lkkhandlnngen om hm Abschluß
Genf, 22. Sept. Rach Erledigung der WrüstungSresoluiion verabschiedete der Abrüstungsausschuß der BölkerbundSversamm- lnng noch den Bericht und den Enb- chlleßungSantrag zu den Musterverträgen ür gegenseitige. Unterstützung. Die Debatte drehte sich fast ausschließlich um die Möglichkeit der guten Dienste deS Rates zur Ueberwindung von Schwierig ketten beim Abschluß solcher Verträge. DaS Kompromiß, daß seinerzeit im SicherheltSkomr- tee. zu dieser Frage gefunden wurde, beruht darauf, daß die guten Dienste des Rates nur in Frage kommen können, wenn sie von allen interessierten Parteien angenommen werden. Diese Auffassung wurde auch heute von dem Berichterstatter Po- litis unterstrichen. Staatssekretär von S l m so n zttierte unter ausdrücklicher Zustimmung zu dieser Auslegung verschiedene Stellen der Resolution, durch die bekräftigt wird, daß die Annahme der guten Dienste des Rates im freien Willen des einzelnen Staates steht. Unter B^ug- nahme auf die Ausführungen von Pani Boncour will Graf Apponih jede Möglichkeit besettitzt sehen, daß etwa brät Staaten den Rat veranlassen können, seine guten Dienste anzubieten. Der ungarische Delegierte brachte deshalb einen Zusatzantrag ein, durch den festgesteltt Mtrd, daß nur „eine der Parteien" sich an den Rat wenden fann. Dieser Zusatzantrag wurde angenommen, um die Initiative dreier Staaten zur Anrufung des Rates auszuschließen. Im Falle eines solchen AppelleS an den Rat kann dieser, tote aus dem heute angenommenen Text von Bericht und Resolution klar hervorgeht, nur bann seine guten Dienste ausüben, wenn alle interessierten Parteien damit einverstandenstnd.
Der dritte Versammlungsausschuß wird am Montag seine Arbeiten abschließen, sodaß die Völkerbundsversammluna sich voraussichtlich am Dienstag im Plenum mit der Abrüstungsfrage befassen und dann wahrscheinlich am gleichen Tage seine Arbeiten abschließen kann.
Der Bürgermeister von Verdun dementiert.
fk. Paris. 24. Sept. Entgegen einer durch die deutsche Presse gegangenen Mel- dun gerklärt der Bürgermeister von Ber- dun. der Abgeordnete Schleiter, es sei unrichtig, daß Touristen in der Gegend von Douaumont Knochen ausgegraben hätten. Er fügt hinzu, dah die deutschen Kriegergräber genau so unterhalten würden, wie die französischen Grabstätten.