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Lbsvhcssische Zeitung, Marburg a. v. Mirewsch, ben 19. September 1928
Wirtilkmt und Kandel
Berliner Börsenbericht vom 18. Septbr.
Im Gegensatz zu gestern konnte man heute an der Börse von einer Beteiligung außenstehender Kreise kaum noch sprechen. Die Unternehmungslust war wieder äußerst klein, selbst die Spekulation ging, rn Anbetracht der ungeklärten Geldmarktlage, keine neuen Engagements ein. So lagen trotz der enormen Festigkeit gestern in New- tzork die ersten Kurse recht umsatzlos. Selbst die gestrigen Schlußnotierungen konnten sich nicht immer behaupten, da aus fast allen Märkten eher Ware heraus kam, doch gingen die Abweichungen im allgemeinen nicht über 1 Prozent hinaus. Geld blieb unverändert angespannt, besonders Tagesgeld war mit 6 bis 8 Prozent gesucht, aber auch Monatsgeid mit SVi bis 9V1 Prozent kaum zu haben, Warenwechsel etwa 7 Prozent.
Berliner Devisenbericht vom 18. Septbr.
Helfingfors 10,555—10,575; Men 59,06 bis 59.18; Prag 12,426—12.446; Budapest 73,06 bis 73,20; Sofia 3,027—3,033; Holland 168,08 bis 168,42: Oslo 111,79—112,01; Kopenhagen 111,81-112,03; S ockholm 112,20—112/2; £ m don 20.336—20,376; Buenos Aires 1,763 bis 1,767: Rewhork 4.1925—4,2005; Belgien 58,27 bis 58,39: Ställen 21,905—21,945; Paris 16,37—16,41: Schweiz 80 67—80,83; Spanien 69,33—69,47; Danzig 81,26—81,42.
Berliner Börsen-Nurszettel
der „Oberhessrschen Zeitung".
ff>tid)dtteflang: abxelchwächt.
18.9.
17.9.
18 9.
17.9.
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183
vblch. Kaksw. 111*/.
112*1.
pamb. Hochb.
77*1.
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I.D. Webel. 38
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Nordd. Vlonb
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Allq. EI.-Gei. 184’/, Bergmann El. 1' 7
185*1.
Berlin
297
301
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Comm.-u.Vr.
189
189*,4
El. Licktii ütr. 218*/.
222*/.
Tarrn ft. Bank
280
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itzelten^Euill. 154
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Teutlche Bank
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169
Gei. i. el. Unt. 273
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TIsk.-Komm.
165*;.
165*/,
Sckuikert E. 201
202*,1.
Tresbn. Bank
171*/.
171*14
Siemens & H. 379*/,
384*j,
Buderus Eil.
84*1.
86*/.
Vinfe & <5ofm. 68
69
Eelienk.-Bgw.
125*;,
126
Adlerwerke 13:,*/. 136
ßarp. Bergb.
148*1.
—»
BI.-Karlsr. I. 72
73*/.
Pille Braunk.
254*i.
256*1.
L. 28me & Co. 250
255*/.
Klöckner.'Mk.
120*/,
122
Or. & Rappel 117*1.
118*1.
Saurabüfte
71*1,
72
Hirlck, Rupfet 137
135*1,
Mannesmann
136
136*',
Nordd. Wolle 194*,,
105’/,
Ob. Eif.-Bed.
105*i,
105*/.
Stöbt, Kg. |248
250*/,
VbönixBergb.
91’/,
92
Gbarl. Wafserst27*i«
128
Nb. Stablio.
142
145
Tt. Atl.-Tel. ‘142
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A.Nfeb.Mont.
154
157*/.
Dtfck. Erdöl st38st, 140
Dunam. Nobel U U. Farbtnd.
122'14 26b’/,
123’/, 264*1.
Dtfch. Petrol 86*„
86,5
Weitere Kursmeldungen:
Echutzgeb.-A.
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4*/, Ung.Kron <•/» lütt. 3- H D.Estenb.-Eetz Anatolier 11
Bagdad II Oester. Kr.-A Wien. Banks. Tiamonb Otosi M.u.L. Barm. Banks. Bapr. u. iß. £>.
6,90
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Mitteld.Er.B.
198
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Fif.lvk.P.LW.
71
71
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26,75
Hol,mann Pb.
140*!.
141
2,45
2,35
Naliw. Aicksl.
280
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11,13
12,25
Vabmepet&G.
176-/.
175*|.
89
89
Mausf. A.-G.
114
113*/«
22,12
22,30
Peters Union
107
106*/,
11,50
11,38
Rütgerswerk
104
106-/«
34,88
34,88
R.StackLCie.
90'/.
90',«
15,25
15,38
V.D.Nickelw.
170
1.0
17*/,
17*/,
Ver. Stablro.
95*1,
96
53’/.
53
VoigtLHäffn.
213
213
144
143
Wefteireqelu.
283*/,
287*/.
165’/«
167'/.
Zellit. PBalbh.
285
287
Bertanfsturfe der Landeskrebitkasie jn Kassel
lfreibleibend!
8*/,ige Dold-Hypoth.-Pfanddriefe, Reihe 1, 8*/,ige Dold-Hypoth.-Psanddriefe, Reihe 2, 8*/,ige Eold-Hypoth.-Pfandbriese, Reihe 7 < •/,ige Eold-Hypoth.-Piandbriefe, Reihe 4, 6*/.ige Lold-Hypoth.-Pfandbriese, Reihe 3, 8e/«ige Eold-Komm.-Schuldserschr. Reihe 1,
99,00 •/, 99,00
98,00«/,
93,00 •/,
87,00 •/,
96,00 •/,
Warenmärkte
Berliner Getreide markt vom 18. Septbr.
Aetreide in 1000 Kilogr.. Ri-Pl und Fuller- mittel ie 100 Kilogramm.
Weizen 206—209, Roggen 210—213, Wintergerste 200-208, Hafer 191—201, Mais 205—207, Weizenmehl 26—29,25,
Roggenmehl 27,50—30, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25—14,50.
Die gestern stark gestiegenen Preise liegen weder die Mühlen noch für ben Export Rechnung, heute lag zu etwa 3 bis 4 Mark niedrigeren Preisen toteben reichlicheres Angebot vor. Der Preisrückgang betraf sowohl Weizen als auch Roggen und zwar waren vor allem die Lieferungspueise stärker gedrückt. Ebenso wie Brotgetreide war auch Hafer heute eher wieder' reichlicher angeboten, der Konsum kauft bei den gestiegenen Preisen nur äußerst vorsichtig. Gerste ruhig, in den Preisen wenig verändert.
Frankfurter Getoeivemarkt vom 18. Sept.
Weizen 22,25—22,50; Roggen 22; Sommergerste für Drauzwecke 26; Hafer 21,75—22,25; Ma's 20; Weizenmehl 33—3350; Roggenmehl 30,75—31,25; Weizenkleie 12,90; Roggenkleie 13.25; Erbsen 32—55; £insen 50—95; Heu 9,50—10; Weizen- und Doqgenstroh 4, 2,75 bis 3,75; Treber 18,25—18,50.
Herbstmesse von Frankfurt a. M. 1928.
Gegenüber den alarmierenden Mitteilungen über Aufhören der internationalen Messe von Frankfurt a. M. erfahren wir aus einem Esperanto-Prospekt über die Organisation der nahen Herbstmesse von Frankfurt a. M.: Die allgemeine Messe findet vom 30. September bis 3. Oktober statt. Man veranstaltet wahrend der gleichen Zeit eine technilche Messe in der großen Festhalle. Jene Ausstellung umfaßt Maschinen, Apparate und Werkzeuge zur Bearbeitung von Metall und Holz. Dom A. September bis 9. Oktober findet auch eine internationale Messe von Rahrungs- und Ge- nußmitteln statt; schließlich am 9. Oktober ein „Getreidehandelsiag" der Frankfurter Börse. Die bis jetzt erfolgten Eintragungen lassen einen guten Besuch der Messe voraus'ehen. Die Besucher genießen verschiedene Dergünsti- gungen und Fahrpreisermäßigung für verschiedene Dahnen. Um Auskunft in allen Hauptsprachen und in Esperanto wende man sich an das Meßamt (Esperanto Fako) Hans Offenbach in Frankfurt a. M
Mndermarkt in Gießen vom 18. Septbr.
Auf dem heutigen Dindermarkt waren 1 313 Stück Großvieh und 250 Kälber zum Berkaus gestellt. Bei schleppendem Handel bis zum Schluß verblieb äleberstand. Es kosteten: Kühe, 1. Qual., 500—650 Mk.. 2. Qual. 350 bis 450 Mk., 3. Qual. 150—250 Mk., 1-2- jährige Rinder 120—220 Mk., Kälber 55—70 Psg. je Pfund Lebendgewicht. Bessere Tiere erzielten Preise über Notiz.
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EantoirWtW
Generalversammlung der südwestdeutschen Milcherzeuger.
Auf der Generalversammlung des Südwestdeutschen Verbandes der Milcherzeuger in Freiburg i. V.. auf der Hesfen-Nassau, Baden, Bayern und Württemberg vertreten warpn, wurde in einer Entschließung Betont, daß mit allen Mitteln die bestehende Planlosigkeit auf dem Gebiete des Milchabsatzes und der Milchverwertung bekämvft werden müsie durch Schaffung zweckentsvrechender Absatzeinrich- tungcn und Derwertungsinstitute. Hierbei müßten alle Faktoren, Staat, Landwirtschaft und Wirschaftsgruoven, zusammenwirken.
eitutt «n» Rrm
Abzüge ohne Nachweis.
Ueber den Pauschsatz für die Grundsteinlasten, die nicht aus Steuerlasten bestehen haben eine Reihe von Landesfinanzämter gleichlautende Bestimmungen getroffen. Es sind dies Darmstadt, Hannover, Karlsruhe,
Kastel, Königsberg. Nürnberg, Stuttgart und Würzburg. «Zur Ermittlung des Reinertrags der bebauten, nicht zwanasbewirschafteten ©runbftürfe können für diese Lasten, Nebenleistungen, Jnstandhaltungskosten uiro. sowie für Abnutzung 25% des durchschnittlichen jährlichen Robertrags ebne Nachweis abgezogen werden. Dies gilt für die Hauptteststellung der Einheitswerte nach dem Stande vom 1. Januar 1928 und spätere Neu- und Nachfeststellungen.
--♦--
ßsMKulrraÄMltrr
X Ter Forstrat Dr. Karl Abetz in Karlsruhe ist vom 1. Oktober d. IS. ab zum Borstande der Braunschweigischen Forfteinrichtungs- und Forstlichen Versuchsanstalt mit der Amtsbezeichnung „Forsteinrichtungsdirektor" berufen worden.
X Der Münchener Internist, Geh. Rat Prof. Dr. med., Dr. für. h. c., Dv. phil. h. c. Friedrich v. Müller, ist aus Anlaß seines 70. Geburtstages von Der Chemischen Abteilung der Münchener Technischen Hochschule zum Ehrendoktor ernannt worden.
X Dem Vorstände in der Allgemeinen Versuchsanstalt für Lebensmittel in Wien, Dr. Josef König, ist anläßlich seiner Versetzung in den dauernden Ruhestand der Titei eines Hofrates verliehen worden.
Mlmfcklm
*♦ Olding, Dr. Heinz, DaS Abrüstungsproblem. Eine Material» sammlung. 1928. Berlin W. 35, Zentralverlag G. m. b. H. Preis M. 2,—.
Zur rechten Zett erscheint eine Maierial- sammlung über die wichtigste Aufgabe der internationalen Politik, „Das Abrüstungs- Problem" betitelt. Dr. Heinz Olding, ein genauer Kenner des gesamten Materials, bietet auf 60 Seiten eine wenn auch nicht lückenlose, so doch durchaus ausreichende, zuverlässige Sammlung der Dokumente zur Abrüstungsfrage, 38 an der Zahl, bis zum Kelloggpakt. Ein« knappe Einleitung erörtert die Notwendigkeit der Abrüstung, vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen. Ein historischer Ueberblick folgt. Ter Staud- punkt der verschiedenen Staaken zu der Ab- rüstungsfrage wird dann, vielleicht etwas zu schlagwortartig, vargelegt. Ein paar Seiten sind der Abrüstung Deutschlands gewidmet. Ein recht aufschlußreiches Kalendarium der wichtigsten Daten der Abrüstung, seit dem 22. Januar 1917, wo Wilson vor dem Senat die allgemeine Abrüstung nach dem Kriege verlangt, schließt den ersten, mehr erörternden Teil. Das Büchlein will, wie das Vorwort sagt, der Tagespraxis dienen. Zweifellos ist es als ein sehr brauchbares Nachschlage- und Orientierungswerk zu benutzen. Jedem politisch interessierten Zeitungsleser kann es empfohlen werden.
9ns Wörter Mlo-MWUM
Mittwoch, Mn 19. September.
12.15-12.45: Schulfunk: Französisch. - 15.05—15.35: Stunde der Jugend: AuS dem Buch der Sage und Geschichte: „Bon fahrenden Schülern", Vortrag für Kinder vorn 10. Jahre ab. — 15.55—16.05: HuS- frauendienst. — 16.35—18.05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. — Jn der Pause: Dereinsnachrichten und andere Mitteilungen. — 18.10—18.30: Bücherstunde. — 18.30—18.45: Uebertraaung von Kassel: „Fünfzehn Minuten Ratschläge für Frau und Kind". — 18.45—19.15: „Der Kampf gegen den Rückkoppler", Vortrag. — 19.15 bis 19.30: Senckenberg-Viertelstunde: „Einfluß des Menschen auf die Verbreitung der Pflanzen", Vortrag. — 19.30—19.45:
Nachdruck verboten.
9m SMSbreitr
Roman von Euido Kreutzer.
10. Fortsetzung.
Rena Link toar hochgeschnellt, tat ein paar rasche Schritte, verschanzte sich hinter einem Sessel, dessen Lehnen sie umklammerte.
Ihre Worte bäumten sich unter der Peitsche hahzitternden Widerwillens.
„Sie werden nicht zulassen . . . Pah — wer sind Sie, daß Sie sich anmaßen, über das Tun und Lassen meines Verlobten zu urteilen und zu entscheiden?!"
„Ich bin der Konsul Juan d'Arzilla, dessen Vermögen auf dreihundertundzwan- zig Millionen Escudos geschätzt wird!". . . sagte er ganz still, doch mit einer «Stimme, aus deren Klang sie ein eisiger Hauch anwehte . . . „Für die Begriffe dieses verarmten Deutschland immense Summen. Fügen Sie sich nicht freiwillig meinen Wünschen. dann werde ich die ganze Stohkrast dieser dreihundertzwanzig Millionen Escudos daransetzen. Sie von der Seite des Rittmeisters von Pskem fortzureißen und ihm, den das Schicksal ohne mein Zutun schon fast völlig vernichtete, den letzten Rest zu geben. Veld ist die einzige Macht der Welt und wandelt jeden Wahnsinn zur Wahrheit. Entweder ich benutze die günstige Konstellation des gestrigen Zufalls in Hamburg und kaufe mir einige Menschen, Die mit den heiligsten Meineiden oer Welt und hundert vernichtenden Einzel
heiten beschwören, daß sie Augenzeugen waren, als Ihr Verlobter eigenhändig die Sattelgurte durchschnitt. Oder ich wähle den einfachren Weg und dinge mir ein paar verzweifelte Gesellen, denen ein Menschenleben nicht viel gilt. Oder ich finde eine dritte oder vierte Lösung. Zu welcher Sie mich aber auch zwingen — sie wird mich zum Ziel führen."
„Sie — sind wahnsinnig!"
„Ich bin das, was mein Verlangen nach Ihnen aus mir gemacht hat!" . . . jagte er heiser und bekam die Augen nicht los von . . . „Ich habe ein Jahr hinter mir, das mich durch alle Höllenqualen peitschte. Und keinen Mann gibt es, an dessen Seite ich Sie dulde. Jeden würde ich vernichten — und mühte ich dabei selbst zugrunde gehen. Jetzt, wo die Vorsehung mir zu Hilfe kam und euch beide schon halb voneinander gerissen hat — jetzt will ich die Entscheidung; und erzwinge sie; sei es selbst mit Mitteln, vor denen Sie schaudern. CS geht um Sie! Ihr Besitz heiligt jedes Wittel und rechtfertigt jede Tat — und wäre selbst mit dreihundertzwanzig Millionen Escudos nicht zu hoch bezahlt. Denn mir schleicht das Blut nicht schläfrig durch die Adern wie euch kühlen Nordländern — ich bin Portugiese! Romane! Und die Frauen uns seit je als die Krönung unserS Dasein. Wie Sie es auch mir jetzt gelten . . . Laufen Sie zur Polizei, schreien Sie allen Menschen ins Gesicht, was ich gegen diesen Herrn von Vskem plane. Ich fürchte mich nicht. Denn niemand wird Ihnen glauben. Man wird lachen über Sie — solange
lachen, bis man eines Tages das Lachen vergißt. Doch dann ist es zu spät."
Der Konsul d'Arzilla strich sich langsam über die Stirn, als zwinge er sich aus dem Paroxysmus aufgewühlter Leidenschaften wieder in die Gegenwart zurück. Nur seine Augen bleiben verschleiert und flackernd.
„Sie lieben Ihren Verlobten. Heute wenigstens glauben Sie ihn noch zu lieben und wissen nun. daß Sie sein Leben und sein Schicksal in der Hand halten. Vergessen Sie das nicht. — "Während der nächsten Woche werde ich Sie nicht sehen. Aber ich gebe Ihnen solange Frist, inzwischen Ihre Verlobung zu lösen und an Stelle des Rittmeisters von Vskem den Konsul d'Arzilla offiziell vor aller Welt als Ihren künftigen Gatten anzuerkennen. Tun Sie das nicht, so müssen Sie selbst Beurteilen, ob Sie Kraft genug besitzen, für den Rest Ihres Lebens das auf Ihr Gewissen zu nehmen, was Sie durch Ihre Weigerung unentrinnbar herausbeschwören."
Er griff in die Tasche, zog den Schlüssel hervor, schloß die Tür auf, öffnete sie west, trat zur Seite und verneigte sich stumm und respektvoll.
In seinem fahlgelben Gesteht — mit der blauscharfen Markierung her Rasierlinie und den Verräter.schen Tränensäcken unter den Augen — regte sich jetzt nichts mehr.
VI.
Als der Rittmeister von Vs-em die Garderobe seiner Braut und das „Esplanade- Theater" verlassen, trieb er im kochenden Menschenstrom d.e licht übergrellte Fried-
Nr.
Französische Literaturproben. — 19.45 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. — 20.15: Bunter Abend.
Donnerstag, »r« 20. September.
13.30—14.30: Uebertragung von Kassel; Mittags-Konzert des Rundfunkorchefiers. — 15.05—15.35: Stunde der Jugend: Aus den Kindheitstagen wichtiger Erfindungen: „Das Gold", Vortrag für Kinder vom 12. Jahre ab. — 15.55—16.05: Hausfrauendienst. — 16.35—18.05: Konzert de? Rundfunkorchesters: Neue Tanzmusik. — Jn der Pause: Vereinsnackrichten und andere Mitteilungen. — 18.10—18.30: Les «stund«; „Zwischen Himmel und Erde" von Otto Ludwig. — 18.30—18.45: Uebertragung von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund: „Die Anlage von Erdbeerbeelen", Vortrag. — 18.45—19.15: Uebertragung von Kastel: „Johann Sebastian Bach'S Leben und Werk", Vortrag. — 19.15—19.45: Schachstunde. — 19.45 bis 20.15: Stunde der Frankfurter Z«j, hing. — 20.15—21.15: Sinfonie-Konzert. — 21.15—22.15: Theodor Fontane. Zum Gedächtnis der 30. Wiederkehr seines Todestages (geft. 20. September 1898). — Anschließend: Uebertragung von Kassel; Spät-Konzert des Rundfunkorchesters.
Geschäftlich« Mitteilungen.
Seit.: Dunlop-Atlas. Seitens der Deutschen Dunlop-Eummi-Compagnie A.-E., Hanau a. M.. wird uns mitgeteilt, daß der Verkaufspreis von Mk. 10.— für den „Dunlop-Atlas" im Matzstab 1:300 000 nur noch bis 30. September 1928 Gültigkeit hat und ab 1. Oktober d. A. der neue Preis von Mk. 12.— in Kraft tritt. Die hervorragende Zweckmätzigkeit des Kartenwerkes dürfte unseren Lesern Deran- lassung geben, ihre Bestellungen noch vor der Preiserhöhung der Firma einzurei, chen.
40 Milliarden Mark gehen alljährlich durch die Hände der deutschen Hausfrauen
Nickt weniger al» die Hälfte de» Volksoetmögem wird Jahr für Jahr von den deutichen Hausfrauen verausgabt. An ihnen ist es, diese Niesenbeiräg« '6 auszugeben, daß sie ihnen giähtmoglick Nutze» bringen. Es gibt Io zahlreiche Möglichkeiten, z» sparen, z. B. dadurch, daß man unter ben Lebensmitteln imm r dasjenige wählt, welches wohlfeil und trotzdem nahrhaft ist. Roch immer wißen zahlreiche Hausirauen nicht, daß eine gute Margarine den gleichen Nährwert hat wie Butter, bart sie i» hygienisch mufteriültigen Großbetrieben her<eMt wirb unb batz jebermann, auch bet Verwöhnteste, Re mit Appetit verzehren kann. Steuerbings steht ben Hausfrauen eine Margarine zur Vertilgung, die dank rationellster Giotzfabrikation alle Vorzug« eines guten Nahrungsmittel» zu wirklich niebrigem Preiie bietet. Eie wirb unter Setüdiid)tgung neuester wissenschaftlicher Metvoben in ben grögten unb leistungsfähigsten Margarinewerke» bes Kontinent» herqelteUt. Es banbtlt sich um bie Margarine Vera „Dienit am Haushalt", b.e ihrer Vorzüge halber viel Beachtung finbet unb, wie man härt, allgemein gelobt wirb.
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Briefkasten der Schristlektnng.
L. D- Die Wohnung können Sie selbstverständlich ohne Zustimmung des Un.ec- Mieters tauschen» ab« weder Sie noch Ihr Tauschpartner sind berechtigt, die Frau von heute auf morgen hinauszufetzen. Da sie dos Recht auf Küchenbenutzung hat, können Sie das Mietsverhältnis nur im Wege der Kündigung — unter Mitwirkung des Amtsgerichts — oder im Wege der Aufhebungsklage zur Auflösung bringen.
Verlag von Dr. C. H i tz e r o t h.
Verantwortlich für die Schriftleitting uni den politischen Teil: Dr. Er n st S ch e l l er; für den lokalen und provinziellen Teil! Wilhelm Wißner; sämtlich in Marburg
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* zig die Sim links knüp hatte Älafl zu e einer rinne nicht gesoi; Lehre ringe Lahr beim me§r wiedi Stirn; recht Chris Derlei wüns< Kaffe Lnfp Corel liste z Lehre ein Schul frühe, Sebra mung schlug festige sehen abschst
richstrahe entlang. Noch immer hörte ei die letzten beschwörenden Worte, die Rena Link ihm entgegengestöhnt, sah noch immer die abgrundtiefe trostlse Verzweiflung ihrer Augen.
Miw wie eine gigantisch drohende un» übersteigliche Mauer reckte sich die ein« einzige Frage vor ihm auf:
WaS nun?
Wenn er sie, wie sie eS forderte, nach Theaterschluß erwartete, dann verriet er seine bessere Meberzeugung und all sei" Verantwortungsgefühl, dann würden nie mehr loskömmen voneinander, sonder" gemeinsam den Weg nach Canossa gehen. Der aber fühtte zu keiner Freisprechung und Erlösung, sondern mußte — so oder so — im Wust unwegsamen Gestrüpps eines verspielten Daseins und verlorener Zukunft enden.
Mm ihn selbst — pah, um einen Wen» schen, dessen Ehre man mit Füßen zertreten, war's nicht mehr schade, den t« man ja fortan sowieso mit einem Achselzucken ab.
Aber Rena — die schöne junge silberblonde Rena ßint, vor der die Welt alle Tore weit aufgerissen hatte, um sie ins blühende Sonnenland des Ruhms UN» Glücks zu führen? Statt dessen sollte f'-* nun an der Seite eines Debrandmarsten auf alles verzichten, was ihrem Dase," bis heute Glanz und Schimmer und Froh- finn gegeben? Sollte um eines ntiy' verstandenen Zusammengehörigkeitsgefühl- willen für dies ganze Leben opfern uit"
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Fuhrt Bittbrc derlar lodert »ach j
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We dürde fcr'an niehr zurück.
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