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lichkeiten für Raditsch in Agram teilzunehmen.
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Agrams Trauer um Rasttfch MM ctliliWte Siflmntnt - SW in «gram
Keilas, Mn 10. August ISA
und die Bereitwilligj.— hingen mit Nanking kennzeichnen klar den Willen Washingtons, mit dem bisherigen System der durch eigene bewaffnete Macht
^Obrrbrsflsch, Settimg* t» y^tnt sechsmal wbcheiitlich. Be» prgspreis monatlich 2 GW. auS- schließl. ZostellnngSgebühr, durch dt«Post2LL GM.Für etwa tnfolg« Streik«. Waschinendefekt» oder elementarer Lreignisie auSsallend« Kummer« wird kein Ersatz geleistet. Verlag v. Dr. §. Httzeroth, Druck der Untd.-Buchdruckerei v. Job. ®ufl. Koch, Markt 21/23, Fernsprecher: Nr. 54. u. Rr. 55. Postscheckkonto: Am« Frankfurt e, M. Rr. 6015. — Sprechzeit her Redaktion von 10—11 und
1,1-1 Uhr.
ÄberhMsche dciuino—
wenige Länder ein----- .... , . .
dem Gedanken des Paktes zugeftrmmt hatten oder ob die Einladungen ausgedehnt
ANtndiEEteiterRtvMtiM Stmmiihon
fl Paris, 10. Aug. Der erste Repa- rakionsfchieberprozeh hat ein unerwartetes Nachspiel gefunden, das in den Kreisen dn Reparationskommissionen unliebsames Aufsehen erregt. Ein früherer Angestellter der Reparationskommission, ein höherer Beamter des französischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten, Sailly, befindet sich, wie erst jetzt bekannt wird, seit dem 29. Juli wegen des Diebstahles von Geheimdokumente der Reporationskommission in Untersuchungshaft. Dieser Diebstahl wurde durch einen Generalkkontrolleur des Finanzministeriums aufgedeckt, der den Verhandlungen des ersten Skandal- prozestes Netter. Wolff und Genosten beiwohnte und dabei feststellte, daß sich die Angeklagten und mehrere Rechtsbeistände vertraulicher Aktenstücke der Reparationskommission zu ihrer Verteidigung bedienten. Die Untersuchung ergab, dotz Aktenstücke. Noten und vertrauliche Schreiben abhanden gekommen siihd, die von Sailly, der seit acht Monaten den Dienst in der
zieht. Zu dieser Erkenntnis scheint Amerika endlich nach langen, schlechten Erfahrungen gelangt yi Jein, denn die Zurückziehung seiner Truppen aus Shanghai und die Bereitwilligkeit zu Derhand- ichnen klar den
Skt SeMmzlll Bittet in Sttlin
Freitag Kabinettssitzung.
Berlin, 9. Aug. Der Reichskanzler Hermann Müller ist Donnerstag vor- mittag in Berlin eingetroffen und hat di«! Führung de» Kabinetts röieder übernommen. Das Reichskabinett tritt am Frettag nachmittag zu feiner erste» Sitzung nach den Sommerferien W fammen, in der es sich in erster Linie mit innerpolitischen Fragen befchäst tigt. Zur Erörterung stehen u. a. der Gesetzentwurf des Reichsarbeitsministe-i riums, die Psiichtgrenze für die AngSi stelltenversicherung auf 700 'M zu erhöhen und die Panzerkreuzersrage. . J
Verhältnisse und die Beibehaltung ihrer Truppen mit der Gefahr des Bolschewismus. Daß Chkka vom Kommunismus nichts wissen will, dürfte nach der kurzen Welle Borodinscher Herrschaft deutlich genug erwiesen sein. ®ine starke nationale, von den ftemden Mächten unbehelligt« chinesische Regierung wird den Bolschewismus nicht zu befürchten haben. Anders freilich kann es kommen, wenn das Land den Kommunismus zu Hilfe ruft, um sich von den Fremden zu befreien. Doch auch dann werden die Bolschewisten nach getanem Dienst als lästiger Ballast über Bord geworfen werden. Am die Abwehr des Kommunismus in China sollte sich daher Frankreich keine Sorge machen. Es läge wesentlich mehr im Interesse der Republik, wollten sich ihre verantwortlichen Führer um die Bekämpfung des Bolschewismus in Zndvchina bekümmern.
Alle chinesischen Konzessivnsmächte haben nicht nur sich und ihren Staatsangehörigen sondern auch der ganzen Menschheit gegenüber Verpflichtungen. Eine der wesentlichsten ist die, nicht leichtsinnig Zündstoff aufzustapeln, der — einmal zur Entzündung gebracht — die ganze abendländische Kultur in Gefahr bringen muß. Die Nichteinmischung in die inneren Verhältnisse Chinas, die Zurückziehung der fremden Truppen und die friedliche Einigung mit dem chinesischen Nationalismus werden diesen Zündstoff, den Fremdenhaß, zerstreuen. Die Kulturwelt kann daher nur wünschen, daß auch die anderen fremden Mächte dem versöhnenden deutschen, belgischen und amerikanischen Beispiel folgen.
Str Moss-Pakt
st. Londo «, 10. Aug. De ^te« der . westeuropäischen Abteilung des amerikant« schen Staatsdepartements Theodore Marrliner traf Donnerstag auf dem Weg« nach Paris in London et«. Marri- ner stattete dem F-reign Office einen Be, such ab und wird am heutigen Freitag mit verschiedenen Persönli^eite« de, auswär- tigen Amtes Besprechungen über die Bor. bereitungen für die Unterzeichnung de» Kelloggpaktes haben.
Auch der irische Außenminister wird untek. zeichnen.
st. London, 10. Aug. Der Kellogg, patt wird im Namen des irischen Freistaa« tes von dem irischen Außenminister Me Gilligan unterzeichnet werden, der sich dann nach Genf zur Völker bundsveffamm- lung begeben wird.
Die Einladung zur Unterzeichnung des Kelloggpattes noch nicht verschickt?
tu. Agram, 9. Aug. RadttschS L e t'dre wurde Donnerstag In dem " der Bauernpartei auf dem Zryni-Platz öffentlich aufgebahrt. Alle öffentlichen und privaten Gebäude tragen Trauerschmuck.
Sll Sintern! in Sttlin
tu. Berlin, 9. Aug. IN Berliner poliiischen Kreisen hat die Nachricht von dem Tode Raditschs, obwohl sie nicht unerwartet kam, überrascht, und allgemeines Bedauern ausgelöst. Obwohl die ehrlichen Bemühungen der Belgrader Regierung, die Meinungsverschiedenheiten mit Agram unter allen Umständen beizulegen, anerkannt werden, wird doch der Entwicklung der Drnge Mit einiger Besorgnis entgegen gesehen. Immerhin hat die Nachricht, daß auch nach Raditschs Tod ein Mitglied der gemäßigten Richtung der kroatischen Bauernpartei die Führung übernimmt, einigermaßen beruhigt.
geschützten Konzessionen zu brechen und die Sorge für die Sicherheit der amerikanischen Bürger den chinesischen Behörden zu überlassen. Die Geste der Vereinigten Staaten wird ihre Wirkung auf China nicht verfehlen und dem amerikanischen Handel mehr nützen als die Entsendung weiterer CxpeditionSttäfte.
Annachgiebig bleibt demgegenüber die Haltung der anderen beteiligten Hauptmächte England, Frantteich und Japan,
die den amerikanischen Schritt als Verrat an der gemeinsamen Sache betrachten. Japan glaubt immer noch, sich durch Waffengewalt den Besitz der Mandschurei und Shantungs sichern zu können. Sollte den Japanern wirttich die dauernde militärische Besetzung der erstrebten Provinzen gelingen, so wird ihnen doch die wirtschast- schastKche Eroberung Nordvstchinas nie möglich sein. Schon jetzt liegen die Japaner in der Mandschurei in ganz aussichtslosem Kampf mit den genügsameren Chinesen, und ein unter einheitlicher nationaler Führung einsetzender Boykott japanischer Waren müßte für die Lage des zu zwei Dritteln auf den chinesiscAn Markt angewiesenen japanischen Handels kata- sttophal werden. Die Zurückziehung der Truppen Japans aus ganz China würde Japan größere Vorteile Bringen als das ständige Säbelrasseln.
Englands Verhalten China gegenüber ist noch zu verstehen: es wünscht seine saft abgebrochenen wirtschaftlichen Beziehungen unter dem Schutz seiner Flotte wieder aufzubauen. Bisher ist ihm dies nicht gelungen, vielmehr sind hohe Ausgaben des Mutterlandes für jedes „beschützte" englische Haupt in China der'einzige Erfolg der militärischen Aktionen gewesen.
Für Frankreich kann es sich in China nur um eine Prestigefrage handeln. Das Ansehen der fremden Mächte nicht zum mindestens das Frankreichs, ist aber schon so gering, daß es durch ein Nachgeben den chinesischen Wünschen gegenüber nicht noch mehr sinken kann. Französische Regie- rungskreife begründen die Notwendigkeit der weiteren Einmischung in chinesische
Di« Eisenbahnarbeiter veranstalteten zum Zeichen der Trauer eine dreistündige Arbeitspause und zogen vor die Billa des Parteiführers. Auch sämtliche Läden in Agram warenx von 8 bis 11 Uhr vov- knikrags geschlossen. . Der bäuerlich-demokratische Block legte den ersten Kranz am Sarge Raditschs nieder. Er trägt drei Schleifen in den serbischen, kroatischen und slowenischen Farben. Die Inschrift lautet: „Seinem unvergeßlichen Präsidenten, dem Großen des Volkes." Der Vorstand des bäuerlich-demokratischen Blockes hat beschlossen, die am Sonntag stattfindende Beerdigung Raditschs auf Kosten der Partei und der Stadt ?lgram vorzunehmen. Damit ist der Wunsch der Regierung, Raditsch auf Staatskosten zu beerdigen, zu- rückgewiefen.
Die Skuptschina hat Donnerstag vormittag eine feierliche Trauer- s l tz u n g für Stefan Raditsch abgehalten. Die Regierung nahm an der Sitzung vollzählig teil. Die Minister waren rn Trauer erschienen. Der Bizepräsi- denk hielt eine Rede, in der er u. a. sagte, daß Raditschs Tod ein herber Verlust nicht nur für das kroatische Volk, son? dern für den gesamten jugoslawischen Staat sei. Der Tod Raditschs bedeute auch einen schweren Verlust für das Parlament, weil Raditsch als Volkssührer aufrichtig und hingebungsvoll und mit dem Geiste eines Apostels sich mit den Fragen und Interessen des Volkes befaßt habe. Das gesamte jugoslawische Volk nehme deshalb an der Trauer um Raditsch teil. Die nächste Sitzung wurde für Freitag anberaumt. Außerdem hielten sämtliche Parlamentsausschüsse und Abgeordnetenklubs Sitzungen ab, die sllh mtt Nachrufen für Stefan Raditsch befaßten. In der Sitzung der serbischen Landwirtepartei hob der Präsident der Landwirtepartei, Jovano- vitsch, in seinem Nachruf hervor, daß Raditsch nicht nur Führer der kroatischen Bauern, sondern auch der Bauern ganz Jugoslawiens gewesen sei. Die Landwirto- parrer beschloß, sich geschlossen an der Beerdigung Raditschs zu beteiligen.
CMno und tit Ätnatfilentn
Don Dr. E. C o n z - Tokio.
Die Zurückziehung der amerikanischen Truppen aus Schanghai und die Bereitwilligkeit Washingtons zu Verhandlungen mit Nanking kann nur mit voller Genugtuung begrüßt werden. Nachdem Belgien schon vor Jahren fteiwillig auf alle Konzessionen und Sonderrechte in China verzichtete, hat sich nun endlich auch in Amerika die Ansicht durchgerungen, daß die Anwendung von Gewalt auf dos heutige China jede Wirkung verfehlt.
Die Einrichtung der ausländischen K o n- zessionen stammt noch aus einer Zeit, da den chinesischen Massen der Begriff Patriotismus unbekannt war und da 6000 Mann europäische Truppen den Kaiser zum Frieden von Tientsin zwingen konnten. Damals war es vollkommen verständlich, f daß sich die Ausländer über das ungenügende chinesische Recht stellten und ihre eigenen Niederlassungen verlangten.
Anders gestaltete sich dagegen die Lage, als die Qllliierten China während des Weltttieges zwangen, deutschen Besitz $u beschlagnahmen und die > Verträge mit Deutschland zu brechen. Keine spitzfindigen gründe konnte das chinesische Volk glauben machen, eine Handlung, die den Deutschen gegenüber als angebracht bezeichnet wurde, ei auch die Konzessionen der Ententestaaten angewendet ein Anrecht. Wenn die Alliierten Deutschland zur Aufgabe seiner Sonderrechte zwangen, so muhten gesundem Rechtsempfinden zufolge auch England, Frankreich und andere Staaten auf alle Konzessionen verzichten.
Von diesem Augenblick ab fehlte den ftemden Mächten jede moralische Berechtigung, die Aufrechterhaltung der Sonderrechte zu verlangen. Zu dieser Ansicht gelangten zweifellos verschiedene Staatsmänner der in Frage kommenden Länder, aber nur Belgien allein fühlte sich veranlaßt, gleich Deutschland auf alle Vertragsrechte in China zu verzichten. Wie richtig Belgien handelte, bewiesen die Ereignisse der letzten Jahre, während der trotz des fehlenden „Schutzes" landsmännischer Truppen und Kriegsschiffe kein Deutscher oder Belgier von den Chinesen behelligt wurde, während die Konzessionsmächte einen Truppentransport nach dem anderen nach China sandten, Millionen auf Millionen zur „Sicherheit" weniger Staatsbürger ausgaben und den tödlichen Haß der vierhundert Millionen Chinesen auf sich luden.
Die Beibehaltung der Konzessionen ist bei der heutigen veränderten Lage Chinas ein Unding. Nachdem sich allen ftemden Amtrieben zum Trotz der nationale Wille des Volkes durchgerungen hat, dem das Weiterbestehen fremder Kolonien auf chinesischem Boden ein rotes Tuch ist, mühten die Konzessionsmächte aus reinen Vernunftgründen eine friedliche Verständigung mit China erstreben. Diese ist heute nur noch durch den Verzicht auf die Niederlassungsrechte zu erreichen. Das Aufgeben der Konzessionen müßte den Mächten um so leichter fallen, als sie ihnen unter den heutigen Umständen nur ungeheure Kosten verursachen, die in keinem Verhältnis zu dem Nutzen stehen, den der fremde Handel aus den Niederlassungen
fl. Paris, 10. Aug. Im Gegensatz zu den übrigen Blättern glaubt „Petit Journal" die Nachricht, daß die französische Rs- gierung den interessierten Mächten bereits di« Einladung zur Unterzeichnung des' Kriegsächtungspattes habe zugehen lassen, als verfrüht bezeichnen zu können. Die letzten offiziellen Schritte seien noch nicht unternommen worden. Den Grund fttt diese Verzögerung müsse man in Schwierigkeiten suchen, die sich daraus ergeben M der Feierlichkeit nur nkaden solle, die zuerst
Anzeiger für (das frühere kurhessische) Oberhessen __
Anzeiger der amtlichen Bekanntmachungen ffir Stadt und Kreis Marburg.
Sonntag Beisetzung der Leiche Raditschs.
Wien, 9. Aug. Wie Me MittrgS- blätter auF Agram melden, findet Die Beisetzung am Sonntag statt. Agram rst vollkommen ruhig und es haben nirgends Zwischenfälle stattgefunden, obwohl es sowohl heute nacht wie auch in den Morgenstunden wiederholt zu großen Menschenastsammlungen kam. Pribitsche- wrisch soll an dem Sterbelager vor Erregung ohnmächtig Zusammengebrochen sein.
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wtb. Agram, 9. Aug. Heute früh wurde das von Stefan Raditsch hinterlassene politische Testament eröffnet. Danach hat Raditsch den Führer des kroatt- schen Blockes. Dr. Trumbiz, zu schnem Nachfolger in der Führung der kroatischen Bauernpartei bestellt. Das Testament enthält ferner einen Appell an das kroatische Bolk, nach seinem Tode die Ruhe zu bewahren. Emissäre der bäuerischen-demo- kratischen Koalition bereisen in Automobilen das ganze Land, um die Bevölkerung im Sinne des Vermächtnisses zur Ruhe zu mahnen. Bisher ist es nirgend» zu Ruhestörungen gekommen. Heute wurde hier