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SbecheMche

OoDthohtchw Zeitung tanUWtiai

Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

St. M eiMtg. Marburg a.8abn

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t CeMad * V^Volla».

Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

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Das Ergebnis -er Pariser Besprechungen

fiat Wimms überbauet zur Sbeinlnnbräumung Stellung genommen?

Reichskanzler Müller reist erst am Sonnabend von Benin ab. Er wird am Sonntag vormittag auf dem Bahnhof Baden-Baden mit Reichsautzenminister Dr. Strefemann eine Unterredung haben.

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Dr. von Schubert reiste am Dienstag abend von Berlin nach Genf ab. Lr trifft am heutigen Mittwoch vormit­tag, in Baden-Baden mit Reichsauhen- minister Dr. Strefemann zusammen.

Lieber das Ergebnis der Pariser Be­sprechungen zwischen Dr. Strefemann einer­seits und Poincare und Driand anderer­seits sind bisher weder in Paris noch in Berlin Mitteilungen, die den Anspruch der Authentizität erheben könnten, gemacht worden. Es ist kaum zu erwarten, daß in absehbarer Zeit das Dunkel, das über den Nefultaten dieser Besprechungen lagert, durch offizielle Erklärungen der Berliner und Pariser Amtsstellen gelichtet werden wird. Bei dem subtilen Charakter der Derhandlungsthemata ist es sogar durch­aus möglich, daß nicht einmal das Reichs- kabinett schon jetzt über die näheren Ein­zelheiten der Pariser Unterredung unter­richtet wird, was nur auf drahtlichem Wege hätte geschehen können, einen Kvm- temnreattvnsnrnrel, dem man «rsahrungs- gemäf} nicht gern wichtige diplomatische Mitteilungen anvertraut. Vermutlich wird daher Dr. Strefemann das Ergebnis feiner Unterredungen schriftlich niedergelegt und das Schriftstück dann einem Kurier anver­traut haben, der aber bisher noch gar* nicht in Berlin eingetroffen sein konnte. Sie Zurückhaltung der Berliner zuständi­gen Stellen ist deshalb auch äußerlich be­gründet. Immerhin scheint man in der Dilhelmstraße wenigstens oberflächlich über den Vesamteindruck des Pariser Ergeb­nisses telephonisch unterrichtet zu sein. Jedenfalls verlautet, daß dieser Desamt- cindruck »nicht ungültig“ sei. Vor allen Dingen sei schon ein gewisser Fortschritt damit erreicht, daß Dr. Strese- mann jetzt wisse, wie Poincare über die verschiedenen von Deutschland aufgeworfe­nen Fragen denke. Bisher habe man auch m dieser Beziehung nur sehr unsichere An­haltspunkte gehabt. Damit erschöpfen sich aber auch schon die von den zuständigen Stellen zu erreichenden Informationen. Don anderer Seite wird aber selbst dieser spärliche »Erfolg" der Unterredung ange- Seifelt mit dem nicht unglaubwürdigen nweis, daß Poincare der stillschweigen­den Abmachung aller Diplomaten, in Paris Fragen, die den Kellogg-Pakt nicht un- inittelbar berühren, überhaupt nicht zu er­örtern. strikte gefolgt sei.

Jedenfalls können alle Mitteilungen der Presse, die sich mit Einzelheiten der Unter­redung zwischen Poincare und Stresemann beschäftigen, nicht den Anspruch auf Glaubwürdigkeit erheben.

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Pe rti nax berichtet im „Daily Tele­graph" in Bestätigung seiner gestrigen Nitteilungen, datz ihm versichert werde, daß die

Besprechungen zwischen PoincarS «nd Dr. Stresemann am Montag morgen trotz der langen Dauer einen allge- gemoinen Charakter besessen hätten.

Keiner der beiden Staatsmänner scheine «fragen berührt zu haben, die noch zwischen Frankreich und Deutschland zu erledigen leien. Eine von %)incarä benutzte These scheine der Hinweis gewesen zu sein, datz Staatssekretär Kellogg während seiner Anwesenheit in Paris jede Erörterung der gegenwärtigen internationalen Fragen ablchne. und datz daher eine Grundlage für die praktische Ueberprüfung der deutsch-französischen Hauptprobleme fehle. Dieser Hinweis sei so aufzufasien. daß

die Reparationsfrage von dem inter­nationalen Schuldenproblem nicht zu trennen sei und datz die Rheinland­räumung nur im Zusammenhang mit einer allgemeinen finanziellen Rege­lung erwogen werden könne.

Die etnfabung an RuNand

Moskau, 28. Aug. Der französische Botschafter Her bette überreichte gestern im Auftrage der französischen Regierung dem stellvertretenden Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Litwinow, dre offizielle Einladung an die Sowjetregrerung, dem Kellogg- Pakt beizutreten. Im Auftrage sei­

ner Regierung teilt« der Botschafter tn&# dah der Beitritt zu dem Pakt dieselben Bedingungen und Vorrechte voraussetze, 6te von den Mächten, die den Pakt heu'« in Paris unterzeichnet haben, anerkannt worden seien. Zugleich überreichte Her­bette dem stellvertretenden Volkskommissar eine Abschrift des heute unterzeichn neu Paktes. Litwinow bat d«n Botschafter, ihm ein Verzeichnis aller Regierungen zu übermitteln, denen eine analoge Aufforde­rung zug^angen sei, und ersuchte ferne« um Einsicht lN die gesamten Dokumente, die sich auf die diplomatische Korrespoms- denz über den Kellogg-Pakt beziehem, da diese Informationen der Sowjetregierung bei der Beurteilung der von dem französi­schen Botschafter überreichten Einladung unerläßlich seien.

MIMiHt WnngWett!

Richt einmal in Senf ist man iith einig

Dens, 28. Aug. In der Kommission des Völkerbundes, die sich gegenwärtig unter dem Vorsitz von Graf ‘Bern« storff mit der Ausarbeitung eines Äon« ventionsentwurfes für die Kontrolle der staatlichen und privaten Waffenherftellung befaßt, konnten auch im Laufe des heutigen weitgehenden Gegensätze nicht überbrückt werden. Der ftanzösische Vertreter der bekannte Gewerkschaftsführer Iouhaux wenn möglich,

von einer lleberwachung der staatliche» Waffenherstellung ganz abgesehen

oder nur die Festsetzung eines Gesamt­wertes der staatlichen Waffenherstellung vorzufehen, die der Kontrolle unterliegen soll, während die private Waffenher- stellung nach einzelnen Gruppen über­wacht werden soll. Der englische Sprecher schloß sich den französischen Forderungen an, dagegen forderte der amerikanische Dertteter Gleichheit und Einheitlichkeit der

Lleberwachung, sowohl für die staatliche als auch für die private Waffenherstellung.

Graf Bernstorfs wies als Vorsitzender der Kommission darauf hin, er habe nach dem geringfüngigen Ergebnis der Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission wenigstens auf eine Einigung in dieser Kommission gehofft. Jetzt solle der Völker­bundrat über die Weiterführung der Ar­beiten der Kommission entscheiden. Tat­sächlich bedeutet dies Ergebnis der Arbei­ten der Kommission einen

Zusammenbruch der Berhandlungen über di« Kontrolle der staatlichen und privaten Waffenherstellung.

Die Aussichten zu einer Kontrolle der ge­samten Waffenherstellung über den Weg einer Ausarbeitung eines internationalen Konventionsentwurfes durch die Völker- bundkommisiion zu gelangen, müssen als äußerst zweifelhaft angefehrn werden.

Die zur Unterzeichnung des Kellogg.

Paktes eingeladenen Staaten.

Washington, 28. Aug. Das Ctaatsdeparteent hat folgende Staaten eingeladen, dem Kellogg-Pakt beizutreten: Abessinien, Albanien. Afghanistan, Ar­gentinien, Bolivien, Brasilien. Bulgarien, Chile, China, Columbien, Costarica, Cuba. Dänemark, Dominikanische Re­publik, Ecuador, Aegypten, Estland, Finn­land, Griechenland, Guatemala, Haiti, Honduras, Island, Lettland, Liberia, Li­tauen, Luxemburg, Mexiko, Niederlande, Nicaragua, Norwegen, Oesterreich, Pa­nama, Paraguay, Persien, Peru, Portu­gal. Rumänien. San Salvador, Siam, Spanien, Schweden, Schweiz, Türkei, Ungarn, Uruguay, Venezuela und Jugo­slawien.

Die ersten Beitrittserklärungen.

„Matin" berichtet, dah von den Natio­nen, die gestern nach Vornahme der Un­terzeichnungszeremonie aufgefordert wor­den sind, auch ihrerseits dem Antikriegs­pakt beizutreten, bereits vier Länder telegraphisch ihre Zusage erteilt haben. Es sind dies Dänemark, Cüdslavien, Ru­mänien und Peru.

Nach einer Meldung aus Wien wird sich die österreichische Regierung am 30. Aug. mit der Einladung zum Beitritt befasicn.

Nach einem Bericht der „Times" will die Türkei vor ihrer Entscheidung einige

befreundete Mächte, besonders Persien und Afghanistan, aber auch Sowjetrutz- lan8 zu Rate ziehen.

Aus Oslo wird gemeldet, dah die nor­wegische Regierung dem Pakt zugestimmt habe und baldigst einen Gesetzentwurf über den Beitritt zum Pakt im Storthing einbringen werde.

Die Frage der Ratifizierung des Kellogg- paktes durch de» amerikanischen Senat.

ff. London, 29. Aug. Nach der Un­terzeichnung des Kelloggpaktes bildet die Frage der Ratifizierung durch den ameri­kanischen Senat das Hauptthema der amerikanischen politischen Kreise. In Uebereinstimmung mit der bisher von allen Kennern der Lage vertretenen An­sicht wird allgemein mit der Ratifizierung gerechnet, vorausgesetzt, dah am politischen Horizont nicht unerwartet ein Sturm aus­bricht. Eine interesiante Frage ergibt sich, wie Reuter berichtet, aus der Erwägung, ob die Gegner des amerikanischen Flotten- programms den Kelloggpakt dazu benutzen werden, um ihre Beweisführung zu ver­stärken. Es beständen Anzeichen dafür, daß

die amerikanische Regierung einige Schwierigkeit en habe, den Ver­trag mit ihrer Forderung auf mehr Kriegsschiffe in Einklang

zu bringen-

Der KrlegWWaa der Seemächte

Kein Mnienschiffbau. — 72 Flugzeuge aus einem einzigen Schiffsdeck. — Riesige

U-Boote. — Sehr schnell« Kreuzer.

Don Edgar Eederström.

Trotz aller Abrüstungspläne und »reden herrscht auf dem Gebiete des Kriegsschiffs­baus bei allen in Betracht kommenden Mäch­ten rege Tätigkeit. Da durch das Abkommen von Washington der Bau von Linienschiffen und Schlachtkreuzern einstweilen unmöglich gemacht ist, legt man sich mehr auf die Her­stellung der übrigen Schiffsatten, die eine gegen früher ungeahnte Bedeutung bekommen haben. Dazu treten neue Typen wie Flug­zeugträger, Flugzeugmutterschiffe, llnterfee- kreuzer u. a., die bei Ausbruch des letzten Krieges noch so gut wie unbekannt waren.

England hatte bei Abschluß des Ver­trages von Washington.insofern Glück, als es seine beiden stärksten und neuesten Schlacht­schiffe „Rodney" und „Relson" mit je 35 000 Tonnen noch gerade in das Abkommen auf- nehmen konnte. Die mit je neun in Drillings­türmen aufgestellten 40,6 Zentimeter-Geschützen bewaffneten Schiffe sind die weitaus kampfkräftig st en Einheiten der Welt. Eine Klasse für sich bildet unter den Schlachtkreuzern die gleichfalls englische „Hvod", die 42 000 Tonnen verdrängt, 32 Knoten läuft und mit acht 38 Zentimeter-Ge­schützen bestückt ist. Fast ebenso schnell sind die neuesten englischen 10 000-Tvnnenkreuzer der „Äent"°Klasse, während die jüngsten Zer­störer vom Typ „Amazon" und „Ambustade" 37 Knoten und mehr laufen. — Don den iln« terwafferfahrzeugen ist der 3660 Tonnen ver­drängende Ll-Kreuzer X 1 als ganz moderner Typ zu nennen, dem nur die neuesten ameri­kanischen Ll-Boote an Größe gleichkommen dürften. An Flugzeugträgern hat England außer einigen älteren die 23 000 Tonnen ver­drängende „ Furious" mit der bemerkenswerten Geschwindigkeit von 32 Knoten, sowie die langsameren, aber fast ebenso großen „Glorious" und „Courageous" zur Verfügung.

Besonders interessante Typen finden sich in der Flotte der Vereinigten Staaten. Unter den Großkampfschiffen stammen die drei neuesten Linienschiffe der „West 'Vir- ginia"-Klasfe von je 34 000 Tonnen Wasser­verdrängung bereits aus dem Jahre 1921, moderne Schlachtkreuzer sind überhaupt nicht vorhanden. In Bau sind einige 10 000-Ton- nenkreuzer der „Satt Lake Ci'h"- und „Pen- sacvla"-Klasse, die im kommenden Sommer fertiggestellt werden. Eie zeichnen sich wie auch die bereits fertigen zehn Kreuzer der „Memphis"°Klasse durch die hohe Geschwin­digkeit (bis zu 34,7 Knoten) aus. Zudem füfjtt jedes Schiff dieses Typs drei Flugzeuge an Bord. An U-Booten find die bereits erwähnten Boote V 4—V 6 erwähnensoert, die über den ungewöhnlich großen Aktions­radius von zehntausend Meilen verfügen, je ein 15 Zentimeter-Geschütz führen und mit 3000 Tonnen (wahrscheinlich ist das tat­sächliche Derdrängungsvermögen erheblich größer) zu den größten Einheiten ihrer Art zählen. Die interessantesten Bauten der amerikanischen Flotte sind aber die Flug- inutterschiffe „Saratoga" und „Lexington". Ersteres, urfpringlich ein Schlachtkreuzer, ver­drängt nicht weniger als 33 000 Tonnen, führt acht 20,3 Zentimeter-Geschütze und zwölf 12,7 Zentimeter-Lustabwehrkanonen; seine Maschi­nen leisten die ungeheure Zahl von 180 000 PS. Das ganze Oberdeck ist als Flugbahn eingerichtet^ Schornstein, Kommandobrücke und einige sonstige Aufbauten sind an den äußer­sten Rand der Stenerbordseite gerückt, wodurch das Schiff einen ganz eigenartigen Anblick er- hält; es ist außerordentlich zweckmäßig ein­gerichtet. „Saratoga" sowohl wie das Schwesterschiff „Lerington" können jedes 7 2 Flugzeuge mit'nehinen. Letztgenann­tes erwies sich übrigens in einer Hinsicht als eine Fehlkonstruktion: bei der Probefahrt blieb ans bisher unaufgeklärter Ursache die tat­sächliche Geschwindigkeit um etwa sechs Knoten hinter der geforderten zurück.

Japan, dessen stärkste Schiffe die beiden Linienschiffe der „Wutsu"-Klasse von 34000 Tonnen mit acht 40,6 Zentimeter-Geschützen weist als neuesten Zuwachs seiner Kriegs­flotte die sechs Geschützten Kreuzer der „Myoko"-Klasse mit rund 10 000 Tonnen uni) 33,5 Knoten Geschwindigkeit auf. Auch das Reich der ausgehenden Sonne verfügt ähnlich wie fein Rivale jenseits des Stillen Ozeans übet zwei gewaltige Flugzeugmutterschiffe, .Kaga" und .Akagi". Diese ursprünglich