Sonnabend, MIZ.Srvt.1SN
0tt -Oberbefftf»« Zettmig" ee- jtdet fecbewid wichenlltch. ®e- pyimttt« mvnalUcb 2 GM. eu* schließl. Zustevung«gebübr. durch GM.Aür etwa infolge Streik», Malchin en defekte »der »Vernietet Ereignisse ausf allen de etwemem wird kein Ersatz ae- teissel. Verlag». Dr § Kitzervtb, f>ted der Unid.-Buchdruckerei d. A»d. Ang. «och. Mar« 21/23. gern sprechet: Rr. M. n. Rr. 65. Postscheckkonto: Ami grankfurl e. AR. Rr 6016« — Sprech,eil »tt «edaktion von 10—11 m»
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ÄbechMsche — Zeitung—
Anzeiger für (bas frühere kurhessische) Oberhesfen
St. 218 «.Sabrs. Marburg a.8aljn
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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.
Frankreich foröeri -och -Le RhemLan-ksnLrotte
Sttkavvle „ilements Stahles“ — Rcv.lion brS SawikvIaneS ohne Amerika?
Die von uns bereit, gestern wiedergegebene« Vermutungen französischer Blätter SSer die Bildung von zwei Kommissionen zur Regelung der Sicherheitsfrage und der Reparationen «erde« nunmehr bestätigt. Marcel Ray der bekanntlich dem fran» zösische« Arbeitsminifter Loucheur nahesteht, teilte gestern mit, daß in de« gegenwärtige« Räumungs Verhandlungen zwischen den sechs Mächten die Bildung von zwei Komitee« in Aussicht genommen wurde, die sofort nach der Eröffnung der Verhandlungen eingesetzt werde» sollen. Die erste Kommission, die den Titel „Komitee für Feststellung und Ber- gleich- tragen soll, soll beauftragt werden, diejenige« Klagen M prüfen, die von einer der Cignatarmächte des Rheinlandpaktes hinsichtlich vo« Zwischenfälle« in der eut- mikitarifierten Rheinlandzone oder in der nachbarliche« Zone vorgebracht werden. Diese, Komitee würde einen ausgesprochen internationalen oder Znter-Locarno-Eha, rakter trage«, und praktisch eine Art SdHebsgeridit sein. Das zweite Komitee ist al, eine ständige Kommission von Sachverständigen der verschiedenen Länder gedacht und soll ihre erste Tagung in Paris im Oktober abhalten, um zunächst die erste« Vorschläge zu prüfe«, die von den Vertretern der sechs Mächte vorgelegt werden. Das Komitee soll die Aufgabe haben, ei« fest umrisiene« Programm über die Festsetzung und tie teilweise Mobilisation fcet deutschen Schuld auszuarbeiten. Mar- erll Ray fügt Hinz«, daß im Fall« einer Zustimmung der Berliner Regierung man die offizielle« Verhandlungen über diesen Lorsqlag sofort eröffnen könne.
Haupt eine vollkommene Parität Herstellen
Der Kanzler an die Deutschnationalen.
Im Verlauf der deutschnationalen Aktion hatte Graf Westarp durch das Auswärtige Amt dem Kanzler mitteilen lasten, er möge vor weiteren Verhandlungen in Genf zwecks Fühlungnahme mit dem auswärtigen Ausschuß des Reichstages vorübergehend nach Berlin zurückkehren. Die Antwort des Reichskanzlers an die Deutlchnationale Bolkspartei ist gestern in Berti» eingegangen. Eie besagt, dah bereits vor Eintreffen der deutschnationalen Anregung die Besprechung für den kommenden Sonntag festgesetzt worden sei und die Verabredung im deutschen Interesse nicht mehr rückgängig gemacht werden könne.
Was -le englische Presse sagt
Ser gut untoidjtde Arttu«
Wie Pertinax im „D ai l y T e l e - graph" aus Genf berichtet, liegt die Entscheidung über eine Lösungsmöglichke't der Besatzungsfrage in Berlin Reichskanzler Müller habe darauf bestanden, dah die Räumung gleichseitig mit der Bildung der Sachverständigen-Kommisfion für finanzielle Gegenleistungen erfolgen solle Er werde in Zukunst wahrcheinlich auf ein llebereinkommen hinarbeiten, dah die Räumung sofort nach Unterzeichnung einer neuen Kompensation für die Revision des Dawesplanes erfolge. Man vermutet, daß B r i a n d auf alliierter Seite Unterstützung für einen Vorschlag findet, wonach das Rheinland in zwei Phasen geräumt werden soll. Das Gebiet von Koblenz soll uerst an Deutschland zurückgegeben werden. Diese Frage sei jedoch auf der Sechs- Mächte-Konferenz noch nicht besprochen norden. Merkwürdigerweise habe der eutsibe Reichskanzler zunächst angeregt, daß bas r omitee der Sachverständigen ■'nb. Juristen rein deutsch-französtichen Tharatter haben solle. Bis die Vertreter der übrigen Mächte auf eine Teilnahme bestanden.
fugnisse, ferner auf die Frage der Bet« berfe tilgen Oeä letale Ile zu erstrecken haben, für deren Bereich etwaige Beschwerden an diese Kommission zu letten wären.
Der zweite Komplex der bei den Besprechungen aufgetauchten Vorschläge bezieht sich auf die Einsetzung eines Ausschusses finanziell er Sach- verständiger zur Prüfung der Re- paralionsfrage im Rahmen des Dawe5- vlanes. Hiergegen dürsten materielle Bedenken nicht bestehen, zumal auf eine Verknüpfung der Frage und derjenigen der Rhetnlandrcutmung von ber Gegenseite verzichtet wird. Jedenfalls ist gegenüber den ausländischen Presseäuherungen die Tatsache festzuhallen, daß bet der notwendigen Prüfung neben den oben erwähnten feibstverständlichen Voraussetzungen die Feststellung eine wichtige Rolle spielt, tote sich in bezug auf die Kompetenzen der FesiellungS- und Vergletchskommission über«
3en zusammengezogen worden, die heute dWonnen haben und bis Montag dauern lollen. Diesen Uebungen, die auch während der Nacht fortgeführt werden, liegt als leitender Gedanke die Verteidigung der französischen Ostgrenze zugtunde.
Der Berliner „Time «."-Korrespondent stellt fest, dah kein Grund für die Annahme bestehe, dah die deutsche Delegation von ihrem Gedanken der Bildung einer Kommission abweiche. Sie scheine nach wie vor an dem Verlangen der Räumung ohne Ausgleich festzuhalten und einen Zusammenhang zwischen Räumung und Reparationen abzulehnen. Die deutsche Einstellung zu der Bildung 'einer Ueber- wachungskommission sei dahin zu deuten, daß die Tätigkeit einer solchen Kommission in jedem Falle nicht über das Jahr 1935 hinaus gehen dürfe.
fk. Genf, 15. Sept. Reichskanzler Mül l e r stattete gestern vormittag dem polnischen Außenminister einen Gegenbesuch ab und folgte sodann einer Einladung des Direktors des internationalen Arbeitsamtes. Albert Thomas, wobei er eine Unterredung mit Minister B e n e s ch hatte. Nachmittags empfing der Reichskanzler den lettländischen Außenminister und den rumänischen Gesandten in Berlin und Fridtjof Nansen. Abends nahm der Reichskanzler an dem alljährlichen, von bem Präsidenten des Völkerbundes zu Ehren der Delegierten gegebenen Esten
Schandtat eines Besatzungssoldaten.
Mannheim, 14. Sept. Gestern vor- mittag wurde ein in der Gemarkung des Zweibrücker Vorortes Ixheim mit Feldarbeiten beschäftigtes 20jähriges Mädchen aus Jxheim von einem französischen Soldaten angefallen. Um das Mädchen ein- V'lchüchtcrn, feuerte der Soldat mehrere Revolverschüste ab und suchte es zu verge- walttgen. Auf die Hilferufe der Ueber- fallenen eilten aus dem nahen Steinbruch Männer herbei, worauf der Soldat flüchtete. Der französische« Behörde gelang es, mit Hilfe der deutschen Behörden, welche die französische sofort von bem- Vorfall verständigt hatten, den Täter, der auch eine französische Kasse um 1200 Frank bestohlen hatte, festzunehnien. .
lieber bte Besprechungen ber Vertreter ber sechs Mächte in Genf wird in ber heutigen Nummer ber Deutschen Diplomalisch- Pv. irischen Korresonbenz u. a. ausgeführt: Nachdem von französischer Seite sehr bedauert icherweife Elnzechelton über die vertrau, ichen Besprechungen in bte Deffant» »chkett gekommen sind, kann festgeslellt werden, baß bte französischen Wünsche stch auf «Ine Erweiterung und einen AuS- uau ber int Loearnovertrag d. 0- int Rheinpakt geschaffenen Organisation erstrecken. Es handelt stch dabet um einen französischen Dorsch.ag zur Schaffung einer Festste.'tungS- und V:r- S.erchskommiision (Commission de e»nlia- utrton et de confiliation), deren Charakter, Zusammensetzung und Befugnisse naiür- tch noch einer genauen Prüfung unter» iwgen müssen. Festzustellen ist aber tetzt ftbon, daß eine solche Kommission Rur in Frage kommt nach Lölling der GesamtrSumung des ? 1 a n b e s- 3" die Einze.'heSten
drei es Projektes ist noch nicht eingerrtien worden und es handelt sich für uns vor- «hiftg darum, ob dieser Vorschlag über-' Vtupt eine Plattform abgeben kann. Die stanzöstsche Presse, die übrigens den ©e* danken ber Gesamträumung als «tner selbstverständlichen Konterpartie zu den französischen Wünschen bisher in fei« «er Weise Raum gegeben hat, f>e» ®u$t sich, das Projekt als eine E'.nrlichlun» darzutun, bte sich sinngemäß in dle Be- “unmutigen des Artikels 4 des Rtzein- toutee einstig!. Nach diesen aber würden «chqweroefä.le an den Pölkerbundrat gs- ^ngen, während ser jeitge Vorschlag diese ««|!tntmung evtl, ausscha.tet. D.e deut- chen Gegenforderungen werdon
neben der Grunddedtnaung der Desamträumung auf die Tauer der «trksamleit einer so.chen Koinmfssion, auf
Zusammensetzung und' ihre B e-
Sir RaiiLvtt brr sranrösischrn Mitt
Paris. 14. Sept. Das geplante Manöver der Puftflotte in bei unmittelbaren Umgegend von Paris, gegen das wegen der damit verbundenen Gefährdung der Bevölkerung sich zahlreiche kritische Preste- stimmen erhoben hatten, ist nunmehr in die Gegend von Ehartres' verlegt worden, wo heute morgen die ersten Uebungen bereits begonnen haben. In der Nächt'soll ein Bombenangriff von 80 Flugzeugen auf den Flugplatz Ehartres markiert uKr- den. Auch bet zeitliche Umfang bet Manöver ist geändert worden. Sie werden statt in der Nacht zum Sonntag bereits morgen nachmittag beendet werden. Dagegen beginnen am Sonnabend weitere Luftmanöver in der Gegend von Belfort, an denen mehrere englische Fliegerost'i- riere teilnehmen werden. Weiterhin sind 21 Dufklärung-flugzeuge des 32. Fliegcr- regiment Dijon und 10 Bombenflugzeuge . des 11. Fliegerregiments Metz zu Uebun--
Räumung und Revmattonen
Heber Genf kann ein abschließendes Urteil noch nicht gefällt werden. Dia Verhandlungen würden am Donnerstag als ergebnislos abgebrochen worden fein, wenn die Stellung der deutschen Unterhändler in einem Punkte nicht angreifbar wäre. Das klingt paradox; aber wir werden sehen, dah die Fortführung der Der- handlungen nur durch diesen „schwachen Punkt" ermöglicht worden ist und daß fie deswegen bedenklich werden kann.
Der deutsche Standpuntt ist folgender: Wir fordern die Räumung als unser Recht. Demgemäß hat die deutsche Delegation auf Grund eines einstimmigen Kabinettöbeschlusfes und im Sinne der erdrückenden Mehrheit des deutschen Volkes die Erklärung abgegeben, daß ei« Rechtsanspruch nicht erkauft zu werde» braucht und eine Verbindung der Räu- mungs- mit der Reparationsfrage nicht in Frage kommen kann.
Die französifche These geht dahin: Räumung nur gegen Bezahlung; darüber hinaus wird Deutschlands Mitwirkung bei der Regelung der internationalen Schulden gefordert. Deutschland soll auf die Regierung der Vereinigten Staaten einen Druck int Sinne der Niederschlagung der französischen Kriegsschulden ausüben.
"Gewiß ist das Reparationsproblem für das deutsche Volk eine Lebensfrage. Die Festsetzung der entgültigcn Schuldverpflichtung ist für Deutschlands politische und. wirtschaftliche Weiterentwicklung von grundlegender Bedeutung. Aber eine Verbindung dieses Problems mit der Räu- mungssrage würde bedeuten, daß wir für einen Rechtsanspruch-finanzielle und wirt- schastliche Opfer bringen. Gegen eine gleichzeitige Behandlung ist nichts einzuwenden; aber das eine Problem darf nicht unter dem Druck des anderen stehen.
Dieser Standpuntt hätte unter allen Amständen innegehalten werden müssen. Angesichts der Annachgiebigkeit der Franzosen und Engländer hätte das zum Abbruch der Verhandlungen geführt; aber mit dieser Möglichkeit hatte die deutsche Delegation gerechnet und das deutsche Volk ist bereit, unter diesen Amständen auf die vorzeitige Räumung zu verzichten.
Run hat Briand daran erinnert, dah Dr. Stresemann in Thoriy von der Möglichkeit finanzieller Gegenleistungen für eine vorzeitige Räumung gesprochen hat. Tatsächlich handelt es sich auch um den Vorschlag, einen größeren Teil von Dawesobligationen auf dem europäischen Kapitalmarkt unterzubringen, worüber sogar nach Thoirh noch verhandelt worden ist. Deutschland ist also seit langem gebunden. Nun werden die Verhandlungen fortgesetzt, aber es ist sehr fraglich, ob das unter diesen Amständen als Erfolg anzusprechen ist.
Im Vordergrund der 'Besprechungen hat zuletzt nicht sosehr die Reparations- als die Sicherheitsfrage gestanden. Frankreich wünscht die Festsetzung eines besonderen KontrollregimS für das zu räumende und entmilitarisierte Gebiet. Es wird von der Einsetzung einer „Vergleichs- und Fest- stellungskommifsion" gesprochen, die in ihrer Organisation und in ihrem Aufgabenbereich als ein Ausbau des bereits im Locarnovertrag vorgesehenen Regirns gedacht ist. Pettinax hebt hervor, dah das entmilitarisierte Gebiet unbedingt auf Deutschland beschräntt bleiben soll. Don einer Gegenseitigkeit der Kontrolle könnte da wohl kaum mehr die Rede sein. Leider weiß man immer noch nicht, was die deutsche Delegation zu diesem Vorschlag gesagt hat. Man darf wohl als sicher annehmen, daß auch die deutsche Delegation der Auffassung ist, daß der Vorschlag in seiner gegenwärtig bekanntgegebenen Form für uns nicht akzeptabel ist.
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Der Reichskanzler Müller hat in Genf betont, daß Deutschland nicht nur einen rechtlichen, sondern seit Locarno und