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Oberhessische Zeitung, Marburg a. L Mittwoch, »en IS. September 1928

Die glückliche Mutter

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Verlag der Oberhenisdien Zeitung

Telephon 54 und 55

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Wir zählten an manchen Tagen über 120 Angebote auf eine kleine Anzeige.

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Heimatblatt Oberhessens

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enthält daher die Famillen-Hnzelgen und »Kleinen Anzeigen« der Heimat. Das ist immer der beste Beweis, da& ein Blatt in allen Kreisen eingebürgert ist.

Seligenstadt a. M., 18. Sept. Die Frau eines hiesigen Geschäftsmannes be­schenkte ihren Gatten dieser Tage mit dem 23. Spröhling. Don den 23 Kindern sind

Aus dem Westerwald, 18. Sevt. Die wenigen starken Regengüsse, die letzthin nic- dergingen, haben den Flüssen kein Wasser ru- gefübrt. Der ausgetrolnete Boden bat das Wasser gieriq aufgesaugt, die Quellen aber nicht gesveist. Infolgedessen versickern die Quellen immer mehr. Wassermangel macht sich in ständig wachsender Weise im ganzen Westerwald fühlbar. Fast überall warnen die Orlsbehörden vor allzu reichlichem Wasser­verbrauch. Vereinzelt wird bereits nur noch stundenweise Wasser aus den Leitungen ver­abfolgt. Die Bäche, sonst so wasserreich führen nur noch kleine Rinnsale zu Tal. Leider geht dadurch auch der Fischbestand fast ganz zu­grunde zumal auch bei der ständigen scharfen Bestrahlung der Wasserflächen der Sauerstoff- gebalt des Wassers immer mehr zurückgeht.

(Sieben, 17. Sept. Dieser Tage fand im Kloster Arnsburg bei Lich eine Ver­sammlung von Milchproduzentcn aus ver­schiedenen Orten im südlichen Teile des Kreises Gießen statt, die sich mit der Frage des Milchpreises beschäftigte. Zn der Ver­sammlung wurde lebhaft Kritik geübt an der starken Differenz des Milchpreises zwi­schen Stall- und Stadtpreis, die darin zum Ausdruck kommt, daß der Stallpreis pro Liter 17 und 18 Pfennig beträgt, während der Stadtpreis 32 und 34 Pfennig pro Liter ausmacht. Es wurde gefordert, die Spanne zwischen Stall- und Stadtpreis wieder auf 12 Pfennig pro Liter zu ver­ringern, d. h. den Stattpreis dementspre­chend zu erhöhen, sodaß die Molkereien nicht mehr 18 Pfennig, sondern 21 Pfennig pro Liter zahlen sollen. Um den Forderungen Nachdruck zu geben, wurde sofortiger Liefer­streik gegen eine Gießener Molkerei beschlossen, der auch seit vorigen Freitag im Gange ist. Die Gießener Molkerei bot daraufhin den Landwirten 20% Pfennig pro Liter 'Sitallvreis jedoch kam eine Einigung nicht zustande, da die Landwirte im Hinblick auf den hoben Stadtpris den Preis von 21 Pfennig vro Liter ab Stall als gerechte Forderung ansehen. Die Angelegenheit soll nunmehr durch ein Schieds­gericht erledigt werden.

Wetzlar, 18. Sept. Am Samswg fuhren zwei Radfahrer auf unbeleuchteten Rädern in ein von Hof Haina bei Dieber kommendes Lastfuhrwerk mit zwei Pferden, das ebenfalls keine Laterne führte. Die scheuenden Pferde gingen hoch und rissen die Radfahrer unter ihre Hufe, so daß die Unvorsichtigen übet zugerichtet wurden. Einem.Radfahrer wurde der Arm durch einen Hufschlag gebrochen. Der andere Radfahrer erlitt schwere Schläge gegen den Kopf. Tie Räder wurden zer­trümmert.

Wetzlar, 18. Sept. In Krofdorf (Kreis Wetzlar) hatte sich eine Frau mit ihrem vier­jährigen Kinde auf den Kirchhof begeben. Das Kind machte sich an einem Grabe zu schaffen, als plötzlich der schwere Grabstein mnstürzte und das bedauernswerte Kind unter sich begrub. Mit schweren Derletzungen, die

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A. Sportabreichenvürfungen:

1. Donnerstag, den 20. Sept. 18 llbr Stadion; Letzte Prüfung in Leichtathletik.

2. Donnerstag, den 27. Sept. 18 llhr Station; Letzte Prüfung im 10 000-Meter-Lauf.

3. Radfahren: Bei genügender Beteiligung soll noch ein Termin eingelegt werden. Ver­bindliche Anmeldung im Geschäftszimmer des Stadtverbandes bis 23. Sept, erbeten.

B. Turnhallen-Berteilun«.

Die Vereine werden gebeten, ihre Wünsche bezüglich der Turnhallenverteilung dem Stadt, verband zum 28. Sept, mitzuteilen unter An­gabe der Stärke der Uebungsabteilungen.

C. Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft.

Die Vereine werden gebeten, den durch Be­schluß der Jahreshauptversammlung festge­setzten Beitrag für die D. L. R. E. in Höhe von 5 Mark, bis zum 15. Okt. 1928 zu überweisen.

D. Lichtbilder- Vortrag.

Professor Dr. Jaeck wird im Laufe der Monats Oktober einen Vortrag über die Olympischen Spiele in Amsterdam halten. Teilnebmerzabl beschränkt. Die Vereine wer­den gebeten, bis zum 1. Okt. 1928 ihren Be, darf an Karten anzumelden. A. E.

Motorsport

Anschluß des D. M. B. an den A. v. D.

Nachdem der Automobilklub von Deutsch­land, der Entwicklung des KraftfahrwesenS Rechnung tragend, im Frühjahr d. 2. seine Satzungen umgestaltet und über die engen Grenzen seines gesellschaftlichen Klublebens hinaus eine umfassende Reichsorganisation für Automobilwirtschaft und -Sport geschaffen hat, sind zunächst über 50 Landes-, Provinz- und Städteklubs diesem Derband« beigetreten.

Am Sonnabend, dem 15. September 1928, hat nunmehr auch der Deutsche Motorrad- fahrer-Derband (D. W. D.) beschlossen, in den Derband des A. v. D. einzutreten, um zur Dereinheitlichung der Organisation deS gesamten deutschen Kraftfahrwesens beizu­tragen.

Durch den Eintritt des D. M. D. in deir Derband des A. v. D. wird die Selbständig­keit und das Eigenleben des D. M. Ä. nicht berührt. Der D. M. D. bleibt nach wie vor der Spezialverband für die deutschen Motor­radfahrer, der A. v. D. für die Kraftwagen« fahrer.

noch elf am Leben.

steht int 44. Lebensjahr; sie ist bereits Groß-

ist der

moderne Vermittler für den weitschauenden Kaufmann.

ein Aufkommen kaum wahrscheinlich machen, wurde es in die Gießener Kttnik gebracht.

Frankfurt, 17. Sept. Auf der Hanauer Straße verunglückte ein junger Mann und seine Braut mit dem Motorrad. Die beiden jungen Leute wurden in bewußtlosem.Zustand aufgefunden und wurden nach dem Kranken­haus verbracht. Dort sind sie ihren Ver­letzungen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, erlegen. Es handelt sich um den Kaufmann Heinrich Pahl und seine Braut Auguste Schultheis. In einer Fabrik in der Schielestraße geriet ein Arbeiter in einen Treibriemen. Dabei wurde ihm ein Arm aus- gerissen und auch sonst erlitt er noch schwere Verletzungen, sodaß er alsbald verstarb.

Kahla. M 18. Sept. Ein junger Schiefer- Leckergeselle war mit Ausoesserungsaibeiten auf dem Dache der hiesigen Pfarrkirche be­schäftigt. Bei dem Versuch, feine Leiter höher zu hängen, stürzte er kopfüber vom Kirchdach herunter und blieb am Schneegitter des Daches hängen. Außer einer Schnittwunde am Ober­schenkel hat er keine Derletzungen davon­getragen.

St. Goar, 17. Sept. Das Auto des Be­sitzers Adam Schäfer aus Arheiligen bei Darmstadt, in dem sich fünf Personen befanden kgm oberhalb von St. Goar in einer Kurve ins Schleudern und überschlug sich. Hierbei wurden sämtliche Insassen herausgeschleudert. Der Besitzer und Führer des Wagens war so­fort tot, ein Kind wurde schwer verletzt, die übrigen Insassen wurden teils schwer, teils leichter Natur von dem Unfall betroffen. Die Insassen eines Autos aus Oberlahnstein leisteten die erste Hilfe.

Andernach, 18 .Sept. Bei dem Ort Namedy an der Bahnlinie KölnKoblenz werden seit einiger Zeit durch ö'kne Re­magener Firmd größere Gleisaibeiten aus- gesührt. Unter den dort beschäftigten Ar- heitern entstanden ernstliche Differenzen, die sich schließlich zu einem wilden Teil- streik und zu bedrohlichen Ausschreitungen zuspitzten. Ein ehemaliger Reichsbahn­beamter aus Trier, der als Schachtmeistev und zugleich als Kantinenwirt der Kolonne angehörte, war die Haupttriebfeder des Konfliktes. Der auch mit der Lohnver­rechnung betraute Schachtmeister sollte, da er angeblich diejenigen Arbeiter, die in sen- nem Kantinenbetrieb die besten Kunden waren, bet der Anrechnung von Neber- stunden und sonstigen Vergünstigungen be­vorzugt hatte, entlassen werden. Er brachte nun eine Gruppe von etwa 40 Arbeitern auf seine Seite, die, mit Pickeln, Knüppeln und Schienenteilen bewaffnet, im ange­trunkenen Zustand die zahlenmäßig weit überlegenen Arbeitswilligen angriffen. Diese setzten sich energisch zur Wehr, wo­bei einige Personen leicht verletzt wurden. Polizei aus Andernach-Stadt und Ander­nach-Land sowie die Landjäger des Krei­ses mußten herbeigerufen werden, um die die Ruhe wiederherzustellen. Da die Sicherheit des Eisenbahnverkehrs durch eventuelle Sabotageakte gefährdet ist, wer-

mutter.

Hersfeld, 17. Sept. In dem tau­sendjährigen Lullusstädtchen feierten die kurhessischen und waldeckischen Posaunen­chöre zum ersten Mal ein Landesfest. Rund 550 Posaunenbtäser von etwa 150 Po­saunenchören gaben sich ein Stelldichein. Nachdem am Sonnabend abend unter der persönlichen Leitung des 71jährigen Po­saunengenerals D. Kuhlo-Be.hel das ge­meinsame Spielen eingeübt worden war, w'w- e der Sonntag mit feierlichem Choral­blasen von dem Turm der Stadtkirche und vor den Toren der Stadt eingeleitet. Der Festgottesdienst in der geräumigen Stadt­kirche sah ein übervolles Gotteshaus. Gene- ralfuperintendent D. Fuchs-Kassel, der die Festpredigr hielt, wußte den einzelnen Phasen des Lebens: Geburt, Taufe, Kon­firmation, Beruf, Lebensgemeinschaft, Lebens­abend und Heimgang, ergreifenden Aus­druck zu geben. Anschließend gab es eine noch stärker besuchte Kundgebung au- dem Marktplatz. Aus über dreihundert fein ab- gestimmten Instrumenten erscholl in einer Reihe von Chorälen ein gewaltiges Be­kenntnis zu Gott und für Gott über den weiten Platz und pflanzte sich bis in d:e entlegensten Gassen fort. Mit einer er­greifenden Gefallenenehrung, während der die Posaunenbläser gedämpft den alten Kameradenmarsch zu Gehör brachten, fand die Kundgebung ihren Abschluß. In der Stiflsruine berebtie dann das Posaunenfest etwa 5000 Besucher, eine Zahl, die hier wohl bet kaum einer Veranstaltung bisher erreicht worden ist. Posaunenvortiäge, Männerchöre und Gemeindegesaiig umrahm­ten Ansprachen. Von ergreifender Wirkung war das Schlutzgebet von Herrn Pastor D. Kuhlo, das er mit einem Posaunensoli einleitete und darin ausklingen ließ. Der Abend brachte in der Kirche noch eine musikalische Feierstunde. Tas berühmte Hornsextett von Pastor D. Kuhlo brachte in alten und neuen Kirchenliedern einen Gang durch das Kirchenjahr zunw einzig­artigen Vortrag. Der Montag brachte die geschäftlichen Beratungen, die dem Ausbau und der Vertiefung der Posaunensache in Kurhessen uund Waldeck gewidmet waren.

Hersfeld, 18. Sept. Gestern abend um i/27 Ähr schlüpften zwei fünf- bis sechsjährige Mädchen unter einem Schlagbaum an einer FMüberführung in der Nähe der Station Oberhaun bei Hersfeld durch. Sn dem­selben Augenblick kam ein Schnellzug ange­fahren. Eines der Mädchen konnte noch das Gleis passieren, während das zweite von der Maschine erfaßt und schwer verletzt wurde. Das Mädchen ist inzwischen seinen Derletzun­gen erlegen. ___________________

hat unbestritten die grSOte und gröDtmSgliche Auflage im gesamten (früher kurhessischen) Oberhessen.

Sie wird von Haus zu Haus gelesen.

den die Bahngeleise streng überwacht. Po- lueibeamte, mit Karabinern bewaffnet, uw ternebmen ständige Patrouillengange und richteten in Dem Ort ein Wachlokal ein. In Der Ortschaft Mayen war es mehrfach zu Zusammenstößen zwischen den Ärbettern gekommen, die jedoch keine ernste Entwick­lung annahmen. Verhaftungen .wurden nicht vorgenommen, doch wurde eine An­zahl Beteiligter wegen Sabotageversuches und Aufwiegelei zur Anzeige gebracht.

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SMiMMü und NnMambteie