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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburgs

Offene Worte -es Reichskanzlers in Genf

Wann temmt Mt nögtmtint übrfifiung? - Das öoppM Eesjchl der inlmmHtnnltn «M

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Selbst Frankreich beginne sich langsam bet ' r

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Wenn er in diesem Jahre b?e Aus-- shung des deurschen Boltes der Vollvcr-

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Bedeutung des Kellogg-Pattes

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Sonnabend, een s. sm ISA

St. 212 63. Wg.

Marburg «.Lahn

®« Anzelgcnpret» benagt für d« 10 gespalt. Zellenmillimeter 0.08 GM. kleine Baranzeigeo 0.06 DM. amtlich« mit <u«-! todrfl.g« Dazeigea 0.10 GM. Bei schwi-rtgem Satz sowie bei Piatz- dorschrlft 60°|, 'vufschlag. 6amautar. jelfjen 100 *!* Anfi schlag. Reklame» bei Milli«. 0,40 GM. Zeder Rabat! qtll alt

Verven berechnet, ebenso Auskunft durch bb Seschästestell« anb Zusendung der Angebot». 6r füllungsort Marburg.

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Sich sadan« der Abrüstungsfrage zuwen­dend, erklärte der Kanzler:

Entwaffnung eine Leistung ganz oußerordent- kicher Art vollbracht. ES sieht, daß es trotz­dem aber aus dem geringfügigsten Anlaß von gewissen Stimmen des Auslandes mit den schwersten Verdächtigungen und Vorwürfen überschüttet und womöglich als Feind des Weltfriedens hingestellt wird. Und gleich» xitig mutz es feststellen, daß andere Länder den Ausbau ihrer mili- tärischen Machtmittel ungehemmt fvrtsetz en, ohne dabei einer KritU zu begegnen. Die Entwaffnung Deutschlands darf nicht länger dastchen als der einseitige Akt der den Siegern dcs Weltkrieges' in die Hände gegebenen Gewalt.

Ls muh endlich zur Erfüllung des »cr- tr«gl:chen Versprechens kommen, daß (öoitfelune Rebe Seilt 2.1

(An eine Kündigung des Flotten-Ab- kommens ist natürlich nicht zu denken. Dergl. den Leitartikel.)

erklärte, Deutschland könne mit ugtnung feststellen, daß es zu fetntin

«wmmen werden wird, als wiederwähl- terrs nichtständiges Ratsmitglied gesichert

rns, daß Dr. Stresemann diesmal nicht Wortführer der deutschen Delegation

^Vberbessische Zeitung" en ygttat sechsmal wöchentlich. Be- ^zprei« monatlich 2 GM. cue- ^lle|L Zustellungsgebübr, durch ^Post2^6 GM.Für etwa infolge gtuitt, Waschinendefekt» oder ptenentötet Ereignisse ausfallende Kummern wird kein Ersatz go» Distel. Verlag v. Dr. §. Kitzeroth, Sank der Unid.-Buchdruckerei 6.

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1,11 Uhr.

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Daily Herold" meldet: Die Be gierung hat beschlossen, das französisch-eng­lische Flottencbkommen fallen zu lasten. Dies wird nach einer endgültigen Be­sprechung, die während des Wochenendes zwischen Premierminister Baldwin und Lord Cushendun stattfiuden wird, mitgeteilt werden. Der diplomatische Be­richterstatter des Blattes bemerkt dazu, die formelle Zurückziehung des Abkom­mens werde den erzeugten Argwohn nicht beseitigen, da allgemein angenommen werde, daß

das Flottenabkommen nur ein Teil einer großen Abmachung fei, die auf Wiederherstellung einer Flot­ten-, militärischen und diplomatischen Entente in der Art der Borkriegs-

Eutente hinauslaufe.

Es werde alles versucht, um die Ver­öffentlichung des Original-Textes zu ver­hindern. Der Hauptgrund für die Zu­rückziehung des Abkommens bestehe in der verspäteten Erkenntnis nicht nur des un­widerruflichen Widerstandes der Re­gierungen Amerikas und Italiens gegen das Abkommen, sondern vor allem auch in dem austerordentlich starken Miß­trauen. das in der amerikanischen und italienischen Oeffentlich durch das Abkom­men hervorgerufen worden sei.

Durch direkte oder indirekte »ffizielle Kanäle seien die Regierungen in Lon- Von und Paris in de« letzten Tagen in diesem Punkte endgültig ge- warnt worden.

Formelle Zurückziehung des Floltenabkommens?

Paris und London sind gewarnt worden

Keinae Neuregelung der alliierten Schulden bei Amerika.

Daily Telegraph" berichtet aus Newyork: Das Wiederaufleben der Kriegs­schuldenerörterung in Europa findet hier kein Echo außer der Feststellung, daß nach Ansicht der amerikanischen Regierung die Schuldenregelungfair" ist.

Zeder in Eenf unternommene Versuch, die deutschen Reparationen zu ermäßi­gen unter der Bedingung, daß Amerika die alliierten Schulden ermäßigt, wird, den Meldungen aus Washington zu, folge, als zwecklos angesehen.

Es wird positiv erklärt, daß keine Neigung J Seiten der Regierung besteht, die Schuldenregelung neu zu erörtern.

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irtzen des allgemeinen Wahrverfahrens im Völkerbund nicht überein. Ter chilenische Vertreter Bilkegas trat dagegen für den Antrag ein.

Die Abstimmung mit Aufruf der einzel- «n Delegationen ergab die Annahme des Ertrages mit 44 gegen 4 Stimmen bei «inet Stimmenthaltung. Gegen den An-

Jch halte es für ihre bringende Aufgabe, die­jenigen Beschlüsse zu fassen, die geeignet sind, derartige Hoffnungen zu verwirklichen. Wir haben gestern zwei sehr bedeutsame Segen ge» Frage der Abrüstung einen ... Aufsassungen zutage treten ließen, wie er schärfer kaum gedacht werden kann. Ich gestehe, daß es mich doch tief betroffen hat, von der einen Seite die

»Ich mache kein Hehl daraus, daß mich de» Stand der Abrüstungsfrag« mit ernster Sorge erfüllt.

Wir stehen vor der unleugbaren Tatsache, daß die langen Beratungen bisher zu keinem positiven Ergebnis ge­führt haben. Seit nahezu drei Jahren tagt immer wieder die Vorbereitende Ab- rüstungskommlssion. Es ist aber dabei nicht gelungen, die der Kommission über­wiesenen Arbeiten ernsthaft in An­griff zu nehmen, geschweige denN zu erledigen. Wir waren nach den wichtigen Beschlüssen der vorjährigen Tagung zu der Erwartung berechtigt, daß sie endlich den Weg für die alsbaldige Erzielung praktischer Ergebnisse freimachen würden. Für ein lange umstrittenes Pro­blem, das Verhältnis der Sicherheit zur Abrüstung, war eine Lösung gefunden, die

Genf, 7. Sept. IN der Vollversamm- Ittng des Völkerbundes begann am Frei- tog vormittag die Aussprache über den flntrag Deutschlands, Englands «Id Frankreichs, das Verfahren der Liederwählbarkeit für die nichtständigen ziaismitglieder auch bei der bevorstehenden Auswahl anzuwenden. Der Präsident legte den Antrag der drei Großmächte zu- zleich mit dem Vorschlag des Büros vor, 6tn Antrag anzunehmen und von der üb­lichen Ueberweisung an einen Ausschuß chzusehen. Der frühere schwedische Außen­minister Unden lehnte den An­trag ab, da keine Veranlassung vorliege, einmal getroffene Ausnahmebestimmungen steber in Kraft zu setzen. Es dürfe kein Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen selben. Im gleichen Sinne sprach sich der norwegische Außenminister M o - Sin (fei aus. Er erklärte, der Antrag 9er Großmächte stimme mit den Grund-

Anzeichen und Gefahren einer ungehemmten Austungspolitik geschildert zu hären, und von der anderen Seite den Standpunkt vertreten zu sehen, daß dem Abrustungsproblem viel­fach eine übertriebene Bedeutung beig >mesen werde. Sch hoffe, annehmen zu formen, daß dieser letztere Standpunkt im Völkerbund nicht die Oberhand gewinnt. Jedenfalls halte ich mich als Vertreter Deutschlands für berechtigt und verpstichtet. einer solchen Auffassung mit der gleichen Offenheit die entgegengesetzte gegenüberzustellen. Es liegt auf der Hand, daß

ein Land wie Deutschland, das völlig entwaffnet worden ist, den bisheri­gen Mißerfolg der Abrüstungodebatten besonders stark empfindet.

Man vergegenwärtige sich doch einmal die Sachlage. Ein Doll bat durch feine völlige

In bet Fortsetzung der Generaldebatte, Norterte hierauf der guiechische Gesandte ro t i t is noch einmal eingehend die B e - siu t u n g des Kellogg-PakteS. Nch seiner Auffassung stärke der Pake «tii Völkerbund.

Gleich zu Beginn der Freitag-Nachmrt- «Slitzung ergriff

Reichskanzler Müller

zwischen zwei entgegengesetzten Thesen einen Ausgleich schafft und so die Gewähr für die Erzielung praktischer Resultate zu bieten schien. Auch diese Erwartung ist wieder enttäuscht worden. Was das Ueberelnkommen zwischen Groß­britannien und "Frankreich an­geht, so werde ich es begrüßen, wenn es sich als ein geeignetes Mittel zur Förde­rung des Abrüstungsproblems erweist. Aber

die Bundesversammlung darf sich heute nicht mit der Konstatierung bloßer Hoffnungen zufrieden geben.

Re neue Entente

In dem gleichen Zeitabschnitt, in dem von den Bereinigten Staaten der fran­zösische Vorschlag des Kriegsächtungs­pattes aufgegriffen und in einem den Franzosen unerwünschten Sinne zum Kel- logg-Pakt verwandelt wurde, begann die wichtigste Neuordnung sich zu vollziehen, die die Außenpolitik der Nachkriegszeit kennt: Aus der gemeinsamen Abwehr Englands und Frankreichs gegen den amerikanischen Vorstoß entstand die neue Entente zwi­schen England und Frantteich mit einer deutlichen Spitze gegen Amerika. Diese enge Anlehnung Englands an Frantteich bedeutet zugleich eine Schwenkung Eng­lands in allen Fragen, die das Derhättnis zwischen Frantteich und Deutschland be­treffen: England gibt die Schiedsrichter­rolle in der Nheinlandfrage preis, um Frankreichs militärische Macht seinen eigenen Zwecken dienstbar zu machen.

Surerefse den Ausführungen des «ichskanzlers. Der Reichskanzler, der 'm Manuskript in deutscher Sprache ab- I begann mit dem Ausdruck des Be-

Seitdem der wesentliche Inhalt des eng­lisch-französischen Abkommens bekannt ist. kann die neue Situation in vielen Punkten mit ziemlicher Sicherheit gezeichnet wer­den. England verzichtet darauf, die Not­wendigkeit der vorzeitigen Räumung des Rheinlandes aus der Locarnopolitik abzu­leiten. Es unterstützt den Versuch Poincares, aus der vorzeitigen Räumung ein Ge­schäft zu machen in der Form, daß zu­gleich mit der Räumungsfrage das ge­samte Problem der Schuldenregelung auf» gerollt wird und zwar mit gemeinsamer Frontstellung gegen den Gläubiger Amerika. Gegen dieses Zugeständnis, das erleanttich wurde sowohl durch die Beteiligung eng­lischer Truppen an den französischen Manövern wie auch durch die Haltung des englischen Vertreters in Genf, des deutsch­feindlichen Lord Cushendun, tauscht Eng­land von Frantteich das neue Flottenab- kvmmen ein, das sich für die englische Politik als ein Gewinn entpuppt, wie man sich ihn größer kaum denken kann.

Tatsache bewußt zu werden, daß seinen Interessen in Washington schlecht gedient sei. wenn es auf dem Kompromis bestehe. Die Zustimmung der japanischen Re­gierung zu dem Abkommen mache diese Nachteile nicht wett. Die Frage, was nach der Aufgabe des Flottenabkommens aus dem englischen Zugeständnis an Frankreich in der Frage der militärischen Reserven wird, läßt der Korrespondent offen, ver­weist aber auf die außerordentliche Bedeu­tung dieses Punktes für die deutsche Politik.

Dieses Flottenabkominen, dessen Be­deutung wir in der Ausgabe vom Mitt­woch bereits gekennzeichnet haben, sieht eine Verbindung der französischen und englischen Streitkräfte vor, um die gegen­seitige Konkurrenz im Flottenbau zu be­graben; indem Frantteich das Wettrüsten zur See. beschräntt, übernimmt England für den Kriegsfall die Sicherung des Ver­bindungsweges von Frantteich nach Nord­afrika. Hierdurch erreicht England nicht nur die Beseitigung der gefährlichen fran­zösischen Konkurrenz, sondern auch die An- tarstützung Frankreichs bei dem Kampf um die Rüstungsbeschränkung mit Amerika. England und Frantteich werden durch das Gewicht ihrer vereinten Stimmen bei den kommenden Abrüstungsverhandlungen ent­scheidenden Einfluß auf die Bestimmungen über die Bestückung der Kriegsschiffe aus­üben.

Der Absatz über die Verbindungs- garantie nach Afrika scheint eine Preisgabe Italiens durch England zu enthalten. Aber wenn England den Schutz des Seeweges Südfrautteich-Nordafrika übernimmt, so veranlaßt es Frankreich, sich in Sicher­heit zu wiegen und dem Ausbau dieses Verbindungsweges nicht mehr die gleiche Sorgfalt zuzuwenden tote bisher, während Italien inzwischen zahlenmäßig und technisch das älebergewicht bekommt. In Wahrheit ist also diese Verbindungs­garantie nur ein Mittel, um das fran­zösisch-italienische ReiöungLfeld zu beherr­schen, wobei die größeren Chancen, ganz im Sinne der bisherigen italienfreundlichen Politik Englands, den Italienern zugescho- ben werden. And zu allem Aeberfluh enthält das Flottenabkommen noch die Be- sttrnmung, daß die Verbindungsgarawtie erst nach den Verhandlungen mit Amerika in Kraft tritt.

Die ganze Bedeutung des Flotten-Ab- kvmmens und der Schwenkung Englands wird erst recht klar, wenn man diese Vor­gänge in das große Kräftespiel einordnet.

B:auf an, den Krieg gegen den Krieg iötibetr.tten, sondern dem Ausbruch von

?_ Die verantwortlichen Regierungen! »Neu in ihrer praktischen Polttik nicht Jfcber UN Zweifel sein, was es bedeute, .qn 3.) JJ" 'Ich die Staaten tn einem feiert üben 1 ' bindenden Vertrag für alte Zukunft pachteten, auf den Krieg als Jnstru- /r dec nationalen Politik zu verzichten. ,1 whrie sodann wörtlich aus:Ist es ernst mit dem Verzicht auf den Krieg, bk« kann?, auch auf unsere Auffasßung »iesi. r:1 bte militärkschen Machtmittel, bte für ---' ,. Krieg bestimmt sind, nicht ohne 08^ che cd enden Einfluß bleiben." Reichskanzler behandelte sodann

sie Arbeiten des Sicherheitskomitves

ÄbechMfche

«akbmmr M #41 MM W8»

SoetfolWt 4JJH g7| | || g i| LM-AMlM

Anzeiger für (das frühere kurheffifchs) Oberhesse«

«nrnlung bermtitle, so geschehe das

in dem gleichen Geiste

jjb m dem festen Willen, in der Organs- des Völkerbundes in offener unD ^richtiger Zusammenarbeit mft den an» ten Nationen auf die Erhaltung des ^tjrtebenS Hinzuwirten. Der RetchS- -«zler wies auf die große

Wort zu seiner bereits angefünbtgten ®be. Wie stets bei den Reden der beut» Jen Delegierten in der Vollversammlung »®r bas Haus und die Tribüne bis zum ktzten Platz besetzt. Die Versarnrn- mg sorgte mit besonderer Aufmerksamkeit