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Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen

Rt.191 63.3Mtfl

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Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen für Stadt und Kreis Marburg.

Hmbenburv taust Sie „Bremen

Ser SlapMus ter Mtsta «felentomefeti des Rortotnitoen Md

»tb. Bremen. 16. Aug. Der Reichs- »kSstdent ist in Begleitung des Staate» i^retärs Dr. Meißner und des Majors je« Hindenburg kurz von 2 Uhr nachmit- Mszur Teilnahme am Stapellauf des Aoqddampfers „Bremen" hier eingetrof- {ex. Er wurde am Bahnhof vom Präsi­denten des Senats. Bürgermeister Dr. xonandt. sowie dem Präsidenten des Norddeutschen Lloyd, Dr. Leinecken und 6tn Generaldirektoren Geheimrat Stirn» sing und Släffel begrüht, ferner waren pm Empfang anwesend der Wehrkreis» kommandeur. Generalleutnant Föhren­dach-Münster, der Chef der Marinestation der Nordsee, Admiral Bauer, sowie die Präsidenten des Landesfinanzamtes, der vberpoftdirektion «nd der Reichsbahn­direktion. Auf dem Bahnhofsplatz war eiwe Abteilung der Küstenwehr als Phrenkompagnie aufgestellt, deren Front der Restchspräsident nach dem Verlassen des Bahnhofs abschritt.

Hierauf begab sich der Reichspräsident in Begleitung des Präsidenten des Senats pr Wohnung des Präsidenten Heinecken, »0 im engsten Kreise ei» Frühstück ein» mummen wurde. Die Stadt trügt mcheu Flaggenschmuck und zeigt das Ee- präge eines überaus lebhaften und fest­lichen Lerkehrs.

: Der Stapellauf.

k Bremen, 16. Aug. Als zweiter der neuen großen Schnelldampfer des Nord­deutschen Lloyd ist heute nachmittag auf der Weserwerft Eröpelingen die Bremen Stapel gelasien worden. Dieses Er- tifinig erhielt seine besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Reichspräsiden­ten von Hindenburg und wurde dadurch tu einem doppelten Freudenfest für die ganze bremische Bevölkerung und zu einem Ehrentag für den Norddeutschen Lloyd. Schon lange vor Beginn des Tauf­aktes herrschte auf dem Werftgelände und «n gegenüberliegenden Ufern, wo Zehn­tausende von Menschen sich trotz regneri- roert Wetters angesammelt hatten, ein lebhaftes Treiben. Als der Reichspräsi­dent auf dem Werftgelände eintrat, »utbe auf dem Verwaltungsgebäude der velchimag die Reichspräsidentenflagge ge- dmt, die von dem im Hafen liegenden «einen Kreuzer „Emden" mit 21 Schutz salutiert wurde. . °

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Dachdern der Reichspräsident am Ein- Sang der Werft durch den Aufsichtsrat und durch den Vorstand der Defchimag grüßt worden war, fuhr er, mit lebhaften Hochrufen begrüht, zur Tauf- °anzel, auf der sich mit ihm außer den Herren seiner Begleitung Präsident Hei° ueken sowie die Vorstands- und Aufsichts- «ltsmitglieder des Lloyd und der De- ich'-mag, darunter Dr. Paul von Schwabach und Vertreter des Bremer Senates ver­sammelten. Kurz nach 15,40 Uhr ergriff "er Reichspräsident das Wort zur

Tausrede,

j» der er folgendes ausführte: . AIS vor 70 (Zähren der damals noch Pnge Norddeutsche Lloyd seinen ersten für «n transatlantischen Verkehr bestimmten Dampfer vom Stapel ließ, gab er ihm in «euer Anhänglichkeit an die heimatliche, : altehrwürdige Hansestadt den Namen .Bremen" und mit ihm das Bremer Wap­pen: den Schlüssel, den der Anker kreuzt Und ein Eichenkranz umschließt. Der ®rün- "er des Norddeutschen Lloyd geleitete ihn auf seine Probefahrt mit dem Worte: »In dem Anker halten wir die Hoffnung stst, daß der Schlüssel uns die Derkehrs-

Dir aber, du stolzes Schiff, geben wir 6en Namen, den vor 70 Jahren der erste transatlantische Llohddampfer erhielt, den Namen „Bremen", und mit ihm das Wap­pen, das die Hoffnung und die Treue wie ben Willen, die Wege zwischen den Völ­kern zu erschließen, verkörpert. Möge dies Schiff, in stets glücklichen Fahrten die See durcheilend,

den deutschen Willen zur friedlichen Mitarbeit unter den Völkern

über die Meere bringen, möge es ein Glied mehr fein, das uns mit den Ländern jen­seits des Ozeans verbindet, und möge es uns mahnen, daß nur zusammengefahte Kraft uno einiges Wollen und den Wie­deraufstieg und die Selbstbe­hauptung in der Welt verbürgen! Mit diesem Wunsch taufe ich dich: „Bremen!"

Im Anschluß an diese Worte

vollzog der Reichspräsident persönlich den Taufakt.

Klirrend zerbarst die Flasche deutschen Schaumweins am Bug der „Bremen", wo­rauf spontan das Deutschlandlied ange­stimmt wurde.

Wege öffnen wird, die wir mit deutscher Manneskraft, Ausdauer und Treue fest­halten wollen." — Dieses Sinnbild und dieses zuversichtliche Wort, in den An- fangszeiten deutscher Seeschiffahrt für die erste Fahrt eines kleinen Aeberseedampfers gesprochen, kann heute auch als Leitwort über der Geschichte des Wiederaufbaues der deutschen Handelsflotte nach dem Kriege stehen. Als die harten Bestim­mungen des Vertrages von Versailles Deutschland seiner gesamten HeBerfeeftotte beraubten, ging die deutsche Schiffahrt, vom Reiche opferwillig unterstützt, mit un­gebrochenem Mut und im festen Glauben an die Zukunft an den Wiederaufbau dessen, was hier zerstört und genommen war. Trotz schwersten Druckes von außen, trotz wirtschaftlicher Nöte und Schwierig­keiten im Innern ist es dieser gläubigen Zuversicht und diesem ungebrochenen Ar­beitswillen gelungen, in wenigen Jahren eine neue Handelsflotte erstehen

zu lassen, die auf leistungsfähigen, muster­gültigen Fahrzeugen wieder die deutsche Flagge auf den Meeren zeigt.

Die deutsche Schiffahrt hat auch in den schwersten Tagen den Glauben an eine neue deutsche Zukunft auf See nicht verloren;

zähe deutsche Kraft, hanseatischer Unter­nehmungsgeist und treue Ausdauer haben festgehalten und wieder erneuert, was einst unser war am Seeverkehr. Im Wieder­aufbau unseres zusammengebrochenen Vaterlandes nach dem Unglück! chen Kriegs­ende war die Schaffung der neuen Han­delsmarine eine wirtschaftlich wie politisch besonders wichtige Leistung, auf die alle, die an ihr mitgewirkt haben, Reeder, In­genieure und Arbeiter, mit ehrlicher Be­friedigung zurückblicken können.

Der heutige Tag ist für den deutschen Schiffsbau wie für die deutsche Seeschiff­fahrt von besonderer Bedeutung. Wir wollen heute als neuestes und größtes

KrjegsttMung -er Süßeren Mongolei an -en Staat Barga

ft London, 17. Aug. Der Korrespon» | dent der „Morning Post" in Charbin I meldet vom 15. Aug.:

Die Lutzere (Sowjet) Mongolei hat dem Staate Barga den Krieg erklärt. Eine von Utga, der Hauptstadt der Sowjet-Mongo­lei. gesandtes Ultimatum in dem ein Wiederzusammenschlutz verlangt wurde, isi von dem Herrscher von Barga, dem Fürsten Euifu, abgelehnt worden. Eine starke Abteilung mangolischer Rote-Kaval- lerie, die von Russen ausgebildet wurde, 6at einer Meldung zufolge die Grenze überschritten. Die Chinesen sandten in Eile Truppe« in der Richtung auf Haslu. Automobile find für militärische Zwecke mit Beschlag belegt worden. Die chinesische Oft-ahn und japanische Bergbau, und Holzinteressen find in Mitleidenschaft ge­zogen. MongoKsche rote Kavallerie hat

die Station Unur und Barirn an der chinesischen Ostbahn besetzt und die Strecke zerstört. Die telegraphische Verbindung ist unterbrochen. Transsibirische Exprehzüge sind vorsichtshalber in Charbin angehal­ten worden. „Morning Post" bemerkt dazu, diese Bedrohung Barga werde mög­licher Weise eine Wirkung auf die an­schließende Manschurei und somit indirekt auf Japan ausüben, welches wichtige Interessen an dieser Provinz habe.

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Sie ersten lkSnivst

ff. London, 17. Aug. Wie aus Char­bin gemeldet wird, soll es nach einer Pri­vatmeldung zwischen Truppen der Sowjet- Mongolei und chinesischen Truppen an der Oftbahn zu Zusammenstößen gekommen iew. lieber den Ausgang dieser Kämpfe konnten bis jetzt keine Nachrichten einge» Bolt werden, da die Drahtverbindungen alle gestört sind.

Fahrzeug der wiedererstandenen deutschen Handelsflotte dieses Schiff seinem Element übergeben. Erbaut nach den neuesten Er­fahrungen deutscher Schiffsbau- und Ma­schinentechnik, ausgestattet durch Geist und Hand erster deutscher Künstler, soll dieses neue Schiff zusammen mit feinem Schwester- schiff dem schnellen transatlantischen Der- kehr dienen und ein neues Binde­glied zwischen Europa und Ame­rika, zwischen Deutschland und den Ver­einigten Staaten darstellen: es soll zu? gleich

et« Zeichen der unzerstörbaren deut­schen Arbeitskraft und ein Muster deutscher Leistungsfähigkeit.

sein und künden, daß das deutsche Doll nach wie vor mit seiner besten Kraft in friedlicher Arbeit dem Verkehr zwischen den Völkern, die Meere trennen, zu dienen gewillt ist. ES ist mir in dieser Stunde ein aufrichtiges Bedürfnis, allen denen, die mit Kopf und Hand an diesem Werke mitgewirkt haben und noch arbeiten wer­den, aber darüber hinaus zugleich auch allen, die feit dem Kriege wieder eine deutsche Handelsflotte geschaffen haben, namens des Reichs wie eigenen Namens warme Anerkennung und herz- lichen^Dank zu sagen.

Set einte »abinetßteiie?

Die in weiten Kreisen der sozialdemokrati­schen Partei entstandene Mißstimmung wegen der Zustimmung der sozialdemokratischen Reichsminister zum Bau des Panzer­kreuzers nimmt von Tag zu Tag immer mehr zu, und es liegt durchaus im Bereich der Möglichkeit, daß diese Angelegenheit noch zu einer schweren Kriseln der Sozial­demokratie führen wird. Die Lage ist so ernst, datz Parteivorstand und Vorstand der Reichstagsfraktion sich entschlossen haben, den Parteiausschutz und die Reichstagsfraktion zu einer autzerordentlichen Sitzung nach Ber­lin zu berufen. Schon der Partei- und der Fraktionsvorstand haben in ihrer gemein­samen Sitzung am Mittwoch das Verhalten der sozialdemokratischen Minister einer schar­fen Kritik unterzogen und dem „lebhaften Bedauern" Ausdruck gegeben, daß die sozial­demokratischen Mitglieder des Kabinetts „nicht die Möglichkeit gefunden haben, in der Ka­binettssitzung durch Abstimmung klar zum Ausdruck zu bringen, datz sie entschieden Geg­ner des Baues des Panzerkreuzers sind". Sn den Entschließungen verschiedener Pattei­organisationen wird der Rücktritt der sozialdemokratischen Minister aus dem Reichskabinett gefordert. Es läßt sich unschwer voraussehen, datz der linke Flügel der Sozialdemokratie, der ohnehin gegen die Koalitionsvolitik eingestellt ist, diesen Anlatz benutzen wird, um den Austritt der Sojial- dcmokatie aus der Koalition und aus der Regierung herbeizuführen. Datz die Situation sehr ernst ist geht auch daraus hervor, datz Blatter wie die Voss. Ztg. und Berl. Tagebl. die Sozialdemokratie geradezu beschwören, es nfegen dieser Sache nicht zu einer Koalitionskrise kommen zu lassen.

Berlin, 17. Aug. Der Sozialdemokrat Franz Künstler schreibt im „Vorwärts" u. a.: „Der Beschluß der Reichsregierung wird kür unsere Fraktion noch manche unliebsame Auseinandersetzung bringen. Beibt es bei ocm Beschlutz der Reichsregierung, so wird sich bannte die Tatsache ergeben, datz unsere Frak­tion vor die Frage gestellt wird, in Konsequenz oet Zustimmung unserere Genossen zum Bau des Panzerkreuzers auch ihrerseits die wei. terttt erforderlichen Raten zu bewilligen. Bei der Einstellung der Mehrheit der Fraktion ist damit nicht zu rechnen und die Fraktion wird den sozialdemokratischen Ministern die Ee. f 0 lgschaft versa gen müssen."

An Deutlichkeit lassen diese Ausführungen nichts zu wünschen übrig. Die Koalition wackelt tatsächlich erheblich.

Strestminn führt nach Paris

Berlin, 16. Aug. Nachdem die deut­sche« Forderungen in der Auslieferungs. frage von Paris zugestanden worden find, ist die Reifte des Außenministers Dr. Stte« jemann nach Paris sicher geworden. Die vorläufige Entscheidung in dieser Frage ist Sestern in der von uns mitgeteilten Unterredung zwischen dem Staatssekretär v. Schubert und dem Reichsautzenminister Dr. Stresemann in Oberhof gefallen. Wann die offizielle Antwort Deutschlands an die französisch« Regierung erfolgen wird, ist noch nicht mit Bestimmtheit zu sagen, möglicherweise bereits morgen. Ob Staatssekretär Schubert und Ministerial­direktor Eautz den Minister begleiten wer­den, ist ebenfalls noch offen, aber wahr­scheinlich.

Abrrist StdcggS na» Europa

ff. Rewy 0 rk, 17. Aug. Staatssekretär Kellogg reist am heutigen Freitag auf dem französischen Dampfer „Ilse de France" nach Europa ab. Gleichzeitig begibt sich Bot­schafter Houphton auf seinen Posten nach Lon­don zurück.

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Ar Meist deSRrWprtWenstn

wtb. Bremen. 16. Aug. Reichs­präsident von Hindenburg hat heute abend mittels fahrplanmäßigen Schnell- fluges 11 Uhr 4 Minuten Bremen in Richtung Hannover verlassen. Er wird nach einem kurzen Aufenhalt von dort nach Bayern Weiterreisen, um dort seinen aeplanten Urlaub zu verbringen.