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Freitag, »en 31. Augult 192$

»it «Vberhessischk Zeitung" er­scheint sechsmal vicheutlich. De- jugsprets monatlich 2 GM. aus- schließ!. Zustellungsgebühr, durch di«PostL2L GM.Für etwa infolge Streiks, Waschinendefekt» »der elementarer Ereignisie ausfallend« Kummern wird kein Ersatz go» leistet. Verlag v. Dr. §. -itzeroth, Druck der Unlb.-Vuchdruckrrri d. Zoh. Sog. Koch, Markt 21/23. genisprecher: Slr. 64. a. Mr. 65. Postscheckkonto r Amt Frankfurt «. M. Rr. 6015. — Sprechzeit 6C* Redaktion von 10—11 und

»j,l—1 Uhr.

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Anzeiger für (das frühere kurhessischej Oberhessen

St. 205 63.3a»t9. Marburg a. Eaton

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• Doidmark ■ V«S»ll«.

Anzeiger der nmllrchen Dekanntrnachnngen für Stabt rrnb Kreis Marburg

H«so Sünnes fr. in Berlin verhaftet

mit seinem Rechtsbeistand im neuen Äri,

Jahren einem Herzschlag

Stuck wurde

1863 in Tettweiß lNieder-

Alter von 65 erlegen.

basem) geboren und besuchte 1882 bis 1884 die Münchener Akademie der Bildenden Künste, an der er zuletzt als Professor wirkte. Seine vielseitige Kunst trug ihm reiche Ehren ein. Er wurde 1905 geadelt und war Mit­glied vieler Akademien des In- und Aus­landes. Durch seinen Tod erleidet München und die gesamte Kunst einen schweren Verlust.

ob Hugo Stinnes. der bekanntlich seinem Privatsekretär v. Waldow die für den An- leiheerwerb benötigten Geldmittel zur Verfügung gestellt hat, von dem Verwen­dungszweck dieser Summe etwa Kenntnis gehabt habe.

»erltn, 30. Aug. Heute vormittag der Untersuchungsrichter am Schluß der

erschien Hugo Stinnes jr. aus Hamburg Vernehmung den Haftbefehl erließ. Wenn

-ll e"---- - - 'der Untersuchungsrichter. Dr. Brühl, sich

gestern entschlossen hat, Hugo Stinnes zu verhaften, so sind die Motive darin zu suchen, daß sich der Kreis der Verdächtigen und in die Kriegsanleiheschiebungsange­legenheit Verwicklten durch die Ver­nehmung Hugo Stinnes noch wesentlich vergrößert hat. und daß auf Verdunke­lungsgefahr geschlossen werden muß. In Mülheim soll er im Verlauf des Mittwoch sehr wichtige und das Verfahren gegen ihn betreffende Besprechungen mit Persönlich­keiten gehabt haben, die als Mitschuldige in Betracht kommen. Am jede weitere Verbindung mit diesen Leuten abzuschnei- den, hat der Untersuchungsrichter die Ver­haftung Hugo Stinnes veranlaßt.

Franz Ritter von Sluck t

kk. München, 31. Aug. Donnerstag nacht ist der' bekannte Maler and Bildhauer Ge­heimrat Franz Ritter von Stack im

Ueber die Vernehmung will das T." folgend Einzelheiten erfahren haben: Nachdem Hugo Stinnes jr. etwa I V- Stun­den vom Untersuchungsrichter zu dem 2Hema der Kriegsanleiheschiebungen ver­nommen worden war. wurde der im Ber-

Untersuchungsgefängnis in Haft sitzende frühere Privatsekretäre von Stin- "E? fr1 00 n Waldow herausgeführt unö es fand vor dem Untersuchungsrichter

minalgericht in Moabit zu, Vernehmung. Hugo Stinnes war von dem Unter-

fuchungsrichter Landgerichtsrat Dr. Brühl in der Kriegsanleihesache geladen, um auf dies« Weise Klarheit darüber zu chasfen.

Ser gaü Samba» «lebtet

Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Am Schluß ihrer Sitzung vom 8. und 9. Julr hat die Parteivertretung, und zwar wie aus­drücklich festgestellt wurde, ohne Widerspruch, sich die Forderung des Parteivorsitzenden zu eigen gemacht, daß alle Parteiange­hörigen die über den Fall Lam« bachvvn den satzungsgemähen In­stanzen zu treffenden Entschei­dungen anzu erkennen haben. Durch den Spruch drs Parteigerichts ist also die Angelegenheit des Abgeordneten Lambach nach ber persönlichen Seite hin endgültig und bindend erledigt. Es gibt in diesem Fall nicht Sieger und Besiegte, di« die gegnerische Presse glauben machen möchte, leider nicht ohne daß diese Parole von nahe- stehender Seite ausgenommen wurde, vielmehr ist die Bahn frei, um wieder uneütgefd)ränft der großen nationalen Mission zu bienen, deren nächst« Aufgaben gerade durch die außen- und innenpolitische Entwickelung der letzten Wochen deutlich in den Vordergrund getreten sind. In ihrer Entschließung zum Falle Lambach vom 8. und 9. Juli hat die Parteivertretung einstimmig beschlossen, sich aus dem Anlaß des Falles Lambach er­neut zu den Grundsätzen ihres monarchischen Parteiprogramms zu bekennen. Deshalb ist es ein Irrtum, wenn behauptet wird, es werbe sich im Oktober zu entscheiden haben, ob die De ul s ch n a t i o n a l e Volkspartei grundsatzgetreu mo­narchisch bleiben will oder nicht. Auch diese Entscheidung ist end­gültig und bindend getroffen. Aufgabe der nächsten Wochen aber ist es, die Parteiarbeit im Sinne des Parteiprogramms zu vertiefen und dadurch wirkliche oder ver­meintliche Gegensätze, die in den Erörterungen der letzten Wochen hervorgetreten sind, inner­lich zu überwinden.

Semmimifkn unb Nanzekkrenm

Berlin, 30. Aug. Heut« ist mittels eingeschriebenen Briefes der gemeiwschast« lich vom Zentralkomitee de: Kommunisti­schen Partei Deutschlands, der Bundes­führung des Roten Frontkämpferbundes und dem kommunistischen Jugendverband Deutschlands gestellte Antrag auf Zulas- sung eines Volksbegehrens zugunsten eines Entwurfes eines Gesetzes über ein Verbot des Bauens von Panzerschiffen und Kreu- -ern elngegangen.

Als Vertrauensmann ist benannt M. d. R. Pieck, als Stellvertreter M. d. R. Münz en berg. Die formelle und sach­liche Prüfung des Zulassungsantrages ist in Angriff genommen.

Die Neuregelung -er Gütertarife

Mgtmeine ertwbung nm 11 Prozent

Rem Bestattungen um 6t. Mert

St. Ingbert, 30. Aug. Der Kaufmann Julius Blatt, Inhaber der Firma Blatt u. Co. in St. Ingbert, einer Jweigfirma der 1 Baltia-Werke in Heidelberg, ist gestern ver­haftet worden. Der Firma Blatt hatte die Sparkasse St. Ingbert über 4 Millionen Mark Kredit gewährt, obwohl deren Finanzen schon damals'völlig zerrüttet waren. Die Staats­anwaltschaft in Augsburg wurde feiner er­sucht. den Inhaber der dortigen Firma P i i • cher, den Bruder des verhafteten Finanz­rates Bircher, festzunebmen, der die treibende Kraft bei der Vergebung der Kredite gewesen sein soll und selbst einen ungedeckten Kredit in Höhe von etwa einer Million erhalten hatte. Auch in Heidelberg stehen die Ver­haftungen der Inhaber der Baltia-Werke bevor.

Wie die „Westfälische Zeitung" berichtet, hatte der Präsident des Landesrates Scheuer, gestern mit dem Mitglied der Regierungs­kommission für Finanzen, Morize, eine Unterredung über die Frag«, wie der Stadt JngbeN geholfen werden könne. Morize teilte mit, daß er in den nächsten Tagen ganz be­stimmte Vorschläge der Sanierungskommission unterbreiten werde, die geeignet seien, unver­züglich wirksame Hilfe zu bringen und zwar besonders den Einlegern von Spargeldern, bem Handwerk und der Geschäftswelt. Die endgültigen Sanierungsmaßnahmen können erst nach Abschluß der sehr komplizierten Revi­sion eingeleitet werden, die voraussichtlich nock, drei Monate in Anspruch nehmen wird.

I Berlin, 30. August. Das Reisbahn- [ gericht hat bekanntlich am 24. August da­hin entschieden, daß die Deutsche Reichs­bahngesellschaft berechtigt sei, zu einem vom Reichsverkehrsminister zu. bestim­menden möglichst nahen Zeitpunkt die seit längerer Zeit beabsichtigte Tariferhöhung mit einer Mehreinnahme von 250 Millio­nen Mark durchzusühren.

Zm Interesse der deutschen Volkswirt­schaft und um die allgemeine Lebenshal­tung möglichst wenig zu treffen werden in di« notwendige Erhöhung nicht einbe­

zogen

die Frachten für Lebensmittel, die zur Zeit noch dem Nottarif für Lebensmittel befördert werden. Darunter fallen Ge­treide, Hül^enfrüchte und Mühlenerzeug- mlse der Klaffe C, frische Feld- und Gar- tenfruchte der Klaffen C unbF, Öelfrüchte und Oelsaaten der Klaffe C, Frischmohr- tüben und Karotten sowie Kohlrüben der Klaffe G und Käse der Klaffe B. Außer­dem wird von der Erhöhung nicht betrof­fen der Lstisnahmetarif für frische Kartof­feln zur Verwendung im Deutschen Reich.

Die Milchfrachten werden einer mit den Interessenten abgestimmten systematischen Neuordnung unterzogen. Dafür werden sie von der allgemeinen Tariferhöhung ebenfalls ausgeschloffen bleiben. Die aus dieser Regelung folgenden Erhöhungen lasten indessen auch zukünftig die Fracht- satze noch auf zirka 80 Prozent der preu­ßischen Vorknegshöhe.

Die sogenannten Wettbewerbstarife, namentlich gegenüber anderen Verkehrs­mitteln und Verkehrswegen, bleiben von der Tariferhöhung ganz oder zum Teil ausgenommen. Im sonstigen Güter- und Tierverkehr bedingt der Tariferhöhungs- beschluß eine «

allgemeine Erhöhung der derzeitigen Frachten um 11 Prozent, die am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft treten

wird. Der Reichsverkehrsminifter hat einer verkürzten Veröffentlichungsfrist, die nor- mal auf 2 Monate läuft, zugestimmt. Glerchzertrg mit der allgemeinen Tarifer­höhung sollen ferner folgende von der Wirtschaft lebhaft gewünschte und seit längerer Zeit beschlossen« aber aus Man- gel an Mitteln bisher zurückgestellte, Tarrferleichterungen durchgeführt werden. Die Abfertigungsgebühr des allgemeinen Kohlenausnahmetarifs wird von 11 auf 9 Reichspfennige für 100 Kilogramm herab­gesetzt werden.

Di« allgemeine Erhöhung der Kohlen- frachteu wird sich dadurch fühlbar mildern.

Für Eisen und Stahl sowie Eisen- und Stahlwaren der Klaffen A und D sowie für unedle Metalle und Metallwaren wird ein Ausnahmetarif eingeführt wer­den, der für die Ausfuhr über die trockene Grenze Frachtermäßigungen gewährt. Für veu und Stroh wird ein weiterer Aus­nahmetarif gegenüber den künftigen Frachten der Klaffe F einen Nachlaß von , 15 Prozent zugestehen.

biefe Gerüchte als um wahrscheinlich, bezeichnen.

der gemeldeten Gerüchte hat Siorsk^Te.egrambhraa in Harstadt, Melbv und Ltokmarknes Erkundigungen einqezo- gen, aber man wußte dort weder von dem g und noch vonder Quell« Früchte. Auch tn mehreren Ort- W- " r ber langgestreckten Küste von t1l de-ren angefragt morde,„ war, hatten weder die Behörden noch sonst leroa-nb von der angeblichen Auffindung Flugzeugtrummer gehört. Die Gerüchte konn^r also a;S völlig u n begründet werden. Der Dampfer „Michael S°rs" befindet sich zur Zeit im den Ge- twiern von Pestera-alei und stand heule morgen tn- funkentelegraphischer Berbin- M«ng mt‘ dem in Tromsoe liegenden fran-

■’l K^uzer „Strasbourg", wußte je- doch nicht üher »ine Auffindung der „La- ltzyam'f zu bricht--...

T -----------.

Gegenüberstellung zwischen von Waldow und Stinnes

statt, in der es zum Teil zu erregten Aus- emanderfetznngen zwischen den beiden Be­schuldigten gekommen sein soll, von Waldow soll mit aller Bestimmtheit er­klären. daß Hugo Stinnes in feinen (von Waldows) Plan voll eingeweiht war, daß er in wesentlichen Punkten selbst Die Initiative ergriffen habe, und vor allen Dingen erklärt von Waldow, daß er niemals im Stande gewesen sei, die Kriegs- anleiheschiebungspläne in Angriff zu nehmen, wenn er nicht die finanzielle Un­terstützung Hugo Stinnes gehabt hätte. Wie verlautet,

soll Stinnes schließlich auch eingestanden haben, daß er in verschiedenen Punkten vov den Geschäftpraktiken Waaldows un- i terrichtet worden sei. Stinnes hat weiter j zugeben müssen, daß er selbst in der gfl n 3 e n Angelegenheit genau Vesch eid wußte, und daß ihm auch die Geschäfte von Waldows, die er selbst finanziert hatte, genau bekannt waren. Waldows Stellung zu Hugo Stinnes war in der Kriegsanleiheaffäre die eines Pagen zu seinem Herrn. Aus diesem Grunde ist auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Ehlert für morgen mittag ein Hastprüfungstermin I für von Waldow anberaumt worden.

Berlin, 30. Aug. Auf Grund des Ergebnisses der heutigen Vernehmung von Hugo Stmnes jr., gegen den bereits vor I einigen Tagen die gerichtliche Vorunter­suchung eröffnet worden war, hat sich <v:e der „Amtliche Preußisch Pressedienst" Miltellt. der Untersuchungsrichter entschlos- fen, Haftbefehl gegen Hugo Stin- nes junior wegen dringenden Ver­dachtes des versuchten Betruges und wegen Vorliegens von Verbükelungsgefahr zu erlassen. 0

Hugo Stinnes verhaftet.

Im Zusammenhang mit den Kriegsan­leiheschiebungen ist gestern ans Grund des gegen ihn erlaffenen Haftbefehl» Hugo Stinnes jr. verhaftet und in das Unter. kuchungsgefüngnis in Moabit eingeliefert »orden.

Zu der Verhaftung von Hugo Sttnnes erfahrt das „B. T." folgende Einzelheiten: Mcht nur das Ergebnis der Ge«nüber- ste.lung mit seinem Mitbeschuldjgten t Wal- ooto, sondern auch die Bekundungen anderer Zeugen und Beschuldigter, die vom Unter- uichungsrichter im Laufe des Rachmittaqs vernommen worden, führten dazu, daß

Wegen bringenden Serbntb« beS versuchten Betruges — Sen den eigene» Angestellten belaßet

Berlin, 30. Aug, Heute vormittag

Sas Schicksal AmulMns

Gerüchte am die „Satham".

D4lo, 30. Aug. Wie der Zeitung Z„Aftenposten" aus Stvkmarknes gemeldet werd, ist dort ein von Har stad kommen- res, noch nicht bestätigtes Gerücht Verbrei­ter, daß man am äußeren Rande der Besteraalen-JnseUgruppe Trümmer des Flugzeuges ,L<rtham" gefunden haben soll. Der Nordpolforscher Hoet, der ber Zerrung über das Gerücht betragt wurde, erklärte: Es ist unwahrscheinlich, da-tz Trümmer des Flugzeuges „Latbam" nach der Desteraalen Gruppe gerrieben wor­den send, da di- Meeresströmung von der Inselgruppe nach Norden und Nordosteid führt: als Amundsen mit der ,La- tham" nach Spitzbergen aufstieg/ herrschre Lstwrnd und.ntan muß deshalb