Einzelbild herunterladen
 

stenstog, ten 4. Sept. ISA

M ^Dbrttxfpf»« Sewmg" » j^hrt sechsmal wLchentlich. 9f «gSvrrlS monatlich 2 EM. mtf- «Klteßl. Zustellung«grbühr, durch ht«Post2LL GW.Für etwa infolge Streik«, Maschinendefekt« oder tfteentsttX Ereigntff« ausfallend« ßimmuern wird kein Ersah ge» leistet. Verlag d. Dr. §. -itzeroth, Druck der llntb^Buchdruckerei v. Aod. Slug. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Wr. 64. tu Kr. 56. Postscheckkonto: Amt Frankfurt «. W. «r. 5015. — Sprech,eit Ms Redaktion von 10—11 «d %1—1 Uhr.

ragkSHMtm Zeitung SMtzMM

fir.208 63.30611. Raeburg 0.8060

D« Dnjetgenprci« beträgt ffa den lo gcspalt. Zeünnntlliinrter 0.03 ®aa, klein« Baran,eig«t M6 EM, amtlich« «** »Lrttge Anzeigen 0.10 GM Bei schwierige» Satz sowie bei Platz' Vorschrift 60*k Aufschlag. - SauuaelmqeiS« 100% Cbf> schlag. Reklame« der MM» 0,40 GM Zeder Rabatt Matt «arrabatt. Ziel 5 Lage. Velegtz werden berrchuet, ebenso Auskunft durch Mt «eschLstsstelü und Luseuduag der Angebote V füllungSott Marburg

tahtteasf ■ t/^-Dollae

Anzeiger für (das frühere kurheMche) Oberheffe«

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Die muefranzöfifch englische Entente

Ser Walt

bei Mienoblommn- — SeMMge EegüoMg - Gegen Ameriko

Aus den Indiskretionen französischer Delegierter in Genf ergibt sich, wie der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" feststellt, eift ziemlich ge­naues Bild von dem Inhalt des englisch- ftanzösischen Klotten-Abkommens, nämlich drei Hauptpunkte:

1. Unterseeboote unter 600 Tonnen Was­serverdrängung werden der Abrüstungs­begrenzung nicht unterworfen.

2. Kreuzer mit einer geringeren Bestückung als 17 Zenttmetergeschützen werden von der allgemeinen Abrüstung ausge­schlossen.

$. Kleiner« Torpedofahrzeuge und andere Hilfsschiffe werden in ein allgemeines Abrüstungs-Schema nicht eingefchlosien. Amerikas Einwendungen stützten sich auf die Erwägung, daß auf Grund dieses Abkommens Kreuzer mit einer Be­stückung von 20 Zentimetergeschützen, ein von Amerika bevorzugter Kreuzertyp, zahlenmäßig begrenzt werden soll, wäh­rend die von Großbritannien bevorzugten leichteren Kreuzer danach von jeder Be­grenzung ausgenommen wären.

»Rauchest«« Guardian" über die französisch- englische Politik.

„M a n ch e st e r Guardian" besaht sich in einem Leitartikel mit der französisch-englischen Politik und führt aus, dah die Ableugnungen Lord Lushenduns und des französischen Marine- ninisters Leygues nichts an der Tatsache än­derten, dah in den englisch-französischen Be­ziehungen eine wesentliche Verände­rung eingetreten sei. Die britische Auhen- volitik habe, so beibt es weiter, in den letzten Monaten ihren Grundsatz, Fühlung mit Europa nicht durch Paris oder Berlin, sondern nur durch Genf zu suchen, aufgegeben. Sie habe die französischen Vorbehalte zum Kellogg-Pakt an­genommen und ein Flottenabkommen mit Frankreich unterzeichnet, dessen Kern darin be­siehe, dah Frankreich so viele kleine Kreuzer und so viele kleine Unterseeboote, wie es wolle, bauen dürfe.

Die Wirkung des Abkommens sei, dah die französische und die britische Flotte ein­ander ergänzen würden. Alles das laufe auf eine neneEutente hinaus, und es sei vollkommen natürlich, dah die Fran­zosen frohlockten.

8hre Aubenvolitik habe triumphiert. Die Fol­gen zeigten sich bereits. Dor einigen Wochen babe die Hoffnung bestanden, dah die alliierten Truvoen aus dem Rheinland zurückgezogen würden, jetzt aber versteiften sich d'e Fran- wsen darauf, dah die Deutschen einen Preis mr die Zurückziehung zu zahlen hätten, und «le britische Regierung habe mit keinem Wort angedeutet, dah sie es ablehne diese Nötigung to billigen. Ein Druck militärischer Art werde tusgeübt, um von Deutschland ein Versprechen iu erzwingen, dah es sich nie mit Oesterreich »«einigen würde. Dies seien die Folgen der neuen Entente und das Blatt fordert zum «chluh die Preisgabe dieser bedauerlichen Verpflichtung und die Rückkehr zu Locarno.

---*---

Nachklänge zu »en Pariser Besprechungen

Di« Besprechungen Dr. Strescmanns mit Poiucars. — Auch di« Russenfrage an­geschnitten.

ff. London, 4. Sept, lieber den In­halt der Besprechungen Dr. Stresemanns ttit Poincars berichtet Pertinax im »Daily Telegraph" ergänzend, daß bet deutsche Außenminister die Gelegenheit benutzt habe, auch über russische Fragen zu sprechen. Es werde behauptet, Dr. Strese-

mann habe diese Dinge nicht nur in aka­demischer Form angeschnitten, sondern Poincarö für

eine gemeinsame Finanzaktion der

Großmächte für die Ausdehnung der

Handelsbeziehungen mit Rußland

zu gewinnen versucht. Poincars soll völlig abwartend geantwortet ha­ben. Man sei der Ansicht, daß der deutsche Außenminister sich bei diesen Unterredun­gen in erster Linie von der Besorgnis deutscher Wirtschaftskreise wegen des in

Rußland angelegten deutschen Kapitals habe leiten lassen, da sich die Eowiet-Re- gierung vergeblich bemüht habe, Aus­landskredite zu erhalten. Der Anschluß' Sowjet-Rußlands an den Kelloggpakt sei allein von diesem Gesichtspunkte aus er­folgt. Auch andere diplomatische Schritte der Sowjet-Regierung seien von dem glei­chen Gedanken eingegeben gewesen. Es bestehe die Möglichkeit, daß die Sowjet- Regierung auf Dr. Stresemann einen Druck ausgeübt habe, irgend etwas zu tun, um ihr bei der französischen Regierung zu helfen.

Zweck eigens einberufenen Ministerrat in Sampigny sich seine Weisungen für die Ver­handlungen mit dem deutschen Reichskanzler eingebolt hat. Briand und Hermann Muller haben sich inzwischen gegenseitig ihre Antritts­visite gemacht. Es ist klar, dah sie bei diesem ersten 'Zusammentreffen nicht schon gleich hoch­politische Verhandlungen geführt haben. 'Sie sollen sich aber schon bei dieser ersten Gelegen­heit grundsätzlich geeinigt haben, dah bereits in den allernächsten Tagen eine Aussprache arrangiert werden soll.

Aus den bis jetzt vorliegenden Genfer Son­derberichten deutscher Blätter geht schon her­vor, dah man allgemein den bevorstehenden Verhandlungen mit allergröhtem Interesse entgegensiebt. Allerdings lassen diese Stim­men auch erkennen, dah vorläufig auch bei den deutschen Pressevertteiern eine ausgesprochen pessimistische Stimmung vorherrscht. 8-Uhr- Abenddlatt meldet: „Man macht auf deutscher Seite kein Hehl daraus, dah den deutschen For­derungen aus völlige Räumung des Rhein- landes auherordentliche Schwierigkeiten ent« gegenstehen. Die Nachrichten aus Paris lassen erkennen, dah man auf französischer Seite einer Diskussion über die Rheinlandfrage nicht aus­weichen will, dah aber die Instruktionen von Briand vermutlich so lauten, im Laufe dieser Diskussion solche Forderungen zu stellen, dah man nur mit schwerer Mühe zu einem Er­gebnis kommen wird." Der Sonderbericht­erstatter der „Nachtausgabe" will bereits über die Antwort unterrichtet sein, die der Reichs­kanzler von Briand erhalten wird. Briand werde erklären: „Er sei bereit, in freundschaft­lichem Sinne, in dem er die Probleme in­offiziell auch mit Dr. 'Stresemann vorher be­sprochen habe, mit dem deutschen Reichskanzler zu verbandeln. Die eigentlichen Verhandlungen könnten aber nicht nur zwischen Deutschland und Frantteich allein, sondern nur zusammen mit den Mächten, die in der Botschafter­konferenz vertreten find, geführt werden." Sehr skeptisch urteilt auch der Genfer Korrespondent der „D. A. Z", der befürchtet, dah die Räu- mungsverhandlungen total scheitern, und der in dieser Annahme bereits heute es für ange­zeigt hält, dah die deutsche Auhenpolitik nach grundsätzlich anderen Mitteln und Methoden Ausschau hält.

nommen. Der Vertrag enthält auch Be­stimmungen über Einreise, Nieder­lassung, die Rechtsstellung der beider­seitigen Staatsangehörigen, der Gesellschaf­ten, über Zulassung von Konsuln und der­gleichen.

Riftic, und Zimmermann in Moskau gelandet.

Berlin, 3. Sept Das Junkers- Flugzeug, das am Sonntag mit Risticz und Zimmermann iu einem Langstreckenslug nach Ostasien gestartet, muhte am Nachmittag wegen einer geschlossenen Wolkendecke und strömenden Regens in Moskau landen. Heber die weiteren Pläne der Flieger ist noch nichts bekannt.

Nos SmWaist bezahlte

Berlin. 3. Sept. Der Generalagent für die Reparationszahlungen teilt mit, daß in dem mit dem 31. August d. 3. ab« schließenden vierten Jahr des Sachver« ständigenplanes Deutschland all« Zahlun­gen im vollen Umfang und pünktllich zum Fälligkeitstermin gemacht hat sowie, daß im Verlauf« des Zahres Transfers in einem Betrag« vorgenommen worden find, der den Iahreseingängen im wesentlichen geichkommt.

Die von deutscher Sette innerhalb des vierten Annuitätjahres etngegangenen Zahlungen beliefen sich auf 1746 Mill. Eoft mit Einschluß zweier Zahlungen zur Vollendung der dritten Annuität, die erst im September 1927 eingingen und sich aus 1750 Mill. E°4t und die beiden Zahlungen, die zu ihrer Vollendung notwendig find, insgesamt rund 79 Mill. (5M werden im September 1928 fällig. Die erste dieser beiden Zahlungen, die die letzte Jahres­rate für den Zinsendienst der deutschen Eisenbahnobligationen darstellt, ist bereits am 1. September 1928 geleistet worden. Sie beläuft sich auf 55 Mill. (5X Es bleibt noch die letzte Rate des Jahresbei­trages aus der Veförderungssteuer zu er­legen, die nicht vor dem 21. September 1928 fällig wird.

Di« Gesamtsumme der während des vierten Annuitätsjahres vorgenom­menen Transfers beläuft sich in run­den Zahlen auf 1739 Mill. EM.

Die Transfers in fremder Währung be­liefen sich insgesamt auf rund 943 Mill, oder 54,23 Prozent der gesamten Trans­fers, während bte in Gestalt von Reichs­markzahlungen in Deutschland vorgenom­menen Transfers sich auf 796 Mill, oder 45,77 Prozent der Eesamttransfers be­liefen. Bei Geschäftsabschluß am 31. August 1928 belief sich der Eesamtkassenbe- stand auf Rechnung des Reparationsagen­ten auf 189,5 Mill. GM., während die verfügbaren Kasienbestände zu Beginn des Jahres 185,5 Mill, betragen haben.

--#--

ewftimo der MkeMMvev fammlung

Genf, 3. Sept. Das Schauspiel des Aufmarsch der Delegationen zur Eröff­nungssitzung der Völkerbundver­sammlung hatte ein zahlreiches Pub­likum angelockt. Die deutsche Delegation erschien als eine der ersten. Sie begab sich sofott an ihre Plätze. Staatssekretär von Schubert übernahm die Vorstellung von Reichskanzler Hermann Müller, der nach Ankunft der französischen Delegation Briand aufsuchte und diesem sein Bei­leid anläßlich des Todes des ftanzöfischen Handelsministers Bokanowski aus- fprach. Zahlreiche Delegationen und Delegationsführer, darunter Lord Cu- s h e n d u n und der österreichische Bundes­kanzler Seipel halten sich für kurze Zeit an den Bänken der deutschen De­legation zur Begrüßung des Reichskanzlers auf. Mit besonderer Freude werden die Mitglieder der spanischen Delegation und ihr Führer Quinones de Leon be­grüßt, der im Herbst 1925 der. Bundes­versammlung zum letzten Wal beiwohnte. Anter den 150 Hauptdelegierten der dies­jährigen Bundesversammlung befinden sich fünf Ministerpräsident en und achtzehn Außenminister.

Für die 9. Dölkerbundsversammlung ist es bemerkenswert, daß sie durch die An­wesenheit von 50 Delegattonen und etwa 400 Pressevertretern zwei Höch st zah­len erreicht hat, auch insofern sich von den früheren Bundesversammlungen un­terscheidet, als sie bereits am Er­öffnungstage ihre Konstitute-

Srotflefe" /'n

tlmmer wieder: erst Stfmltenregehmg ton Räumung

Im „Echo de Paris" erscheint ein längerer Genfer Bericht, wonach die Ab­rüstungsfrage und das Rheinlandproblem, die oft hinter den Kulissen verhandelt werden, die ganze Tagung beherrschen. Das Blatt stellt fest, daß die vorbereitende AbrLstungskommission seit dem Juni 1927 in eine <Äckgasse geraten sei und daß das englisch-französische Seeabkommen, von Genf aus gesehen, die Sache noch wesent- 'lich erschwere. Die Vertreter Frankreichs und der kleinen Entente scheinen nun die Auffassung zu vertreten,

daß eine große Entspannung in Europa nur durch eine aßgemeinae Regelung der Reparationen und Kriegsschulden herbeigeführt werden könne, die eine vollständige Rheinlandräumung nach sich ziehen wird.

Da bei dieser allgemeinen Regelung Amerika eine wichtige Rolle spiele, seien die Vertreter Frankreichs und der Kleiney Entente der Meinung, daß man die Einbe­rufung der Abrüstungskonferenz bis 1930 verschieben solle.

♦

Schon ein flüchtiger Blick in die Presse des In- und Auslandes zeigt, dah die soeben be­gonnene Serbsttagung des Völkerbundes in Genf ihre politische Bedeutung durch die all­gemein mit Bestimmtheit erwartete Auf- rollung der Rbeinlandsrage erhält. Der deut­sche Reichskanzler ist inzwischen in Genf ein« getroffen, nachdem er vorher in einer Aus­sprache mit dem Aubenmmister Dr. Strese­mann in Baden-Baden sich über das Ergebnis der Besprechungen des Auhenministers mit Poincare und Briand unterrichtet und gemein­sam mit dem Auhemninister die Richtlinien er- örtert hat, die sich daraus für die bevorstehen­den eigentlichen Räumungsverhandlungen mit Briand ergeben. Auch der französische Unter­händler, Auhenminister Briand, weilt bereits in Genf, und es ist bekannt, dah auch Briand vor seiner Abreise in dem zweifellos für diesen

SandMrr!rag mit Südafrika

Berlin, 3. Sept. Am 1. September ist in Pretoria ein Handels, und Schiff- fahrtsvertrag auf breiter Grundlage zwi­schen Deutschland und der Südaftikanischen Union von den Bevollmächtigten beider Regierungen unterzeichnet werden. Der Derttag der sich im allgemeinen an die Bestimmungen des deutsch-englischen Han- delsverttages anlehnt, ist auf der Grund­lage gegenseittger unbedingter Meistbe­günstigung aufgebaut. Die Vorzugszölle, die die Südafrikanische Anion gegenwärtig England gewährt, bleiben England und den britischen Dominien usw. Vorbehalten. Ein Abkommen über gegenseitige Zollzu­geständnisse ist für später in Aussicht ge-