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Lbsvhcssische Zeitung, Marburg a. v. Mirewsch, ben 19. September 1928

Wirtilkmt und Kandel

Berliner Börsenbericht vom 18. Septbr.

Im Gegensatz zu gestern konnte man heute an der Börse von einer Beteiligung außenstehender Kreise kaum noch sprechen. Die Unternehmungslust war wieder äußerst klein, selbst die Spekulation ging, rn An­betracht der ungeklärten Geldmarktlage, keine neuen Engagements ein. So lagen trotz der enormen Festigkeit gestern in New- tzork die ersten Kurse recht umsatzlos. Selbst die gestrigen Schlußnotierungen konnten sich nicht immer behaupten, da aus fast allen Märkten eher Ware heraus kam, doch gingen die Abweichungen im allgemeinen nicht über 1 Prozent hinaus. Geld blieb unverändert angespannt, besonders Tages­geld war mit 6 bis 8 Prozent gesucht, aber auch Monatsgeid mit SVi bis 9V1 Prozent kaum zu haben, Warenwechsel etwa 7 Prozent.

Berliner Devisenbericht vom 18. Septbr.

Helfingfors 10,55510,575; Men 59,06 bis 59.18; Prag 12,42612.446; Budapest 73,06 bis 73,20; Sofia 3,0273,033; Holland 168,08 bis 168,42: Oslo 111,79112,01; Kopenhagen 111,81-112,03; S ockholm 112,20112/2; £ m don 20.33620,376; Buenos Aires 1,763 bis 1,767: Rewhork 4.19254,2005; Belgien 58,27 bis 58,39: Ställen 21,90521,945; Paris 16,3716,41: Schweiz 80 6780,83; Spanien 69,3369,47; Danzig 81,2681,42.

Berliner Börsen-Nurszettel

derOberhessrschen Zeitung".

ff>tid)dtteflang: abxelchwächt.

18.9.

17.9.

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17.9.

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183

vblch. Kaksw. 111*/.

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77*1.

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I.D. Webel. 38

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Nordd. Vlonb

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Berlin

297

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Comm.-u.Vr.

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El. Licktii ütr. 218*/.

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Tarrn ft. Bank

280

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152

Teutlche Bank

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Gei. i. el. Unt. 273

273/,

TIsk.-Komm.

165*;.

165*/,

Sckuikert E. 201

202*,1.

Tresbn. Bank

171*/.

171*14

Siemens & H. 379*/,

384*j,

Buderus Eil.

84*1.

86*/.

Vinfe & <5ofm. 68

69

Eelienk.-Bgw.

125*;,

126

Adlerwerke 13:,*/. 136

ßarp. Bergb.

148*1.

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BI.-Karlsr. I. 72

73*/.

Pille Braunk.

254*i.

256*1.

L. 28me & Co. 250

255*/.

Klöckner.'Mk.

120*/,

122

Or. & Rappel 117*1.

118*1.

Saurabüfte

71*1,

72

Hirlck, Rupfet 137

135*1,

Mannesmann

136

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Nordd. Wolle 194*,,

105/,

Ob. Eif.-Bed.

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Stöbt, Kg. |248

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VbönixBergb.

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145

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154

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Dtfck. Erdöl st38st, 140

Dunam. Nobel U U. Farbtnd.

122'14 26b/,

123/, 264*1.

Dtfch. Petrol 86*

86,5

Weitere Kursmeldungen:

Echutzgeb.-A.

4'/, UiSt.-N.lt 4*/,ll.Goldr.

4*/, Ung.Kron </» lütt. 3- H D.Estenb.-Eetz Anatolier 11

Bagdad II Oester. Kr.-A Wien. Banks. Tiamonb Otosi M.u.L. Barm. Banks. Bapr. u.. £>.

6,90

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Mitteld.Er.B.

198

198*/,

Fif.lvk.P.LW.

71

71

--

26,75

Hol,mann Pb.

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141

2,45

2,35

Naliw. Aicksl.

280

282*1«

11,13

12,25

Vabmepet&G.

176-/.

175*|.

89

89

Mausf. A.-G.

114

113*/«

22,12

22,30

Peters Union

107

106*/,

11,50

11,38

Rütgerswerk

104

106-/«

34,88

34,88

R.StackLCie.

90'/.

90',«

15,25

15,38

V.D.Nickelw.

170

1.0

17*/,

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Ver. Stablro.

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96

53/.

53

VoigtLHäffn.

213

213

144

143

Wefteireqelu.

283*/,

287*/.

165/«

167'/.

Zellit. PBalbh.

285

287

Bertanfsturfe der Landeskrebitkasie jn Kassel

lfreibleibend!

8*/,ige Dold-Hypoth.-Pfanddriefe, Reihe 1, 8*/,ige Dold-Hypoth.-Psanddriefe, Reihe 2, 8*/,ige Eold-Hypoth.-Pfandbriese, Reihe 7 </,ige Eold-Hypoth.-Piandbriefe, Reihe 4, 6*/.ige Lold-Hypoth.-Pfandbriese, Reihe 3, 8e/«ige Eold-Komm.-Schuldserschr. Reihe 1,

99,00/, 99,00

98,00«/,

93,00/,

87,00/,

96,00/,

Warenmärkte

Berliner Getreide markt vom 18. Septbr.

Aetreide in 1000 Kilogr.. Ri-Pl und Fuller- mittel ie 100 Kilogramm.

Weizen 206209, Roggen 210213, Wintergerste 200-208, Hafer 191201, Mais 205207, Weizenmehl 2629,25,

Roggenmehl 27,5030, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,2514,50.

Die gestern stark gestiegenen Preise liegen weder die Mühlen noch für ben Ex­port Rechnung, heute lag zu etwa 3 bis 4 Mark niedrigeren Preisen toteben reich­licheres Angebot vor. Der Preisrückgang betraf sowohl Weizen als auch Roggen und zwar waren vor allem die Lieferungspueise stärker gedrückt. Ebenso wie Brotge­treide war auch Hafer heute eher wieder' reichlicher angeboten, der Konsum kauft bei den gestiegenen Preisen nur äußerst vor­sichtig. Gerste ruhig, in den Preisen we­nig verändert.

Frankfurter Getoeivemarkt vom 18. Sept.

Weizen 22,2522,50; Roggen 22; Sommer­gerste für Drauzwecke 26; Hafer 21,7522,25; Ma's 20; Weizenmehl 333350; Roggenmehl 30,7531,25; Weizenkleie 12,90; Roggenkleie 13.25; Erbsen 3255; £insen 5095; Heu 9,5010; Weizen- und Doqgenstroh 4, 2,75 bis 3,75; Treber 18,2518,50.

Herbstmesse von Frankfurt a. M. 1928.

Gegenüber den alarmierenden Mitteilungen über Aufhören der internationalen Messe von Frankfurt a. M. erfahren wir aus einem Esperanto-Prospekt über die Organisation der nahen Herbstmesse von Frankfurt a. M.: Die allgemeine Messe findet vom 30. September bis 3. Oktober statt. Man veranstaltet wah­rend der gleichen Zeit eine technilche Messe in der großen Festhalle. Jene Ausstellung um­faßt Maschinen, Apparate und Werkzeuge zur Bearbeitung von Metall und Holz. Dom A. September bis 9. Oktober findet auch eine internationale Messe von Rahrungs- und Ge- nußmitteln statt; schließlich am 9. Oktober ein Getreidehandelsiag" der Frankfurter Börse. Die bis jetzt erfolgten Eintragungen lassen einen guten Besuch der Messe voraus'ehen. Die Besucher genießen verschiedene Dergünsti- gungen und Fahrpreisermäßigung für ver­schiedene Dahnen. Um Auskunft in allen Hauptsprachen und in Esperanto wende man sich an das Meßamt (Esperanto Fako) Hans Offenbach in Frankfurt a. M

Mndermarkt in Gießen vom 18. Septbr.

Auf dem heutigen Dindermarkt waren 1 313 Stück Großvieh und 250 Kälber zum Berkaus gestellt. Bei schleppendem Handel bis zum Schluß verblieb äleberstand. Es kosteten: Kühe, 1. Qual., 500650 Mk.. 2. Qual. 350 bis 450 Mk., 3. Qual. 150250 Mk., 1-2- jährige Rinder 120220 Mk., Kälber 5570 Psg. je Pfund Lebendgewicht. Bessere Tiere erzielten Preise über Notiz.

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EantoirWtW

Generalversammlung der südwestdeutschen Milcherzeuger.

Auf der Generalversammlung des Südwest­deutschen Verbandes der Milcherzeuger in Freiburg i. V.. auf der Hesfen-Nassau, Baden, Bayern und Württemberg vertreten warpn, wurde in einer Entschließung Betont, daß mit allen Mitteln die bestehende Planlosigkeit auf dem Gebiete des Milchabsatzes und der Milchverwertung bekämvft werden müsie durch Schaffung zweckentsvrechender Absatzeinrich- tungcn und Derwertungsinstitute. Hierbei müßten alle Faktoren, Staat, Landwirtschaft und Wirschaftsgruoven, zusammenwirken.

eitutt «n» Rrm

Abzüge ohne Nachweis.

Ueber den Pauschsatz für die Grundstein­lasten, die nicht aus Steuerlasten bestehen haben eine Reihe von Landesfinanzämter gleichlautende Bestimmungen getroffen. Es sind dies Darmstadt, Hannover, Karlsruhe,

Kastel, Königsberg. Nürnberg, Stuttgart und Würzburg. «Zur Ermittlung des Reinertrags der bebauten, nicht zwanasbewirschafteten ©runbftürfe können für diese Lasten, Neben­leistungen, Jnstandhaltungskosten uiro. sowie für Abnutzung 25% des durchschnittlichen jähr­lichen Robertrags ebne Nachweis abgezogen werden. Dies gilt für die Hauptteststellung der Einheitswerte nach dem Stande vom 1. Januar 1928 und spätere Neu- und Nachfest­stellungen.

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ßsMKulrraÄMltrr

X Ter Forstrat Dr. Karl Abetz in Karlsruhe ist vom 1. Oktober d. IS. ab zum Borstande der Braunschweigischen Forfteinrichtungs- und Forstlichen Ver­suchsanstalt mit der Amtsbezeichnung Forsteinrichtungsdirektor" berufen worden.

X Der Münchener Internist, Geh. Rat Prof. Dr. med., Dr. für. h. c., Dv. phil. h. c. Friedrich v. Müller, ist aus Anlaß seines 70. Geburtstages von Der Chemischen Abteilung der Münchener Technischen Hochschule zum Ehrendoktor er­nannt worden.

X Dem Vorstände in der Allgemeinen Versuchsanstalt für Lebensmittel in Wien, Dr. Josef König, ist anläßlich seiner Ver­setzung in den dauernden Ruhestand der Titei eines Hofrates verliehen worden.

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* Olding, Dr. Heinz, DaS Ab­rüstungsproblem. Eine Material» sammlung. 1928. Berlin W. 35, Zentral­verlag G. m. b. H. Preis M. 2,.

Zur rechten Zett erscheint eine Maierial- sammlung über die wichtigste Aufgabe der internationalen Politik,Das Abrüstungs- Problem" betitelt. Dr. Heinz Olding, ein genauer Kenner des gesamten Materials, bietet auf 60 Seiten eine wenn auch nicht lückenlose, so doch durchaus ausreichende, zuverlässige Sammlung der Dokumente zur Abrüstungsfrage, 38 an der Zahl, bis zum Kelloggpakt. Ein« knappe Einleitung er­örtert die Notwendigkeit der Abrüstung, vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen. Ein historischer Ueberblick folgt. Ter Staud- punkt der verschiedenen Staaken zu der Ab- rüstungsfrage wird dann, vielleicht etwas zu schlagwortartig, vargelegt. Ein paar Seiten sind der Abrüstung Deutschlands gewidmet. Ein recht aufschlußreiches Ka­lendarium der wichtigsten Daten der Ab­rüstung, seit dem 22. Januar 1917, wo Wilson vor dem Senat die allgemeine Ab­rüstung nach dem Kriege verlangt, schließt den ersten, mehr erörternden Teil. Das Büchlein will, wie das Vorwort sagt, der Tagespraxis dienen. Zweifellos ist es als ein sehr brauchbares Nachschlage- und Orientierungswerk zu benutzen. Jedem po­litisch interessierten Zeitungsleser kann es empfohlen werden.

9ns Wörter Mlo-MWUM

Mittwoch, Mn 19. September.

12.15-12.45: Schulfunk: Französisch. - 15.0515.35: Stunde der Jugend: AuS dem Buch der Sage und Geschichte:Bon fahrenden Schülern", Vortrag für Kinder vorn 10. Jahre ab. 15.5516.05: HuS- frauendienst. 16.3518.05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operetten. Jn der Pause: Dereinsnachrichten und andere Mit­teilungen. 18.1018.30: Bücherstunde. 18.3018.45: Uebertraaung von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Frau und Kind". 18.4519.15:Der Kampf gegen den Rückkoppler", Vortrag. 19.15 bis 19.30: Senckenberg-Viertelstunde:Ein­fluß des Menschen auf die Verbreitung der Pflanzen", Vortrag. 19.3019.45:

Nachdruck verboten.

9m SMSbreitr

Roman von Euido Kreutzer.

10. Fortsetzung.

Rena Link toar hochgeschnellt, tat ein paar rasche Schritte, verschanzte sich hinter einem Sessel, dessen Lehnen sie um­klammerte.

Ihre Worte bäumten sich unter der Peitsche hahzitternden Widerwillens.

Sie werden nicht zulassen . . . Pah wer sind Sie, daß Sie sich anmaßen, über das Tun und Lassen meines Verlobten zu urteilen und zu entscheiden?!"

Ich bin der Konsul Juan d'Arzilla, dessen Vermögen auf dreihundertundzwan- zig Millionen Escudos geschätzt wird!". . . sagte er ganz still, doch mit einer «Stimme, aus deren Klang sie ein eisiger Hauch an­wehte . . .Für die Begriffe dieses ver­armten Deutschland immense Summen. Fü­gen Sie sich nicht freiwillig meinen Wün­schen. dann werde ich die ganze Stohkrast dieser dreihundertzwanzig Millionen Es­cudos daransetzen. Sie von der Seite des Rittmeisters von Pskem fortzureißen und ihm, den das Schicksal ohne mein Zutun schon fast völlig vernichtete, den letzten Rest zu geben. Veld ist die einzige Macht der Welt und wandelt jeden Wahnsinn zur Wahrheit. Entweder ich benutze die gün­stige Konstellation des gestrigen Zufalls in Hamburg und kaufe mir einige Men­schen, Die mit den heiligsten Meineiden oer Welt und hundert vernichtenden Einzel­

heiten beschwören, daß sie Augenzeugen waren, als Ihr Verlobter eigenhändig die Sattelgurte durchschnitt. Oder ich wähle den einfachren Weg und dinge mir ein paar verzweifelte Gesellen, denen ein Menschen­leben nicht viel gilt. Oder ich finde eine dritte oder vierte Lösung. Zu welcher Sie mich aber auch zwingen sie wird mich zum Ziel führen."

Sie sind wahnsinnig!"

Ich bin das, was mein Verlangen nach Ihnen aus mir gemacht hat!" . . . jagte er heiser und bekam die Augen nicht los von . . .Ich habe ein Jahr hinter mir, das mich durch alle Höllenqualen peitschte. Und keinen Mann gibt es, an dessen Seite ich Sie dulde. Jeden würde ich vernichten und mühte ich dabei selbst zugrunde gehen. Jetzt, wo die Vorsehung mir zu Hilfe kam und euch beide schon halb voneinander ge­rissen hat jetzt will ich die Entscheidung; und erzwinge sie; sei es selbst mit Mitteln, vor denen Sie schaudern. CS geht um Sie! Ihr Besitz heiligt jedes Wittel und recht­fertigt jede Tat und wäre selbst mit dreihundertzwanzig Millionen Escudos nicht zu hoch bezahlt. Denn mir schleicht das Blut nicht schläfrig durch die Adern wie euch kühlen Nordländern ich bin Portugiese! Romane! Und die Frauen uns seit je als die Krönung unserS Dasein. Wie Sie es auch mir jetzt gelten . . . Lau­fen Sie zur Polizei, schreien Sie allen Menschen ins Gesicht, was ich gegen diesen Herrn von Vskem plane. Ich fürchte mich nicht. Denn niemand wird Ihnen glauben. Man wird lachen über Sie solange

lachen, bis man eines Tages das Lachen vergißt. Doch dann ist es zu spät."

Der Konsul d'Arzilla strich sich langsam über die Stirn, als zwinge er sich aus dem Paroxysmus aufgewühlter Leidenschaften wieder in die Gegenwart zurück. Nur seine Augen bleiben verschleiert und flackernd.

Sie lieben Ihren Verlobten. Heute wenigstens glauben Sie ihn noch zu lieben und wissen nun. daß Sie sein Leben und sein Schicksal in der Hand halten. Ver­gessen Sie das nicht. "Während der näch­sten Woche werde ich Sie nicht sehen. Aber ich gebe Ihnen solange Frist, inzwischen Ihre Verlobung zu lösen und an Stelle des Rittmeisters von Vskem den Konsul d'Arzilla offiziell vor aller Welt als Ihren künftigen Gatten anzuerkennen. Tun Sie das nicht, so müssen Sie selbst Beurteilen, ob Sie Kraft genug besitzen, für den Rest Ihres Lebens das auf Ihr Gewissen zu nehmen, was Sie durch Ihre Weigerung unentrinnbar herausbeschwören."

Er griff in die Tasche, zog den Schlüssel hervor, schloß die Tür auf, öffnete sie west, trat zur Seite und verneigte sich stumm und respektvoll.

In seinem fahlgelben Gesteht mit der blauscharfen Markierung her Rasierlinie und den Verräter.schen Tränensäcken unter den Augen regte sich jetzt nichts mehr.

VI.

Als der Rittmeister von Vs-em die Gar­derobe seiner Braut und dasEsplanade- Theater" verlassen, trieb er im kochenden Menschenstrom d.e licht übergrellte Fried-

Nr.

Französische Literaturproben. 19.45 bis 20.15: Französischer Sprachunterricht. 20.15: Bunter Abend.

Donnerstag, »r« 20. September.

13.3014.30: Uebertragung von Kassel; Mittags-Konzert des Rundfunkorchefiers. 15.0515.35: Stunde der Jugend: Aus den Kindheitstagen wichtiger Erfindungen: Das Gold", Vortrag für Kinder vom 12. Jahre ab. 15.5516.05: Hausfrauen­dienst. 16.3518.05: Konzert de? Rund­funkorchesters: Neue Tanzmusik. Jn der Pause: Vereinsnackrichten und andere Mit­teilungen. 18.1018.30: Les «stund«; Zwischen Himmel und Erde" von Otto Ludwig. 18.3018.45: Uebertragung von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund:Die Anlage von Erdbeerbeelen", Vortrag. 18.4519.15: Uebertragung von Kastel:Johann Se­bastian Bach'S Leben und Werk", Vortrag. 19.1519.45: Schachstunde. 19.45 bis 20.15: Stunde der Frankfurter Z«j, hing. 20.1521.15: Sinfonie-Konzert. 21.1522.15: Theodor Fontane. Zum Gedächtnis der 30. Wiederkehr seines To­destages (geft. 20. September 1898). Anschließend: Uebertragung von Kassel; Spät-Konzert des Rundfunkorchesters.

Geschäftlich« Mitteilungen.

Seit.: Dunlop-Atlas. Seitens der Deut­schen Dunlop-Eummi-Compagnie A.-E., Hanau a. M.. wird uns mitgeteilt, daß der Verkaufspreis von Mk. 10. für den Dunlop-Atlas" im Matzstab 1:300 000 nur noch bis 30. September 1928 Gültig­keit hat und ab 1. Oktober d. A. der neue Preis von Mk. 12. in Kraft tritt. Die hervorragende Zweckmätzigkeit des Kar­tenwerkes dürfte unseren Lesern Deran- lassung geben, ihre Bestellungen noch vor der Preiserhöhung der Firma einzurei, chen.

40 Milliarden Mark gehen alljährlich durch die Hände der deutschen Hausfrauen

Nickt weniger al» die Hälfte de» Volksoetmögem wird Jahr für Jahr von den deutichen Hausfrauen verausgabt. An ihnen ist es, diese Niesenbeiräg« '6 auszugeben, daß sie ihnen giähtmoglick Nutze» bringen. Es gibt Io zahlreiche Möglichkeiten, z» sparen, z. B. dadurch, daß man unter ben Lebens­mitteln imm r dasjenige wählt, welches wohlfeil und trotzdem nahrhaft ist. Roch immer wißen zahlreiche Hausirauen nicht, daß eine gute Margarine den gleichen Nährwert hat wie Butter, bart sie i» hygienisch mufteriültigen Großbetrieben her<eMt wirb unb batz jebermann, auch bet Verwöhnteste, Re mit Appetit verzehren kann. Steuerbings steht ben Hausfrauen eine Margarine zur Vertilgung, die dank rationellster Giotzfabrikation alle Vorzug« eines guten Nahrungsmittel» zu wirklich niebrigem Preiie bietet. Eie wirb unter Setüdiid)tgung neuester wissenschaftlicher Metvoben in ben grögten unb leistungsfähigsten Margarinewerke» bes Konti­nent» herqelteUt. Es banbtlt sich um bie Margarine VeraDienit am Haushalt", b.e ihrer Vorzüge halber viel Beachtung finbet unb, wie man härt, allgemein gelobt wirb.

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Briefkasten der Schristlektnng.

L. D- Die Wohnung können Sie selbst­verständlich ohne Zustimmung des Un.ec- Mieters tauschen» ab« weder Sie noch Ihr Tauschpartner sind berechtigt, die Frau von heute auf morgen hinauszufetzen. Da sie dos Recht auf Küchenbenutzung hat, können Sie das Mietsverhältnis nur im Wege der Kündigung unter Mitwirkung des Amtsgerichts oder im Wege der Auf­hebungsklage zur Auflösung bringen.

Verlag von Dr. C. H i tz e r o t h.

Verantwortlich für die Schriftleitting uni den politischen Teil: Dr. Er n st S ch e l l er; für den lokalen und provinziellen Teil! Wilhelm Wißner; sämtlich in Marburg

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richstrahe entlang. Noch immer hörte ei die letzten beschwörenden Worte, die Rena Link ihm entgegengestöhnt, sah noch immer die abgrundtiefe trostlse Verzweiflung ihrer Augen.

Miw wie eine gigantisch drohende un» übersteigliche Mauer reckte sich die ein« einzige Frage vor ihm auf:

WaS nun?

Wenn er sie, wie sie eS forderte, nach Theaterschluß erwartete, dann verriet er seine bessere Meberzeugung und all sei" Verantwortungsgefühl, dann würden nie mehr loskömmen voneinander, sonder" gemeinsam den Weg nach Canossa gehen. Der aber fühtte zu keiner Freisprechung und Erlösung, sondern mußte so oder so im Wust unwegsamen Gestrüpps eines verspielten Daseins und verlorener Zukunft enden.

Mm ihn selbst pah, um einen Wen» schen, dessen Ehre man mit Füßen zer­treten, war's nicht mehr schade, den t« man ja fortan sowieso mit einem Achsel­zucken ab.

Aber Rena die schöne junge silber­blonde Rena ßint, vor der die Welt alle Tore weit aufgerissen hatte, um sie ins blühende Sonnenland des Ruhms UN» Glücks zu führen? Statt dessen sollte f'-* nun an der Seite eines Debrandmarsten auf alles verzichten, was ihrem Dase," bis heute Glanz und Schimmer und Froh- finn gegeben? Sollte um eines ntiy' verstandenen Zusammengehörigkeitsgefühl- willen für dies ganze Leben opfern uit"

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